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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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IMO | Ich bin gegen diese Demokratie

Ja richtig gelesen, ich bin gegen diese gegenwärtige Form der Demokratie, der parlamentarischen Demokratie die wir gegenwärtig in Deutschland haben. Und nein ich bin nicht für Diktatur der Monarchie, sondern für einen wesentlich radikaleren Ansatz der Demokratie. Ohne Staat, ohne Politiker, ohne Kapitalismus. Menschen die eine gemeinsame Basis haben und dezentral und betroffenheitsbasiert selbst entscheiden was für sie das richtige ist. Nicht im Mehrheits- sondern im Konsensentscheid, mit Vetorecht für den Einzelnen als eingebauter ultimativer Minderheitenschutz. Ganz ohne Herrschaft des einen Menschen über den anderen.

#IMO #Gedanken #Demokratie #Mehrheitsentscheid #Konsensentscheid #Parlamentarismus #Staat #Kapitalismus #Herrschaft @dach

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[–] kohlenstoff@feddit.org 1 points 1 day ago (1 children)

Ich glaube, ich verstehe worauf die hinaus willst. Drei Punkte dazu:

  1. Dass du hier zahlreiche Staatsoberhäupter aufzählst, ist in meiner Perspektive der Beweis: Staaten und ihre Machtkonzentration sind attraktiv für solche Gestalten. Der Großteil der Menschen ist aber nicht so wie die. Warum landen dann immer die widerwärtigsten Personen ganz oben? Weil sie alle Hebel in Bewegung setzen, um genau da zu landen. Warum springen Leute für Putin in den Schützengraben? Nationalismus. Auch damit sind wir wieder bei Staaten.
  2. Der Mensch Trump ist ein gänzlich anderer mit vollständig anderer Lebenswelt als vermutlich 99% der Menschen, denen du in deinem Leben begegnest. Das über einen Kamm zu scheren und daraus eine generalisierende Aussage über Menschen zu treffen, ist in meinen Augen nicht zielführend.
  3. Der Mensch "will" nicht, der Mensch wird größtenteils von Kindheit an in herrschenden Verhältnissen sozialisiert. Da wir im Kapitalismus leben, dessen Verhältnisse (sehr verkürzt gesprochen) durch den Verkauf von mehr geprägt sind, hat das Auswirkungen auf das Selbstverständnis von Menschen. Dass dennoch so viel Alltag herrschaftsfrei funktioniert (WG-Leben, gegenseitige Hilfe, ehrenamtliche Arbeit, etc.), ist für mich ein Indikator für Kooperation als tiefsitzende Kernfunktion menschlichen Zusammenlebens.

Zusammenfassend: Alle Punkte, die du genannt hast, sind für mich Argumente gegen den Status Quo, weil ich sie für Produkte (keine Irrläufer) des Status Quo halte. Das ist einfach eine Frage der Perspektiven.

[–] Quittenbrot@feddit.org 1 points 23 hours ago

Die Frage ist doch nicht, ob alle oder die meisten Menschen machthungrig sind, sondern wie sich in einer herrschaftsfreien Ordnung gegen eine organisierte machtstrebende Minderheit verteidigt werden soll.

Du sagst selber, solche Leute würden "alle Hebel in Bewegung setzen", um nach oben zu kommen. Wird der Staat abgeschafft, verschwinden nicht diese Menschen, sondern insbesondere die Institutionen, die sie bisher (unvollkommen!) einhegen.

Nationalismus als einzigen Grund für Kriege und Konflikte halte ich ebenfalls für zu kurz. Gruppenbildung und Konflikte zwischen ihnen gab es auch schon vor Staaten.

Außerdem ist Machthunger und Statusstreben absolut kein auf Kapitalismus beschränktes Phänomen. Denk an Römer, Ägypter, Fürsten, Dschingis Khan.. kein Kapitalismus, aber jede Menge Machtstreben und Größenwahn.

Natürlich ist Zusammenarbeit auch eine tiefsitzende Kernfunktion des menschlichen Zusammenlebens, aber gerade WG-Leben oder nachbarschaftliche Hilfe sind Beispiele basierend auf kleineren Gruppen mit freiwilliger Mitgliedschaft und eben auch eingebettet in einen funktionierenden Rechtsrahmen durchgesetzt durch den Staat, für den Notfall. Wenn dein einer WG-Mitbewohner plötzlich anfängt Faxen zu machen und zb nicht mehr wie vereinbart die gemeinsame Miete bezahlt oder ein paar Gegenstände aus deinem Zimmer in sein Zimmer umziehen lässt, bist du dem nicht schutzlos ausgeliefert. Ich bin ehrlicherweise sehr skeptisch, wie sich so eine Struktur auf Millionen anonymer Menschen übertragen lässt.

Zu sagen, dass sämtliche Gegenbeispiele von mir "Produkte des Status Quo" wären, macht deine Position ja praktisch unwiderlegbar. Rhetorisch vielleicht bequem, erkenntnistheoretisch aber schwierig. Zumal: wenn Herrschaft nur ein Produkt bestehender Herrschaft ist, wie kam sie dann in die Welt? Beweist die Geschichte nicht eindrücklich, wie Herrschaft immer wieder aus herrschaftsfreien Zuständen hervorging?