Wichtiger finde ich es einen unprovozierten expansionistischen Angriffskrieg nicht zu normalisieren, und nicht mit Verteidigung gleichzusetzen.
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Schon komisch, dass hier nur die Ukraine als Beispiel für entmenschlichende Rhetorik genannt wird. Die andere Seite ist natürlich ein reines humanitäres Idealbild.
Hatte ich mir Anfangs auch gedacht, nach einigen Gedanken, habe ich mich trotzdem dazu entschlossen diesen hier zu posten. Aus dem Grund heraus, dass mir der Artikel mehr als eine Gesellschaftkritik erscheint, rund um den Umgang mit der Verherlichung vom Tod & Dehumanisierung, als eine Kritik gegen die Ukraine. Meiner Meinung nach schiesst er auf die dehumanisierende Sprache der Regierung, der Presse und uns sowie, wie stumpf wir dieser von Rhetorik geworden sind, solange sie unsere Seite bestärkt.
Hätte ich den Artilel als eine reine Kritik gegen die Emazipation der Ukraine gesehen, hätt ich den Artikel nicht geteilt.
Und gibt vor allem ja auch noch ein anderes Land, welches definitiv eine ganze Bevölkerungsgruppe genozidiert und entmenschlicht und mit deutschen Waffen versorgt wird.
Ich bin nicht sicher das ich das richtig lese - aber es klingt für mich das die Aussprache dieser unangenehmen Einsicht problematisiert wird: nur wenn kurzfristig sehr viel mehr russische Soldaten in kurzer Zeit zu getötet werden, gibt es eine Chance, das nicht noch viel mehr langfristig durch den Fleischwolf gedreht werden und der Krieg endet.
Der Autor Manfred Böhm darf sich gerne in die Ukraine begeben. Dann schauen wir mal, wie er nach vier Jahren 24/7 Bedrohung der eigenen körperlichen Unversehrtheit bzw. Bedrohung seines Lebens durch den russischen Agressor kommuniziert. Da macht man es sich zu einfach mit dem moralisch erhobenen Zeigefinger aus dem fernen Deutschland.
Ähm, ja, macht es sich. Aber sein Appell an die Sprache gilt ja auch bspw. der Bundesregierung oder dem FAZ Korrespondenten, der "mehr Russen töten" wollte. Die kommen ja nun auch nicht gerade aus dem Schützengraben.
Zum Glück gibt es auch in der Ukraine Stimmen die sich solcher entmenschlichenden Kriegsrethorik entgegenstellen und aus eigener Erfahrung wissen das dies nur zur Eskalation und Kriegsverbrechen auf beiden Seiten führt.
und aus eigener Erfahrung wissen das dies nur zur Eskalation und Kriegsverbrechen auf beiden Seiten führt.
Wie soll es zu einer Eskalation führen, die diese barbarische Kriegsführung der Russen von Anfang an charakterisiert? Bucha '22 war mit Sicherheit keine Reaktion auf 'entmenschlichende Kriegsrhetorik', sondern Ausgeburt dessen, wofür Russland von Anfang an in dieses Land gekommen ist.
Nicht alles ist gleich Bucha '22 🤦
Die derzeitige Eskalationsspirale mit beiderseitigen Angriffen auf zivile Infrastruktur ist offensichtlich und offensichtlich völkerrechtswidrig.
Russland hat von Anfang an zivile Infrastruktur angegriffen - nicht aus strategischen Überlegungen, sondern rein aus Mordlust. Das, was die Ukraine jetzt macht, ist nichts als dem Feind die Möglichkeit zu nehmen, diesen Angriffskrieg weiter zu führen. Es ist nicht gleichzusetzen mit russischen Kriegsverbrechen.
Und nein, es ist nicht völkerrechtswidrig in einem Krieg zivile Infrastruktur anzugreifen.
Und nein, es ist nicht völkerrechtswidrig in einem Krieg zivile Infrastruktur anzugreifen.
Doch ist es. Bitte informiere dich besser bevor du hier so einen Unsinn ablässt.
Und nur weil die eine Seite das Völkerrecht bricht heißt das nicht das dann automatisch die andere Seite einen Freibrief hat das selbe zu tun 🤦
Dein Verständnis von Völkerrecht und diesem Krieg ist oberflächlich. Du hast hier aufgehört zu lesen (wenn du dich überhaupt einmal ernsthaft durch dieses komplexe Thema gewühlt hast):
Zusatzprotokoll I Art. 48 der Genfer Konvention::
Um Schonung und Schutz der Zivilbevölkerung und ziviler Objekte zu gewährleisten, unterscheiden die am Konflikt beteiligten Parteien jederzeit zwischen der Zivilbevölkerung und Kombattanten sowie zwischen zivilen Objekten und militärischen Zielen; sie dürfen daher ihre Kriegshandlungen nur gegen militärische Ziele richten. [Hervorhebung von mir.]
Wenn man aber nur ein paar Absätze weiter liest, wird das Ganze schnell differenzierter:
Die Anwesenheit oder Bewegungen der Zivilbevölkerung oder einzelner Zivilpersonen dürfen nicht dazu benutzt werden, Kriegshandlungen von bestimmten Punkten oder Gebieten fernzuhalten [...]
Angriffe sind streng auf militärische Ziele zu beschränken. Soweit es sich um Objekte handelt, gelten als militärische Ziele nur solche Objekte, die auf Grund ihrer Beschaffenheit, ihres Standorts, ihrer Zweckbestimmung **oder ihrer Verwendung wirksam zu militärischen Handlungen beitragen und deren gänzliche oder teilweise Zerstörung, deren Inbesitznahme oder Neutralisierung unter den in dem betreffenden Zeitpunkt gegebenen Umständen einen eindeutigen militärischen Vorteil darstellt. [Hervorhebungen von mir.]
Lagerhäuser von Versandunternehmen, die auch militärische Güter transportieren und anbieten sind damit militärische Ziele. Ölraffinerien, Tanker, Tankwagen, Pipelines, usw. fallen ebenfalls unter diese Definition, da ihre Zerstörung der Ukraine einen erheblichen militärischen Vorteil bringt - denn ohne sie kann Russland keinen Krieg führen. Es wäre komplett absurd, wenn das Völkerrecht den Angriff auf solche kriegswichtiger Infrastruktur verbieten würde.
Falls du mir nicht glaubst: Wildberries, der größte russische Versandhändler, hat erst nach dem Beginn der ukrainischen Drohnenangriffe die Kategorie "Alles für die spezielle militärische Operation [Putins Codename für den Angriffskrieg, um den Krieg nicht Krieg nennen zu müssen]" entfernt, ohne aber die militärischen Güter selbst zu entfernen:
Einrichtungen wie diese Lagerhäuser sind auch keine unverteidigten Orte gem. Art. 59. Luftabwehr und militärisches Personal - und wenn es oft nur Handfeuerwaffen sind, welche nur mit Glück Drohnen abfangen können - sind stets präsent. In jeder Aufnahme der Bombardierung von z.B. Lagerhäusern in Russland ist im Hintergrund automatisches Feuer zu hören (und Leuchtspurmunition kann ebenfalls meist gesehen werden).
Natürlich versucht die russische Regierung, die Grenze zwischen Militär und Zivilbevölkerung weiter zu verwischen, z.B. indem sie per neuem Gesetz Unternehmen erlaubt, schwere Waffen zur Luftverteidigung zu erwerben und einzusetzen:
Ich hab jetzt über eine halbe Stunde an dieser Antwort geschrieben und recherchiert, während dein Kommentar (samt Beleidigung) sicher kaum eine Minute verschlungen hat. Zeigt einmal mehr, wie viel Arbeit es ist, Desinformation im Internet zu bekämpfen im Vergleich zur Verbreitung von Desinformation.
Also das du nach der Recherche weiterhin behauptest das das vom Völkerrecht gedeckt ist, ist für mich wirklich schwer nachzuvollziehen. Du versuchst da krampfhaft Lücken zu finden. Schau mal bei Amazon rein, da findet man auch viele Güter die mit man wenn man denn will als "militärisch" bezeichnen könnte, das erfüllt aber bei weitem nicht die bewusst hohen Hürden im Völkerrecht. Und das ein großes Lagerhaus ein paar bewaffnete Wächter hat ist auch normal und macht es nicht zu einem militärischen Ziel.
Und nur zur info, ich beschäftige mich schon seit Jahren auch beruflich mit solchen Themen, und hab sicher mehr Zeit damit verbracht als du jetzt, aber schön das du es immerhin versucht hast dich besser zu informieren.
Sehr enttäuschende und dünne Antwort.
Und nur zur info, ich beschäftige mich schon seit Jahren auch beruflich mit solchen Themen
Bei der Internet Research Agency in St. Petersburg? /s
Was soll ich da groß weiter zu schreiben? Die Passagen die du selbst zitierst sind eindeutig und unterstützen deine Position in keinster weise.
Und nein ich unterstütze nicht die Russen. Im Gegenteil, ich war sogar schon persönlich in der Ukraine und habe dort Menschen geholfen die direkt von den Völkerrechtsverletzungen der Russen betroffen sind, und das hat mich darin bestärkt strikt gegen so etwas zu sein egal welche Seite das macht. Zum Glück sehen das viele Ukrainer auch so.
Da Bucha gleich zu Beginn dieses Krieges stand, frage ich mich, von welcher Eskalation du hier warnen willst. Die Russen haben längst bewiesen, dass Eskalation und Kriegsverbrechen von Anfang an Bestandteil ihres Krieges waren.
Die derzeitige Eskalationsspirale mit beiderseitigen Angriffen auf zivile Infrastruktur ist offensichtlich und offensichtlich völkerrechtswidrig.
Und auch hier: der ganze Krieg ist völkerrechtswidrig, und zwar seit Tag eins. Russland hat ihn begonnen und - siehe u.a. Bucha - gleich zu Beginn gezeigt, wie es ihn führen möchte. Wie man daraus nun "uns" eine Verantwortung spinnen möchte, finde ich vorsichtig gesagt abenteuerlich. Die Verantwortlichen für den Krieg und seine Art geführt zu werden sitzen hoch und trocken im Kreml und scheren sich einen Dreck darum, was wir hier schreiben, sagen, denken.
"Wir" haben eine Verantwortung uns an das Völkerrecht zu halten, egal was Russland macht.
Wenn dein Gegner nicht nach den Regeln spielt, kannst du entweder trotzdem die Regeln weiter befolgen und dich wundern, warum dein Gegner so viel mehr Erfolg hat als du. Oder du passt dich dem an, was er vorgibt. Denn hier geht es nicht um Spaß, sondern das nackte Überleben des Angegriffenen.
Wenn dich in einem Bahnhof einer mit einer Pistole bedroht, machst du dir dann auch Gedanken, ob du das Messer in deiner Hand hier überhaupt führen darfst angesichts der Hausordnung?
Wenn dein Gegner Zivilisten vergewaltigt, dann darfst du das auch? /s
Ich denke, du weißt sehr gut, was ich meine.
Es kommt ein Gegner zu dir und trachtet nach deinem Leben. Magst du mir tatsächlich erzählen, dass du dich nur innerhalb der gesetzlichen Grenzen verteidigen wirst, obwohl dein Gegner es nicht tut?
Wir reden hier von brennenden Lagerhäusern, über die auch militärisches Gerät abgewickelt wurde und du möchtest das mit dem Vergewaltigen von Zivilisten oder mit dem Vorgehen der Russen in, auf die Gefahr mich zu wiederholen, Bucha vergleichen. Sicher, dass du das wirklich machen möchtest?
Der militärische Teil des Völkerrecht ist kein pazifistisches Wunschkonzert, sondern wurde vom Militärs selbst geschrieben um gefährliche Eskalationspiralen und sonstige Exzesse zu vermeiden die für das Gewinnen eines Krieges kontraproduktiv sind.
Und wir reden hier von Lagerhäusern die überwiegend nicht für militärische Güter genutzt wurden, und das es ist auch ganz klar das die Ukraine diese nicht aus militärtaktischen Überlegungen heraus angreift, sondern aus politischen. Klassisch würden man sowas "Terrorismus" nennen, aber das Wort wird leider heutzutage viel zweckentfremdet.
Und du bist derjenige der mit unsinnigen populistischen Vergleichen angefangen hat. Ein ziviles Logistikzentrum bedroht das Leben von niemandem.
Glaub, ich weiß was im Artikel steht. Wurde schon gesagt. Das folgende auch.
Ist eine menschliche Reaktion, um mit belastenden Situationen umzugehen. Chirurgenhumor ist was ähnliches. Darf man als nicht Betroffener befremdlich finden, ändert nichts.