this post was submitted on 29 Nov 2025
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[–] plyth@feddit.org 1 points 1 day ago (1 children)

Hoher Mindestlohn? Geboten da gesellschaftlich und ökonomisch Sinnvolle.

Warum ist es ökonomisch sinnvoll?

[–] daw@feddit.org 6 points 1 day ago (1 children)

Abstrakt: Da die Wertschöpfung in einem Geldbasiertem System über das Handeln mit Geld entsteht und nicht über das Halten von Geld. Zusätzlich entsteht Wertschöpfung da wo Ressourcen mit dem meisten Effekt eingesetzt werden. Auch die Art der Ausrichtung einer Wirtschaft verändert je nach Nachfrage, wobei die These ist, dass Dinge die von vielen Menschen gebraucht werden auch einen großen Nutzen haben.

Praktisch: Jemand der Mindestlohn verdient hat nicht soviel Geld und wird wahrscheinlicher einen zusätzlichen Euro ausgeben als jemand der viel verdient. Dies kurbelt die Binnennachfrage an.

Dann gibt es die Frage nach dem Nutzen. Jemand der Mindestlohn verdient, hat vermutlich nicht viel unnötigen Schnickschnack und wird vermutlich eher eine stark nutzbringende Investition tätigen mit dem zusätzlichen Euro als jemand der schon alles hat. Beispiel: Ein Mensch der Mindestlohn verdient kann sich das D-Ticket nicht leisten. Er verdient 60€ mehr und kauft sich ein D-Ticket und kann plötzlich weniger Zeit und Energie mit laufen verbringen. Diese Energie setzt er jetzt ein um sich selbst einen passenderen Job zu suchen in dem er produktiver ist und seinem Kind bei der Schule zu helfen, was daraufhin bessere Chancen auf einen besseren Job hat. Mit dem Ticket kann er auch einen besseren Job der weiter entfernt ist annehmen. Jemand der ein Unternehmen besitzt freut sich dass der Mindestlohn nicht erhöht wurde und kauft sich von dem Geld einen Hummer und erzeugt damit genau die Wertschöpfung im Wert von einem Hummer. -> law of Diminishing returns / Ertragsgesetz (https://de.wikipedia.org/wiki/Ertragsgesetz) Wenn viele Akteure in der Wirtschaft in dem für sie effizienten Bereich investieren also am Anfang der Nutzenkurve

wird das geld in der Wirtschaft insgesamt effektiver ausgegeben.

Außerdem würde die Nachfrage näher an den tatsächlichen Bedürfnissen der Bevölkerung verankert welches die Wirtschaft effizienter macht in der Befriedigung von Bedürfnissen was ja der gesamte Sinn hinter so einer Wirtschaft ist

Konkret dazu:

https://youtu.be/8oTo1KB07PU?t=17m55s

https://www.zeit.de/wirtschaft/2025-04/lohnpolitik-mindestlohn-gewerkschaften-arbeitsmarkt-arbeitsbedingungen


Ich kann an Inhalten empfehlen:

Surplus Magazin (sowohl Schriftform als auch Podcastinhalte)

Geld für die Welt

https://youtube.com/@maurice_hoefgen

In Verbindung mit Gary's Economics (viel zum Thema Gleichheit in Verbindung mit Wirtschaft)

https://youtube.com/@garyseconomics

Das Ganze fußt dann irgendwann tiefergehend auch auf https://de.wikipedia.org/wiki/Keynesianismus

[–] plyth@feddit.org 1 points 18 hours ago* (last edited 7 hours ago)

Grossartiger Kommentar. Danke.

Was ich anders sehe:

Geld liegt nicht auf der Bank sondern wird verliehen. Irgendjemand gibt es immer aus.

Wenn Mindestlohn zu Automatisierung führt gibt es Menschen ohne Lohn.

Der Grenznutzen des Konsums ist für sich ein sehr schönes Argument. Neben Konsum erzeugt Geld bei Reichen Risikokapital, dessen Investition möglicherweise einen noch größeren Nutzen erzeut.