Tja, vielleicht sollten wir auch mal über soetwas wie den größtenteils verhassten California Bill 1043 diskutieren, damit das irgendwie mit elterlicher Kontrolle und lokal auf einem Gerät gelöst wird. Bevor wir das ständig mit mehr strikten Verboten, mehr Vorratsdatenspeicherung und Datenhalden auf irgendwelchen Servern der Plattformbetreiber erschlagen wollen?
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Interessanter Vorschlag, der viele Probleme und Bedenken löst. Ein Setup der Hardware wird idR von den Eltern gemacht. Wenn Kids das selbst hinbekommen, sind die eh schon älter.
According to AB 1043, OS providers must maintain a "reasonably consistent real-time application programming interface" that categorizes users into four age brackets — under 13, 13 to under 16, 16 to under 18, and 18 or older — and hand that signal to any developer who requests it when their app is downloaded or launched.
The law does not require photo ID uploads or facial recognition, with users instead simply self-reporting their age, setting AB 1043 apart from similar laws passed in Texas and Utah that require "commercially reasonable" verification methods, such as government-issued ID checks. Assemblymember Buffy Wicks, who authored the bill, said this "avoids constitutional concerns by focusing strictly on age assurance, not content moderation," in a press release.
https://www.tomshardware.com/software/operating-systems/california-introduces-age-verification-law
Ja denke ich auch. Wenn man tatsächlich mal was für Kinder machen möchte, baut man vielleicht "parental controls" ein und damit wäre dann etwas erreicht. Und sobald sie alt genug sind ihr Linux eigenständig zu manipulieren, sind sie wahrscheinlich auch alt genug um ein bisschen mehr mit dem ganzen Zeug umzugehen was so im Internet geteilt wird.
Der Ansatz der in Deutschland und dann über die EU durchgedrückt werden soll hat ja wenig mit Jugendschutz zu tun. Da werden die Kinder nur instrumentalisiert um den blöden Überwachungsstaat durchzudrücken. Und die ganzen Social-Media Verbote sind auch ein zweischneidiges Schwert.
Tja, vielleicht sollten wir auch folgende Dinge anerkennen:
- dass das Internet als freies Kommunikations- und Informationsmedium die Welt insgesamt massiv zum Besseren verändert hat, insbesondere der Umstand, dass wir es überall zur Verfügung haben
- dass es wünschenswert ist, dass das Internet noch weiter ausgebaut und verbessert wird und für noch mehr Zwecke nützlich ist und somit mehr Leute es für viele Zwecke verwenden
- dass es mittlerweile sehr viele Erwachsene gibt, die sich als Jugendliche Dinge angesehen haben, die sie eigentlich nicht ansehen hätten sollen (z.B. Pornografie) und ihnen das offensichtlich großteils nicht ernsthaft geschadet hat
- dass es überhaupt sehr unwahrscheinlich ist, dass irgendetwas, was jemand aktiv ansehen will (!), ihm schaden könnte, anzusehen
- dass kleine Kinder (nicht Jugendliche) großteils ohnehin fast alles, was sie tun und ansehen, sehr gerne ihren erwachsenen Bezugspersonen zeigen und (nicht nur dadurch) von ihnen die meiste Zeit "überwacht" werden; ich war als Kind schon im Internet und wusste bis kurz vor dem Jugendlichenalter gar nicht, was es da alles für mich Ungeeignetes gibt
- dass es auch schon im bestehenden Internet ziemlich unwahrscheinlich ist, dass man versehentlich (!) auf Gewaltdarstellungen, Pornografie, usw. stößt, sondern solche Dinge muss man normalerweise aktiv suchen, wenn man sie sehen will; das gilt für Kinder sogar noch mehr als für Erwachsene
- dass aufgrund der vorigen vier Punkte sämtliche "Jugendschutz"-Bemühungen im Internet Lösungen für gar nicht vorhandene ernsthafte Probleme sind
- dass in einer liberalen demokratischen Gesellschaft, die auf individuellen Rechten basiert, die Macht des Staates bei weitem nicht so weit gehen sollte, wie all diese Ideen es voraussetzen
- dass die Durchsetzung staatlicher Gesetze im Internet überhaupt über Landesgrenzen hinweg (zum Glück) nicht sehr praktikabel ist und jeder Versuch, das zu tun, ein Präzedenzfall für autoritäre Staaten ist, dasselbe zu tun
OK, das war jetzt etwas lang, aber bei all diesem Dreck der letzten Monate und Jahre musste ich jetzt einmal Luft ablassen. >:(
Naja, ich weiß aber auch echt nicht ob der Scheiß den ich mir mit 14 so auf Newgrounds reingezogen habe so unbedingt förderlich war. Und ich hab da auch nicht aktiv nach gesucht, sondern das zeigt man sich dann gegenseitig. Und wir haben das garantiert keinem Erwachsenen gezeigt. Also sorry, so funktioniert das wirklich nicht.
Damals war es dafür unmöglich die "18" CD von den Ärzten zu kaufen, weil da der Jugendschutz durchgezogen wurde. Dann hatten wir auch noch die "Killerspieldebatte" die völlig überzogen war. Aber ich glaube Kinder- und Jugendschutz grundsätzlich in Abrede zu stellen ist auch ein wenig seltsam. Müssen aber halt auch Maßnahmen sein, die das Leben der Jugendlichen besser machen. ...Was ja oft nicht das Ziel dieser Bestrebungen ist.
Und wir haben das garantiert keinem Erwachsenen gezeigt.
Mit 14 sicherlich nicht mehr, deshalb war der Teil ja ausdrücklich auf kleine Kinder (bis zum Alter von ca. 11 Jahren) beschränkt und Jugendliche ausgenommen.
Aber ich glaube Kinder- und Jugendschutz grundsätzlich in Abrede zu stellen ist auch ein wenig seltsam.
Nein, nicht grundsätzlich. Beispielsweise in Kinos ergibt es Sinn, denn da können junge Menschen, die erst während der Vorführung draufkommen, dass es verstörend ist, nicht einfach so entscheiden, dass sie es doch nicht sehen wollen. Auch Schulen usw. brauchen Richtlinien, was dort im Unterricht gezeigt werden darf. Aber im Internet kann man ja jederzeit wieder wegklicken.
Ich bin inzwischen über 30 und verstehe heute nicht besser als damals als Jugendlicher, warum es richtig gewesen sein soll, mir vor meiner Volljährigkeit zu verbieten, anzusehen, was ich ansehen will.
Ja interessant, dass wir da so unterschiedliche Perspektiven drauf haben.
Ich weiß auch nicht so ganz ob wir so die gleichen Dinge angeschaut haben. Ich fand es weit aus weniger schlimm mich ein Jahr zu früh in einen Kinofilm zu schleichen, als sich irgendwelche toten Leute im Internet anzuschauen. Was halt damals bestimmte Ecken im Netz waren. Heute ist das weitgehend geächtet auf den großen Plattformen, die ja jetzt den größten Teil des Internets ausmachen, mit Ausnahme von X und vielleicht Telegram und so, die ja dann genutzt werden um beispielsweise ungefilterte Bilder aus Kriegsgebieten zu verbreiten.
Ich finde es aber auch doof mit dem übelsten Extrem zu argumentieren. Das sind nur Totschlagargumente. War nur dazu gemeint mögliche unterschiedliche Perspektiven zu illustrieren.
ausdrücklich auf kleine Kinder (bis zum Alter von ca. 11 Jahren) beschränkt und Jugendliche ausgenommen
Ich glaube das Problem ist so ein bisschen, dass das für die Kinder umso mehr gilt. Also damit brauchen wir dann dieselben Maßnahmen. Oder man verbietet den Kindern selbstständig auf dem Tablet im Wohnzimmer Musik, Hörbücher anzumachen, und kauft 'ne Tonibox und ganz viele Plastikfiguren, um sie so lange wie möglich von Erwachsenengeräten und dem Internet fernzuhalten. Das ist dann im Effekt moderne-Technik-Verbot. Und auf Spotify gibt es definitiv sowohl Kinder-Hörbücher, als auch Softcore und ziemlich seltsames Geschwurbel. Und mit den Hörgewohnheiten der Kinder kommen da manchmal wilde Vorschläge von irgendwelchen Algorithmen.
Aber im Internet kann man ja jederzeit wieder wegklicken.
Das bringt nur bei gewissen Situationen etwas. Also ich kenne zB niemanden der 2 girls 1 cup anschaut, und danach sagt wegklicken hätte irgendwas gebracht. Das ist dann dauerhaft in dein Gehirn gebrannt. Inklusive der Musik. 😅
Ich find's halt echt schwierig. Meist geht die Diskussion eh nicht um das Wohlergehen der Kinder oder Jugendlichen. Außerdem wer definiert denn wer Kind ist und wann das aufhört... Das ist ja sicherlich eine Einzelfallentscheidung und die Eltern wissen das, nicht der Staat anhand einer Zahl. Und was machen wir dann mit denen...Werden sie einfach ins kalte Wasser geschmissen und von einem Tag auf den anderen geht es über von Internetgeräteverbot zu, hier dein Smartphone, viel Spaß dich in der Welt zurechtzufinden?
Ich denke die einzige kluge Antwort ist, den Eltern, Schulen etc vernünftige Werkzeuge an die Hand zu geben um das zu bewerkstelligen. Und da das sonst nicht funktioniert, oder der Job von irgendwelchen Datenkraken übernommen wird, ist eine lokale Lösung da schon die bessere Wahl.
Es ist aber sicherlich kompliziert. Und Jugendliche zu übervorteilen, denen eine Welt vorzugaukeln in der es keine Pornografie gibt, ihnen die Computerspiele wegzunehmen und so finde ich auch sehr schädlich. Und das ist immer die Gefahr. Außerdem gibt es ja auch genug Fundamentalisten, die solche Werkzeuge gerne aus misbrauchen.
Jugendschutz meinetwegen. Aber was hat das mit Vorratsdatenspeicherung zu tun? Das eine lässt sich komplett ohne dass andere umsetzen und wäre obendrein auch noch grundgesetzkonform.