Wie es mit manchen Hobbies im Kindesalter nun mal so ist, hat es viel mit gefahren werden zu tun, insbesondere auf dem Land. Klein-5715 wird also beim Musikunterricht 10 Minuten vor Unterrichtsbeginn abgeladen und Elternteil fährt direkt zum nächsten Kinderlogistikzentrum.
Beim Musikunterricht sind seit ein paar Wochen zwei/drei Neulinge, die ich als undiagnostizierter Sonderling nicht so Recht einordnen kann. Während wir warten kommt ihre Gruppe auf mich zu und bedrängt mich als Probe mit kleinem Geldeinsatz aus ihrer Flasche zu trinken - skeptisch versuche ich abzulehnen, aber einer bleibt recht beharrlich. Aufgrund der gefühlten Bedrohung durch die drei und meiner überschlagenen Kinderrechnung, dass ich mit dem Wasser aus der Flasche ja nicht allzu schlimm dran wäre, nehme ich die Flasche und versuche daraus zu trinken ohne anzusetzen - nur das darin Seifenwasser ist.
Die drei keifen, ich werde wütend und verlange den Einsatz. Es wird weiter gelacht. Ich schubse den beharrlichen Typen und komischerweise bricht die Rauferei eigentlich nur zwischen mir und ihm aus. Noch seltsamer ist wie schnell es wieder vorbei ist, weil der Typ entdeckt und dies lautstark verkündet, dass ich meinen Hosenstall offen gelassen hätte und deshalb ja schwul sein müsse. Wir stehen schnell wieder auf und ich beeile mich hochroten Gesichts eben jenen Hosenstall zu schließen.
Musikunterricht fängt an.
Kennt ihr diesen appeal to sexuality (vielleicht in ähnlicher Form)?
Damals habe ich nicht kapiert, dass das für die Person einfach ein schneller Weg aus der Situation war, es also gar nicht um Sexualität ging.
Was würdet ihr tun wenn euch ein/euer Kind so etwas erzählt?
Schießt Schweres weit: muss Artillerie sein