this post was submitted on 29 Nov 2025
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MODERATORS
top 33 comments
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[–] daw@feddit.org 45 points 23 hours ago (5 children)

Ich wünsche mir dass die Grünen sich radikal als Partei der Rationalität aufstellen und so langfristig als zukünftige Mitte der politischen Landschaft fungieren können.

Vorschlag für derartige Grundlinien:

Menschengemachter Klimawandel? Real.

Sicherheit? Reales Problem, kann man nicht idealistisch wegignorieren.

100% Freie Marktwirtschaft? Nicht mit einer sozialen Gesellschaft und einem endlichen Planeten vereinbar.

Marktwirtschaft? Als effizienter Mechanismus zur Ressourcenallokation benötigt, Marktverzerrung und Zielkonflikte regulatorisch lösen.

Starke Sozialsysteme? Wirtschaftlich förderlich, Gesellschaftlich notwendig, demokratiefördernd, notwendig um Bereitschaft und Resilienz der Bevölkerung bei großen Umbrüchen aufrecht zu erhalten.

Wirtschaftliche Ungleichheit? In Maßen unumgänglich und motivierend sowie freiheitlich geboten.

Chancenungleichheit, Intergenerationale Akkumulation? Nicht mit einer FDGO vereinbar, muss durch bissige Erbschaftssteuern sowie staatliches Grunderbe für alle gebrochen werden.

Hoher Mindestlohn? Geboten da gesellschaftlich und ökonomisch Sinnvolle. Treibt außerdem die Produktivität/Effizienz der Wirtschaft an.

Revolution? Nicht demokratisch legitimiert, keine Option.

Reformen? Machbar, demokratisch und in revolutionärem inhaltlichen Ausmaß notwendig.

Wachstum? Menschliche Grundfunktion

BIP-Wachstum? Nicht entscheidend.

Wachstum an Materialumsatz der Wirtschaft? Nicht ok da nicht zukunftsfähig und nicht mit einer endlichen Welt vereinbar, außerdem fragliche internationale Abhängigkeiten.

Wachstum an Lebensqualität? Definitiv gewünscht

Wachstum der wirtschaftlichen Möglichkeiten des Durchschnittsbürgers? Gewünscht aber durch Teilhabe an der Wirtschaft zu lösen nicht durch BIP-Wachstum.

Ungeregelte Flüchtlingsströme? Unmenschlich und nicht mit rechtsstaat vereinbar sowie fehlende Legitimität.

All Refugees Welcome? Ja bitte, (menschlich geboten sowie) demografisch und wirtschaftlich unausweichlich.

Entwicklungshilfe? Wichtiges Instrument für internationale Softpower, Möglichkeit zum Aufbau wirtschaftlich beidseitig förderlicher Partnerschaften, Unumgänglich vor dem Hintergrund der Klimagerechtigkeit sowie notwendig um Klimaschutz weltweit zu verankern. Nur für Staaten welche sich in Richtung Demokratie bewegen bzw da schon sind.

Klimaschutz? Schutz der Lebensgrundlagen und damit Wirtschaftsschutz, Schutz von Märkten, "Schutz vor Flüchtlingswellen"

Fleischkonsum? In der derzeitigen Masse Gesundheitsschädlich, Umweltschädlich, Menschenfeindliche. Grundsätzlich dem Individuum freigestellt aber Gesellschaftlich im Ungleichgewicht.

Keine Ideologie außer Demokratie und der eingebettete Wert, dass jeder Mensch gleich viel Wert ist und deswegen die gleichwertigen Chancen verdient. (Chancengleichwertigkeit -> wer eine härtere Ausgangslage hat verdient mehr Unterstützung)

Damit deckt man den praktischen, funktionalen und notwendigen Teil der Politik ab; bietet konkrete Lösungen; umgeht Glaubensfragen größtenteils und bleibt Anschlussfähig für demokratisches Arbeiten und Kompromisse in alle Richtungen.

Ich habe auch tiefergreifende Wertevorstellungen aber es gibt so viele Fragen die man einfach rational und aus einer Mensch-zentrierten-Perspektive beantworten kann.

[–] Kaijobu@discuss.tchncs.de 10 points 23 hours ago (1 children)

Ich stimme bei so ziemlich allem zu. Allerdings ist die Gesellschaft so weit nach rechts gewandert, dass dein Wunsch der "politischen Mitte", die ja so nie existieren kann, bei all den sozialen Themen der Chancengleichheit und Menschenwürde und Unterstützung der Ärmeren recht weit links anzusiedeln ist.

Und dennoch wäre all das wünschenswert und gut für uns alle!

[–] daw@feddit.org 6 points 22 hours ago

Deswegen ist es ja so wichtig sich auf Rationalität zu fokussieren. Das macht es ungeheuer viel einfacher Überzeugungsarbeit zu vollbringen, da man sich auf harte Fakten stützen kann. Politik sollte ja auch sein, Narrative zu entwickeln und diese anderen Bullshiterzählungen als Alternative entgegenzusetzen; nicht sich auf Bullshitnarrative einzulassen und diese dann noch irgendwie versuchen zu spinnen.

[–] phneutral@feddit.org 6 points 23 hours ago (1 children)

Auch wenn ich selbst deutlich linker zu verorten bin, würde mir eine solche grüne Partei als bürgerliche links-mitte Vertreterin eines öko-sozialen Blocks im Bundestag sehr gut gefallen.

Was mir wichtig wäre: es darf keine Berührungsängste mit den Linken geben. Wer ernstzunehmend linke Politik in Deutschland durchsetzen möchte, muss auch linke Bündnisse schmieden und anführen können.

[–] daw@feddit.org 3 points 22 hours ago* (last edited 22 hours ago)

Mir ist das mit den Bündnissen auch wichtig. Es scheint mir nicht so, dass die Grünen da grundsätzliche Berührungsängste haben, ich glaube es wäre sogar einfacher für die Partei als mit der Pseudoliberalen FDP zu koalieren.

[–] saimen@feddit.org 5 points 23 hours ago

Ich kann dem nur eins hinzufügen: bitte werde (aktives) Mitglied

[–] SrMono@feddit.org 5 points 23 hours ago

Ich kann Dir leider nur einen like geben 😔

[–] plyth@feddit.org 1 points 22 hours ago (1 children)

Hoher Mindestlohn? Geboten da gesellschaftlich und ökonomisch Sinnvolle.

Warum ist es ökonomisch sinnvoll?

[–] daw@feddit.org 6 points 21 hours ago (1 children)

Abstrakt: Da die Wertschöpfung in einem Geldbasiertem System über das Handeln mit Geld entsteht und nicht über das Halten von Geld. Zusätzlich entsteht Wertschöpfung da wo Ressourcen mit dem meisten Effekt eingesetzt werden. Auch die Art der Ausrichtung einer Wirtschaft verändert je nach Nachfrage, wobei die These ist, dass Dinge die von vielen Menschen gebraucht werden auch einen großen Nutzen haben.

Praktisch: Jemand der Mindestlohn verdient hat nicht soviel Geld und wird wahrscheinlicher einen zusätzlichen Euro ausgeben als jemand der viel verdient. Dies kurbelt die Binnennachfrage an.

Dann gibt es die Frage nach dem Nutzen. Jemand der Mindestlohn verdient, hat vermutlich nicht viel unnötigen Schnickschnack und wird vermutlich eher eine stark nutzbringende Investition tätigen mit dem zusätzlichen Euro als jemand der schon alles hat. Beispiel: Ein Mensch der Mindestlohn verdient kann sich das D-Ticket nicht leisten. Er verdient 60€ mehr und kauft sich ein D-Ticket und kann plötzlich weniger Zeit und Energie mit laufen verbringen. Diese Energie setzt er jetzt ein um sich selbst einen passenderen Job zu suchen in dem er produktiver ist und seinem Kind bei der Schule zu helfen, was daraufhin bessere Chancen auf einen besseren Job hat. Mit dem Ticket kann er auch einen besseren Job der weiter entfernt ist annehmen. Jemand der ein Unternehmen besitzt freut sich dass der Mindestlohn nicht erhöht wurde und kauft sich von dem Geld einen Hummer und erzeugt damit genau die Wertschöpfung im Wert von einem Hummer. -> law of Diminishing returns / Ertragsgesetz (https://de.wikipedia.org/wiki/Ertragsgesetz) Wenn viele Akteure in der Wirtschaft in dem für sie effizienten Bereich investieren also am Anfang der Nutzenkurve

wird das geld in der Wirtschaft insgesamt effektiver ausgegeben.

Außerdem würde die Nachfrage näher an den tatsächlichen Bedürfnissen der Bevölkerung verankert welches die Wirtschaft effizienter macht in der Befriedigung von Bedürfnissen was ja der gesamte Sinn hinter so einer Wirtschaft ist

Konkret dazu:

https://youtu.be/8oTo1KB07PU?t=17m55s

https://www.zeit.de/wirtschaft/2025-04/lohnpolitik-mindestlohn-gewerkschaften-arbeitsmarkt-arbeitsbedingungen


Ich kann an Inhalten empfehlen:

Surplus Magazin (sowohl Schriftform als auch Podcastinhalte)

Geld für die Welt

https://youtube.com/@maurice_hoefgen

In Verbindung mit Gary's Economics (viel zum Thema Gleichheit in Verbindung mit Wirtschaft)

https://youtube.com/@garyseconomics

Das Ganze fußt dann irgendwann tiefergehend auch auf https://de.wikipedia.org/wiki/Keynesianismus

[–] plyth@feddit.org 1 points 15 hours ago* (last edited 4 hours ago)

Grossartiger Kommentar. Danke.

Was ich anders sehe:

Geld liegt nicht auf der Bank sondern wird verliehen. Irgendjemand gibt es immer aus.

Wenn Mindestlohn zu Automatisierung führt gibt es Menschen ohne Lohn.

Der Grenznutzen des Konsums ist für sich ein sehr schönes Argument. Neben Konsum erzeugt Geld bei Reichen Risikokapital, dessen Investition möglicherweise einen noch größeren Nutzen erzeut.

[–] treep@lemmy.world 40 points 1 day ago

"Die Solidargemeinschaft soll nicht für Therapien aufkommen, deren Wirksamkeit über den Placeboeffekt hinaus wissenschaftlich nicht belegt ist", heißt es in dem verabschiedeten Antrag. Die Kostenerstattung suggeriere eine Wirksamkeit homöopathischer Mittel und führe Patienten in die Irre.

Eben! Das ist, was ich seit Jahren in jeder irl Diskussion über Homöopathie sage.

[–] matengor@lemmy.ml 91 points 1 day ago
[–] A_norny_mousse@feddit.org 42 points 1 day ago (3 children)

Bin mal gespannt wie viele sich jetzt "enttäuscht" von den Grünen ab- und der AfD zuwenden. Oder das zumindest lauthals online verkünden.

[–] DrunkenPirate@feddit.org 51 points 1 day ago (2 children)

Sollen sie doch gehen. Das sind diese Extrem-Eso-Ökos, die sowieso viele Schnittstellen zu den völkischen Rechtsextremen haben.

[–] Phineaz@feddit.org 20 points 1 day ago (2 children)

Ich glaube, die meisten sind davon schon während Covid zur AfD gegangen.

[–] Anivia@feddit.org 7 points 23 hours ago

Ja, die Schnittmenge zu den Impfschwurblern ist groß

[–] trollercoaster@sh.itjust.works 2 points 23 hours ago

Da bleibt ja die Hoffnung, dass sich das Naziproblem bei der nächsten Pandemie einfach biologisch löst.

[–] Emopunker@feddit.org 1 points 15 hours ago

Für Schwurbler gibts ja die ÖDP oder die Basis.

[–] Lemmchen@feddit.org 29 points 1 day ago (1 children)
[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 20 points 1 day ago (2 children)
[–] NotAnonymousAtAll@feddit.org 20 points 1 day ago

ERKENNTNISGEWINN

[–] Phineaz@feddit.org 5 points 1 day ago (1 children)
[–] Elchi@feddit.org 3 points 21 hours ago (1 children)
[–] trollercoaster@sh.itjust.works -3 points 1 day ago (3 children)

Und warum haben sie das nicht schon gemacht, als sie mitregiert haben?

Messt Politiker und Parteien nicht daran, was sie labern, wenn sie gerade keine Macht haben, sondern daran, was sie tun, wenn sie Macht haben.

Bevor die Grünen letztes Mal mitregiert haben, waren sie auch gegen die Ausweitung von Braunkohletagebauen. Während sie mitregiert haben, war das plötzlich anders.

[–] Melchior@feddit.org 8 points 22 hours ago

Bevor die Grünen letztes Mal mitregiert haben, waren sie auch gegen die Ausweitung von Braunkohletagebauen. Während sie mitregiert haben, war das plötzlich anders.

Und gleichzeitig mit der Entscheidung das zu erlauben auch den Kohleausstieg in NRW 8 Jahre nach vorne geschoben. Dazu ist Lüzerath das einzige Dorf was weggebaggert wird, womit drei Dörfer wo teilweise schon der wegzug geplant war erhalten bleiben. Es ist halt das Problem beim mitregieren. Es ist halt besser als der Status vorher, aber nicht das was die Grünen gefordert haben.

Messt Politiker und Parteien nicht daran, was sie labern, wenn sie gerade keine Macht haben, sondern daran, was sie tun, wenn sie Macht haben.

Ja, aber bitte für alle Parteien. Zum Beispiel sieht man gerade, dass der SPD Klimapolitik egal ist. Die FDP war ganz klar schon während der Ampel dagegen. Sprich was die Grünen gemacht haben, ist das Verkaufsverbot für neue fossile Autos auf EU Ebenen durchzubekommen, das Heizungsgesetz und wirklich viele positive kleine Änderungen wie Balkonkraftwerke. Das sind ganz klar gute Änderungen.

Das gilt im Übrigen für alle Parteien. Die machen nie was sie versprechen. Die Linke regierte zum Beispiel beim Deutsche Wohnen enteignen Volksentscheidt in Berlin, hat die Wohnungen aber trotz ihrer Worten nicht verstaatlicht.

Und warum haben sie das nicht schon gemacht, als sie mitregiert haben?

In dem Fall ist das eine parteininterne Entscheidung. Sprich während der Ampel war das noch nicht die Position der Grünen.

[–] daw@feddit.org 11 points 23 hours ago* (last edited 23 hours ago) (1 children)

Du hast wirklich einfach Demokratie nicht begriffen.

Also grundsätzlich stimme ich dir natürlich zu aber das ist doch einfach keine praxisbezogene (realitätsorientierte) Ansicht.

A) Stichwort: mitregiert

B) Parteien sind selbst demokratische Gebilde, die sich ständig weiterentwickeln (siehe da auch die Linke)

[–] Obin@feddit.org -4 points 23 hours ago* (last edited 23 hours ago) (1 children)

Ok, ich würde dir in dem Punkt ja zustimmen, wenn die Grünen durch diese Kompromisse irgendein politisches Kapital erlangt hätten (haben sie nicht) und dieses dann gewinnbringend eingesetzt hätten um wichtigere Ziele durchzusetzen, z.B. allen voran einen sozial gerechten Ausgleich für die steigenden Preise (eben z.B. ein Klimageld), damit Klimapolitik in der Gesellschaft mehrheitsfähig wird und bleibt. Der war theoretisch im Wahlprogramm aller drei Parteien und im Koalitionsvertrag und trotzdem haben die Grünen es geschafft sich die Butter vom Brot nehmen zu lassen.

Also komm mir nicht mit Realpolitik wenn das wieder nur ungezügelten Neoliberalismus bedeutet. Das Argument steht und fällt damit, ob die Kompromisse dir effektive Politik ermöglichen oder nicht. Und an dem Punkt haben die Grünen einfach jedweden Vertrauensvorschuss verloren. Die Shitshow der Ampelregierung und wie sie sich nach Strich und Faden, von vorne bis hinten verarschen haben lassen (oder halt den Wähler nach Strich und Faden verarscht haben...) ist nicht zu entschuldigen.

[–] daw@feddit.org 6 points 23 hours ago* (last edited 22 hours ago)

So ein absolutistischen Schmarrn. Auf einzelne Streitpunkte lasse ich mich ein aber dass die Ampelregierung angeblich NICHTS besser gemacht oder bewegt hat ist einfach falsch.

Stell dir mal vor wie eine Regierung ohne die Grünen ausgesehen hätte.

Beinahe so schizo wie zu denken dass die Grünen plötzlich inhaltlich für Braunkohletagebau gewesen wären.

War ich zufrieden: Nein Hilft dieser undifferenzierte Quatsch irgendwem weiter: erst Recht nicht

[–] LH0ezVT@sh.itjust.works 5 points 20 hours ago

Ich bin kein blinder Anhänger der Grünen. Aber mit dem Thema tun die sich schon seit Jahr(zehnt)en schwer. Von daher bin ich froh, wenn sich was in die richtige Richtung entwickelt.

Wenn morgen die AfD beschließt, dass Einwanderung notwendig und Aktzeptanz wichtig sind, würde ich das auch gut finden. Natürlich würde ich die Partei trotzdem als Ganzes scheiße finden. Das eine schließt das andere nicht aus.