this post was submitted on 11 Mar 2026
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Nur dass wir uns richtig verstehen:
Ich meine mit "konservativ" hier die Überzeugung, dass der Adel fundamental überlegen sei und ein "natürliches" oder "göttliches" Recht auf Herrschaft habe und dass Tradition grundsätzlich als Weisheit zu verstehen sei, und das einhergehende Bestreben, diese Hierarchie wiederherzustellen und strukturelle Veränderungen nur langsam bis gar nicht zu akzeptieren.
Solch eine Aristokratie hat historisch dazu geführt, dass der Adel das Volk ausgebeutet und unterdrückt hat um sich zu bereichern. Eine Vermögenssteuer lässt sich nicht durchsetzen, wenn die besteuerten selbst die Macht haben, sie aufzuheben.
Die CDU ist ein Musterbeispiel für diese Haltung, inklusive Aussetzung der Vermögenssteuer. Erschleichen von Leistungen (z.B. Schwarzfahren, weil man kein Auto und kein Geld für ein Ticket hat, aber irgendwie ja Arbeit suchen muss) wird auch unter 100€ geahndet, Sozialhilfen werden gekürzt, während Ermittlungen gegen Steuerhinterziehung ausgebremst werden und Veruntreuung von Staatsgeldern keine Konsequenzen hat. Die Abkehr von fossilen Brennstoffen wird ausgebremst wo nur möglich.
Ich glaube, du verstehst was ich meine.
Klar, die AfD ist der größere Feind. Dafür der CDU die Zügel geben wird das aber nicht besser machen, wenn ihre Politik den Nährboden für Wutbürger schafft.
Mein Vorschlag war, eine dritte Partei zu unterstützen, die weder rechtsradikal noch kapitalistisch ist. Wutbürger ist doch erst einmal gut, wenn es sich gegen Korruption richtet. Koalitionsverhandlungen könnten im Kompromiss dann die Missstände beseitigen, die echte Probleme sind.
Die Aristokratie mit dem Lebensstandard des Mittelalters zu bewerten ist nicht fair. Die Steuern sind heute höher. Nur durch Energie und Technik haben wir mehr.
Mir ist nicht klar, wie das mit Konservatismus vereinbar sein soll. Meinst du speziell die sozialen Einstellungen wie Schwulenhass und Misogynie, aber mit sozialer Marktwirtschaft?
Wer treibt die Steuern der Fürsten ein, wenn die Fürsten selbst die Steuern setzen?
Schwulenhass ist nicht unbedingt konservativ, siehe UDSSR, oder notwendig, um faschistisch zu sein, siehe Röhm. Es ist eine aktuelle Spaltungstaktik. Siehe ARD Reportage, einer der Interviewten ist schwul und hoffte, dass die neue Partei dieser Kombination Platz bieten würde.
Es ist doch egal, wieviel der Fürst an Steuern zahlt. Wichtig ist, wie es den Untertanen geht.
Weiter oben im Thread:
Hier:
Dann sind Vermögenssteuer und alle anderen Steuern, die einer Akkumulation entgegenwirken können, hinfällig. Es hält die Elite nichts davon ab, sich zu bereichern und ihre Macht weiter zu festigen.
Daher noch mal meine Frage: Was meinst du mit konservativ? Ich weiß nicht, ob wir hier aneinander vorbei reden.
Ein System, das einer Oberklasse freie Hand gewährt, läuft zumindest Gefahr, dass diese das gnadenlos ausnutzt um die Unterklasse auszubeuten. Ob das jetzt das die Patrizier der römischen Republik, die Adeligen des Mittelalters oder die modernen Kapitalisten sind, ist dabei letztlich Wortklauberei.
Und darin liegt das Problem: ohne einen effektiven Mechanismus für die Untertanen, ihre Regenten im Zaum zu halten, wird es ihnen über kurz oder lang schlecht gehen. Und diese Mitbestimmung ist dem Konservatismus wie ich ihn verstehe zuwider, ebenso wie jeder Glaube an Gleichheit und jedes Streben nach Veränderung, das der Weisheit der Tradition entgegensteht.
Eine Strömung zu bestärken, die dieses System zum Ziel hat, ist ein Spiel mit dem Feuer, und das in einer Zeit, die eh schon brenzlig ist. Wer ernsthaft und aller Geschichtserfahrung zum Trotz glaubt, dass es eine gute Idee ist, seine Freiheit an die Sorte Leute abzutreten, die überhaupt nach dieser Macht greifen, dem ist nicht zu helfen.
Ja, da hab ich nicht aufgepasst und deine Frage vergessen. Ich stimme mit dir überein, dass die unkontrollierte Oberklasse ihre Macht zementiert, und
dies der Grund ist, dass sie es können. Für mich sind Konservative dann aber nur die, die in einer Gesellschaft mit homogenen Werten und maximal möglicher wirtschaftlicher Freiheit leben wollen. Selbst die Menschen die mitbestimmen wollen werden durch die Akkumulation des Kapitals ausgehebelt. Die Vermögenssteuer kann man nicht gegen die Oberschicht erzwingen. Dafür kann man es mit ihr umsetzen. In einer Leistungsgesellschaft kann die Oberschicht das Interesse behalten, den Wettbewerb aufrecht zu halten.