Das bedeutet jetzt aber, dass die Bundesregierung dringend mehr Geld in die Infrastruktur für Autos investieren muss, richtig?
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Boah ey, ich weiß das ist Ironie aber ich kann das einfach nicht upvoten. Die Wahrheit darin tut zu sehr weh.
Okay das verstehe ich. Aber wir müssen jetzt wirklich mal ins Doing kommen - wie bekommen wir die Autofahrer dazu, ihre Autos mehr zu bewegen? Eine erhöhte Dynamik im Straßenverkehr kann durchaus Anreize für die Wirtschaft bieten. Ich denke vor allem an den Einzelhandel, der deutlich davon profitiert, wenn die Menschen mit den Autos in die Innenstadt fahren. Mehr Kapazität durch den Kofferraum hat positive Auswirkungen auf den Konsum.
Ich muss bei "Doing" immer an die Lautsprache von Hüpfern in Comics denken (doing, doing doing...)
Richtig. Dass die ganzen schönen Autos nicht genutzt werden ist das eigentliche Problem.
"Wir müssen wieder Anreize schaffen"
Auch interessant:
Auffällig ist laut Studie, dass der Fußverkehr deutlich an Bedeutung gewonnen hat. Er liege auf dem höchsten Niveau seit 2008, vier Prozent aller Kilometer würden so zurückgelegt.
Hier verzerrt das Bezugsmass von Entfernungen übrigens das Verhältnis, besser wäre "Anzahl der Wege" oder "Zeit der Benutzung dieses Transportmodus".
Das vielleicht beste Mass ist die Zeit, da Menschen vielfach empirisch belegt ein ziemlich konstantes Zeitbudget für tägliche Wege haben.
Das sind zu wenig, wir könnten auch mehr Autos verkaufen die unbenutzt bleiben. Die deutschen Autobauer vermutlich
Ich glaube der Autoindustrie ist es lieber, wenn die Leute ihre Autos auch nutzen. Die nutzen dann schneller ab und man kann schneller neue Autos verkaufen oder Ersatzteile.
Geplante Obsoleszenz enters the chat
Keine Angst, die Autoindustrie ist Vorreiter bei der Enshittification, die hatten das schon, bevor der Begriff erfunden wurde, weil die Praxis bei elektronischen Geräten angekommen ist.
Praktischerweise einfach Autos ohne Räder, oder Motor. Das wird superbillig, und dann stehen die einfach so rum 👌
Wir bauen die auch richtig hoch und ohne Scheiben, damit man Fußgänger und Radfahrer hinter den rumstehenden Autos schlechter sieht!
Der größte Luxus in meinem Leben ist es kein Auto zu haben und zu brauchen.
Immer mehr Wege werden zu Fuß zurückgelegt, Autos stehen immer häufiger ungenutzt herum.
[... ]
Demnach wird fast die Hälfte der Autos an einem durchschnittlichen Tag nicht bewegt. Im Jahr 2008 sei nur ein Drittel der Autos am Tag nicht genutzt worden.
Der Hauptgrund für ein Drittel zu Hälfte wird aber wahrscheinlich eher sein, dass es einfach mehr Autos pro Person gibt oder? Ich weiß, dass es bei uns 2008 noch Lücken zwischen den parkenden Autos gab, jetzt muss man durch den ganzen Ort auf der Gegenspur.
Der Hauptgrund für ein Drittel zu Hälfte wird aber wahrscheinlich eher sein, dass es einfach mehr Autos pro Person gibt oder?
Das schließt sich ja nicht aus, sondern bedingt sich zu einem gewissem Grad: Etwas mehr Autos, die aber im Schnitt deutlich weniger gefahren werden.
Dem Trend könnte man ja auch mit einer Ausweitung des Carsharings begegnen, u. a. damit weniger Stehzeuge Raum blockieren. Hab heute dazu ein Gedankenspiel in der Verkehrswende-Community gepostet https://feddit.org/post/22062290
Ist das irgendwie etwas Schlechtes?
Im Gegenteil! Man kann diese Autos in Wohnvierteln zur Verkehrsberuhigung nutzen, indem man sie an strategisch geschickten Stellen parkt ;-)
Am bestrn auf Fuß- und Radwegen, um endlich mal diese Kampfradler, Rollator-Rowdies und illegalen Kinderwagenrennen in den Griff zu bekommen!!!1!1!!11!!
auf Fuß- und Radwegen [...] Rollator-Rowdies
Also bei mir fahren die Rollator-Rowdies auf der Straße, weil die Oberfläche glatter ist, als auf dem gepflasterten Gehsteig und damit es einfacher ist zu schieben.

Die Jahresfahrleistung von E-Autos betrage im Schnitt 14.600 Kilometer, während es bei allen Wagen 13.700 seien, bei neueren Verbrennern ab dem Zulassungsjahr 2020 aber durchschnittlich 16.800 Kilometer.
Das sind bei Licht betrachtet lächerlich geringe Entfernungen, die man ~~ganz~~ (edit) oft noch recht mühelos auch ohne Auto zurücklegen kann.
Ich zum Bespiel fahre ca alle vier Wochen im ICE die Strecke München-Berlin, um meine Eltern oder andere Verwandte zu besuchen. Das sind 590 Kilometer, bei 12 Reisen im Jahr schon etwas über 13000 Kilometer. Vielleicht auch mal nur 11000.
Zur Arbeit fahre ich an 250 Tagen im Jahr, meist mit dem Rad, sonst - vor allem bei sehr schlechtem Wetter - mit der S-Bahn. (Ich bevorzuge das Rad, weil es gesünder ist, es ist aber von Tür zu Tür auch ein bisschen schneller.) Einfache Fahrt 14 Kilometer, das sind im Jahr dann noch mal 7000 Kilometer. Halt, ich kann normalerweise 1 Tag pro Woche Home Office machen, also 5600 Kilometer.
Die Freizeitbeschäftigungen und den Urlaub lasse ich mal weg (auch das geht prima mit dem Zug).
Ich bin also ziemlich genauso weit unterwegs wie der durchschnittliche Autofahrer, ohne überhaupt ein Auto zu haben oder zu brauchen. Im Durchschnitt sind aber auch eben die Leute enthalten, die im Aussendienst z.B. Spezialmaschinen verkaufen und jeden Monat zehntausend Kilometer und mehr zurück legen. D. h. schon der Median wird deutlich darunter liegen.
Nun ist natürlich klar, dass der typische Landbewohner, der jede Woche von Oberammergau nach Warschau oder Belgrad pendelt, um Spargel zu stechen, oder die berühmte alleinstehende, alleinerziehende, einbeinige Krankenschwester mit drei Kindern, die in der sächsischen Provinz lebt, längere Entfernungen zurück legen. Härtefälle gibt's, keine Frage. Diesen so gar nicht privilegierten Leuten würde ich nicht das harte Leben noch schwerer machen wollen. Aber, ganz ehrlich - die autozentrierte Infrastruktur existiert nicht als Wohlfühlveranstaltung für Härtefälle (sondern als Wohlfühlveranstaltung für Autofirmen).
Ich weiß natürlich, dass nicht jede/r Lust haben wird, 40 oder 50 Minuten mit dem Rad zur Arbeit zu pendeln. Besonders wenn es ungewohnt ist. Genau auf die Bequemlichkeit zielt die Werbung fürs Auto ja ab. Aber wenn man es mal ganz nüchtern betrachtet und die süße Droge aus Benzingeruch und morgendlichen Stauwarnungen weg lässt: Wer es körperlich und gesundheitlich schafft, am Wochenende mal ganz entspannt zwei Stunden zu wandern, dürfte es auch am Montag schaffen, eine halbe Stunde Rad zu fahren. Und diese zehn Kilometer oder weniger machen erwiesenermaßen die Mehrzahl aller Autofahrten aus.
Völlig absurd wird es, wenn man über die Kosten nachdenkt. Für meine Fahrten mit dem ICE Sprinter nach Berlin gebe ich ca. 100 Euro pro Monat aus. Fürs Deutschlandticket 58 Euro. Mein Tourenrad habe ich als Ausstellungsfahrzeug vor 10 Jahren für 1300 Euro gekauft und hatte jetzt nach 10 Jahren eine grössere Reparatur, bei der für 380 Euro die Shimano Alfine samt Felge ersetzt wurde. Bei dem was Leute fürs Auto ausgeben, kann ich nur den Kopf schütteln.
Denn letztlich: Ein Privatauto, dass man nicht zum Pendeln für wirklich nennenswerte Strecken, oder mehrmals die Woche für grössere Entfernungen benötigt, kann einfach nicht wirtschaftlich sein - dafür sind die Fixkosten zu hoch.
Ich würde mir wünschen, dass Zugpreise für Familien auch so erschwinglich wären wie für Alleinstehende. Die Strecke Wien-Stuttgart und retour (fahren wir öfters wegen Verwandten) kostet mal eben €500 für zwei Erwachsene und zwei Kinder und braucht 11-12h.
Mit dem Auto sind es meist unter 7h und €150 Sprit. Klar kommt da bisserl Abnutzung dazu, aber Wertverfall durch Alter, Steuer und Versicherung zahlt man egal ob man fährt.
Gerade für Familien ist die Bahn leider preislich echt schlecht aufgestellt, und wenn man nicht gerade eine von den perfekten ICE-Direktlinen braucht wird's schwerer.