Manuel Atug von der AG KRITIS hat durchblicken lassen, dass ein ein Ersatzsystem für GSM-R gibt: P-GSM. Das war aber wohl auch betroffen.
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Hab im Parallelthread schon etwas über meine Erfahrungen berichtet, falls es jemanden interessiert. Komme nun bald mit 5:41h Verspätung an. Dürfte mit Abstand mein persönlicher Rekord sein.
Aber selbst wenn die Ursache für den Zugfunk-Ausfall nun kurzfristig behoben werden sollte, werden die Folgen des mittlerweile seit mehr als 90 Minuten andauernden Stillstands bis weit in den morgendlichen Berufsverkehr zu spüren sein.
Das passiert, wenn Ranslite einmal nicht da ist!
Ich geh gleich mal los und sehe mir das an.
geh
Weil der Zug nicht kommt, wa?
Ich wohne quasi neben dem Stellwerk.
Jetzt warst du 10 Minuten schneller als ich, ich hab das auch eben erst mitbekommen >:(
Aber wie schafft man es, dass ein einziges Update den gesamten Zugverkehr lahmlegt? Vor allem bei so etwas inhärent Dezentralem wie Funk??
Ich glaub nicht mal die Telekom wäre in der Lage, das Internet deutschlandweit ähnlich kaputt zu machen wie die Bahn es jetzt mit dem Zugverkehr geschafft hat. Das ist echt eine Leistung, Hut ab.
Vor allem bei so etwas inhärent Dezentralem wie Funk??
Global System for Mobile Communications – Rail(way) (GSM-R oder GSM-Rail) ist ein digitales Mobilfunksystem, das auf dem weit verbreiteten Mobilfunkstandard GSM aufbaut, jedoch für die Verwendung bei den Eisenbahnen erweitert wurde.
Das ist kein analoges Funkgerät-zu-Funkgerät sondern eher so Handynetz inklusive Servern und allem. Digitalfunk kann man generell viel vernetzter aufbauen, was viele Vorteile hat, wenn es denn funktioniert.
Hat aber halt auch viele Nachteile, wenn es mal nicht funktioniert. Wie gestern Abend zu beobachten.
Da hat vermutlich ein Juniordev (oder eine KI) irgendein ungetestetes Feature auf Prod gepusht
Die Frage ist aber wieso gibt es bei der Bahn überhaupt einen "single point of failure"? Es sollte der Bahn gar nicht möglich sein den gesamten nationalen Zugverkehr durch einen einzigen Fehler in den Stillstand zu versetzen.
Und das bei Funk hinzubekommen ist irgendwie eine Leistung. Was soll denn eine zentrale Stelle da überhaupt an Mehrwert bringen? Außer an Ausfallsicherheit (also dass ein Ausfall mit Sicherheit stattfinden wird) natürlich.
Eisenbahner hier. Ich vermute die Verwirrung stammt von der Vorstellung, dass unser Funksystem quasi wie WalkyTalkys funktioniert. (der frühere analog Funk tat das auch).
Der digitale Zugfunk basiert auf dem ganz normalen GSM Mobilfunknetz (aka. 2G/EDGE) mit ein paar Spezialfeautures (Gruppenrufe, Konferenz, Notruf, Priorisierung, offene Push-to-Talk Gruppen).
Jedes Fahrzeug hat eine (oder mehrere) SIM Karten und entsprechende Rufnummern. Um die ständig wechselnde Zuordnung Zugnummer <-> Rufnummer zu verwalten braucht es eben zentrale Stellen.
Vorteil ist, ein Fahrdienstleiter in Freiburg kann bereits einen Zug erreichen der gerade erst in Basel losgefahren ist und muss nicht warten bis dieser in seiner Funkreichweite ist um ihn über Besonderheiten zu informieren. Und er muss nicht wissen mit welchem Fahrzeug der Zug heute genau verkehrt, weil er statt der Rufnummer einfach die Zugnummer anrufen kann.
Diesen "single point of failure" kennen wir auch im Internet, dort nennt sich das ganze DNS. DNS erfüllt quasi die gleiche Funktion. Und auch bei DNS ist es nicht allzu lange her, dass ein einzelner Fehler nahezu das ganze Deutsche internet lahmgelegt hat. ( https://www1.wdr.de/wirtschaft/internet-stoerung-de-domains-ursache-100.html )
Vielleicht wäre es kein single point of failure, sondern jemand hat einfach alle points gleichzeitig geändert?
Haben die das ernsthaft nicht getestet vor dem Rollout?
Alle Firmen haben eine Testumgebung. Die Guten haben auch eine Produktivumgebung.
-- Vladimir Putin
"Kompletter Stillstand in ganz Deutschland"
Jo, wo ist jetzt die Neuigkeit ?
Oh.
Ach ja, war bestimmt ein Softwareproblem. Zeug erst mal zu testen ist ja altmodisch, jetzt wo mit KI alles viel schneller geht.