this post was submitted on 29 Jun 2026
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Der Hauptgrund für die Katerstimmung bei den Schweinehaltern liegt allerdings nicht in Deutschland, sondern in Spanien. Dort ist die Afrikanische Schweinepest ausgebrochen - und das führt zu Handelsbeschränkungen, beispielsweise für den asiatischen Raum. Ein großes Problem für Landwirte, denn nach Asien gehen vor allem die Teile vom Schwein, die bei uns niemand auf dem Teller haben möchte: Pfoten, Ohren, Schwänze.

[...]

Gesa Oetken, Geschäftsführerin der Inkoop Verbrauchermärkte in Delmenhorst, kennt noch einen weiteren Grund für die schlechten Preise: die geringere Nachfrage. "Der Fleischmarkt ist generell unter Druck", beobachtet sie. Aber beim Schwein sei der Rückgang massiv: "Es gibt einen riesigen Gesundheitstrend, der die Leute bewegt, mehr Geflügel zu essen, was vermeintlich gesünder ist als fettiges Schweinefleisch."

In der Frischetheke und im Kühlregal nehme Geflügel immer mehr Platz ein, auch wenn Schweinefleisch mit einem Anteil von 50 Prozent noch immer am beliebtesten sei. Allerdings stellt Oetken gerade jetzt im Sommer fest, dass viele Kunden zu vegetarischen und veganen Alternativen greifen. Immer öfter landen Gemüse, Grillkäse oder auch vegane oder vegetarische Fleischersatzprodukte auf dem Grillrost.

top 12 comments
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[–] aaaaaaaaargh@feddit.org 19 points 2 days ago

Oh nein, die armen Schweinezüchter können ihre antibiotika-verseuchten Tiere nicht mehr in Massen an billige Discounter verkaufen, weil die bösen Verbraucher lieber vegetarisch essen.

Am besten gleich Gemüse und Alternativen verteuern und per EU-Richtlinie verbieten, dass das als Nahrungsmittel bezeichnet werden darf.

Ja... wenig Mitleid meinerseits.

[–] BigShammy80@feddit.org 20 points 2 days ago

Naja, Grillen bei 39°+ macht halt einfach keinen Spaß mehr... und die angesprochenen Alternativen sind halt echt gut. Es ist überhaupt nicht schlimm, eher sogar ein gutes Zeichen, wenn die Massentierhaltung sich beschwert! Zeigt wenigstens, dass es in die richtige Richtung geht

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 14 points 2 days ago

Gut. Dieser Industriezweig muss dringend weg.

[–] HaraldvonBlauzahn@feddit.org 12 points 2 days ago (2 children)

Allerdings stellt Oetken gerade jetzt im Sommer fest, dass viele Kunden zu vegetarischen und veganen Alternativen greifen.

Jetzt nicht so erstaunlich, wenn abgesehen vom Gesundheitsaspekt die 'Produktion' von Fleisch auch noch rund 10 mal so viel CO2 verursacht.

In gewisser Weise ist es ja eine Industrie, die unter großem Einsatz von fossiler Energie eher ungesunde Lebensmittel erzeugt, mit einem Zwischenschritt über gequälte Lebewesen und grottige Arbeitsbedingungen bis in die industrielle Schlachtung. Ausbeutung von Planet, Natur, Tier und Mensch in Kombination.

Und beworben mit archaischen Mythen: "Fleisch ist ein Stück Lebenskraft!".

Ich persönlich boykottiere diese Industrie seit diesen grenzwertigen Protesten gegen die Streichung der Dieselsubvention.

[–] leave_it_blank@lemmy.world 8 points 2 days ago

Fleisch schmeckt gut, und das Leiden der Tiere kommt mir irgendwie nie so in den Kopf.

Und trotzdem kann ich an einer Hand abzählen wie oft ich in den letzten 5 Jahren Fleisch gegessen habe. Wie du schon sagst, der Co2-Ausstoß dieses Industriezweigs ist extrem, von der Verschwendung von Flächen und krassem Einsatz von Antibiotika ganz zu schweigen.

Die veganen/vegetarischen Alternativen sind großartig, und es freut mich zu sehen das immer mehr Menschen diese auch nutzen.

Fleisch sollte ein Luxusprodukt werden das man sich selten mal gönnt. Ich esse ja auch nicht jeden Tag Trüffel!

Die Fläche der Landwirtschaft sollte besser für Getreide und co verwendet werden.

[–] einkorn@feddit.org 3 points 2 days ago (2 children)

Und beworben mit archaischen Mythen: "Fleisch ist ein Stück Lebenskraft!".

Mir ist vor Kurzem zum ersten Mal Werbung für die "Iss was dir schmeckt" Kampagne der Fleischindustrie bei uns aufgefallen.

Deren Selbstverständnis:

Iss was dir schmeckt steht für Vielfalt, Genuss und individuelle Ernährung. Offen, respektvoll und ohne Vorgaben.

[–] HaraldvonBlauzahn@feddit.org 5 points 2 days ago

Offen, respektvoll und ohne Vorgaben.

Erstaunlich ähnlich zur früheren Werbung für Zigaretten.

Auch interessant, wie sehr Liberalität betont wird, solange es nicht darum geht, in der Mietwohnung eine Bohrung für ne Split Klimaanlage zu machen, Balkonsolar anzubringen, mit dem Lastenrad auf die Fahrbahn auszuweichen, weil auf dem Radweg nicht mehr safe Platz ist, selbiges Lastenrad auf nem Parkstreifen zu parken, oder dem Chef zu sagen "nee zu warm, ich komm heut nicht zum Dachdecken". Dann hört's aber auf !!

[–] Tartufo@lemmy.world 2 points 2 days ago (1 children)

Iss was dir schmeckt steht für Vielfalt, Genuss und individuelle Ernährung. Offen, respektvoll und ohne Vorgaben.

Das finde ich jetzt extrem witzig, weil ich über die Hälfte meines Lebens von Fleischessern dafür angegangen wurde, dass mir das Zeug eben überwiegend nicht schmeckt.

Ja, die Fleischesser und die Industrie sind nicht zu 100% identisch miteinander, aber trotzdem fühlt sich das ziemlich wie Ironie an.

[–] LwL@lemmy.world 0 points 2 days ago (1 children)

Ich finds schonn krass, wie oft mir leute komplett unverständlich begegnen wenn ich nur sage ich mag kein steak bzw. bin allgemein nich der riesenfan von Rindfleisch (und erst recht da es von allen herkömmlichen Fleischtypen auch noch das klimaschädlichste ist, brauch ichs jetzt wirklich nicht). Also Überraschung is eine Sache aber diese Denial phase jedes mal ist schon komisch. Passiert natürlich gerne genauso wenn ich irgendwelchen vegetarischen oder veganen Fleischersatz esse, obwohl ich doch gar kein vegetarier bin.

Ist halt wie so vieles viel zu sehr kulturell verankert. Aber das ändert sich wenigstens auch merklich.

[–] Tartufo@lemmy.world 1 points 2 days ago

Vor allem versucht man ja nichtmal denen ihr Steak auszureden, man sagt einfach nur "MIR schmeckt das nicht". Trotzdem gehen die auf einen los, als wäre ihr Überleben davon abhängig. Also nicht alle Steakliebhaber, aber erschreckend viele.

Ich denk mir da jedes Mal: Ja freu dich doch einfach, dass ich das nicht mag? Dann kannst du ein 2. haben???

[–] Sas@piefed.blahaj.zone 4 points 2 days ago (1 children)

Ich glaube, so einen Artikel bringt die Tagesschau einmal im Jahr und ich finde es ein super Beispiel dafür, dass individuelle Verantwortung, wenn auch von Großkonzernen beworben, um nicht reguliert zu werden, trotzdem wichtig ist und was bringt. Wenn wieder jemand sagt, dass es ja nichts bringt, wenn eine Person sich jetzt anders ernährt, zeige ich gerne auf den jährlichen Rückgang der Schweineindustrie, der sich trotz pushback der Industrie und Politik aus solchen einzelnen Personen ergibt.
Klar wäre Regulation gut aber ohne Individuen sieht auch niemand dass das der Willen des Volkes ist.

[–] lebkuchen@feddit.org 3 points 2 days ago

Das Interessante ist, dass das auch ohne eine Mehrheit geht: Wenn eine gewisse Menge der Bevölkerung bestimmte Nahrungsmittel verweigert oder nicht verträgt, dann sind die auf verlorenem Posten. Du kannst halt in keiner Gruppe, in der Muslime sein können, irgendwas mit Schwein servieren. Ab einer gewissen Menge Vegetarier unter deinen Gästen kannst du halt nicht mehr den Schweinebraten als Hauptgericht servieren als Gastgeber. Wenn Menschen Gummibärchen radikal ablehnen, dann gibt es halt andere Snacks.

Ich seh das schon bei unserem Außendienst - bei Produkten mit Schweinefleisch wird direkt abgewinkt, weil sie die nicht in Schulen verkaufen können. Da gibt es schon eine kritische Menge an Veganern, Vegetariern und Muslimen, damit der Kiosk oder die Mensa entsprechende Produkte nicht ins Sortiment aufnimmt. Und das beeinflusst auch schon die Produktauswahl, weil ohne solche Zielgruppen das Produkt selbst weniger Marktchancen hat.