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Doch wieder wurde kein Täter ermittelt, niemand festgenommen. Dabei ist K. in seinem Wohnblock in Trotha als Rechter bekannt. Am 14. März 2025 zog K. erneut unvermittelt an einer Bushaltestelle in Halle-Trotha die umgebaute Gaspistole und schoss einem Passanten direkt ins Gesicht. Weil der Mann sich zur Seite drehte, verletzte die Stahlkugel nur sein Ohr. Zur Überraschung des Verletzten wurde Lucas K. noch vor Ort von Polizeibeamten kontrolliert – eine Nachbarin aus dem nahegelegenen Wohnblock hatte den Notruf über einen bewaffneten Mann informiert.

Doch die Beamten, die auf den blutenden Passanten und Lucas K. trafen, stellten lediglich die Personalien fest und nahmen ihm die Waffe ab. Dass Lucas K. unter zweifacher Bewährung steht und die Waffenbehörde ihm das Tragen einer Waffe amtlich untersagt hat, fiel den Beamten nicht auf. K. konnte nach Hause gehen.

[...]

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[–] rbn@sopuli.xyz 2 points 20 hours ago* (last edited 20 hours ago) (2 children)

Weil schlechte Sozialisierung keine Krankheit ist.

Meiner Meinung nach kann man aber nur mit Therapie oder therapieähnlichen Mitteln aus Menschen, die wegen schlechter Sozialisierung zu Straftätern geworden sind, wieder resozialisieren.

Wenn du jemanden mit einem hasserfüllten Weltbild einfach nur ins Gefängnis steckst ohne intensive psychologische Betreuung, so wirst du irgendwann eine ältere Person mit demselben hasserfüllten Weltbild wieder entlassen. Und (echte) lebenslange Haft, um die restliche Gesellschaft vor solchen Menschen zu schützen, kann ja auch nicht die Lösung sein.

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 3 points 20 hours ago (1 children)

Ja, da hast du selbstverständlich Recht. Natürlich muss es im Gefängnis dann auch entsprechende Resozialisierungsprogramme geben. Aber das ist nichtsdestotrotz etwas völlig anderes als eine stationäre psychiatrische Behandlung und Weltanschauungen sind keine psychischen Erkrankungen.

[–] rbn@sopuli.xyz -1 points 20 hours ago (1 children)

Weltanschauungen sind keine psychischen Erkrankungen.

Der Übergang zu z.B. sowas... https://de.wikipedia.org/wiki/Dissoziale_Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung ... dürfte aber trotzdem in vielen Fällen fließend sein.

Die antisoziale Persönlichkeit macht sich meist schon im Kindes- und Jugendalter durch Missachtung von Regeln und Normen bemerkbar (z. B. Schulschwänzen, Vandalismus, Fortlaufen von Zuhause, Stehlen, häufiges Lügen) sowie durch die Unfähigkeit zu sozialem Lernen aus Erfahrungen. Wenn das Verhalten vor dem 10. Lebensjahr beginnt, entwickelt sich diese Persönlichkeitsstörung meist aus einer chronischen Störung des Sozialverhaltens. Im Erwachsenenalter führen Betroffene ihr Verhalten oft fort und fallen häufig durch nur zeitweiliges Arbeiten, Gesetzesübertretungen, Gereiztheit und körperlich aggressives Verhalten, Nichtbezahlen von Schulden, Rücksichtslosigkeit und teilweise auch durch Rauschmittelkonsum auf. Nicht selten kommen sie deshalb ins Gefängnis.

Ob man betroffene Täter jetzt in einer geschlossenen Psychiatrie oder einem Gefängnis mit intensiver psychologischer Betreuung unterbringt, ist für mich eher eine Frage des Schwerpunktes. In der Praxis dürfte es aber in normalen Gefängnissen viel zu wenig entsprechende Angebote geben und in Psychiatrien viel zu wenige Plätze, als dass man alle dort unterbringen könnte. Das Problem lösen würde es also vermutlich leider nicht. Egal, ob es jetzt als Krankheit gälte oder nicht.

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 2 points 20 hours ago

Nein, man. Die Grenzen sind nicht fließend. Problematische Weltanschauungen können natürlich mit Krankheiten und Persönlichkeitsstörungen einhergehen, und dann müssen die entsprechend behandelt werden. Du kannst aber deswegen keine Rückschlüsse von Weltanschauungen auf Krankheiten oder Persönlichkeitsstörungen ziehen. Das wäre, wenn man das täte, wiederum hochproblematisch, wie oben schon erklärt.

[–] int_not_found@feddit.org 1 points 20 hours ago (1 children)

Meiner Meinung nach kann man aber nur mit Therapie oder therapieähnlichen Mitteln aus Menschen, die wegen schlechter Sozialisierung zu Straftätern geworden sind, wieder resozialisieren.

Therapie wirkt nur, wenn intrinsische Motivation sich zu ändern vorhanden ist. Wenn du Menschen gegen ihren Willen "therapierst", ist das "Umerziehung" und kennt man so eigentlich nur aus extremst autokratischen Systemen, wie China, Russland oder Nazi-Deutschland.

Angebote machen - ja gerne, gibt es ja auch schon einige. Jeder Mensch der die Hilfe bekommt, die er braucht, ist ein Gewinn für die Gesellschaft.

Was du hier vorschlägst, ist Leute in Lager zu stecken bis sie die "richtige" Weltanschauung äußern. Das hat in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft nichts verloren.

[–] rbn@sopuli.xyz -2 points 19 hours ago (1 children)

Was du hier vorschlägst, ist Leute in Lager zu stecken bis sie die "richtige" Weltanschauung äußern. Das hat in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft nichts verloren.

Ist das nicht im Grunde auch bei Gefängnissen so? Die Leute werden gegen ihren Willen eingesperrt, um ihnen Zeit zum Nachdenken und Betreuungsangebote zu geben, bis sie ihr Fehlverhalten erkennen und ablegen.

Ein Umerziehungslager kommt dem ziemlich nah, da gebe ich dir recht. Der ich würde sagen, der Kernunterschied zu einem "freiheitlich-demokratischen" Gefängnis besteht darin, dass die Tatbestände und Strafen demokratisch legitimiert sind. Also dass nicht eine kleine Elite bestimmt, was Recht und was Unrecht ist, sondern (i.d.R. mittelbar durch ein gewähltes Gremium) die Gesellschaft selbst.

[–] int_not_found@feddit.org 1 points 18 hours ago

Ist das nicht im Grunde auch bei Gefängnissen so? Die Leute werden gegen ihren Willen eingesperrt, [...] bis sie ihr Fehlverhalten erkennen und ablegen.

Nein das ist nicht im Grunde so. Ein Strafmaß richtet sich nach der Schwere der Tat. Nur sind Richter während der Findung des Strafmaßes dazu angehalten alle Auswirkungen auf den Täter zu berücksichtigen, nicht nur die im Gesetz festgehaltene Strafe. Lebenslang zu wissen, dass man etwas Falsches getan hat, gilt als Teil der Strafe, wodurch man u.U. durch das Zeigen von Reue die Gefängnisstrafe verkürzen kann. Die Schwere der Strafe für eine Tat bleibt jedoch gleich, unabhängig davon ob man sein Fehlverhalten einsieht oder nicht (zumindest theoretisch).

Ein Umerziehungslager kommt dem ziemlich nah, da gebe ich dir recht. Der ich würde sagen, der Kernunterschied zu einem "freiheitlich-demokratischen" Gefängnis besteht darin, dass die Tatbestände und Strafen demokratisch legitimiert sind. Also dass nicht eine kleine Elite bestimmt, was Recht und was Unrecht ist, sondern (i.d.R. mittelbar durch ein gewähltes Gremium) die Gesellschaft selbst.

Wat? Die Beurteilung, ob es sich um ein Gefängnis oder um ein Umerziehungslager handelt, lediglich an der Staatsform festzumachen ist schon ein wilder Take.