this post was submitted on 06 Mar 2026
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Netzkultur / Netzpolitik

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[–] hendrik@palaver.p3x.de 1 points 5 months ago* (last edited 5 months ago) (1 children)

Naja, ich weiß aber auch echt nicht ob der Scheiß den ich mir mit 14 so auf Newgrounds reingezogen habe so unbedingt förderlich war. Und ich hab da auch nicht aktiv nach gesucht, sondern das zeigt man sich dann gegenseitig. Und wir haben das garantiert keinem Erwachsenen gezeigt. Also sorry, so funktioniert das wirklich nicht.

Damals war es dafür unmöglich die "18" CD von den Ärzten zu kaufen, weil da der Jugendschutz durchgezogen wurde. Dann hatten wir auch noch die "Killerspieldebatte" die völlig überzogen war. Aber ich glaube Kinder- und Jugendschutz grundsätzlich in Abrede zu stellen ist auch ein wenig seltsam. Müssen aber halt auch Maßnahmen sein, die das Leben der Jugendlichen besser machen. ...Was ja oft nicht das Ziel dieser Bestrebungen ist.

[–] schnurrito@discuss.tchncs.de 1 points 5 months ago (1 children)

Und wir haben das garantiert keinem Erwachsenen gezeigt.

Mit 14 sicherlich nicht mehr, deshalb war der Teil ja ausdrücklich auf kleine Kinder (bis zum Alter von ca. 11 Jahren) beschränkt und Jugendliche ausgenommen.

Aber ich glaube Kinder- und Jugendschutz grundsätzlich in Abrede zu stellen ist auch ein wenig seltsam.

Nein, nicht grundsätzlich. Beispielsweise in Kinos ergibt es Sinn, denn da können junge Menschen, die erst während der Vorführung draufkommen, dass es verstörend ist, nicht einfach so entscheiden, dass sie es doch nicht sehen wollen. Auch Schulen usw. brauchen Richtlinien, was dort im Unterricht gezeigt werden darf. Aber im Internet kann man ja jederzeit wieder wegklicken.

Ich bin inzwischen über 30 und verstehe heute nicht besser als damals als Jugendlicher, warum es richtig gewesen sein soll, mir vor meiner Volljährigkeit zu verbieten, anzusehen, was ich ansehen will.

[–] hendrik@palaver.p3x.de 1 points 5 months ago* (last edited 5 months ago)

Ja interessant, dass wir da so unterschiedliche Perspektiven drauf haben.

Ich weiß auch nicht so ganz ob wir so die gleichen Dinge angeschaut haben. Ich fand es weit aus weniger schlimm mich ein Jahr zu früh in einen Kinofilm zu schleichen, als sich irgendwelche toten Leute im Internet anzuschauen. Was halt damals bestimmte Ecken im Netz waren. Heute ist das weitgehend geächtet auf den großen Plattformen, die ja jetzt den größten Teil des Internets ausmachen, mit Ausnahme von X und vielleicht Telegram und so, die ja dann genutzt werden um beispielsweise ungefilterte Bilder aus Kriegsgebieten zu verbreiten.

Ich finde es aber auch doof mit dem übelsten Extrem zu argumentieren. Das sind nur Totschlagargumente. War nur dazu gemeint mögliche unterschiedliche Perspektiven zu illustrieren.

ausdrücklich auf kleine Kinder (bis zum Alter von ca. 11 Jahren) beschränkt und Jugendliche ausgenommen

Ich glaube das Problem ist so ein bisschen, dass das für die Kinder umso mehr gilt. Also damit brauchen wir dann dieselben Maßnahmen. Oder man verbietet den Kindern selbstständig auf dem Tablet im Wohnzimmer Musik, Hörbücher anzumachen, und kauft 'ne Tonibox und ganz viele Plastikfiguren, um sie so lange wie möglich von Erwachsenengeräten und dem Internet fernzuhalten. Das ist dann im Effekt moderne-Technik-Verbot. Und auf Spotify gibt es definitiv sowohl Kinder-Hörbücher, als auch Softcore und ziemlich seltsames Geschwurbel. Und mit den Hörgewohnheiten der Kinder kommen da manchmal wilde Vorschläge von irgendwelchen Algorithmen.

Aber im Internet kann man ja jederzeit wieder wegklicken.

Das bringt nur bei gewissen Situationen etwas. Also ich kenne zB niemanden der 2 girls 1 cup anschaut, und danach sagt wegklicken hätte irgendwas gebracht. Das ist dann dauerhaft in dein Gehirn gebrannt. Inklusive der Musik. 😅

Ich find's halt echt schwierig. Meist geht die Diskussion eh nicht um das Wohlergehen der Kinder oder Jugendlichen. Außerdem wer definiert denn wer Kind ist und wann das aufhört... Das ist ja sicherlich eine Einzelfallentscheidung und die Eltern wissen das, nicht der Staat anhand einer Zahl. Und was machen wir dann mit denen...Werden sie einfach ins kalte Wasser geschmissen und von einem Tag auf den anderen geht es über von Internetgeräteverbot zu, hier dein Smartphone, viel Spaß dich in der Welt zurechtzufinden?

Ich denke die einzige kluge Antwort ist, den Eltern, Schulen etc vernünftige Werkzeuge an die Hand zu geben um das zu bewerkstelligen. Und da das sonst nicht funktioniert, oder der Job von irgendwelchen Datenkraken übernommen wird, ist eine lokale Lösung da schon die bessere Wahl.

Es ist aber sicherlich kompliziert. Und Jugendliche zu übervorteilen, denen eine Welt vorzugaukeln in der es keine Pornografie gibt, ihnen die Computerspiele wegzunehmen und so finde ich auch sehr schädlich. Und das ist immer die Gefahr. Außerdem gibt es ja auch genug Fundamentalisten, die solche Werkzeuge gerne aus misbrauchen.