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Rostock

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da !rostock@feddit.de nicht mehr ist 🪦.

Gibt's nun !rostock@feddit.org \o/

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Die Hansestadt galt als Vorreiter im Tourismusland MV: Mit der Kurkarte konnten Urlauber bisher auch alle Busse und Bahnen im Verkehrsverbund Warnow kostenfrei nutzen. Damit soll jetzt wieder Schluss sein. Gastgeber begrüßen das aus und auch die Kurabgabe wird sich verändern.

Mit diesem Angebot wollten Rostock und Warnemünde Touristen einen echten „Mehrwert“ bieten und gleichzeitig einen Beitrag leisten zur Verkehrs- und Klimawende. Doch nach nur etwas mehr als drei Jahren will die Hansestadt den kostenlosen Nahverkehr für Urlauber wieder einstampfen. Heißt: Gäste sollen wieder für Fahrten mit Bussen, S- und Straßenbahnen bezahlen, die Kurkarte soll nicht mehr als Fahrschein gelten.

Die Tourismuszentrale der Stadt begründet das Aus mit gestiegenen Kosten: Der Verkehrsverbund Warnow, in dem sich unter anderem die stadteigene Straßenbahn AG (RSAG), die Deutsche Bahn und auch der landkreiseigene Busbetrieb Rebus zusammengeschlossen haben, fordere deutlich mehr Geld. Das würde auch die Kurabgabe teurer machen. Nun soll sie hingegen sogar sinken – von bisher 3,70 Euro pro Gast und Tag auf 3,30 Euro.

Kurtaxe soll sinken statt steigen

Als Rostock 2023 den kostenlosen Nahverkehr für alle (Kurtaxe zahlenden) Gäste einführte, wollte die Stadt Vorreiter sein in einer „Modellregion“: Auch andere Urlaubsorte im Gebiet des Verkehrsverbundes sollten ihrem Beispiel folgen und den Nahverkehr für Gäste kostenlos machen. Bad Doberan, zum Beispiel, oder auch Graal-Müritz und Kühlungsborn. Doch Nachahmer gab es keine.

Und genau das macht das Angebot auf Dauer teuer: Schon jetzt ist die Kurtaxe in Rostock und Warnemünde deutlich höher als in benachbarten Urlaubsorten. 3,70 Euro verlangt die Hansestadt, Kühlungsborn zum Beispiel drei Euro und Graal-Müritz sogar „nur“ 2,80 Euro. Hält Rostock am kostenlosen Nahverkehr für Urlauber fest, würde die Kurtaxe noch weiter steigen müssen. Zwischenzeitlich waren mal 4,60 Euro im Gespräch.

Konkrete Zahlen nennt die Tourismuszentrale nicht, aber: Der Verkehrsverbund habe mitgeteilt, dass man künftig bis zu 2,86 Euro pro Gast und Übernachtung bräuchte. Zu viel, meinen Tourismuszentrale und Stadtverwaltung. Denn ohne das Angebot kann die Kurtaxe sogar sinken. Um immerhin 40 Cent pro Gast und Tag.

Oberbürgermeisterin will neues Modell prüfen

Rostock will sich deshalb eine „Auszeit“ von dem Angebot gönnen, sich zwei Jahre Zeit nehmen für ein neues Modell und Gespräche mit den Nachbar-Urlaubsorten. Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (43, Linke) spricht von einer „schwierigen Entscheidung“, die die Bürgerschaft zu treffen habe: „Aber wenn in Rostock die Kurabgabe so teuer ist, schadet das unserer Tourismuswirtschaft. Die Einbindung von Bus und Bahn war eine bequeme Sache für die Gäste: Kurabgabe bezahlen, einsteigen und einfach losfahren!“

Allerdings sei es für die Hansestadt nicht gut, „wenn man mit der Kurkarte aus Rostock auch gemütlich nach Kühlungsborn oder Graal-Müritz fahren kann, während die dortigen Gäste jedes Mal extra bezahlen müssen, sobald sie sich auf den Weg machen zu uns.“

Touristiker begrüßen das Aus

Die Tourismusbranche begrüßt das Aus für den kostenlosen Nahverkehr ausdrücklich: „Der ÖPNV hat die Kurtaxe sehr teuer gemacht. Viele Gäste haben außerdem bereits das Deutschlandticket und fahren deshalb eh kostenfrei auch bei uns“, sagt zum Beispiel Ines Lenz, Vorstandsmitglied im Tourismusverein Rostock & Warnemünde. „Der Nutzen hielt sich also in Grenzen.“

Das sieht Lars Schwarz, Landeschef des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, ganz genau so: „Das war alles so erwartbar – und von Anfang an eine Mogelpackung! Den angeblichen Mehrwert für die Gäste gab es ja nie“, schimpft er. Stattdessen habe Rostock einen Teil der Verluste des Nahverkehrs auf Kurtaxkosten ausgeglichen.

Bürgerschaft: „Auch Rostocker profitieren“

Die Stadtpolitik hingegen will an dem Angebot festhalten, der Bürgerschaft steht eine heiße Debatte bevor. Felix Winter, Fraktionschef der Grünen, sagt beispielsweise: „Wir wollen, dass die Gästekarte auch Fahrschein bleibt. Viele Touristen nutzen den ÖPNV. Und das ist angesichts des vielen Verkehrs in Rostock ein Gewinn für alle.“

Rostock konnte durch das Angebot den Nahverkehr in Warnemünde ausbauen: „Davon profitieren auch die Rostocker!“ SPD-Bürgerschaftschef Thoralf Sens sieht das ganz genau so: „Dies wird zu einer Verschlechterung des Nahverkehrs insbesondere in Warnemünde führen, oder die Stadt muss den Zuschuss an die RSAG erhöhen. Angesichts des Ziels, den ÖPNV in Rostock zu stärken, ist die Aussetzung kontraproduktiv und nicht nachvollziehbar.“

Die CDU bringt gleich ein neues Modell ins Gespräch: „Grundsätzlich ist zu begrüßen, dass auf die Einwände der Touristiker Rücksicht genommen worden ist“, sagt Fraktionschefin Chris Günther. Aber: „Die komplette Streichung ist auch keine Lösung mit Augenmaß.“ Sie schlägt vor: Von Gästen, die den Nahverkehr nutzen wollen, sollte „ein kleiner Aufpreis“ verlangt werden.

Auch FDP-Vize Andy Szabó ist unglücklich mit dem, was die Tourismuszentrale vorschlägt: Ihm ist die Kurabgabe auch ohne ÖPNV-Anteil noch zu hoch. „Besonders widersprüchlich ist, dass der ÖPNV nun aus der Kurabgabe herausgenommen wird, die Kosten aber fast gleich bleiben. Das ist nicht vermittelbar.“

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