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[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 12 points 1 week ago (3 children)

mit der richtigen Kommunikationsstrategie hätte die AfD zur Alternative gehen die CDU aufgebaut werden können.

Die etablierten Medien haben die AfD als Nazipartei dargestellt so dass die Nazis sie unterstützt haben und kritische Konservative nicht eingetreten sind. Hätte man das neutralisiert, würde die AfD eine wählbare Alternative zur CDU sein.

Das ist in seiner Kernaussage so dermaßen falsch. Die AfD hat sich nicht aufgrund der Berichterstattung durch "etablierte Medien" (rechte Dogwhistle btw) zum Rechtsextremismus hin entwickelt, sondern aufgrund interner Vorgänge, die von Anfang an gewirkt haben.
Björn Höcke zum Beispiel hat 2013 den Thüringer Landesverband und einen Kreisverband mitgegründet, wurde im selben Jahr noch der Landessprecher und Spitzenkandidat für die Bundestagswahl.
2014 wurde er wieder zum Landessprecher, Spitzenkandidat für die Landtagswahl, bekam ein Mandat und wurde Fraktionsvorsitzender.
Höckes rechsextremes Gedankengut waren damals schon bekannt (u.a. hatte Höcke früher schon an Neonazi-Aufmärschen teilgenommen und musste sich für geschichtsrevisionistische Aussagen entachuldigen, die er in seiner Funktion als Lehrer getätigt hatte) und das war deutlich bevor Medien anfingen, über die AfD als rechtsextrem zu berichten.

Alexander Gauland ist ebenfalls Gründungsmitglied und war 2014 für die brandenburgische Landtagswahl Spitzenkandidat und wurde anschließend Fraktionsvorsitzender.
Gauland hat 2013 gesagt, mit einem EU-Beitritt der Türkei verlöre Europa seine "abendländische Identität", eine völkisch-rassistische Argumentation. Das "Bismarck-Papier", in dem Gauland diese Position vertritt, war ein von ihm verfasstes außenpolitisches Strategiepapier, in dem nationalistische Untertöne leicht erkennbar waren. Gauland hat außerdem schon 2014 die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Russland mit völkischem Nationalismus gerechtfertigt.

Die AfD wurde nicht von außen für rechtsextrem erklärt und sich dann deswegen in die Richtung entwickelt. Sie war von Anfang an von Rechtsextremen Elementen durchsetzt, die eine Machtübernahme von innen vollführt haben.

[–] plyth@feddit.org -1 points 6 days ago

Ich hab den Anfang geschaut.

13 min: NPD Ausschluss, Mitgliederprüfung (mit Hinweis auf Unterwanderung in anderen Kreisen)

18 min: Anteil der Medien am Rechtsruck, wobei Höcke schon rechtsextrem war.

Das ist genau das, was ich sage. Wird das noch widerlegt? Es ist etwas, das nicht ins aktuelle Narrativ passt und daher hier von der Mehrheit nicht akzeptiert werden kann. Das Video zeigt, dass das Narrativ falsch ist und dass der Ursprung der AfD konservativ ist und bei anderer Berichterstattung die Extremisten nicht die Mehrheit bekommen hätten.

Was nicht angesprochen wurde, ist, dass die AfD, wie Trump, überproportional viel Aufmerksamkeit bekommen hat und dadurch erst bekannt und erfolgreich wurde.

Die AfD ist ein Werkzeug der Elite. Solange die Medien von der Elite kontrolliert werden verpufft jeder Einsatz gegen die AfD. Es muss genau so gewollt sein, da es die Resourcen der Bürger bindet.

Eine weitere konservative Partei würde AfD und CDU die engagierten Mitglieder nehmen, eine Regierungsbeteiligung der linken Parteien ermöglichen und so die Kontrolle über die Medien bringen, mit der man rechte Propaganda beenden kann, und hoffentlich linke nicht beginnt.

Schreiber Zitat

Dann gibt es noch dieses Zitat, wonach zu dem Zeitpunkt ihrer Meinung nach noch 50% normale Konservative in der Partei waren, wenn man die anderen abzieht.

Heute bestehe die AfD nach Angaben Schreibers „zu 15 Prozent aus Neonazis, 20 Prozent Nationalromantischen mit Kaiserreichsaffinität und 15 Prozent Mitläufern

https://de.wikipedia.org/wiki/Franziska_Schreiber

[–] JensSpahnpasta@feddit.org 9 points 1 week ago (1 children)

Genau. Wer auch nur etwas aufmerksam zugeschaut hat, konnte von Anfang an den Weg, den die AfD gegangen ist, vorhersehen. Es war völlig klar, dass diese Partei sich anfangs als Wolf im Schafspelzpelz gibt, aber dass sie knallhart rechtsextrem ist. Das war sie auch schon unter Lucke, dort hat sie es nur besser versteckt. Dieses Ressentiment, dieses Andocken an andere radikalere europäische Rechtsparteien, alles war vollkommen offensichtlich für jeden, der es sehen wollte. Und wer zum Beispiel auf Twitter unterwegs war oder in diversen Kommentarspalten, hat auch schon von Anfang an gesehen, wie das AfD-Fußvolk unterwegs ist.

[–] saimen@feddit.org 3 points 6 days ago

Bzw. ist es bei jeder neuen erfolgreichen Partei so, dass von Nazis versucht wird sie zu unterwandern. Habe das zB bei der Piratenpartei mitbekommen. Bei der AfD wurde das einfach zu lange toleriert bzw. war die Grundausrichtung eben auch schon sehr rechts, dass eine Abgrenzung schwerer war. Aber es gab ja schon noch recht lange einige relativ rationale Leute wie Meuthen, die dann aber alle ausgetreten sind weil der Naziflügel nicht mehr zu kontrollieren war.

[–] plyth@feddit.org -2 points 1 week ago (4 children)

Die Existenz von Rechtsextremen beweist nicht, dass die AfD eine rechtsextreme Partei werden musste.

Lucke wurde abgewählt, weil er den Rechtsruck nicht mitmachen wollte. Wären zu dem Zeitpunkt mehr nornal Konservative beigetreten, hätte er die Wahl nicht verloren und die AfD wäre eine andere Partei.

Sie war von Anfang an von Rechtsextremen Elementen durchsetzt, die eine Machtübernahme von innen vollführt haben.

Genau das hätte mit mehr normal Konservativen verhindert werden können.

Viel wichtiger ist aber, dass die linken jetzt helfen könnten, eine neue konservative Partei aufzubauen, die weder rechtsextrem noch kapitalistisch korrupt ist, um CDU und AfD die Macht zu entziehen.

[–] kossa@feddit.org 1 points 6 days ago

dass die linken jetzt helfen könnten, eine neue konservative Partei aufzubauen

Die Linke hat ja dabei "geholfen". Das BSW ist doch genau, was du meinst?

Wirtschaftspolitisch eher progressiv, gesellschaftspolitisch konservativ/reaktionär.

Scheint ja nicht viel zu helfen ¯\_(ツ)_/¯

Davon ab, dass es darin halt schnell Widersprüche gibt, wenn man versucht solche Positionen in einer Partei zu vereinen.

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 6 points 1 week ago* (last edited 1 week ago) (1 children)

Wären zu dem Zeitpunkt mehr nornal Konservative beigetreten, hätte er die Wahl nicht verloren und die AfD wäre eine andere Partei.

Und warum hätten diese magischen Konservativen das tun sollen?

Digga, guck die Doku. Ernsthaft. Irgendein Hätten-Tuten-Täten-Geschwurbel bringt nichts und ist Energieverschwendung. Die AfD war immer auf Kurs Rechtsextrem, sich irgendwas auszudenken, wie man das hätte verhindern können und dass das nicht passierr ist irgendjemandem als Versäumnis anhängen zu wollen, ist ehrlich gesagt unter aller Kanone und erleichtert Rechstextreme um ihre Verantwortung.

Viel wichtiger ist aber, dass die linken jetzt helfen könnten, eine neue konservative Partei aufzubauen, die weder rechtsextrem noch kapitalistisch korrupt ist, um CDU und AfD die Macht zu entziehen.

Warum sollten Linke das tun? Politischer Konservativismus ist nichts gutes und immer kapitalistisch. Stattdessen sollten Demokraten, Progressive, Linke, usw. daran arbeiten, den öffentlichen Diskurs wieder zu normalisieren und Menschen dabon überzeugen, dass rechts zu wählen das Land und die Welt wie wir sie kennen (you know, unsere Zivilisation, Demokratie, Menschenrechte und der ganze geile Scheiß) gegen die Wand fährt.

[–] plyth@feddit.org 0 points 6 days ago* (last edited 6 days ago) (2 children)

Und warum hätten diese magischen Konservativen das tun sollen?

Weil die CDU korrupt ist.

Die AfD war immer auf Kurs Rechtsextrem

Lucke ist abgesetzt worden. Da kann man schon fragen, woran das lag.

Warum sollten Linke das tun? Politischer Konservativismus ist nichts gutes

Besser als offener Faschismus, oder?

und immer kapitalistisch.

So die kommunistische Theorie. Monarchie ist ursprünglich der Gegenspieler der Bourgeoisie.

Nach der Theorie gilt das aber für alle Parteien, die die Marktwirtschaft erhalten. Wenn die SPD nicht kapitalistisch ist dann kann es eine konservative Partei auch sein.

Stattdessen sollten Demokraten, Progressive, Linke, usw. daran arbeiten, den öffentlichen Diskurs wieder zu normalisieren

Die Kapitalisten besitzen jetzt auch den Diskurs. Sollten hilft nicht. Zeit für Realpolitik, ein linker Begriff. Es gibt genug Konservative, die keinen Kapitalismus wollen. Undenkbar, aber was bringt sonst die Mehrheit?

In BW haben 15% links gewählt. Wenn es ganz schlecht läuft bekommen wir mit zunehmender Propaganda US Verhältnisse, wo die CDU wie die Demokraten die linke Partei ist, obwohl es noch die Grünen gibt. Wenn die aber wie in BW den CSU Wahlkampf machen, reicht dann der Versuch, ein linkes Bewusstsein zu schaffen, um linke Regierungsbeteiligungen zu bekommen?

[–] luciferofastora@feddit.org 2 points 5 days ago* (last edited 5 days ago) (1 children)

Warum sollten Linke das tun? Politischer Konservativismus ist nichts gutes

Besser als offener Faschismus, oder?

Ein Geschwür, das noch nicht durchgebrochen ist, ist auch besser, aber trotzdem beschissen. Besser wäre es, aufzuzeigen, dass jede Ideologie, die auf eine kleine Elite hinzuarbeitet, den allermeisten Menschen schaden wird und es im Interesse der Mehrheit ist, Konservatismus und Faschismus gleichermaßen aus der respektablen Gesellschaft zu verdrängen.

[–] plyth@feddit.org 2 points 4 days ago (1 children)

dass jede Ideologie, die auf eine kleine Elite hinzuarbeitet

Über das Thema waren KPD und SPD schon 1933 zerstritten. Noch einmal sollte man Kapitalisten und wahrscheinlich Faschisten nicht an die Macht lassen, nur weil die Gefahr der Akkumulation des Kapitals in der Zukunft besteht. Vermögenssteuer kann die Akkumulation kompensieren. Damit ist eine konservative Gesellschaft möglich.

[–] luciferofastora@feddit.org 1 points 4 days ago (1 children)

Nur dass wir uns richtig verstehen:

Ich meine mit "konservativ" hier die Überzeugung, dass der Adel fundamental überlegen sei und ein "natürliches" oder "göttliches" Recht auf Herrschaft habe und dass Tradition grundsätzlich als Weisheit zu verstehen sei, und das einhergehende Bestreben, diese Hierarchie wiederherzustellen und strukturelle Veränderungen nur langsam bis gar nicht zu akzeptieren.

Solch eine Aristokratie hat historisch dazu geführt, dass der Adel das Volk ausgebeutet und unterdrückt hat um sich zu bereichern. Eine Vermögenssteuer lässt sich nicht durchsetzen, wenn die besteuerten selbst die Macht haben, sie aufzuheben.

Die CDU ist ein Musterbeispiel für diese Haltung, inklusive Aussetzung der Vermögenssteuer. Erschleichen von Leistungen (z.B. Schwarzfahren, weil man kein Auto und kein Geld für ein Ticket hat, aber irgendwie ja Arbeit suchen muss) wird auch unter 100€ geahndet, Sozialhilfen werden gekürzt, während Ermittlungen gegen Steuerhinterziehung ausgebremst werden und Veruntreuung von Staatsgeldern keine Konsequenzen hat. Die Abkehr von fossilen Brennstoffen wird ausgebremst wo nur möglich.

Ich glaube, du verstehst was ich meine.

Klar, die AfD ist der größere Feind. Dafür der CDU die Zügel geben wird das aber nicht besser machen, wenn ihre Politik den Nährboden für Wutbürger schafft.

[–] plyth@feddit.org 1 points 3 days ago (1 children)

Mein Vorschlag war, eine dritte Partei zu unterstützen, die weder rechtsradikal noch kapitalistisch ist. Wutbürger ist doch erst einmal gut, wenn es sich gegen Korruption richtet. Koalitionsverhandlungen könnten im Kompromiss dann die Missstände beseitigen, die echte Probleme sind.

Die Aristokratie mit dem Lebensstandard des Mittelalters zu bewerten ist nicht fair. Die Steuern sind heute höher. Nur durch Energie und Technik haben wir mehr.

[–] luciferofastora@feddit.org 1 points 3 days ago (1 children)

Mein Vorschlag war, eine dritte Partei zu unterstützen, die weder rechtsradikal noch kapitalistisch ist.

Mir ist nicht klar, wie das mit Konservatismus vereinbar sein soll. Meinst du speziell die sozialen Einstellungen wie Schwulenhass und Misogynie, aber mit sozialer Marktwirtschaft?

Die Aristokratie mit dem Lebensstandard des Mittelalters zu bewerten ist nicht fair. Die Steuern sind heute höher. Nur durch Energie und Technik haben wir mehr.

Wer treibt die Steuern der Fürsten ein, wenn die Fürsten selbst die Steuern setzen?

[–] plyth@feddit.org 1 points 2 days ago (1 children)

Mir ist nicht klar, wie das mit Konservatismus vereinbar sein soll.

Schwulenhass ist nicht unbedingt konservativ, siehe UDSSR, oder notwendig, um faschistisch zu sein, siehe Röhm. Es ist eine aktuelle Spaltungstaktik. Siehe ARD Reportage, einer der Interviewten ist schwul und hoffte, dass die neue Partei dieser Kombination Platz bieten würde.

Wer treibt die Steuern der Fürsten ein, wenn die Fürsten selbst die Steuern setzen?

Es ist doch egal, wieviel der Fürst an Steuern zahlt. Wichtig ist, wie es den Untertanen geht.

[–] luciferofastora@feddit.org 2 points 2 days ago (1 children)

Weiter oben im Thread:

Vermögenssteuer kann die Akkumulation kompensieren. Damit ist eine konservative Gesellschaft möglich.

Die Aristokratie mit dem Lebensstandard des Mittelalters zu bewerten ist nicht fair. Die Steuern sind heute höher.

Hier:

Es ist doch egal, wieviel der Fürst an Steuern zahlt.

Dann sind Vermögenssteuer und alle anderen Steuern, die einer Akkumulation entgegenwirken können, hinfällig. Es hält die Elite nichts davon ab, sich zu bereichern und ihre Macht weiter zu festigen.

Daher noch mal meine Frage: Was meinst du mit konservativ? Ich weiß nicht, ob wir hier aneinander vorbei reden.

Wichtig ist, wie es den Untertanen geht.

Ein System, das einer Oberklasse freie Hand gewährt, läuft zumindest Gefahr, dass diese das gnadenlos ausnutzt um die Unterklasse auszubeuten. Ob das jetzt das die Patrizier der römischen Republik, die Adeligen des Mittelalters oder die modernen Kapitalisten sind, ist dabei letztlich Wortklauberei.

Und darin liegt das Problem: ohne einen effektiven Mechanismus für die Untertanen, ihre Regenten im Zaum zu halten, wird es ihnen über kurz oder lang schlecht gehen. Und diese Mitbestimmung ist dem Konservatismus wie ich ihn verstehe zuwider, ebenso wie jeder Glaube an Gleichheit und jedes Streben nach Veränderung, das der Weisheit der Tradition entgegensteht.

Eine Strömung zu bestärken, die dieses System zum Ziel hat, ist ein Spiel mit dem Feuer, und das in einer Zeit, die eh schon brenzlig ist. Wer ernsthaft und aller Geschichtserfahrung zum Trotz glaubt, dass es eine gute Idee ist, seine Freiheit an die Sorte Leute abzutreten, die überhaupt nach dieser Macht greifen, dem ist nicht zu helfen.

[–] plyth@feddit.org 1 points 2 days ago

Was meinst du mit konservativ? Ich weiß nicht, ob wir hier aneinander vorbei reden.

Ja, da hab ich nicht aufgepasst und deine Frage vergessen. Ich stimme mit dir überein, dass die unkontrollierte Oberklasse ihre Macht zementiert, und

diese Mitbestimmung ist dem Konservatismus wie ich ihn verstehe zuwider

dies der Grund ist, dass sie es können. Für mich sind Konservative dann aber nur die, die in einer Gesellschaft mit homogenen Werten und maximal möglicher wirtschaftlicher Freiheit leben wollen. Selbst die Menschen die mitbestimmen wollen werden durch die Akkumulation des Kapitals ausgehebelt. Die Vermögenssteuer kann man nicht gegen die Oberschicht erzwingen. Dafür kann man es mit ihr umsetzen. In einer Leistungsgesellschaft kann die Oberschicht das Interesse behalten, den Wettbewerb aufrecht zu halten.

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 2 points 6 days ago (1 children)

Es gibt genug Konservative, die keinen Kapitalismus wollen.

Wer? Welcher konservative Politiker äußert sich gegen den Kapitalismus?

Mal ganz stumpf, um Missverständnissen und versehentlichen Strohmännern vorzubeugen, was verstehst du unter Konservativismus im politischen Kontext?

[–] plyth@feddit.org 0 points 5 days ago (1 children)

Welcher konservative Politiker äußert sich gegen den Kapitalismus?

Es geht um konservative Wähler, nicht Politiker. Deren Stimmen braucht man, um Mehrheiten zu bekommen. Mit als konservativ gerechnetem CSU Grünen waren nur 15% der Stimmen in BW links.

was verstehst du unter Konservativismus im politischen Kontext?

Kommt aufs Umfeld an. Konservative Römer waren für die Republik und gegen Christen.

Was heute konservativ genannt wird ist oft neoliberal.

Im Video wurde es am Anfang als Neuem gegenüber skeptisch eingestellt definiert.

Prinzipiell ist es fast beliebig und mehr ein selbst gewähltes Zugehörigkeitsmerkmal. Ist jemand der mit SUV im Bioladen einkauft konservativ oder progressiv?

Wenig hilfreich wäre, einen Konservativen zu definieren als jemand, der keine progressive Partei wählt. Das Ablehnende gehört allerdings zu den Konservativen, obwohl sie eigentlich Revisionisten sind und nicht Neues ablehnen sondern zu Altem zurück wollen.

Ich verwende konservativ meist als Alternative für rechts, da dort immer rechtsradikal mitschwingt.

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 2 points 5 days ago* (last edited 5 days ago) (1 children)

Uff...

Also. Politischer Konservativismus definiert sich durch die Bestrebung, die herrschende gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Ordnung und die entsprechenden Machterhältnisse aufrechtzuerhalten. Dazu gehört auch, die Verteilung von Macht und Reichtum vor Kritik zu schützen, die gesellschaftliche Ordnung zu zementieren und sich an Traditionen zu orientieren.

Das ist übrigens nicht aus der kommunistischen Theorie, du kannst dir dazu ja mal die Literaturliste der Konrad-Adenauer-Stiftung zu Gemüte führen.

Ich verwende konservativ meist als Alternative für rechts, da dort immer rechtsradikal mitschwingt.

Ja, Digga, Konservatisismus ist aber Teil des rechten politischen Spektrums.

[–] plyth@feddit.org 1 points 4 days ago (1 children)

Die Definition beschreibt Konservative als die, die das Bestehende erhalten wollen. Das bestehende war aber auch mal neu und wurde eingeführt und konservativ war dann nicht der richtige Begriff.

Konservative ohne Macht wählen nicht, um ihre Macht sondern ihre Lebensumstände zu erhalten. Traditionen haben für sich einen Wert und nicht nur, weil es immer so gemacht wurde.

Wenn die Tradition nicht Ausländer Jagen ist, dann kann man das doch wie jede politische Forderung diskutieren und muss es nicht als konservativ ablehnen.

Dann besteht die Möglichkeit, dass die Mehrheit der Konservativen eine Politik unterstützt, bei der die wichtigen Traditionen erhalten werden und gleichzeitig dem Kapitalismus durch Vermögenssteuer Einhalt geboten wird.

Es müsste doch ein Interesse bestehen, dass Konservative einer Partei ihre Stimme geben können, die dies unterstützt.

kommunistischen Theorie

Aus der kommunistischen Theorie ist, dass sich Kapital immer akkumuliert. Dann sind aber nicht nur Konservative ein Problem sondern auch SPD und Die Linke, weil sie Marktwirtschaft zulassen.

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 0 points 4 days ago (1 children)

Alter, du fantasierst sir hier was zusammen... Du erinnerst mich ganz krass an Kreationisten, die argumentieren mit "Aber Evolution ist doch nur eine Theorie!"
Hab zu viele dieser Diskussionen geführt, als dass ich sowas noch lange durchziehe.

[–] plyth@feddit.org 1 points 4 days ago (1 children)

Das passt, weil ich Grundannahmen in Frage stelle. Wenn du nicht magst, können wir ja aufhören.

Mich würde weiterhin interessieren, ob Konservative so negativ betrachtet werden müssen. Linke könnten mit Konservativen Kapitalismus begrenzen.

Zum Vergleich:

Den Kreatonisten sagt man, dass alles nur eine Theorie ist, dass man aber mit Evolution als Theorie arbeiten kann, weil sie anders als z.B. die Theorie der Erde als Scheibe nicht widerlegt wurde, trotz intensivster Bemühungen, und dass das Beobachtete sehr gut mit ihr erklärt wird.

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 0 points 4 days ago (1 children)

weil ich Grundannahmen in Frage stelle.

Ne, Alter. Du willst dir neue Definitionen aus dem Arsch ziehen und behauptest, damit würdest du alles infrage stellen. Jetzt klingst du wie Coronaschwurbler, die glauben, alles infrage zu stellen.

Mich würde weiterhin interessieren, ob Konservative so negativ betrachtet werden müssen. Linke könnten mit Konservativen Kapitalismus begrenzen.

Pack das Gras weg und geh Rasen anfassen. Keine Ahnung, was du laberst.

Den Kreatonisten sagt man, dass alles nur eine Theorie ist

Wer ist "man"? Wer sagt das?

[–] plyth@feddit.org 1 points 3 days ago (1 children)

Keine Ahnung, was du laberst.

Das undenkbare Projekt wäre, wenn die linken jetzt mit vollem Einsatz daran arbeiten würden, eine konservative Partei zu etablieren,

Wer ist “man”? Wer sagt das?

Wissenschaftstheorie. Positive Aussagen über die Welt können nicht bewiesen werden. Es können nur Aussagen durch ein Gegenbeispiel widerlegt werden. Damit ist jede Theorie nur eine Hypothese.

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 2 points 3 days ago (1 children)

Faszinierend. Du zeigst sogar das gleiche wissenschaftliche Grundverständnis wie Kreationisten. Fast alles, was du sagst, ist falsch, und das bisschen, das richtig ist, fehlinterpretierst du auch noch.

[–] plyth@feddit.org 0 points 3 days ago (1 children)

Da du keine Aussage widerlegst ist wahrscheinlicher, dass du an deiner Meinung festhalten möchtest und dir nur Beleidigungen bleiben. Von dem Video hattest du ja auch nur behalten, was dir passt, obwohl du schon lange hättest wissen können, dass die Medien zur Radikalisierung der AfD beigetragen haben.

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 1 points 3 days ago

Ich habe halt leider nicht die Kapazitäten um mit dir ein ganzes Semester Grundlagen Wissenschaftliches Arbeiten durchzukauen. Aber genau das bräuchtest du wohl.

Um mal ein Beispiel zu bringen: eine Hypothese ist eine vorläufige, mögliche Erklärung zu einem Problem. Eine Theorie dagegen ist ein Modell, das gesammelt Naturgesetze, experimentelle Nachweise, belegte Erklärungen, anerkannte Fakten usw in Beziehung setzt und deren Vorhersagefähigkeiten wieder und wieder bestätigt wurden. Aber um den Prozess von Hypothese zu Theorie zu erklären, wie man in detaillierter Kleinstarbeit Vorurteile versucht, auszuschließen, wie Peer Reviews funktionieren und der ganze Kram, dafür ist dieser Rahmen schlicht unzureichend.

[–] JensSpahnpasta@feddit.org 4 points 1 week ago (1 children)

Nein, die AfD ist so stark geworden, weil sie das rechtsextreme Wählerpotenzial rechts der CDU aufgegriffen hat. Genau deswegen war es auch von Anfang an zum Scheitern verurteilt, dass diese Partei konservativ sein soll. Was auch immer konservativ in diesem Zusammenhang überhaupt sein soll. Aber wenn man gezielt von rechtsextremen Stimmenabhängig ist, dann ist es vollkommen vorprogrammiert, dass man am Ende des Tages eine rechtsextreme Partei wird. Man hat rechtsextreme Wähler, man hat rechtsextreme Parteimitglieder. Da können auch nicht irgendwelche "guten Konservativen" etwas retten. Die sind nämlich schon allein aufgrund der Wähler und Mitgliederstruktur immer in der Minderheit gewesen.

[–] plyth@feddit.org 1 points 6 days ago* (last edited 6 days ago)

Nein, die AfD ist so stark geworden, weil sie das rechtsextreme Wählerpotenzial rechts der CDU aufgegriffen hat.

Weil die CDU nach links gewandert ist. Die CDU hat die SPD Wähler, und ihre Wähler hat sie in der AfD geparkt. Damit bleibt nichts mehr für den Rest und die Grünen werden jetzt konservativ, siehe BW, um das zu kompensieren.

dann ist es vollkommen vorprogrammiert, dass man am Ende des Tages eine rechtsextreme Partei wird.

Die CDU konnte bis zu ihrem Linksruck das machen. Es gab nicht 25% Wähler rechts der CDU die nicht wählen gegangen sind und die jetzt die AfD Wähler sind.

[–] teddypolice@feddit.org 2 points 1 week ago* (last edited 1 week ago) (1 children)

Genau das hätte mit mehr normal Konservativen verhindert werden können.

Nein. Die AfD enthält genau diese normalen Konservativen, von denen du glaubst dass sie, Gelegenheit gegeben, zu Demokratie umkippen würden statt zu Faschismus.

Das ist nicht wie Konservatismus funktioniert. Deren Endgame ist Regression zum Feudalismus, Faschismus ist der logische nächste Schritt für Konservative. Das würden sie nur niemals so sagen, und aus irgendeinem Grund glauben wir ihnen das als Gesellschaft. Obwohl sie sich wirklich anstrengen, dabei unglaubwürdig zu sein.

[–] plyth@feddit.org 0 points 5 days ago (1 children)

Viele Menschen verstehen nicht die Akkumulation des Kapitals. Ihr Ziel ist nicht, die Kapitalisten zu unterstützen. Sie haben nur einen starken Eigentumsgedanken und wollen keine Umverteilung.

Wenn wir als Gesellschaft nicht die Resourcen haben, Wirtschaft und Politik allen zu erklären, und ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln, dann gibt es diese Wähler. Diese Menschen haben trotzdem Mitgefühl und verstehen, dass Faschismus falsch ist. Diese Menschen können als Partei demokratisch existieren und Kompromisse finden, die für alle funktionieren.

[–] teddypolice@feddit.org 1 points 5 days ago (1 children)

Wenn wir als Gesellschaft nicht die Resourcen haben, Wirtschaft und Politik allen zu erklären, und ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln, dann gibt es diese Wähler.

Haben wir. Wir nutzen sie nicht. Das ist politisch gewollt.

Diese Menschen können als Partei demokratisch existieren und Kompromisse finden, die für alle funktionieren.

Und dennoch haben sie sich dagegen entschieden.

Was bei dir auffällt ist, dass all deine Argumente rein hypothetisch sind und du im Wesentlichen deine Hoffnung darauf setzt dass schlechte Menschen "das Licht sehen" wenn es sie anstrahlt. Bist du 16?

[–] plyth@feddit.org 1 points 4 days ago

Haben wir. Wir nutzen sie nicht. Das ist politisch gewollt.

Was ist zuerst da, der sozialistisch erzogene Mensch oder der Sozialismus?

Und dennoch haben sie sich dagegen entschieden.

So wie wir gegen die soziale Erziehung. Ihre Wählerstimmen bewirken sicher viel was sie nicht wollen.

schlechte Menschen “das Licht sehen”

Was gibt es sonst? Kapitalismus ist der Weg der Elite, unabhängig vom Willen der Mehrheit zu regieren. Wenn man nicht einen Weg findet, mit der Mehrheit zu regieren, muss man auch Kapitalist sein, um Macht zu bekommen, wenn man was verändern will.

Es ist sinnvoll, mit Konservativen eine gemeinsane Basis zu finden, um die Mehrheit zu bekommen. Als Sozialist will man nach einer gewonnenen Wahl mit ihnen auch gemeinsam in einem Land leben. Es muss gemeinsame Werte geben.