Die (n)ostalgische Verklärung ist tief in der älteren Generation verankert. Bin selbst Ossi und meine Eltern auch - und ich bekomme jedes Mal eine Krise, wenn meine Mutter darüber schimpft, dass die ganzen negativen Berichte über die DDR ja Falschbehauptungen wären.
Eine der absurdesten Aussagen, die mir da immer sofort in den Kopf kommt: Sie erzählt immer, dass es damals in der ganzen DDR zu jeder Zeit Bananen gegeben hätte, weil sie selbst welche hatte. Handlungszwirbler: Sie hat für hochrangige SED-Funktionäre gekocht und konnte sich davon halt immer was mit nach Hause nehmen.
Weil sie persönlich in der glücklichen Lage war, jederzeit diese leckere Südfrucht essen zu können, müssen alle Medien lügen und die DDR war damals ganz toll, außerdem hat 10 Jahre auf nen Trabi zu warten ja auch niemandem geschadet, die Menschen waren viel toller und alle haben viel mehr zusammengehalten. So läuft die emotionsgetriebene "Argumentationskette" dann immer. Das kriegst du aus den Leuten auch nicht mehr rausgeprügelt, die wünschen sich mit viel Bauchi-Bauchi-Gefühl ihre gute alte Zeit zurück und reden sie sich selbst schön.