this post was submitted on 12 May 2026
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Deutschland

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[–] realitaetsverlust@piefed.zip 6 points 5 days ago (4 children)

Eine Erbschaftssteuer ist aber der falsche Weg. Das ist ein Wattepad auf einer offenene Fleischwunde.

Wir brauchen eine vernünftige Kapitalertragssteuer und endlich einen Weg, auch den Besitz von Firmenanteilen und anderen nicht realisierten Gewinnen zu besteuern. Das ist der einzig richtige und nachhaltige Weg. Diese Diskussion um Erbschaftssteuer ist kompletter Bullshit. Eine Erbschaftssteuer ist entweder zu niedrig angesetzt und schadet dem Normalverdiener oder zu hoch, sodass es nur die Leute betrifft, die ohnehin Mittel und Wege haben, das Erbe durch irgendwelche Offshorefirmen auf 0 zu drücken.

[–] saimen@feddit.org 6 points 5 days ago (3 children)

Nicht realisierte Gewinne zu besteuern klingt aber auch merkwürdig. Dann vll lieber die Nutzung dieser Vermögen als Sicherheit für Kredite irgendwie besteuern oder einschränken. Oder sobald man sie als Sicherheit nutzt gelten sie steuerrechtlich als realisiert.

[–] DivineDev@piefed.social 4 points 5 days ago (1 children)

Das wäre dann ja eine Art, "nicht realisierte" Gewinne zu versteuern. Diese Nutzung als Sicherheit für Kredite kommt mir eh vor wie ein Verkauf um 2 Ecken, der dann leider kein Steuerereignis ist (bitte korrigiert mich wenn das Quatsch ist, das Thema ist schwierig)

[–] saimen@feddit.org 1 points 5 days ago

Eben, in dem Fall könnte ich es ja verstehen. Aber generell kommt mir das komisch vor.

[–] Tarogar@feddit.org 1 points 5 days ago (1 children)

Die Vorabpauschale am Aktienmarkt gibt es seit 2018 und besteuert nicht realisierte gewinne. Das ist nicht merkwürdig das ist geltendes Recht. Wenn das an einer Stelle geht kann man das an anderen auch so machen.

[–] saimen@feddit.org 1 points 5 days ago (1 children)

Wie funktioniert das denn? Wenn die Aktienkurse mal nach oben schießen muss man Steuern zahlen auch wenn sie dann wieder fallen und man die Aktien immer noch hält?

[–] Tarogar@feddit.org 1 points 4 days ago

Frag da mal die Suchmaschine deiner Wahl nach der Vorabpauschale. Die findet da eher das richtige. Ich weiß das es das gibt aber nicht unbedingt wie es funktioniert.

[–] gandalf_der_12te@feddit.org 1 points 5 days ago* (last edited 5 days ago) (1 children)

Nicht realisierte Gewinne zu besteuern klingt aber auch merkwürdig.

Ich sehe das tatsächlich nicht so. Es gibt keinen Grund, einer Person einen beliebig hohen Besitzanspruch zu erlauben. Das ist nicht natürlich. In Jäger- und Sammlergesellschaften war der persönliche Besitz durch das beschränkt, was man am Körper tragen konnte, daher war der persönliche Besitz beschränkt. Man könnte sich daher auf eine Art Naturrecht berufen, wenn man sagt, dass Personen nicht mehr als 10M€ Gesamtbesitz besitzen dürfen.

Man darf auch nicht vergessen, dass Privatbesitz im heutige Sinne keine natürliche Sache ist, sondern durch den Staat erzeugt wird. Denn der Staat sichert militärisch deinen Besitzanspruch gegenüber anderen dritten ab. Wenn der Staat dieses Prinzip nicht durchsetzen würde, wäre es wahrscheinlich auch sehr schwierig, so große Vermögensmengen anzuhäufen, da diese fortwährend geraubt werden würden.

[–] saimen@feddit.org 3 points 5 days ago

Und was hat das mit nicht realisierten Gewinnen zu tun? Da ist ja gerade der Punkt, dass man die Gewinne noch gar nicht besitzt.

[–] gandalf_der_12te@feddit.org 3 points 5 days ago (1 children)

Erbschaftssteuer ist m.m.n. praktisch trivial zu umgehen, indem nicht person A das vermögen besitzt, und daher auch nicht an person B vererbt, sondern stattdessen person A das vermögen an eine abstrakte Entität (Stiftung, ...) C gibt, die es dann person B zur verfügung stellt.

Das lässt sich durch Erbschaftssteuer nicht verhindern da ja abstrakte Entitäten nicht sterben und daher nicht vererben. Es muss wirklich eine Vermögenssteuer her die auch abstrakte Entitäten umfasst.

[–] pleb_maximus@piefed.zip 3 points 5 days ago (1 children)

Das übertragen an eine solche Entität einfach als Schenkung betrachten. Schenkungssteuer ist schon so hoch wie die Erbschaftssteuer.
Bzw. greift die schon früher, weil so eine Entität ja keine Verwandtschaft sein kann und entsprechend deutlich niedere Freibeträge gelten.

[–] gandalf_der_12te@feddit.org 1 points 5 days ago (1 children)

naja, was ist eine "schenkung"? Wenn ich eine Wohnung in London um $60M kaufe, ist das dann eine Schenkung? Weil der reale Nutzwert der Wohnung (nämlich dass ich dann eine Unterkunft habe) liegt vielleicht bei $1M oder darunter.

Und was wenn ich einen Picasso um $120M kaufe? Ist das dann Kunst?

[–] pleb_maximus@piefed.zip 1 points 5 days ago (1 children)

Wat? Das kaufen einer Wohnung ist eben genau das. Und selbst wenn man das zu einem überhöhten Preis kauft, blecht man da ordentlich Steuern drauf. Selbiges bei einem Gemälde.

[–] gandalf_der_12te@feddit.org 1 points 5 days ago

Hmm. Gab es da nicht mal was über "Steuerfreiheit für Kunstwerke"? Oder täuscht mich mein Gedächtnis

[–] Quittenbrot@feddit.org 2 points 5 days ago

Benutzername checkt nicht aus.

[–] captain_unicode@feddit.org 1 points 5 days ago (1 children)

Ich finde die Erbschaftssteuer sowieso etwas merkwürdig. Warum sollte die Menge an Steuern, die man bezahlt, davon abhängen, wie schnell man sich vermehrt und stirbt? Eine Vermögenssteuer mit ein bis drei Prozent und Ausnahmen für gemeinwohlfördernde Investitionen wäre ertragreicher, gleichmäßiger im Aufkommen, krisenfester und würde langfristig nachhaltige Investitionen fördern, ohne für irgendwen Unfair zu sein. Und die ganzen Lücken im Recht für Familienstiftungen bräuchten wir auch nicht umständlich zu stopfen.

[–] sockenklaus@sh.itjust.works 2 points 5 days ago (1 children)

Ich finde die Erbschaftssteuer sowieso etwas merkwürdig. Warum sollte die Menge an Steuern, die man bezahlt, davon abhängen, wie schnell man sich vermehrt und stirbt?

Tut sie nicht. Die Erbschaftssteuer besteuert nicht den Erblasser (der ist schließlich tot), sondern das einmalige Einkommen, das der Erbe im Erbfall erhält.

Wenn man die Erbschaftssteuer so rum betrachtet, ist sie erstaunlich einleuchtend, aber leider wird in der Debatte immer gerne so getan, als würde der arme Erblasser besteuert, der ja gar nichts dafür kann, dass er gestorben ist und jetzt hat er sein Vermögen Zeit seines Lebens so hart erarbeitet und der fiese Staat greift ihm auch noch ins Totenhemd und will das ganze Geld nochmal besteuern... Was für eine Frechheit!... mimimi.... yadayadayada...

Nein! Erbschaftssteuer besteuert einen Einkommensstrom auf der Seite des Erben. Basta.

Sorry.... Hab mich in Rage geschrieben...

[–] captain_unicode@feddit.org 1 points 4 days ago (1 children)

Ich verstehe das Argument, aber stimme dem nicht zu. Ich weiß auch, dass es Härtefallanpassungen für Freibeträge gibt mit doppelten Freibeträgen und so, aber es ist halt rechtlich gesehen so, dass, falls eine Person das Erbe antritt und dann direkt verstirbt, diese Person natürlich nichts vom Erbe hatte, das Erbe dann aber trotzdem nochmal versteuert wird. Beispiel: Personen A und B haben ein Kind C. Person A hat vererbt ihr gesamtes Vermögen Person B, diese hat als Alleinerbin C. Wenn A einen Tag vor B stirbt und B das Erbe offiziell antritt, wird doppelt versteuert (möglicherweise mit doppeltem Freibetrag, aber der Rest unterliegt dem selben Steuersatz). Wenn B vor A stirbt oder das Erbe nicht angetreten wird, kriegt C viel mehr vom Erbe. Es ist eben vollkommen bescheuert, eine Einkommenssteuer auf ein Einkommen zu zahlen, von dem Du nichts hast. Es ist doch vollkommen klar, dass Leute dann ihr Vermögen in Körperschaften auslagern anstatt individuell zu vererben. Selbst wenn Du die Erbersatzsteuer NICHT umgehst, sind die 30 Jahre deutlich länger als die Erbfallrate, insbesondere wenn Du im Stammbaum auch seitwärts vererbst statt nur nach unten. Eine Vermögenssteuer besteuert ganz trivial nach der Zeit, die Du was vom Erbe hast. Körperschaften unterliegen auch der Vermögenssteuer, und damit werden alle Fälle gleich besteuert. Es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, die Erbschaftssteuer durch ein (paar) Prozent höhere Vermögenssteuer zu ersetzen.

[–] sockenklaus@sh.itjust.works 3 points 4 days ago

Ich verstehe Dein Argument und stimme Dir zu.

Ich bin der erste, der bei einer Vermögensteuer "Hurra!" schreit. So why not both?

Dein Argument mit der kurzen Todesfolge habe ich auch schon aus konservativer Richtung gehört, um die Erbschaftssteuer zu untergraben und kann dem nicht zustimmen. Bei der Einkommenssteuer juckt uns das doch auch nicht, sonst müssten wir ja auf die Einkommenssteuer verzichten, wenn jemand einen Tag nach Gehaltszahlung verstirbt und somit keine Chance hatte, das Geld auszugeben.

Selbst wenn man jetzt eine lange Kaskade von kurz aufeinanderfolgenden Todesfällen annimmt, in denen jedes Mal das immer kleiner werdende Vermögen erneut versteuert wird, hat am Ende der letzte Erbe immer noch leistungsloses Einkommen bezogen. Dann lass uns lieber die Freibeträge so anpassen, dass am Ende immer noch gut was über bleibt.