Ich frage mich: Wie weit geht deine Ablehnung von Hilfe für Andere aufgrund systemischer Ungerechtigkeiten?
Wenn dein Bruder dich morgen anruft und fragt, ob du ihm beim Umziehen hilfst, lehnst du dann ab mit dem Argument, dass Deutschland keine Reichensteuer hat?
Wenn an der Bushaltestelle neben dir jemand kollabiert, ignorierst du den, weil Frauen immer noch weniger verdienen?
Wenn dich jemand fragt, ob er an der Kasse vor darf, lehnst du ab, wegen all des Alltagsrassismus' in unserer Gesellschaft?
Weil Spaß beiseite, bei Organspende gehts doch um individuelle Leben, die du retten kannst, mit etwas, das dich überhaupt gar nichts kostet. Du schenkst deine Niere doch nicht Merz oder dem Nestle CEO, sondern einer echten Einzelperson, die einfach Pech im Leben hatte. Ein Mitmensch von dir. Jemand mit ner Familie, Hobbies, Haustieren und Angst vor dem Tod.
Wenn du einfach kein hilfsbereiter Mensch sein willst, wenn dir deine Mitmenschen wurscht sind, wenn du irgendwelche religiösen Gründe gegen Organspende hast oder sonstiges magisches Denken, das dir wie ein guter Grund vorkommt, bitte. Aber du lügst dich doch in die Tasche, wenn du dir vormachst, dass das mit irgendwelchen systemischen Problemen zu tun hätte. An denen verbesserst du doch auch nichts wenn du Tante Frida an ner Leberzirrhose sterben lässt, weil deine Leber beerdigt oder eingeäschert werden soll.

Organspende hilft Individuen. Du würdest damit Individuen helfen, nicht der Gesellschaft.