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Wer soll denn in der Anarchie Geld und Macht haben? Die Abstinenz dessen ist ja einer der Grundgedanken.
Der den größeren Schlägertrupp hat?
Wodurch "hat" er den denn? Wieso sollten die Schlâger*innen ihm gehorchen?
Weil sie dann zusammen stärker sind und bestimmen können. Menschen neigen nunmal zu Gruppenbildung. Die Menschheit kommt doch quasi von der Anarchie und dadurch hat sich über die Geschichte (Stämme ->Völker->Königreiche->Nationen) das ganze Geflecht aus Staaten und Gesetzen gebildet. Verstehe nicht warum wir jetzt wieder zurück sollten. Klar ist das jetzige System nicht perfekt, aber wir sollten auf den Errungenschaften aufbauen und nicht alles über den Haufen werfen
@saimen @tofu Was genau definiert Du dabei als Anarchie?
Ich Frage nur deshalb weil die meisten Menschen Anarchie mit Anomie verwechseln, woran vor allem die Politik und die Medien Verantwortung tragen.
Die Abwesenheit von Hierarchie
Geschichte ist nicht linear und auch kein Fortschritt per se, auch wenn das gerne populärwissenschaftlich darauf heruntergebrochen wird. Wir haben den Status Quo, weil diese Systeme Machtkonzentration durch Ausbeutung ermöglicht und erweitert haben und sich jetzt darum herum ein weitgehend selbsterhaltendes System aufgebaut hat (und eben nicht, weil es das beste System für die Behandlung von Menschen war). Ausbeutung ist da drin aber kein Fehler, sondern dem System intrinsisch (siehe die Geschichte ab 1820). Alle positiven Aspekte sind Zugeständnisse, die regelmäßig zur Disposition gestellt werden können (40Std-Woche, Arbeitsschutz). Wachstum durch Ausbeutung kann dagegen niemals infrage gestellt werden. Deshalb lässt sich das System nicht reformieren.
Wenn du einen Hund hast, behandelst du ihn womöglich auch gut, wenn er sich gut verhält. Das macht ihn aber nicht unbedingt freier, sondern er läuft immer noch an seiner Leine.
Klar kann man darüber streiten ob es sowas wie Fortschritt gibt in der Menschheitsgeschichte aber natürlich gibt es so etwas wie eine Kausalitätskette. Und es ist nunmal so, dass sich aus dem Urzustand der Anarchie der heutige Zustand entwickelt hat. Mein Punkt ist, dass diese Entwicklung sehr wahrscheinlich wieder so ähnlich eintreten wird. Oder wie stabilisiert sich eine Anarchie? Die Bedürfnisse und die psychosoziale Struktur ist doch so, dass es quasi sofort zu Gruppenbildungen kommt und sei es am Anfang nur die jeweilige Familie. Zwischen den Gruppen kommt es zu Machtkämpfe und innerhalb der Gruppen muss eine Ordnung hergestellt werden und schon hat man Hierarchien, die sich immer weiterentwickeln bis man zu soetwas wie Nationen gelangt.
Und wie oder wer entscheidet jetzt ob es besser für den Hund ist sich nicht um seine Nahrung, Sicherheit usw. kümmern zu müssen oder nicht an der Leine laufen zu müssen? Gar nicht so trivial zu sagen in welcher Option der Hund "freier" ist.
Über das 'sollen' ließe sich ja noch streiten. Ich sehe halt nicht, warum wir zurück 'würden'.
Wie du schon sagst: so lange auch nur eine Gruppe sich mehr davon verspricht, sich einfach gegen den Rest zu verbünden und die eigenen Vorstellungen durchzudrücken, wird es nicht klappen.
Das ist doch letztlich in allen Gesellschaftsformen so, das einzelne Grenzen testen und zu ihrem Vorteil verschieben möchten.
Warum solltest du für jemanden kämpfen und die Gesundheit von dir und deiner Familie/Freund*innen aufs Spiel setzen, wenn dir die anderen Herrschaftsfreiheit und die Erfüllung deiner Bedürfnisse bieten?
Der Vorteil ist die Erfüllung deiner Bedürfnisse. Wenn du lieber alleine unterwegs sein möchtest, dann mach das. Kooperation ist und bleibt aber der Schlüssel zum Erfolg menschlicher Gesellschaften. Ist das kompliziert? Fraglos. Ist das möglich? Definitiv.
Warum will Trump immer mehr Macht, obwohl er Geld hat, eine Familie, ein Haus, keinen Hunger leidet, etc? Warum will Putin die Ukraine erobern, obwohl er bereits das größte Land der Erde besitzt? Warum schmeißt sich sein Volk für ihn bereitwillig an die Front und lässt sich verheizen? Warum will China unbedingt Taiwan erobern, obwohl das wirtschaftlicher Selbstmord ist und der Entwicklung des eigenen Volk abträglich? Warum wählen Menschen in Deutschland, denen es global gesehen extrem gut geht, die AfD? Weil der Mensch an sich halt, sobald er etwas hat, einfach oft immer noch ein bisschen mehr will.
@tofu @SomeOneWithA_PC Diejenigen, die gleicher sind, siehe Orwell, Farm der Tiere.
Das Buch von ihm hab ich noch nicht gelesen, aber da er Anarchist war, würde ich Mal vermuten, dass er da eher auf den staatlichen Sozialismus anspielt, wie in seinen anderen Büchern auch? In dem Kontext kenne ich den Spruch auch eher.