Rostock

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da !rostock@feddit.de nicht mehr ist 🪦.

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In der Nacht auf vergangenen Donnerstag soll der AfD-Landtagsabgeordnete Michael Meister Opfer eines Anschlags geworden sein. Die AfD verbreitete das Bild eines blutverschmierten T-Shirts. Nun kommt raus: Das hatte Meister zu der Zeit gar nicht an.

Das Bild eines blutverschmierten T-Shirts, das AfD-Spitzenkandidat Enrico Schult (47) in sozialen Medien gepostet hatte, sorgt für Rätselraten – auch bei den Ermittlern der Rostocker Kripo und der Staatsanwaltschaft. Nach dem mutmaßlichen Mordanschlag auf den Landtagsabgeordneten Michael Meister (48) in der vergangenen Woche hatte die AfD das Foto des blutigen T-Shirts verbreitet und die Attacke der Antifa zugeschrieben.

Nun aber kommt raus: Meister hatte das T-Shirt zur Tatzeit überhaupt nicht an. Auch die AfD rückt von ihrer bisherigen Darstellung ab. Die Fraktion im Landtag wehrt sich aber zugleich gegen Vorwürfe, das Bild des T-Shirts sei ein „Fake“.

Ermittlungen wegen versuchten Mordes

Hintergrund: Meister hatte am Mittwochabend gegen 23.45 Uhr den Notruf gewählt, weil zwei Unbekannte versucht haben sollen, ihn vor seinem Zuhause niederzustechen. Sein Notebook im Rucksack auf dem Rücken habe ihn vor Schlimmerem bewahrt. Der Abgeordnete wurde mit einer Verletzung am Arm ins Krankenhaus gebracht.

Die Staatsanwaltschaft stuft die mutmaßliche Attacke als „versuchten Mord“ ein, bestätigte Oberstaatsanwalt Harald Nowack auf OZ-Anfrage.

Bereits am Tag danach liefen umfangreiche Ermittlungsmaßnahmen an: Beamte der Kripo baten Anwohner darum, Bilder ihrer Überwachungskameras auszuhändigen. Zudem wurde – erfolglos – nach einem spitzen Gegenstand gesucht, mit dem Meister angegriffen worden sein soll.

Auch bei der Staatsanwaltschaft löste das Bild des blutverschmierten T-Shirts Verwunderung aus: „Die Kripo hatte den Rucksack, das Notebook und alle Kleidungsstücke, die der Geschädigte an besagtem Abend getragen hat, zur Spurensicherung an sich genommen. Das weiße T-Shirt war nicht dabei“, so Nowack.

Die Ermittler hätten Meister nunmehr darum gebeten, ihnen auch dieses Kleidungsstück auszuhändigen. Das habe er zugesagt. „Der Geschädigte hat auf Nachfrage angegeben, dass er sich mit dem T-Shirt seine Wunde verbunden habe.“

Bereits im Dezember 2021 hatte Meister eine Attacke gegen sich angezeigt. „Die Ermittlungen wurden eingestellt, weil kein Tatverdächtiger ermittelt werden konnte“, so Oberstaatsanwalt Nowack.

AfD: „Das Blut ist echt“

Auch seiner Fraktion verschwieg Meister offenbar, dass er das T-Shirt als Wundverband genutzt hatte. „Diese Information hatten wir nicht, als wir das Bild des T-Shirts verbreitet und den Eindruck erzeugt haben, Michael Meister habe es während der Attacke getragen“, so ein Sprecher der AfD-Fraktion.

Meister habe das T-Shirt aber der Fraktion auf deren Bitte hin vorgelegt: „Wir konnten uns überzeugen, dass es echt ist.“ Denn am Wochenende war in sozialen Medien heftig über die Echtheit des blutigen Shirts diskutiert worden: Mehrere Nutzer wollen das Shirt mit exakt denselben Blutspuren in Billig-Onlineshops entdeckt haben. „Das ist kein Fake. Michael Meister hat sich einen Anwalt genommen und wird gegen die Behauptung, er habe ein gefälschtes Bild verbreitet, vorgehen“, kündigt der Fraktionssprecher an.

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Rostock kämpft kreativ gegen die Sommerhitze: Öffentliche Wiesen werden höher gemäht, mobile Pflanz- und Sitzelemente sollen mehr Schatten bringen, und die Zahl der Trinkwasserbrunnen soll steigen. Das teilten die zuständigen Ämter am Freitag mit.

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Auf städtischen Flächen wird Rasen nicht mehr „raspelkurz“ geschnitten. Die Halme stehen inzwischen acht bis 15 Zentimeter hoch statt vier. Das soll den Boden vor Austrocknung schützen und Insekten Lebensraum bieten.

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In Warnemünde läuft im Stephan-Jantzen-Park ein Pilotprojekt zur sensorgesteuerten Baumbewässerung. Eine Zisterne, gespeist über die Dachentwässerung eines Parkhauses, wird automatisiert angesteuert. Vor allem junge Bäume profitieren: Pro Bewässerungsvorgang können bis zu 100 Liter nötig sein.

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Aktuell bieten vier Trinkwasserbrunnen in Rostock kostenlose Erfrischung: am Teepott in Warnemünde, am Kröpeliner Tor, am Neuen Markt und im Bürgerpark Toitenwinkel. Die gemeinsame Aktion des Amtes für Umwelt- und Klimaschutz, des Warnow-Wasser- und Abwasserverbandes sowie der Nordwasser GmbH findet nach Angaben der Stadt breiten Zuspruch. Weitere Standorte an stark besuchten Plätzen sowie Sport- und Spielflächen sind vorgesehen.

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Macht die Hansestadt bald der Gastronomie Konkurrenz? – Ja, sagt der Hotel- und Gaststättenverband an der Warnow. Was den Dehoga, aber auch CDU und FDP in der Bürgerschaft aufregt: Das Rathaus prüft, in mehreren Stadtteilen sogenannte „Quartierkantinen“ zu eröffnen.

Die „Mittagsmatrosen“, der stadteigene Essenversorger für Schulen, soll die Restaurants betreiben. Offen für jedermann. Auch in der Innenstadt, direkt am Neuen Markt.

In diesen Stadtteilen sollen Kantinen entstehen

Auslöser der Planungen ist eine Idee der Linken in der Bürgerschaft: Die hatte vom Rathaus gefordert, wieder mehr „Leben“ in die großen Wohnstadtteile zu bringen. Groß Klein, Lichtenhagen, die Südstadt und auch Gehlsdorf würden mehr und mehr zu „Schlafvierteln“. Es fehle an Angeboten vor Ort – an Restaurants und Kneipen, aber auch an Geschäften und Freizeitangeboten.

Das Rathaus sieht das offenbar genauso: „Die Verwaltung prüft, inwiefern sich Quartierkantinen realisieren lassen, um gemeinsam mit den ‚Mittagsmatrosen‘ eine wohnortnahe Versorgung sicherzustellen. Denkbar wäre auch, Schul-Caféterien am Nachmittag temporär als Stadtteilcafés zu nutzen und so neue Orte der Begegnung zu schaffen“, schreibt Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (43/ebenfalls Linke) in ihrer Antwort auf den Antrag.

Warum die Stadt „Quartierkantinen“ plant

Auf Nachfrage wird die Stadtverwaltung mehr konkret: „In Rostock gibt es eine erhebliche Anzahl von Menschen, die sich nicht mehr selbst mit warmem Essen versorgen und sich äußerst einseitig ernähren – zum Beispiel mit Tiefkühlpizzen“, sagt Stadtsprecherin Kerstin Kanaa (64). „In vielen Stadtteilen gibt es gar keine kommerziellen Angebote für ein Mittagessen mehr. Mit den ‚Quartierkantinen‘ könnten wir diesen Missstand beseitigen.“

Kanaa betont: Das Angebot werde von der Stadt nicht subventioniert. „Es würden die Gerichte des Schulessens angeboten, vor allem auch zum Mitnehmen.“ In den kommenden Monaten will die Stadt nun – wenn die Bürgerschaft zustimmt – mit Wohnungsgesellschaften über mögliche Standorte sprechen.

CDU: „Planwirtschaftliche Experimente“

Christian Albrecht (37), Fraktionschef der Linken in der Bürgerschaft, ist begeistert: Seine Fraktion wollte eigentlich das Rathaus „nur“ dazu bewegen, mit privaten Unternehmen über neue Angebote zu sprechen. „Wenn die ‚Mittagsmatrosen‘ das nun selbst wollen, ist das mehr als wir uns erhofft hatten. Dass wir uns ernsthaft mit dem Thema ‚Quartierkantinen‘ befassen, ist genau das, was wir wollen für die Menschen in den Stadtteilen.“

Doch der Plan ist bei anderen Fraktionen umstritten: Die CDU beispielsweise spricht bereits von „planwirtschaftlichen Experimenten“: „Wir reden hier nicht mehr über Schulessen, sondern über den Einstieg der Stadt in die flächendeckende Versorgung ganzer Stadtteile. Das ist ein besorgniserregender Rückfall in alte planwirtschaftliche Denkmuster“, sagt CDU-Fraktionschefin Chris Günther.

FDP-Politikerin Julia Pittasch schlägt in eine ähnliche Kerbe: „Wir wollen keinen ‚VEB Gastronomie‘ in Rostock“, sagt sie. „Wer mit Steuergeld eine Großküche aufbaut und anschließend privaten Anbietern Konkurrenz macht, verzerrt den Wettbewerb.“

Eine Kantine auch im Rathaus?

Rostocks Dehoga-Chef Andreas Szabó, Betreiber des Café Käthe und FDP-Mitglied der Bürgerschaft, regt ein anderer Punkt viel mehr auf: Die Stadtverwaltung räumt auf OZ-Anfrage nämlich ein, dass auch in der Innenstadt – im Rathaus – eine neue Kantine entstehen könnte. Sobald der Rathausanbau fertig ist, könnten im „Altbau“ Räume dafür frei werden. Stadtsprecherin Kanaa: „Hierfür werden die entsprechenden Nutzungskonzepte erst noch erstellt.“

Szabó sagt dazu: „Gerade im Rostocker Rathaus erschließt sich mir der Bedarf nicht. Im Gebäude selbst und nur wenige Meter vor der Tür gibt es bereits gastronomische Angebote. Die Stadt sollte private Angebote stärken, statt neue Konkurrenz mit Steuergeld zu schaffen.“

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Die Hansestadt Rostock liegt einer Studie zufolge bei der allgemeinen Lebenszufriedenheit seiner Einwohner auf dem letzten Platz von 40 deutschen Großstädten. Mit deutlichem Abstand bilde Rostock erneut das Schlusslicht, heißt es in der Sonderstudie Städteranking 2026 zum «Glücksatlas» der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL). Die Hansestadt erreiche beim «Glücksindex» nur 5,80 Punkte. Die «glücklichste Großstadt» liege ebenfalls im Osten und sei Erfurt (7,74 Punkte).

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Die Hansestadt galt als Vorreiter im Tourismusland MV: Mit der Kurkarte konnten Urlauber bisher auch alle Busse und Bahnen im Verkehrsverbund Warnow kostenfrei nutzen. Damit soll jetzt wieder Schluss sein. Gastgeber begrüßen das aus und auch die Kurabgabe wird sich verändern.

Mit diesem Angebot wollten Rostock und Warnemünde Touristen einen echten „Mehrwert“ bieten und gleichzeitig einen Beitrag leisten zur Verkehrs- und Klimawende. Doch nach nur etwas mehr als drei Jahren will die Hansestadt den kostenlosen Nahverkehr für Urlauber wieder einstampfen. Heißt: Gäste sollen wieder für Fahrten mit Bussen, S- und Straßenbahnen bezahlen, die Kurkarte soll nicht mehr als Fahrschein gelten.

Die Tourismuszentrale der Stadt begründet das Aus mit gestiegenen Kosten: Der Verkehrsverbund Warnow, in dem sich unter anderem die stadteigene Straßenbahn AG (RSAG), die Deutsche Bahn und auch der landkreiseigene Busbetrieb Rebus zusammengeschlossen haben, fordere deutlich mehr Geld. Das würde auch die Kurabgabe teurer machen. Nun soll sie hingegen sogar sinken – von bisher 3,70 Euro pro Gast und Tag auf 3,30 Euro.

Kurtaxe soll sinken statt steigen

Als Rostock 2023 den kostenlosen Nahverkehr für alle (Kurtaxe zahlenden) Gäste einführte, wollte die Stadt Vorreiter sein in einer „Modellregion“: Auch andere Urlaubsorte im Gebiet des Verkehrsverbundes sollten ihrem Beispiel folgen und den Nahverkehr für Gäste kostenlos machen. Bad Doberan, zum Beispiel, oder auch Graal-Müritz und Kühlungsborn. Doch Nachahmer gab es keine.

Und genau das macht das Angebot auf Dauer teuer: Schon jetzt ist die Kurtaxe in Rostock und Warnemünde deutlich höher als in benachbarten Urlaubsorten. 3,70 Euro verlangt die Hansestadt, Kühlungsborn zum Beispiel drei Euro und Graal-Müritz sogar „nur“ 2,80 Euro. Hält Rostock am kostenlosen Nahverkehr für Urlauber fest, würde die Kurtaxe noch weiter steigen müssen. Zwischenzeitlich waren mal 4,60 Euro im Gespräch.

Konkrete Zahlen nennt die Tourismuszentrale nicht, aber: Der Verkehrsverbund habe mitgeteilt, dass man künftig bis zu 2,86 Euro pro Gast und Übernachtung bräuchte. Zu viel, meinen Tourismuszentrale und Stadtverwaltung. Denn ohne das Angebot kann die Kurtaxe sogar sinken. Um immerhin 40 Cent pro Gast und Tag.

Oberbürgermeisterin will neues Modell prüfen

Rostock will sich deshalb eine „Auszeit“ von dem Angebot gönnen, sich zwei Jahre Zeit nehmen für ein neues Modell und Gespräche mit den Nachbar-Urlaubsorten. Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (43, Linke) spricht von einer „schwierigen Entscheidung“, die die Bürgerschaft zu treffen habe: „Aber wenn in Rostock die Kurabgabe so teuer ist, schadet das unserer Tourismuswirtschaft. Die Einbindung von Bus und Bahn war eine bequeme Sache für die Gäste: Kurabgabe bezahlen, einsteigen und einfach losfahren!“

Allerdings sei es für die Hansestadt nicht gut, „wenn man mit der Kurkarte aus Rostock auch gemütlich nach Kühlungsborn oder Graal-Müritz fahren kann, während die dortigen Gäste jedes Mal extra bezahlen müssen, sobald sie sich auf den Weg machen zu uns.“

Touristiker begrüßen das Aus

Die Tourismusbranche begrüßt das Aus für den kostenlosen Nahverkehr ausdrücklich: „Der ÖPNV hat die Kurtaxe sehr teuer gemacht. Viele Gäste haben außerdem bereits das Deutschlandticket und fahren deshalb eh kostenfrei auch bei uns“, sagt zum Beispiel Ines Lenz, Vorstandsmitglied im Tourismusverein Rostock & Warnemünde. „Der Nutzen hielt sich also in Grenzen.“

Das sieht Lars Schwarz, Landeschef des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, ganz genau so: „Das war alles so erwartbar – und von Anfang an eine Mogelpackung! Den angeblichen Mehrwert für die Gäste gab es ja nie“, schimpft er. Stattdessen habe Rostock einen Teil der Verluste des Nahverkehrs auf Kurtaxkosten ausgeglichen.

Bürgerschaft: „Auch Rostocker profitieren“

Die Stadtpolitik hingegen will an dem Angebot festhalten, der Bürgerschaft steht eine heiße Debatte bevor. Felix Winter, Fraktionschef der Grünen, sagt beispielsweise: „Wir wollen, dass die Gästekarte auch Fahrschein bleibt. Viele Touristen nutzen den ÖPNV. Und das ist angesichts des vielen Verkehrs in Rostock ein Gewinn für alle.“

Rostock konnte durch das Angebot den Nahverkehr in Warnemünde ausbauen: „Davon profitieren auch die Rostocker!“ SPD-Bürgerschaftschef Thoralf Sens sieht das ganz genau so: „Dies wird zu einer Verschlechterung des Nahverkehrs insbesondere in Warnemünde führen, oder die Stadt muss den Zuschuss an die RSAG erhöhen. Angesichts des Ziels, den ÖPNV in Rostock zu stärken, ist die Aussetzung kontraproduktiv und nicht nachvollziehbar.“

Die CDU bringt gleich ein neues Modell ins Gespräch: „Grundsätzlich ist zu begrüßen, dass auf die Einwände der Touristiker Rücksicht genommen worden ist“, sagt Fraktionschefin Chris Günther. Aber: „Die komplette Streichung ist auch keine Lösung mit Augenmaß.“ Sie schlägt vor: Von Gästen, die den Nahverkehr nutzen wollen, sollte „ein kleiner Aufpreis“ verlangt werden.

Auch FDP-Vize Andy Szabó ist unglücklich mit dem, was die Tourismuszentrale vorschlägt: Ihm ist die Kurabgabe auch ohne ÖPNV-Anteil noch zu hoch. „Besonders widersprüchlich ist, dass der ÖPNV nun aus der Kurabgabe herausgenommen wird, die Kosten aber fast gleich bleiben. Das ist nicht vermittelbar.“

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In zwei Jahren soll das neue Volkstheater in Rostock fertig sein und die alte Spielstätte in der KTV verkauft werden. Die Millionen sind fest eingeplant. Doch nun gibt es ein Problem: Das Land hat einen Teil des Gebäudes unter Denkmalschutz gestellt. Welche Folgen das hat.

Der Plan steht seit Jahren und ist denkbar einfach: Wenn Ende 2029 das neue Volkstheater am Bussebart eröffnet ist, will Rostock einen Teil der Baukosten von etwa 208 Millionen Euro unverzüglich wieder „reinholen“ – durch den Verkauf des alten Theaters, der alten Spielstätte in der KTV.

Fünf bis zehn Millionen Euro sollen die rund 10.000 Quadratmeter einbringen. Doch daraus dürfte (vorerst) nichts mehr werden, weil das Land Rostock einen Strich durch die Rechnung macht: Teile des alten Theaters müssen erhalten werden, sie stehen jetzt unter Denkmalschutz. Rostock will das nicht hinnehmen, weil es richtig teuer werden könnte.

Abriss (vorerst) vom Tisch

Denn statt sich über einen Abriss oder Verkauf des alten Theaters Gedanken machen zu können, steht die Hansestadt nun vor der Frage, wo sie Millionen für eine Sanierung des alten Theaters herbekommen soll oder wie sie den Denkmalschutzstatus noch verhindern kann. Denn eigentlich sollen auf dem Gelände perspektivisch eine Quartiersgarage, eine Begegnungsstätte und vor allem Wohnungen entstehen.

„Plattmachen“ ist aber nicht mehr: „Der Denkmalwert des Volkstheaters wurde durch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege (LAKD) als oberste Fachbehörde im Oktober 2025 erkannt, wodurch kraft Gesetzes der Denkmalschutzstatus eingetreten ist“, sagt Christoph Wohlleben, Sprecher des zuständigen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur in Schwerin.

Nur DDR-Bauten sind Denkmal

Die Entscheidung aus Schwerin betrifft aber nicht das gesamte Gebäudeensemble. „Der Denkmalwert wurde ausschließlich für die Bauten und die Freiflächengestaltung der 1970er-Jahre erkannt, die aufgrund der qualitätvollen und geschlossenen Gestaltung ein herausragendes Zeugnis DDR-zeitlicher Architektur sind“, erklärt Wohlleben. Geschützt sind demnach der Theatervorplatz zwischen Doberaner Straße und Windmühlenstraße, das Foyer und der Gebäudeteil rund um die Probebühne.

„Die zwischen 1975 und 1978 entstandene Erweiterung des Volkstheaters Rostock steht für eine frühe Rückbesinnung auf die historische Stadt und für eine qualitätvolle Weiterentwicklung des Bestands“, so das Ministerium.

In der Begründung heißt es auch, dass das Volkstheater unter der Leitung des langjährigen Intendanten Hanns Anselm Perten eine der profiliertesten Bühnen der DDR gewesen sei. „Die repräsentative Erweiterung war Ausdruck dieser besonderen Wertschätzung.“ Die Gebäude am Patriotischen Weg dürften hingegen abgerissen werden.

Rostock kann Sanierung nicht bezahlen

Für Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (43, Linke) kam die Entscheidung aus Schwerin überraschend: „Denn wir sehen das anders“, sagt sie der OZ. Auch die stadteigene, untere Denkmalschutzbehörde hatte den Denkmalwert geprüft, um zu klären, ob wirklich für mehrere Hundert Millionen Euro ein Neubau her müsse oder ob das alte Theater saniert und erweitert werden könne.

Eines der Argumente: Ein Erhalt der alten Spielstätte ist für Rostock nicht „zumutbar“, nicht zu bezahlen. Unter anderem sei der DDR-Gebäudeteil zu klein, der Brandschutz nicht mehr gewährleistet, das Haus hochgradig mit „bestimmten Baustoffen“ belastet. Von Asbest ist die Rede. Und davon, dass die Umkleiden der Probebühne bereits gesperrt sind – wegen Schimmel.

Gigantische Bauruine in der KTV?

Der Fall erinnert an ein zweites Beispiel in der Hansestadt – an die Societät Maritim. Der alte Museumsbau ist ebenfalls marode, eine Sanierung würde um die 30 Millionen Euro kosten. Die Stadt hofft, mit dem Land eine Einigung finden zu können, und bietet die Societät als Standort für das archäologische Landesmuseum an.

Bis Ende Juni darf Rostock zur Entscheidung des Landes Stellung nehmen, die Stadt arbeitet an einer Ablehnung. „Wir können uns eine Sanierung des alten Volkstheaters nicht leisten. Und auch ein privater Investor wird es nicht tun.“ Ihre Sorge: „Bleibt es bei der Entscheidung, droht uns mitten in der KTV eine gigantische Bauruine.“

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Der Rostocker „Bunker“ ist in Not. Wegen Corona-Rückzahlungen in Höhe von 30.000 Euro rief der Club zur Spendenaktion auf und veranstaltete am Wochenende (22. und 23. Mai) zwei „Rettet den Bunker“-Partys.

Das Ende eines Rostocker Kultclubs? Soweit wollen die Fans des „Bunker“ es nicht kommen lassen. 30.000 Euro Corona-Hilfen muss das beliebte Kulturzentrum in der ehemaligen Neptunwerft zurückzahlen. Geschäftsführer Marc Jenderny und sein Team riefen deshalb zur Spendenaktion auf und luden zu „Rettet den Bunker“-Partys ein. An zwei Abenden feierten hunderte Besucher, um ihren Lieblingsclub zu retten.

Kneipenquiz, Live-Bands und DJs: „Die Stimmung kocht immer gut über“

Bereits um 20 Uhr konnten Besucher am Freitag den Club betreten und auf drei Stockwerken das abwechslungsreiche Programm genießen. Start machte das traditionelle Kneipenquiz, in dem die Teilnehmer zwei Stunden lang um den ersten Platz rätselten.

Eine Etage darüber gab es Drum and Bass und Techno von insgesamt neun DJs zu hören. Bei Shelter und Lappalie konnten Fans von Rock und Folk Punk auf dem Main Floor mitsingen bevor ab 23 Uhr 80er Hits zu hören waren.

Ähnlich volles Programm am Samstag. Den Start um 20 Uhr machte ein dreistündiger Tanzkurs im Erdgeschoss. Zeitgleich gab es mit den Bands Antispielismus, Hängolin und Klatsche Punk, Ska und Metal zu hören. Die zahlreichen DJs sorgten für Abwechslung: Techno, Trance, Pop, Punk, Indie, Metal und 80er - für jeden Musikgeschmack war auf den drei Tanzflächen etwas dabei.

André „BlacKSharK“ Hinrichs war dabei und heizte die Stimmung am Freitag an. Seit über zehn Jahren legt der Drum and Bass-DJ im Bunker auf. „Die Stimmung kocht immer gut über“, erzählt der 43-Jährige, der auch privat gerne dort feiert. Dass es zu der Notlage kam, macht ihn traurig. „Aber es hilft nichts“, sagt er. „Ärmel hochkrempeln und gucken, was man macht. Wer will, findet einen Weg.“

Gäste kamen, um Club zu unterstützen: „Es wäre schön, wenn das erhalten bleibt“

Martin Schmidt kam zu beiden Partys. „Es wäre richtig schade, wenn das eingehen würde“, sagt er. „Es gibt hier viele verschiedene Sachen und das ist ein Kulturangebot, das man nicht in jeder Stadt findet.“ Das habe der gebürtige Thüringer schnell schätzen gelernt, als er vor drei Jahren nach Rostock kam. „Es wäre schön, wenn das erhalten bleibt. Deshalb unterstützen wir das.“

„Für die Kulturlandschaft ist es generell schade, wenn etwas zu macht“, findet auch Maria Kobel, die an diesem Wochenende vor allem wegen der Bands dabei war. „Und selbstverständlich, um den Bunker zu unterstützen.“

Bunker-Team bleibt optimistisch

„Der Bunker ist ein wichtiger Kulturpunkt“, sagt auch Marcel Drevient, der an diesem Wochenende auflegte. Bei einer Schließung würde eine der wichtigsten Anlaufstellen für elektronische Musik in Rostock verloren gehen, findet der DJ. „Aber im Moment habe ich noch das Gefühl, dass die Stimmung hoffnungsvoll ist.“

Mike Treichel arbeitet seit sieben Jahren am Einlass des Bunkers. „Der Club ist etwas besonderes, weil wir so eine breite Möglichkeit haben, den Menschen unterschiedliche Musik zu bieten.“ Die Arbeit im Club gefällt ihm. „Sonst würde ich das nicht schon so lange machen“, so der 46-Jährige. Trotz angespannter Lage bleiben er und seine Kollegen optimistisch. „Ich kenne niemanden hier, der aufgegeben hat.“

Steffi Biederstädt organisiert Live-Konzerte im Bunker und moderierte früher das Kneipenquiz. Schon 2009 verteilte sie in ihrem Studentenjob Flyer für den Club, für die „Rettet den Bunker“-Partys legte sie sich ins Zeug, um die Events auf die Beine zu stellen. „Ich glaube noch an eine Lösung“, sagt sie. „Es ist angespannt, aber ich will mir nicht vorstellen, dass man den Club wegen so etwas zu Grunde gehen lässt.“

Club muss bis Juni Geld zurückzahlen

Der Bunker erhielt während der Corona-Krise Überbrückungshilfen vom Landesförderinstitut MV (LFI). Gleichzeitig griff das Lokal auf eine zweckgebundene Förderung der Initiative Musik unter dem Label „Neustart Kultur“ zurück, um DJs, Musiker und Künstler zu bezahlen.

Das LFI bewertete diese Gelder nun als Einnahmen des „Bunkers“ – „obwohl diese zu 100 Prozent weitergereicht wurden“, so Geschäftsführer Marc Jenderny. Bis zum 10. Juni muss der „Bunker“ die Corona-Hilfen an das Land zurückzahlen. Sollte der Club das Geld nicht auftreiben können, müsse ein Insolvenzantrag gestellt werden.

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Bis zum 10. Juni muss der Rostocker Club „Bunker“ 30.000 Euro an Corona-Hilfen zurückzahlen – sonst ist Schluss. So will Betreiber Mark Jenderny die Partylocation jetzt noch retten.

Mark Jenderny wirkt betrübt. Der Clubbetreiber des „Bunkers“ in Rostock schließt die Tür zur Tanzfläche hinter sich ab. Der Flur wirkt wie eine Dunkelkammer. Nur ein paar gedimmte Lampen beleuchten den Weg zum Ausgang. Schon bald könnte das Licht jedoch komplett ausgehen – denn dem „Bunker“ droht das Aus.

Bis zum 10. Juni muss Jenderny mit dem „Kulturkombinat Bunker“ rund 30.000 Euro an Corona-Hilfen an das Land zurückzahlen. Sollte der Club das Geld nicht auftreiben können, sind die Verantwortlichen gezwungen, einen Insolvenzantrag zu stellen. „Die Not war noch nie so groß“, erklärt Jenderny den Ernst der Lage.

Rostocker „Bunker“ hatte noch nie Schulden

Seit 2007 betreibt der Unternehmer das Kunst- und Kulturzentrum auf dem Gelände der ehemaligen Neptun Werft. Der „Bunker“ gehört seitdem für viele Partygäste zu den beliebtesten Adressen in der Hansestadt. Bis zu 200 Leute feiern hier regelmäßig zu Techno, Rock, Indie und 80er-Jahre-Hits. „Wir haben den Hochbunker als Ruine übernommen und nach und nach immer weiter mit eigenen Mitteln ausgebaut – ohne staatliche Förderungen, Kredite und Schulden“, so der Geschäftsführer.

Während der Corona-Krise musste der Club, wie andere Einrichtungen auch, schließen oder durfte nur Gäste in begrenzter Anzahl begrüßen. Um Festkosten wie Miete und Strom trotz ausbleibender Veranstaltungen zu bezahlen, hat der „Bunker“ in diesem Zeitraum Überbrückungshilfen vom Landesförderinstitut MV (LFI) erhalten.

Gleichzeitig griff das Lokal auf eine Förderung der Initiative Musik unter dem Label „Neustart Kultur“ zurück. Der „Bunker“ bekam dabei zweckgebundene Gelder, um DJs, Musiker und Künstler, die im Club aufgetreten sind, zu bezahlen. „Wir durften nur die Hälfte der Gäste reinlassen, deswegen konnten wir aber nicht nur die Hälfte an Gage zahlen“, so Jenderny.

Zum Unverständnis des Betreibers hat das LFI diese Gelder nun als Einnahmen des „Bunkers“ bewertet – „obwohl diese zu 100 Prozent weitergereicht wurden“. Diese Entscheidung war für den 53-Jährigen „wie ein Schlag vor den Kopf“.

Für Witzan Schmidt, Ansprechpartner für Clubs und Diskotheken im Präsidium des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands MV (Dehoga), wäre das Aus des „Bunkers“ ein Rückschlag für die Partyszene. „Es gibt immer weniger Clubs. Die Entwicklung ist dramatisch“, meint er.

Der Experte, der in Rostock den beliebten LT-Club betreibt, habe persönlich schon lange mit den Corona-Rückzahlungen abgeschlossen. Er verweist darauf, dass Kultureinrichtungen Rückzahlbestimmungen im Zuge der Überbrückungshilfen oft „im Kleingedruckten“ überlesen hätten.

„Was den ‚Bunker‘ betrifft, habe ich jedoch keinen Einblick“, so Schmidt. Er wisse aber, dass die Bundesländer unterschiedlich mit den Rückzahlungen umgehen. „MV hat da eine rigorose Einstellung.“

Solidaritätspartys am Wochenende in Rostock

Das merkt jetzt Mark Jenderny. Der „Bunker“-Chef sei bereits im März darum bemüht gewesen, in Kontakt mit dem LFI zu treten, um Möglichkeiten einer Stundung beziehungsweise Ratenzahlung zu besprechen – ohne Antwort. „Die Leute machen sicherlich einen guten Job, wirken aber völlig überfordert. Die Kommunikation ist sehr kompliziert“, ärgert sich der Betreiber.

Viel Zeit bleibt nicht mehr: Um die Disco am Leben zu halten, hat das Kulturkombinat die Aktion „Rettet den Bunker“ ausgerufen. Am Freitag (22. Mai) und Sonnabend (23. Mai) finden zwei große Solidaritätspartys statt. Besucher können sich auf zahlreiche DJs und Livemusik-Acts freuen. Außerdem stehen Highlights, wie Karaoke, ein Pubquiz und ein Glücksrad sowie eine Fotobox, auf dem Programm.

„Es ist eine komische Situation“, meint Jenderny. „Wir sind alle ängstlich wegen der aktuellen Situation und gleichzeitig überwältigt von der großen Resonanz.“ Die Künstler werden an den beiden Abenden ohne Gage auftreten. Zudem wurde online eine Spendenaktion initiiert, bei der bereits mehr als 8500 Euro zusammengekommen sind.

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Nutzer des ÖPNV in Rostock müssen sich erneut auf Einschränkungen im Straßenbahnverkehr einstellen. Wie die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) mitteilt, kommt es aufgrund von Gleisarbeiten und Fahrbahnsanierungen im Bereich der Steinstraße im Zeitraum vom 1. bis zum 13. Juni zu Ausfällen und Umleitungen der Straßenbahnen.

So fahren den Angaben zufolge in dem genannten Zeitraum keine Straßenbahnen zwischen den Haltestellen Steintor und Schröderplatz – die Stopps am Neuen Markt, in der Langen Straße und am Kröpeliner Tor entfallen. Alle Linien, so die RSAG, werden umgeleitet.

So bleibt der Neue Markt erreichbar

Die Maßnahme ist, so RSAG-Sprecherin Beate Langner, aufwendig – wie immer, wenn ein Stück des Straßenbahnnetzes wegfalle. Der Neue Markt soll dennoch weiterhin mit dem ÖPNV erreichbar sein. „Die Buslinie 25 wird vom Doberaner Platz bis zur Ersatzhaltestelle Neuer Markt verlängert“, so Langner. Diese befinde sich auf Höhe der Marienkirche. „Dort kann der Bus wenden.“

Die Linie 25 hält nach Angaben der RSAG auch am Kröpeliner Tor (vor dem ScanHotels City) und in der Langen Straße (Höhe Galeria Kaufhof). In die andere Richtung fährt die Linie 25 über den Doberaner Platz zur Thomas-Morus-Straße – die Haltestellen am Schröder- und Deutsche-Med-Platz entfallen.

Diese Umleitungen gibt es für Straßenbahnen

Die Lange Straße ist während der Bauarbeiten für die Straßenbahnen nicht befahrbar, sodass sich Änderungen in der Linienführung aller Bahnen ergeben. So wird die Linie 1 von der Hafenallee bis zur Mecklenburger Allee über den Schröderplatz und den Hauptbahnhof umgeleitet. Die Linie 2 fährt vom Kurt-Schumacher-Ring unter anderem über den Hauptbahnhof zum Südblick. Die Linie 3 verkehrt zwischen dem Neuen Friedhof und dem Südblick.

Die Linie 4 wird vom Südblick aus über den Hauptbahnhof zum Kurt-Schumacher-Ring umgeleitet. Die Linie 5 verkehrt zwischen Mecklenburger Allee und Dierkower Allee und die Linie 6 wird zwischen Campus Südstadt und Neuer Friedhof über den Schröderplatz umgeleitet.

Änderungen auch für Zoobesucher

Betroffen von den Änderungen ist auch der Rostocker Zoo. So wird es vom 1. bis 13. Juni keine direkte Verbindung vom Rostocker Hauptbahnhof zum Tierpark geben.

Die RSAG empfiehlt Besuchern, vom Hauptbahnhof mit den Linien 1 oder 5 zum Goetheplatz zu fahren und dort in die Bahnen 3 oder 6 in Richtung Neuer Friedhof umzusteigen.

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Die Bundesregierung will mehr Bürgergeldempfänger zum Arbeiten bewegen – und will bei Arbeitsverweigerung schneller Totalsanktionen verhängen. Rostock aber macht da nicht mit. Das sei auch eine Frage der „Haltung“, sagt der Sozialsenator. CDU, SPD und FDP sind entsetzt.

Die Jobcenter in ganz Deutschland sollen früher und häufiger als bisher Totalsanktionen verhängen, Bürgergeldempfängern die Leistungen auf einen Euro kürzen – wenn sie eine Arbeit verweigern. So haben es Bundestag und Bundesrat entschieden.

Rechtlich wäre das schon jetzt möglich, doch die beiden größten Städte in MV verzichten bislang auf diese ultimative Strafmaßnahme. Und trotz der Verschärfungen aus Berlin könnte das Rostock auch so bleiben: „Weil wir eine Haltung haben, gibt es keine Totalsanktionen in dieser Stadt“, sagte der zuständige Sozialsenator Steffen Bockhahn (47/parteilos) unlängst vor der Bürgerschaft – und löste damit Empörung aus bei SPD, CDU und FDP.

So oft wurde Bürgergeld in Rostock und Schwerin gekürzt

Ab dem 1. Juli wird es kein Bürgergeld mehr geben, sondern die neue Grundsicherung. Doch weil Arbeitskräfte fehlen und die Bundesregierung bei Sozialkosten sparen will, ändert sich nicht allein der Name. Bisher können die Totalsanktionen verhängt werden, wenn Bürgergeldempfänger eine „zumutbare Arbeit“ nicht aufnehmen.

„Die Arbeitsaufnahme muss tatsächlich und unmittelbar möglich sein und willentlich verweigert werden“, erklärt Ronald Wenk, Sprecher des Jobcenters in Schwerin. Der Nachweis sei aber enorm schwer.

Bisher haben Schwerin und Rostock „lediglich“ gekürzt: In der Landeshauptstadt wurden 2025 insgesamt 1025-mal Leistungen für Bürgergeld-Empfänger gekürzt, in Rostock sogar 2199-mal. Meist, weil die Betroffenen sich nicht beim Jobcenter gemeldet oder Termine verpasst hatten. Lediglich in 35 Fällen in Schwerin und 52 Fällen in Rostock wurden Sanktionen verhängt, weil eine angebotene zumutbare Arbeit nicht aufgenommen wurde.

Künftig sollen Totalsanktionen aber leichter möglich sein – zum Beispiel auch dann, wenn ein Empfänger wiederholt Termine beim Jobcenter verpasst.

Rostock will keine Totalsanktionen

Die Verschärfungen aus Berlin – sie sind seit Wochen auch in der Kommunalpolitik ein Thema: Die Linke wollte Bockhahn und das Hanse-Jobcenter per Bürgerschaftsbeschluss zwingen, Totalsanktionen auszuschließen. Der Senator verkündete, er müsste einem solchen Beschluss widersprechen.

Aber Bockhahn sagte vor der Bürgerschaft auch: „Wir haben 2025 gar keine Totalsanktionen verhängt. Das hätte man mit Sicherheit anders entscheiden können. Aber weil wir es nicht wollten, weil wir eine Haltung haben, gibt es keine Totalsanktionen in dieser Stadt.“

Und genau diese Aussage ruft nun Kritik hervor: „Sollte er es tatsächlich so gemeint haben, stellt er sich über die Regelungen des Bundes. Und das ist schlicht inakzeptabel“, sagt CDU-Fraktionschefin Chris Günther.

SPD-Fraktionschef Thoralf Sens sagt, Totalsanktionen sollten „möglichst“ vermieden werden. Aber: „Auch der Sozialsenator hat Bundesrecht einzuhalten. Seine persönliche Meinung ist unerheblich.“

Bockhahn: „Wir nutzen unser Ermessen“

Der OZ gegenüber stellt Bockhahn jetzt klar: „Die Vorgaben im SGB II wollen, dass Ermessen ausgeübt wird. Sind Sanktionen erforderlich, werden diese verhängt. Dabei sind die Mitarbeitenden angehalten, sachgerecht, angemessen und nicht willkürlich zu handeln. Würden Totalsanktionen alternativlos sein, würden sie verhängt.“ Aber richtig so: „Das Hanse-Jobcenter hat 2025 keine Totalsanktionen verhängt, auch weil es eine entsprechende Haltung gibt.“

FDP-Chefin Julia Pittasch kontert: „Es ist nicht Aufgabe der Stadtverwaltung, Bundesrecht nach den persönlichen oder politischen Ansichten auszulegen und Sanktionen deshalb möglichst zu vermeiden. Das Bürgergeld basiert auf dem Prinzip Fördern und Fordern und nicht auf der politischen ‚Haltung‘ einzelner Senatoren.“

Dass Bockhahn und das Hanse-Jobcenter so großen Wert auf Haltung gegenüber Hilfeempfängern legten, sei unfair gegenüber „denjenigen, die jeden Tag arbeiten gehen und dieses System finanzieren“: „Wenn jemand dauerhaft jede Mitwirkung verweigert und trotzdem praktisch keine spürbaren Konsequenzen zu befürchten hat, beschädigt das die Akzeptanz unseres Sozialstaates.“

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Von akuter Lebensgefahr bis Trunkenheit am Steuer: Für die Einsatzkräfte der Polizei, der Wasserschutzpolizei, der Luftrettung und der Bundespolizei in Rostock geht es bei jedem Einsatz um Sekunden.

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Rostocks Mieten sind um 8,27 Prozent innerhalb von zwei Jahren gestiegen. Das geht aus dem neuen Mietspiegel der Hansestadt hervor, der seit Mai gültig ist. Damit zahlen Mieter im Schnitt 7,72 Euro Nettokaltmiete. 2024 waren es noch 7,13 Euro.

Das sei ein starker Anstieg für Rostocks angespannten Wohnungsmarkt, schätzt Kai-Uwe Glause, Geschäftsführer des Mietervereins Rostock vom Deutschen Mieterbund, ein. „Das hätten wir so nicht erwartet. Es ist eine Belastung für die Menschen der Stadt“, sagt Glause.

Wasserlage Warnow und Warnemünde am teuersten

Zu den teuersten Lagen in Rostock gehören die Neubauquartiere beim Werftdreieck und in Warnemünde. Wassernähe und Neubau bedeuten auch Premiumpreise. Ab Baujahr 2021 rechnet der Mietspiegel mit einem Zuschlag von 4,14 Euro.

Und: Je kleiner, desto kostenintensiver. Während Gesamtmieten für große Wohnungen in vielen Fällen höher sind, ist der Quadratmeterpreis deutlich günstiger als bei kleinen Wohnungen. So beträgt die Basismiete für eine 20 Quadratmeter große Wohnung 8,32 Euro je Quadratmeter. Am anderen Ende des Spektrums: Für 150 Quadratmeter zahlt man 6,64 Euro pro Quadratmeter.

Dierkow und Toitenwinkel am günstigsten

Die günstigsten Adressen in Rostock liegen in Dierkow und Toitenwinkel. Besonders preiswert sind Wohnungen, die im Zeitraum zwischen 1960 und 1990 errichtet wurden.

Gründe für die teuren Mieten können vielfältig sein. Neben der grundsätzlichen Ausgangssituation von hoher Nachfrage und wenig Angebot – der Leerstand in Rostock wird auf unter ein Prozent geschätzt – vermutet Glause, dass Hauseigentümer den Mietspiegel 2024 als Maßstab für Mieterhöhungen genutzt haben könnten. Daten basieren auf rund 1500 Mieten

Eine weitere Erklärung: Die Daten des Mietspiegels basieren auf Stichproben von rund 1500 befragten Rostockern. Dabei können statistische Abweichungen entstehen, erklärt der Mieterverein.

Rostocker können den Mietspiegel bei anstehenden Mieterhöhungen als Vergleichswert nutzen. Zur Berechnung werden eine Basisnettokaltmiete sowie Zu- und Abschläge herangezogen, die Kriterien wie Baujahr, Wohnlage und energetische Sanierungen berücksichtigen. Daraus ergibt sich eine ortsübliche Vergleichsmiete.

Mietspiegel helfen gegen Mietwucher

Vermieter dürfen laut rechtlichen Vorschriften nur alle 15 Monate und nicht mehr als 15 Prozent innerhalb von drei Jahren erhöhen. Dabei darf die ortsübliche Vergleichsmiete nicht überschritten werden. Aufgrund der Mietpreisbremse darf der Preisunterschied 10 Prozent nicht überschreiten.

Im vergangenen Jahr hatte die Landesregierung MV die Mietpreisbremse in Rostock und Greifswald verlängert. Sie ist noch bis zum 30. September 2028 in Kraft.

„Gerade in Zeiten eines angespannten Wohnungsmarktes ist es wichtig, eine fundierte und nachvollziehbare Grundlage für das örtliche Mietniveau zu haben“, sagt Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke). Er soll zur sachlichen Einordnung der Mietpreisentwicklung dienen.

Erstellt wird der Mietspiegel von der Rostocker Stadtverwaltung mit Unterstützung des Hamburger Unternehmens ALP Institut für Wohnen und Stadtentwicklung GmbH, des Mietervereins und anderer lokaler Organisationen. Der Mietspiegel 2026 ist eine Fortschreibung der ersten umfassenden Datenerhebung von vor zwei Jahren.

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Wo früher Rotorblätter für die Energiewende gefertigt wurden, sollen bald Panzersegmente für die „Zeitenwende“ entstehen. Die Beteiligten geben sich zugeknöpft. Rostock hat aber offenbar Bedingungen gestellt, darf nun aber auf Millionen an Steuern und 150 neue Jobs hoffen.

Baut Liebherr in Rostock bald nicht nur die weltweit größten Hafenkrane, sondern auch Teile für Panzer? Nach OZ-Informationen verhandelt das Unternehmen über einen Kauf des ehemaligen Rotorblattwerkes von Nordex im Rostocker Nordosten. Dort sollen dann die „Wannen“ für Schützenpanzer gefertigt werden.

Die Beteiligten geben sich auf Nachfrage zugeknöpft. Aus mehreren Quellen heißt es jedoch, der Deal stehe kurz vor Abschluss. Und er könne Rostock nicht nur eine dreistellige Zahl neuer Jobs, sondern auch hunderttausende Euro pro Jahr für die Stadtkasse bescheren: Denn Liebherrs neue Verteidigungssparte soll ihren Firmensitz an der Warnow haben. Eine Sprecherin von Liebherr sagt bislang lediglich, man suche einen Standort für die neue Verteidigungssparte in MV.

Werkshallen stehen seit fast vier Jahren leer

Der Windradbauer Nordex hatte vor ziemlich genau vier Jahren die Produktion von Rotorblättern an der Hinrichsdorfer Straße eingestellt, 600 Mitarbeiter mussten gehen. Jetzt bestätigt Rostocks größtes börsennotiertes Unternehmen lediglich, dass man sich in Verkaufsverhandlungen für die riesigen Hallen mit jeweils mehreren tausend Quadratmetern befinde – nennt aber keine Namen.

Zuletzt waren in den Hallen von einem österreichischen Unternehmen Module für die Inneneinrichtung der neuen Zollhochschule in Rostock-Lichtenhagen gefertigt worden.

Auch Liebherr selbst nennt keine Details, bestätigt nicht mal den Standort Rostock. Richtig sei aber, dass das Familienunternehmen „zur Bündelung der Kompetenzen für die Sicherheits- und Verteidigungsbranche die Liebherr Defense Germany GmbH gegründet“ habe.

„Zu den Hauptaufgaben der Gesellschaft zählen zukünftig die Entwicklung und Fertigung sowie der Vertrieb und Service von Produkten für den Verteidigungssektor“, sagt Larissa Lunitz, Sprecherin der Liebherr International AG mit Sitz in Nussbaumen (Schweiz).

Liebherr baut schon für das Militär

„Liebherr schafft derzeit die Voraussetzungen für eine Systempartnerschaft mit der Verteidigungsindustrie und leitet den Aufbau von Fertigungskapazitäten in Mecklenburg-Vorpommern in die Wege“, so Lunitz. „Zu möglichen Gesprächen mit unseren Geschäftspartnern und zu möglichen Projekten äußern wir uns derzeit nicht.“

Liebherr ist im Bereich Verteidigung bereits mit mehreren Tochterfirmen aktiv, baut unter anderem Teile für Luftbetankungssysteme und auch Motoren für die Schützenpanzer Lynx und Marder.

In Rostock sollen nun nach OZ-Informationen Teile für neue Schützenpanzer des deutsch-französischen Rüstungskonzerns KNDS gebaut werden. KNDS reagiert zunächst nicht auf eine OZ-Anfrage.

Rostock stellt Bedingungen

Den Kontakt zwischen Liebherr und Nordex sollen bereits im Oktober auf der Immobilienmesse Expo Real in München Verantwortliche der Hansestadt vermittelt haben. Sowohl der Wirtschaftsförderer Rostock Business als auch das Rostocker Rathaus sowie das Wirtschaftsministerium in Schwerin verweisen darauf, dass Gespräche zu Ansiedlungen grundsätzlich vertraulich seien.

Liebherr soll zudem Flächen von der Hansestadt benötigen. Bedingung aus dem Rathaus: Die Verteidigungssparte soll ihren Firmensitz an der Warnow haben und hier auch Gewerbesteuer zahlen. Und: Rostock darf mit bis zu 150 neuen Jobs rechnen, heißt es.

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"YES AI CAN ist ein innovatives Festival, das sich mit der Schnittstelle zwischen Künstlicher Intelligenz und Kunst auseinandersetzt. Es bietet internationalen Künstler:innen eine Plattform, ihre Arbeiten zu präsentieren und einen Dialog über die Auswirkungen von KI auf die Gesellschaft zu führen. Die Kunsthalle Rostock beteiligt sich mit einer für die Sammlung neu erworbenen Videoarbeit „Betonschiff ohne Namen“ des renommierten Künstlers Carsten Nicolai, welches wiederum als Auftragsarbeit für das Volkstheater Rostock entstand. Carsten Nicolai, 1965 in Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz geboren, arbeitet seit den 1980er Jahren als bildender Künstler. Einen weltweiten Namen machte er sich mit elektronischer Musik, die auch in der Videoarbeit ein wichtiges Gestaltungsmittel ist. Grundlage seines Videos ist ein imposantes Betonschiff, das wie ein steinerner Wal im flachen Wasser in der Wismarer Bucht bei Redentin auf einer Sandbank in der Ostsee festsitzt. Die Kunsthalle Rostock kooperiert im Rahmen des Festivals mit dem Volkstheater Rostock und präsentiert dort die Videoarbeit von Carsten Nicolai." - kultur-mv.de

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In Rostock sollen Hundehalter künftig unter bestimmten Bedingungen von der Hundesteuer befreit werden. Für wen die Ausnahme gilt und welche Besonderheiten zu beachten sind.

Sie heißen Pablo, Frieda oder Loki – und warten teilweise seit Jahren auf ein liebevolles neues Zuhause. Im Tierheim Schlage (Landkreis Rostock), dem größten des Landes, sitzen regelmäßig bis zu 45 Hunde verschiedenster Rasse, die auf Vermittlung hoffen.

Doch die wird immer schwerer. Denn Tierhaltung kostet Geld. „Wir haben auch Senioren, die ihre Hunde abgeben müssen, weil die Rente nicht mehr reicht“, erzählt Viktoria Mehlig, die im Tierheim Schlage als Hundetrainerin arbeitet.

Stadtverwaltung hat Steuerbefreiung zugestimmt

In Rostock könnte es für Hundehalter nun aber bald Entlastung geben. Wer sich einen Hund aus dem Tierheim in Schlage holt, soll drei Jahre lang keine Hundesteuer zahlen müssen. Einen entsprechenden Antrag der Rostocker Grünen hat die Stadtverwaltung bereits befürwortet. Nun muss am 22. April nur noch die Bürgerschaft zustimmen, damit die Änderung noch rückwirkend zum 1. Januar 2026 greift.

„Die Steuerentlastung soll ein Anreiz sein, sich vielleicht doch für einen Hund aus dem Tierheim zu entscheiden, bevor man zum Züchter geht“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Felix Winter. Ziel seien vor allem das Tierwohl und die Erhöhung der Vermittlungsquote. „Das ist keine Kritik am Tierheim, wo sich die Menschen liebevoll kümmern. Aber ein privates Zuhause ist für die Hunde natürlich immer schöner“, sagt Winter.

108 Euro Ersparnis pro Jahr für Hundehalter in Rostock

Aktuell müssen Hundehalter in Rostock für den ersten Hund pro Jahr 108 Euro Steuer zahlen. Für den zweiten Vierbeiner sind es 144, für jeden weiteren Hund 168 Euro im Kalenderjahr. Steuerbefreiungen gibt es bisher nur für Assistenzhunde, Blindenführhunde, Diensthunde, Sanitäts- oder Rettungshunde.

Dass auch Halter von Tierheimhunden von der Steuer befreit werden, gibt es bereits in einigen anderen Städten, zum Beispiel Magdeburg. Die Hamburger Bürgerschaft hat eine solche Entlastung gerade beschlossen – ab 2027 und ebenfalls für eine Dauer von drei Jahren. Ein Argument dafür war auch, die Tierheime zu entlasten, die dauerhaft an der Kapazitätsgrenze sind. Erfahrungen aus Städten wie Berlin hätten gezeigt, dass dieser finanzielle Anreiz positive Auswirkungen auf die Vermittlungszahlen hat.

Und das ist nicht nur positiv für die Tierhalter, sondern auch für den kommunalen Haushalt. In Rostock zahlt die Stadt neben einer pauschalen Jahressumme für Fundtiere auch noch 21 Euro pro Hund und Tag für die Unterbringung der Vierbeiner. Werden durch die Steuerbefreiung mehr Tiere vermittelt, könnte das auch den Haushalt entlasten, heißt es in der positiven Stellungnahme aus dem Rathaus.

Vierbeiner bleiben manchmal sogar lebenslänglich im Heim

Viktoria Mehlig findet den Vorschlag der Grünen ebenfalls sinnvoll. „Alles, was mit Blick auf die Kosten für Tierhalter unterstützend wirkt, ist sinnvoll“, sagt die Hundetrainerin. Sie wünschte sich deshalb, dass es auch bei den „extrem gestiegenen“ Tierarztkosten Entlastungen gibt, zum Beispiel durch Rabatte bei Versicherungen. Auch wenn das nicht in der Hand der Stadt liegt.

Aber viele der Tierheim-Hunde, die als schwerer vermittelbar gelten, sind bereits älter und haben besondere Betreuungs- oder Behandlungsbedarfe. „Wir hatten einen Hund, der ist 14 Jahre geworden und war zwölf Jahre davon bei uns“, nennt die Tierfreundin ein besonders krasses Beispiel.

Bei Welpen gehe die Vermittlung meist relativ schnell. Genau wie bei Hunden, die sich problemlos in den Alltag integrieren lassen, also beispielsweise mit Wohnungshaltung und Kindern klarkommen. Wenn ein Hund in weniger als einem Jahr ein neues Zuhause findet, gilt das für Mehling und ihre Kollegen schon als schneller Erfolg.

Oft bleiben die Hunde aber jahrelang oder sogar lebenslänglich in Schlage. Deshalb hoffen auch die engagierten Mitarbeiter vom Tierschutz, dass die Steuererleichterung hilft, mehr Hunde zu neuen Haltern zu bringen.

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Wie kommt der Strom aus der Steckdose? Wo lässt sich ein kleiner Dinosaurier aus dem Sandbett buddeln? Und wie funktionieren Explosionen und Hightech-Gadgets in James-Bond-Filmen? Wer auf solche und ähnliche Fragen Antworten sucht, ist bei der Langen Nacht der Wissenschaften am 23. April in Rostock genau richtig.

Innenstadt rückt in den Fokus

An diesem Tag öffnen nämlich die Universität Rostock und zahlreiche Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen zwischen 16 und 22 Uhr ihre Türen für Neugierige aller Altersgruppen. Kostenfrei und ohne Anmeldung.

Der Hauptveranstaltungsort ist der Campus Südstadt in der Albert-Einstein-Straße, doch auch in der Innenstadt und an weiteren Standorten gibt es laut Robert Uhde von der Agentur Sphinx ET viel zu entdecken und auszuprobieren. Uhde, welcher die Lange Nacht seit vielen Jahren in Kooperation mit der Uni und weiteren Partnern organisiert, freut sich besonders, dass „nach mehreren Jahren mit starker Präsenz in der Südstadt“ nun die „Rostocker Innenstadt in den Fokus rückt“.

Beteiligt seien dieses Mal unter anderem die Anatomie, das sanierte Gebäude „Philosophikum“, die Theologie am Universitätsplatz sowie Einrichtungen von den Altertumswissenschaften bis zur Hochschule für Musik und Theater (HMT). „In der Jakobipassage sind interaktive Formate geplant, die Zoologie ist wieder dabei.“ Die Altertumswissenschaften in der Schwarzen Straße bereiten Aktionen für Kinder vor, bei denen „ein kleiner Dino im Sandbett“ zu finden ist.

Schwerpunkt Buchdruck

Dabei soll die Lange Nacht der Wissenschaften 2026 mit mehr als 250 Beiträgen laut Uhde etwas größer ausfallen als im Vorjahr. Auch bei den Besucherzahlen möchte der Veranstalter zulegen: 5000 Besucher kamen 2025, 6000 Besucher werden 2026 erwartet.

Der Grund für den angepeilten Zuwachs sei das Jubiläum „550 Jahre Rostocker Buchdruck“, das sich im Programm der Universitätsbibliotheken deutlich widerspiegelt. „Allein die Bibliothek hat in diesem Jahr über 25 Beiträge“, so Uhde. Geplant seien spezielle Führungen vom Hauptgebäude aus in Buchdepots und Bereiche, die sonst nicht öffentlich zugänglich seien. „Auch im Michaeliskloster und in der Universitätsbibliothek in der Südstadt sind Ausstellungen, Präsentationen und Führungen vorgesehen“, betont Uhde. Die Buchdruck-Ausstellung im Kulturhistorischen Museum, die seit Ende März läuft, sei aber kein zusätzlicher Programmpunkt der Langen Nacht.

Eigener Medizin-Campus ab 2027

Da das bundesweite Wissenschaftsjahr 2026 unter dem Motto „Medizin der Zukunft“ steht, sind entsprechende Angebote auch bei der Langen Nacht der Wissenschaften an mehreren Standorten in Rostock eingeplant, vor allem in der Südstadt. Laut Uhde soll es ab 2027 auch wieder einen eigenen Medizin-Campus im Rahmen der Langen Nacht geben. Die Entscheidung sei vom Dekanat getroffen worden.

Für Familien hat der Organisator dann noch einen Spezial-Labor-Tipp: „Im Inkubator des Forschungsverbundes, Strandstraße 95, können Kinder ab etwa sechs Jahren experimentieren; für ältere Kinder gibt es erweiterte Formate.“

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Klare Haltung gegen rechtsradikale Hetze zeigen, können Rostocker nun mit ihrem Gesicht. Denn wie die Stadt mitteilt, macht die Initiative „Gesichter Gegen Rechts“ am 23. April Station in der Hansestadt.

Wer mitmachen will, kann von 14 bis 18 Uhr zum Fotoshooting in der Rostocker Stadtbibliothek in der Kröpeliner Straße 82 kommen. Wer nicht so flexibel ist, meldet sich über das Buchungstool unter gesichtergegenrechts.org für das Shooting an. Eine Anmeldung ist aber nicht zwangsläufig erforderlich, heißt es vonseiten der Stadt.

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Die Polizeiinspektion Güstrow hat die Kriminalstatistik 2025 für den Landkreis Rostock vorgelegt. Demnach ist die Kriminalität im Vergleich zum Vorjahr erneut gesunken. 2025 wurden 4.434 Straftaten pro 100.000 Einwohner registriert, 2024 waren es noch 4.535. Das entspricht auch dem Trend in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt.

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Deutlich weniger Delikte durch Cannabis-Legalisierung

Insgesamt erfasste die Polizei im Landkreis 9.699 Fälle, das ist ein Minus von 4,5 Prozent. Die Aufklärungsquote stieg leicht auf 63,4 Prozent. Deutlich rückläufig waren Straftaten nach sogenannten „strafrechtlichen Nebengesetzen“ (minus 30,7 Prozent). Dazu zählt auch das Betäubungsmittelgesetz. Die Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland seit dem 1. April 2024 trug maßgeblich zu diesem Rückgang bei. Die Zahl der strafbaren Delikte sank deshalb von 604 im Jahr 2024 auf 369 im Jahr 2025.

Diebstähle nehmen mit rund 29 Prozent den größten Anteil an den Delikten ein, gingen aber um 7,9 Prozent auf 2.588 zurück. Bei Diebstählen unter erschwerenden Umständen – etwa Einbrüche, Bandendiebstähle oder Diebstähle mit Waffen – verzeichnet die Statistik ein Minus von 17,2 Prozent.

Besonders rückläufig waren Einbrüche in Büros und Werkstätten (minus 26,9 Prozent auf 79 Fälle), in Gaststätten, Hotels und Pensionen (minus 64,9 Prozent auf 13 Fälle) sowie Wohnungseinbrüche (minus 21,2 Prozent auf 82 Fälle).

Vorsicht: Diebstähle aus Fahrzeugen oft in Strandnähe

Auch Fahrraddiebstähle sanken um 4,5 Prozent auf 293 Fälle. Ebenso gingen Ladendiebstähle um deutliche 9,6 Prozent auf 558 zurück. Im Bereich Kraftfahrzeuge registrierte die Polizei 21 entwendete Autos und 37 entwendete Krafträder und Mopeds, das sind drei Fälle mehr als im Vorjahr.

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45 Prozent der Sexualstraftäter sind unter 18 Jahren

Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stieg besonders deutlich um 36,9 Prozent auf 334 Fälle. Den größten Anteil haben Delikte im Zusammenhang mit der Verbreitung pornografischer Inhalte. „Auffällig hierbei ist das junge Alter der Tatverdächtigen: 45 Prozent sind unter 18 Jahre alt und bei jedem fünften Fall gilt sogar ein Kind unter 14 Jahren als tatverdächtig“, heißt es von der Polizeiinspektion Güstrow.

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Deutliche Mehrzahl der Täter ist männlich und deutsch

Insgesamt wurden 4.430 Tatverdächtige im Landkreis Rostock 2025 erfasst. Etwa 28,5 Prozent davon sind weiblich. 20,4 Prozent besitzen keine deutsche Staatsangehörigkeit. Zu diesem gut einem Fünftel der Tatverdächtigen gehören häufig Personen aus der Ukraine, Syrien, Polen und Rumänien.

22,6 Prozent der Tatverdächtigen sind bis 21 Jahre alt. 124 Personen fielen mit fünf oder mehr Straftaten auf. Die Polizei betont, dass sich Kriminalität zunehmend in den digitalen Raum verlagert. Für die Bearbeitung komplexer Sachverhalte sei eine enge Zusammenarbeit von Polizei, Behörden und sozialen Einrichtungen erforderlich.

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Der neue evangelische Pastor in Warnemünde lebt mit seinem Ehemann. Vorbehalte in der Gemeinde spürt er nicht. Nach dem Umzug laufen nun die Vorbereitungen auf das Osterfest.

Es ist viel zu tun. „Allein 50 Buchkisten müssen noch ausgepackt werden“, sagt Stephan Fey (51) in legerer Arbeitskleidung. Die Bücher gehören ihm und seinem Ehemann Dirk. Seit dem 1. Oktober 2025 ist Stephan Fey der neue evangelische Pastor in Warnemünde – nun sind die beiden endlich im Pfarrhaus im Ostseebad angekommen.

Gelebtes Zeichen für Toleranz

Ein gelebtes Zeichen für Offenheit und Toleranz in der evangelischen Kirche sozusagen. Zumal Dirk Fey als Propst in der Nordkirche im Einsatz ist. In den Sommerferien wird er sein Büro in die obere Etage des Pfarrhauses verlegen. Stephan Fey ist stärker im Gemeindehaus am Kirchenplatz präsent. „Wir erleben eine breite Akzeptanz in der Gemeinde und spüren keinen Gegenwind“, sagt Fey über seine offen gelebte Homosexualität. Unterschiedliche Haltungen könne er aber auch respektieren. Für ihn geht es in seinem Dienst um eine „ganzheitliche Ansprache der Menschen“ und um „ein Miteinander, das Vielfalt einschließt“.

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Im „Post@Prünkist”-Geschäft der Rostockerin Franziska Münchow-Konieczny bilden sich lange Schlangen und stapeln sich die Pakete. Seit die große Post am Neuen Markt geschlossen hat, ist die Belastung hier extrem gestiegen. Jetzt zieht die Unternehmerin die Reißleine.

[...]

„Ich bin wirklich am Ende. So, wie es ist, geht es nicht mehr weiter“, sagt die Unternehmerin verzweifelt. Vor 15 Jahren hatte sie sich bereit erklärt, in ihrem Handarbeitsladen „Prünkist“ auch Dienstleistungen der Post mit anzubieten. Mittlerweile sogar in einem eigenen kleinen Laden an der Ecke Schnickmannstraße.

Doch nachdem die Post am Neuen Markt schloss, hat sich die Belastung bei der kleinen Partnerfiliale so erhöht, dass Franziska Münchow-Konieczny jetzt die Reißleine zieht. „Zu Ende Juni habe ich gekündigt“, sagt sie traurig. „Vor allem, weil es sich wirtschaftlich überhaupt nicht lohnt.“

Im Gegenteil: Neben ihrer Arbeitsleistung hätte sie allein im vergangenen Jahr gut 10.000 Euro für den Paketshop draufgezahlt. Der ganze Stress würde ihr auch gesundheitlich zusetzen. „Und das mache ich nicht mehr weiter mit. Jetzt ist Schluss.“

Von der Post bekäme sie monatlich ein Fixum. „Das konnte ich sogar schon mal nachverhandeln“, erzählt Franziska Münchow-Konieczny. Dazu kämen noch Centbeträge pro Paket.

Dennoch reiche dieses Geld nicht mal aus, eine Angestellte mit Mindestlohn für die notwendigen Öffnungszeiten zu bezahlen. Ganz zu schweigen von Miet- und Nebenkosten für den Laden.

Das Argument der Post, dass die Partnerfilialen dadurch profitieren, dass mehr Laufkundschaft in die Läden kommt, lässt die Rostockerin nicht gelten. „Denn wenn bei mir eine Schlange steht, die gefühlt bis Lütten Klein reicht, hat hier niemand mehr Lust, noch Socken oder einen Deko-Frosch zu kaufen“, so Franziska Münchow-Konieczny.

Archiv: https://pastebin.com/vBDZMzz5

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Der Hort „Flotte Waldkäfer“ in Rostock ist von Schimmel befallen. Die Stadt weiß um den maroden Zustand des Gebäudes, hat bisher aber keine Lösung für die Schüler geschaffen. Eltern sind entsetzt, dass ihre Kinder in den unsanierten Plattenbau zurückkehren sollen.

Betrieben wird der Hort vom Deutschen Roten Kreuz Rostock, Eigentümerin ist jedoch die Stadt. Anfang Februar hatten Horterzieherinnen Verfärbungen im Treppenhaus bemerkt, gemeldet und zeitnah alle aus dem Gebäude geholt. Ein Raumluftgutachten ergab, dass alle Räume im Hort von Schimmel befallen sind, wie der Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) bestätigt. „Aus Gründen des Gesundheitsschutzes wurde der Hort sofort geschlossen“, sagt Arndt Draheim, KOE-Sprecher.

Seit Wochen werden alle Oberflächen und Möbel gründlich gereinigt und neue Luftmessungen durchgeführt. Sobald diese Werte zulässig sind, soll der Hort wieder genutzt werden – womöglich schon in der kommenden Woche, wie das DRK sagt. Der Bastelraum wird aber bis auf Weiteres gesperrt bleiben.

„Keiner schickt mit ruhigem Gewissen sein Kind dort wieder rein“, sagt Vater Tobias Scherf. Zumal: Die Nutzung des Gebäudes ist nur noch bis Ende 2026 zulässig – dann ist es zu alt. „Es macht mich wütend“, sagt Mutter Josphine Belling. Stadt und DRK wüssten schon lange, dass der Hort nicht mehr nutzbar sei. „Für die Kinder wollen sie kein Geld in die Hand nehmen.“

Archiv

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Archiv: https://web.archive.org/web/20260317133734/https://www.ostsee-zeitung.de/lokales/rostock/immer-mehr-ukrainer-in-rostocker-gastronomie-wollte-unabhaengig-vom-buergergeld-sein-OMTPJFBBHNG57NXTISF6NIXFJM.html

Die Gastronomie in MV erlebt schwierige Zeiten: Personalmangel, saisonale Schwankungen und hoher Arbeitsdruck prägen den Alltag vieler Betriebe. Einige Restaurants und Cafés kürzen ihre Öffnungszeiten.

Unterstützung erfährt die Branche von Menschen, die aus verschiedenen Gründen nach MV gekommen sind und hier Arbeit suchen. Zu ihnen gehören Krystyna Tsiomashko und Mariia Kolesnyk aus der Ukraine. Wegen Russlands Angriffskrieg verließen sie 2022 ihre Heimat Richtung Rostock.

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Zu den Funden kam es bei Arbeiten rund um die Erneuerung des Brandschutzes in einem Hauskeller an der L22 im März. Dafür hatten Bauhelfer Patrick Schülke (38) aus Dargun und seine Kollegen unter anderem die dortigen alten Deckenplatten abgenommen. Das Füllmaterial, u.a. Lehm, alte Steine, Schilf, sei in den Zwischenböden entfernt worden.

Dann der Fund: Kondom, Zeitung, Speisekarte, Jacke und Figurenkopf. Sie wurden offenbar nun nach Jahrzehnten zu Tage befördert, wie eine Zeitkapsel aus der Vergangenheit.

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Trotz hoher Einsatzzahlen in der Saison will die Rostocker Polizei offenbar ihre Außenstelle in Warnemünde aufgeben. Im Ostseebad sorgte diese Nachricht für Verunsicherung. Denn die Wege der Beamten werden im Ernstfall dann länger.

Archiv: https://web.archive.org/web/20260311112804/https://www.ostsee-zeitung.de/lokales/rostock/rostocker-polizei-will-station-in-warnemuende-aufgeben-rueckschritt-fuer-die-sicherheit-hier-QXZ7J6Y4PVFRNBLUHVJSQA6VME.html

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Nach Zeiten voller Mühe, Einsatz, Sorgen um die Finanzierung und immer neuen Herausforderungen ist es nun fast vollbracht. Die legendäre Baureihe VT 18.16 der Deutschen Reichsbahn, liebevoll DDR-ICE genannt, kehrt zurück. Bekannter dürften die Namen „Karlex“, „Vindobona“, „Berlinaren“, „Sorbenexpress“ oder „Neptun“ sein.

Zu DDR-Zeiten waren die Züge der Baureihe VT 18.16 das Aushängeschild der Deutschen Reichsbahn, eleganter als die im Westen. International hätte es sich komfortabel in den Schnellverkehrstriebwagen gereist. Die Transitstrecken waren prestigeträchtig, brachten Devisen ins Land, wie die Zugretter berichteten. Von Skandinavien über die DDR ins nahe Osteuropa und Richtung Österreich.

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