this post was submitted on 16 Mar 2026
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Einer der Vorwände für den Irankrieg lautet, die Entwicklung von Atomwaffen verhindern zu wollen. Doch die Folge des US-Angriffs dürfte im Gegenteil sein, dass immer mehr Staaten auf nukleare Abschreckung statt auf Diplomatie setzen.

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[–] einkorn@feddit.org 5 points 1 day ago (2 children)

Da kommen die Leute jetzt erst drauf? Der Nagel im Sarg der Abrüstung war doch schon der Einfall in die Ukraine: "Wir dürfen XYZ nicht, weil Russlands Atomwaffen".

[–] Quittenbrot@feddit.org 5 points 1 day ago (1 children)

Das stimmt. Aber im Gegensatz zu damals sind jetzt die Amerikaner verantwortlich und Kritik an denen fällt .. ich sag mal vorsichtig 'Fans des traditionellen Block-Weltbildes' seit jeher am leichtesten.

[–] Aequitas@feddit.org 3 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (1 children)

Die USA, die halt auch zufällig die mit Abstand mächtigste Militärmacht der Welt sind. Ganz im Gegensatz zu Russland, das bereits bei der Ukraine an seine militärische Leistungsfähigkeit kommt. Dazu kommt, dass Deutschland und andere europäische Länder die Amerikaner als Verbündete bezeichnen und die USA in ihrem Imperialismus und ihrer Kriegstreiberei im Gegensatz zu Russland stets unterstützt haben. Kritik ist also wichtig und im Vergleich zu Kritik an Russland nicht nur die Selbstvergewisserung, doch auf der Seite der Guten zu stehen.

[–] Quittenbrot@feddit.org 6 points 1 day ago (1 children)

Ganz im Gegensatz zu Russland, das bereits bei der Ukraine an seine militärische Leistungsfähigkeit kommt.

So könnte man es formulieren.

Oder eben: die Atommacht Russland führt seit über 4 Jahren mitten in Europa den größten und blutigsten Angriffskrieg seit dem 2. Weltkrieg. Mit der gleichen Entschlossenheit wie an Tag 1 und aus rein imperialistischen Beweggründen und zur Expansion ihres Staatsgebietes. Und eben gegen ein Land, das seine Atomwaffen gegen Sicherheitsgarantien aufgegeben hat. Mal ganz unabhängig davon, dass diese "Wiederherstellung des eigenen Reichs" auch weitere europäische Staaten und damit auch uns direkt betreffen wird, ist insbesondere der letzte Punkt eigentlich derjenige, der - zusammen mit der schalen Reaktion der Amerikaner - dazu geführt hat, dass nur eigene Nuklearwaffen der ultimative Schutz vor den Angriffen immer entfesselter agierender Nuklearmächte sind.

So hätte natürlich auch der "Jacobin" argumentieren können, statt so zu tun, als ob das Problem erst mit dem Überfall der Amerikaner auf den Iran - und nicht schon mit dem Überfall der Russen auf die Ukraine - begonnen hätte. Doch während auch dieser Artikel ausgiebig den ausgetrampelten Pfad "linker" Kritik am amerikanischen Imperialismus beschreitet, kommt der russische Imperialismus in nur einem Halbsatz vor.

Dabei ist es aber heuchlerisch, so zu tun, als wäre die besorgt beschriebene Entwicklung in Europa (Macrons Rede zum Ausbau des Atomarsenals, Polens Ambitionen,..) das Resultat der Aggressivität der Atommacht Amerika, ohne den Faktor der Aggressivität der Atommacht Russland zu benennen. Es bleibt schön kuschelig, mit für die geneigte Leserschaft leicht verdaulichen Weltbildern. Mir ist das zu simpel.

[–] Aequitas@feddit.org 1 points 1 day ago (1 children)

Was bringt es deiner Meinung nach, Russland zu kritisieren? Ändert sich etwas dadurch, dass wir kollektiv den Angriff Russlands auf die Ukraine verurteilen (was ja passiert, jedenfalls unter allen halbwegs normalen Leuten). Im Gegensatz zum amerikanischen Imperialismus gibt es bei Russland keinen echten Dissenz. Hier wird ja durchaus darüber diskutiert, ob USA und Israel nicht genau das richtige machen. Darum verstehe ich nicht, warum die Bürgis dieses Balncing immer einfordern. Das selbe bei Israel und Hamas. Und weil man das nicht einsieht (oder einsehen will), wird wahlweise Russlandnähe oder Antisemitismus unterstellt. Richtig ärgerlich finde ich das. Vor allem auch, dass sich die Autor:innen dadurch ganz besonders differenziert vorkommen. Ich bin froh, dass sich das so langsam ändert.

[–] Quittenbrot@feddit.org 2 points 1 day ago (1 children)

Was bringt es deiner Meinung nach, Russland zu kritisieren?

Wenn man darüber reden möchte, dass wir heute in einer Welt leben, in der überall so laut wie Ewigkeiten nicht mehr über eigene Atomwaffen nachgedacht wird, dann kommt man nicht daran vorbei, auch über die Rolle russischer Aggression dabei zu reden. Jedenfalls, wenn es mehr sein soll als der o.g. immergleiche Wohlfühldiskurs des dezidierten Antiamerikanismus in tagesaktuellen Schläuchen. Sorry, wenn ich das mal so drastisch sage. Wer die Suche nach den Grundlagen zu dieser Entwicklung erst bei der amerikanischen Aggression beginnt, nicht jedoch bei der russischen, der blendet einen nicht unerheblichen Teil dieser Grundlagen aus, gerade bezüglich der europäischen Entwicklungen. Und muss sich folglich fragen lassen, warum.

Ändert sich etwas dadurch, dass wir kollektiv den Angriff Russlands auf die Ukraine verurteilen (was ja passiert, jedenfalls unter allen halbwegs normalen Leuten). Im Gegensatz zum amerikanischen Imperialismus gibt es bei Russland keinen echten Dissenz.

Sicher? Beinahe ein Drittel der Leute hierzulande sympathisieren mit Parteien des politischen Randes, die offen mit Russland kuscheln. In bestimmten Teilen Deutschlands sind die sogar stärkste Kraft. Mal ganz davon ab, dass es auch in Parteien jenseits des Schmuddelspektrums bis heute eine gewisse (geerbte?) Grundsympathie Russland gegenüber gibt, die zu gewissen Beißhemmungen führt. Eine wirklich monolithische Haltung in Deutschland zur Aggression Russlands gibt es jedenfalls nicht. Gibt es die überhaupt zu irgendeinem Thema? Die amerikanischen Aggressionen gegen den Iran finden hier ja auch nicht alle unreflektiert super, selbst wenn sie das iranische Regime ablehnen. Trump verfängt damit ja anscheinend nicht mal bei den eigenen Wählern..

Aber wie gesagt: mein Hauptpunkt ist eigentlich, dass man über das Problem der "Popularisierung von Atomwaffen" nicht wirklich glaubhaft diskutieren kann, wenn man die Rolle der russischen Aggression darin lediglich auf einen neutral formulierten Halbsatz runterreduziert. Das wirkt halt nach blindem Fleck bzw. Nicht-Hinsehen-Wollen.

[–] Aequitas@feddit.org 0 points 1 day ago (1 children)

Wer die Suche nach den Grundlagen zu dieser Entwicklung erst bei der amerikanischen Aggression beginnt, nicht jedoch bei der russischen, der blendet einen nicht unerheblichen Teil dieser Grundlagen aus, gerade bezüglich der europäischen Entwicklungen

Ich würde es sogar fast ausschließlich den USA anlasten. Es ist das Verhalten der USA, das seit dem zweiten Weltkrieg auf eine Situation hinausläuft, in der die USA entweder der unangetastete Hegemon der Welt sind, oder jeden mindestens gewaltsam bedrohen, der ihren geopolitischen Zielen im Weg steht. Statt diese Macht für eine regelbasierte Ordnung einzusetzen, haben sie stets ausschließlich die wirtschaftlichen Interessen ihrer Kapitalistenklasse vertreten. Die Situation heute in der Ukraine ist ebenso Ergebnis amerikanischer Außenpolitik, wie der Zustand des Iran, Israel oder Nordkorea.

Das ist kein Antiamerikanismus, sondern einfach eine Analyse, welche die Rolle der USA in der Welt ernst nimmt und von dem unangenehmen Gedanken abstrahiert, dass wir uns als treue Vasallen der USA genauso daran beteiligt haben. Es ist intellektuell faul zu behaupten die USA und Russland wären in etwa gleich schlimm. Bestenfalls hätte man das während des kalten Kriegs behaupten können, wobei es selbst da schon eklatante außenpolitische Unterschiede gab. Dass diese Gleichsetzung notwendig wäre, fühlt sich für dich nur so an, weil du in einem Land lebst, das sich den amerikanischen Zielen untergeordnet hat und deshalb nicht von ihnen bedroht wird - obwohl sich ja selbst das inzwischen ändert, wie man etwa an der Grönland Sache sieht. Global betrachtet ist das ohnehin völlig anders. Das Völkerrecht, das vor allem auf Bestreben der USA geschaffen wurde, galt aus Sicht der USA von Anfang an nur für alle anderen. Und kein ernstzunehmendes Land außer den USA haben es öfter gebrochen. Alle nicht-hegemonialen Länder der Welt müssen die USA folglich als Bedrohung wahrnehmen, solange sie Interessen verfolgen, die denen der USA zuwider laufen. Und was werden diese Länder tun? Sich natürlich wehren oder zumindest auf eine Verteidigung vorbereiten.

Russland ist aber auch keine Bedrohung für dich. Ich weiß gar nicht, wie man das angesichts des Kriegs gegen die Ukraine überhaupt noch denken kann. Da zeigen sich doch eindeutig die extrem begrenzten Möglichkeiten des russischen Militärs. Leider sind die ökonomischen Interessen an einer Aufrüstung und diesem unglaublich dummen Militär-Keynesianismus so groß, dass man die Bevölkerung konstant in Angst und Schrecken vor den Russen versetzen muss. Der älteste Trick der Menschheit. Quasi jede Zustimmung zu jeder entbehrungsreichen Aufrüstung jemals wurde exakt so erzeugt. Dem Gegner wird eine prinzipielle Boshaftigkeit als wichtigstes Motiv unterstellt und schon bleibt nichts anderes, als das eigene Gewaltpotential zu erhöhen. In Russland erzeugt man die Zustimmung übrigens genauso.

Das auch andere kleine Atommächte wie Russland, Pakistan oder Israel extreme Scheiße bauen, weiß jeder. Aber kein anderes Land der Erde hat auch nur annähernd die Rolle in der Weltpolitik, welche die USA hat.

Beinahe ein Drittel der Leute hierzulande sympathisieren mit Parteien des politischen Randes, die offen mit Russland kuscheln

Dass du die Linkspartei dazu zählst ist zwar ziemlich dumm, aber ich ignoriere das mal. Die Leute bei denen wir uns einig sind, machen vermutlich unter <0,1% der Leserschaft von Jacobin aus. Es gibt überhaupt keinen Grund irgendwen davon zu überzeugen, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine in jeglicher Hinsicht falsch ist. Anders sieht das bei Grünenwählern aus. Das siehst du selbst hier in den Kommentaren. Da wird schon mal zustimmend darüber geredet, dass man den Iran doch immer wieder bombardieren sollte. Und da ich glaube, dass bei einem guten Teil der Grünenwähler noch ein bisschen Verstand vor lauter Tagesschau, Bosetti, Spiegel, Lobo, Zeit Strack-Zimmermann, süddeutscher Baerbock, Özdemir und FUNK übrig geblieben ist, sind solche Artikel wichtig.

[–] Quittenbrot@feddit.org 1 points 1 day ago

Ich würde es sogar fast ausschließlich den USA anlasten.

Das glaube ich gerne! Darum spreche ich ja auch vom ausgetrampelten Diskurs-Pfad, auf dem in bestimmten Sphären jeder mitlaufen und sich wohlfühlen kann.

Manche Leute denken, es sei schon elaborierte "Gegenbewegung" genug, wenn man statt unreflektiert die eigene Seite tollzufinden einfach unreflektiert die andere Seite tollfindet. Einfach die Vorzeichen auszutauschen, macht aus einem keinen "kritischen Denker"..

Die Situation heute in der Ukraine ist ebenso Ergebnis amerikanischer Außenpolitik

Tja. Ich denke, sie ist Ergebnis des russischen Angriffs, basiert auf ureigenem russischen Imperialismus und ist die Verantwortung des heutigen Russlands.

Russland ist aber auch keine Bedrohung für dich.

Die russische Propaganda hat erst letzte Woche angefangen, die Idee einer "Volksrepublik Narva" auf estnischem Gebiet zu propagieren. Analog zu den Erzählungen der "Volksrepubliken" in der Ukraine. Kann man als Auftakt dessen sehen, dass da ein Angriff vorbereitet werden soll. Ein Angriff auf estnisches Gebiet ist ein Angriff auf die gesamte EU und damit, selbst außerhalb der NATO-Strukturen, ein Angriff auf Deutschland. Das bedeutet: du (?) und ich wären unmittelbar betroffen.

Das auch andere kleine Atommächte wie Russland, Pakistan oder Israel

Die "kleine" Atom- und Vetomacht Russland hat die größte Zahl Atomsprengköpfe weltweit. Das sollte man nicht herunterspielen.

Dass du die Linkspartei dazu zählst ist zwar ziemlich dumm

Tue ich nicht. Die meinte ich bei "Parteien jenseits des Schmuddelspektrums".

Die Leute bei denen wir uns einig sind, machen vermutlich unter <0,1% der Leserschaft von Jacobin aus. Es gibt überhaupt keinen Grund irgendwen davon zu überzeugen, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine in jeglicher Hinsicht falsch ist.

Der "Jacobin" soll niemanden überzeugen, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine falsch ist, sondern Russlands Rolle in der Frage, warum Atomwaffen heute wieder so populär sind, angemessen berücksichtigen.

[–] MyCatIsDumb@lemmy.world 3 points 1 day ago

Du bist halt schlauer als der Rest.

[–] Samskara@sh.itjust.works -1 points 1 day ago (1 children)

Das ist seit Nord Koreas erfolgreichem Atomwaffenprogramm klar. Damals haben Diplomatie und Sanktionen komplett versagt.

Den Iran davon abzuhalten Atomwaffen zu entwickeln ist eine gute Idee. Die relevante Industrie und Raketenindustrie regelmäßig zu bombardieren, kann durchaus auch auf längere Zeit erfolgreich sein. Es treibt die Kosten in die Höhe.

Jedes höher entwickelte Land ist dazu fähig Atomwaffen zu entwickeln, wenn es das will. Die Technologie stammt aus den 1940ern.

[–] Aequitas@feddit.org 2 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (1 children)

Also Israel bombardieren oder wenigstens Bombardierung hinnehmen, um sie davon abzuhalten, weitere Atombomben zu bauen? Typen wie du machen mir Angst. Krieg statt Diplomatie. Ihr Linksliberalen denkt immer noch, auf der richtigen Seite zu stehen und versteht nicht, wie wir uns in einen Weltkrieg schlafwandeln.

Es gab ein Abkommen mit Iran. Das haben die USA zerstört. Eben weil dort der Kriegstausch den du hier vertrittst so gesellschaftsfähig ist. Und jetzt soll das dadurch entstehende Problem mit mehr Kriegsrausch behoben werden. Es wird Zeit, für eine neue Friedensbewegung.

[–] Samskara@sh.itjust.works 0 points 1 day ago (1 children)

Diplomatie kann nichts verhindern, wenn jemand wirklich will. Die Fälle wo Diplomatie gegen nukleare Bewaffnung geholfen hat, kannst du ja mal aufzählen.

Das Geschrei von selbsternannten Pazifisten nach Diplomatie ist blauäugig und verweigert die Realität, sie Russland. Oder kannst auch zurück zu Hitler gehen. Fanatiker mit großen Zielen lassen sich von Diplomatie nicht aufhalten. Sie nutzen das nur zu ihrem Vorteil um andere zu beruhigen. In den Weltkrieg schlafwandeln funktioniert genau dadurch, die Realität nicht anzusehen, sondern auf Papier zu vertrauen. Siehe Russland über die letzten Jahrzehnte als das beste Beispiel.

Das Atomabkommen mit den Iran war nicht effektiv. Der Iran hat sie gebrochen und mehrfach umgangen. Es konnte die Entwicklung von Atomwaffen nur verlangsamen und herausgezögern. Laut IAEO Berichten kannst du genau nachvollziehen, dass der Iran schon immer vorhatte Atomwaffen zu entwickeln. Sie brauchen keine hohe Anreicherung für zivile Zwecke.

Der Iran droht Israel seit Jahrzehnten offen mit der Vernichtung. Es ist ein Kernbestandteil ihrer fanatischen Ideologie. Israel dagegen hat nicht das Ziel jemanden zu vernichten, sondern haben Atomwaffen als Absicherung ihres Überlebens.

Es ist ein ganz dramatischer Unterschied wer Atomwaffen hat. Bei Schweden, Japan und Kanada ist das weniger problematisch als bei Iran oder Nordkorea.

Friedensbewegung

Duckmäusertum vor Tyrannen meinst du wohl.

[–] Aequitas@feddit.org 3 points 1 day ago

Diplomatie kann nichts verhindern, wenn jemand wirklich will. Die Fälle wo Diplomatie gegen nukleare Bewaffnung geholfen hat, kannst du ja mal aufzählen.

Iran zum Beispiel. Es stimmt nicht was du sagst. Die IAEO, die du ja anscheinend ernst nimmst, hat mehrfach bestätigt, dass Iran sich an das Abkommen gehalten hat. Selbst 2026 gibt es laut IAEO "keine Hinweise auf Atomwaffen-Programm im Iran."

Fanatiker mit großen Zielen lassen sich von Diplomatie nicht aufhalten.

Mit Bombardierung erschafft man erst die Fanatiker mit großen Zielen. Iran will Israel vernichten? Könnte es damit zusammenhängen, dass Israel es einfach nicht lassen kann, Iran zu bombardieren? Und das unter Jubel von Typen wie dir.

Euch fällt einfach nicht mal mehr auf, dass ihr kontinuierlich die Situation erzeugt, vor der ihr euch dann fürchten könnt um natürlich mit noch mehr Gewalt zu reagieren. Was passiert zum Beispiel, wenn Russland und China dem Iran Sicherheitsgarantien geben? Dann hast du eine Situation, die fast deckungsgleich mit der von 1914 in Europa ist. Auch damals ging es um die Russen. Und als selbst die SPD mit exakt der selben Logik die du hier präsentierst den Kriegskrediten zugestimmt hat, gab es kein Halten mehr. Das Ergebnis war nicht nur der 1. Weltkrieg, sondern auch die Entstehung von populären Fanatikern wie Hitler, der ohne den 1. Weltkrieg gar nicht erklärbar ist. Eine Spirale die sich immer weiterdreht, bis die Bombe auf das eigene Haus fällt. Aber ich ahne schon, dass nicht mal dann zur Besonnenheit tendiert würde, sondern vor lauter Patriotismus berauscht ein totaler Krieg gefordert wird. Bis das letzte Licht auf der Erde ausgeht.

Außerdem kann Diplomatie sehr viel mehr. Ich mach mal einen Vorschlag zum Thema Russland, den ich kürzlich gelesen habe: Ein eurasischer Staatenbund unter Einbeziehung von Russland, China usw. Der Preis den wir dafür zahlen müssten ist der Austritt aus der Nato, ein Bündnis aus dem kalten Krieg, das nach wie vor Dafür Frieden auf dem Kontinent.

Das Geschrei von selbsternannten Pazifisten nach Diplomatie ist blauäugig und verweigert die Realität, sie Russland

Im Gegenteil. Wer sich die Geschichte von Russland und Westeuropa anschaut wird sehr schnell feststellen, dass es nicht so einfach ist, wie du das beim Lanz von Bundeswehrprofessoren gesagt bekommst. Europa hat seinen erheblichen Anteil an der derzeitigen Situation. Man kann das leugnen und sich gegenseitig immer selbst versichern, dass der Hauptgrund für den derzeitigen Krieg in der Boshaftigkeit von Putin liegen muss. Das hat den schönen Nebeneffekt, sich weiterhin als Teil der Guten sehen zu können. Aber so funktioniert Geopolitik nicht.

Die jetzige Aufrüstung in Westeuropa wird nichts anderes bringen, als die Aufrüstung in Russland zu verstärken bis wieder ein ausgeglichener Zustand erreicht ist. "Aha", sagt jetzt der erleuchtete Grünenwähler "dann müssen wir nur warten, bis Russland an der Rüstung zugrunde geht wie im kalten Krieg". Dabei wird eben vergessen, dass wenn wir nicht zufällig einen besonnenen Menschen wie Gorbatschow an der Spitze der UdSSR gehabt hätten, die laufenden Kosten für die Rüstung ganz einfach durch Krieg beseitigt geworden wären. Warum die Panzer und Raketen verrotten lassen, wenn man den US damit doch noch eins auswischen kann? Wir erschaffen also eine ökonomische Notwendigkeit Russlands, Krieg zu führen.

Israel dagegen hat nicht das Ziel jemanden zu vernichten

welchem Ziel dient deiner Ansicht nach der Genozid in Gaza? Israel ist eine konstante Bedrohung für alle Menschen im nahen Osten. Inklusive der Israelis. Aktuell mal wieder im Libanon.

Es ist ein ganz dramatischer Unterschied wer Atomwaffen hat

"Wir sind die Guten".

Duckmäusertum vor Tyrannen meinst du wohl.

Leute die nicht für die Dummheit von Falken wie dir sterben wollen.