Ein krasser Einschnitt für die psychotherapeutische Versorgung, den der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen spontan, ohne große Medienaufmerksamkeit und auch schon im nächsten Monat mal eben durchdrücken will: Einfach die Honorare für Psychotherapeut:innen um 10% kürzen (statt sie inflationsbereinigt anzuheben).
Man muss wohl zu dem Schluss kommen, die GKV finden, wir hätten zu viele Psychotherapeut:innen. Oder dass die vorhandenen Praxen zu viele Kassenpatient:innen behandeln, und zu wenig private? Denn das wäre in der Realität natürlich die einzige Folge dieser Anpassung: Weniger Therapieplätze für die gesetzlichen Kassen, oder gleich weniger Absolvent:innen, die Lust haben, eine Praxis aufzumachen.
Jeder, der schonmal wochen- oder monatelang auf der Suche nach einem ambulanten Therapieplatz war, muss da eigentlich sauer werden.
Medial bis jetzt trotzdem eher ein Nischenthema:
Oh Mann, ich fühls. Das ist ein krasser Lebensabschnitt in dem du grade steckst, wahrscheinlich was vom schwierigsten was du je gemacht hast (war bei mir jedenfalls so).
Fakt ist leider: So funktioniert das Leben nicht. Muss es auch nicht - den Widerstand, den du grade innerlich spürst, der geht weg. Jedenfalls bei mir und bei so ziemlich jedem anderen auch. Ich habs damals gehasst zu arbeiten und war damit auch echt überfordert. Heute mag ich meinen Job echt gerne und arbeite sogar freiwillig Vollzeit, was ich damals für unmöglich gehalten hätte. Kommt leider erst mit der Zeit. Bis dahin ist es erstmal kacke.
Wenn du das Gefühl hast, in der WfbM nicht langfristig weiterzukommen, hast du schonmal drüber nachgedacht dich an Stellen zu wenden, die für solche Probleme eigentlich zuständig sind? "Psychosomatische Reha", soll immer dann gemacht werden wenn die Arbeitsfähigkeit langfristig gefährdet ist. Was sie ist, wenn du auf dem ersten Arbeitsmarkt nichts findest. Oder "RPK", ein spezielles und eher langfristiges Angebot, wenn man das Gefühl hat, das noch viele Fähigkeiten fehlen um beruflich durchzustarten; eben um die dann zu lernen.
Und übrigens: Ich sehs anders als dein Vater. (ich bin Psychologin.) Wenn der Alltag so schwer fällt, dann gibts immer was, das man diagnostizieren kann, und dann kriegt man auch entsprechende Hilfe. Darum gehts eigentlich auch bei Diagnosen: Hilfebedarf. Und wenn du den hast, dann kannst du auch Unterstützung kriegen. Manchmal ist es ziemlich unmöglich den Durchblick zu behalten, wo man sie findet, aber ich denke wenn du in der Reha anfängst, können die dir damit bestimmt helfen.