Ich habe vor zehn Jahren leider genau so einen Vorfall mit Todesfolge selbst direkt mit einer mir nahestehenden Person erlebt und ich will deshalb aufmerksam darauf machen, dass nicht automatisch der LKW-Fahrer komplett schuld sein muss, sondern es auch oft an falsch ausgebauter Infrastruktur liegen kann. Ich sag das auch deshalb, weil ich mitbekommen habe, wie es dem Fahrer damals ging, auch Jahre später noch.
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Ja, Rechtsabbiegen mit LKW ist saugefährlich, weil man da eigentlich mit den Augen überall gleichzeitig sein muss und das physisch einfach nicht geht, denn man hat nur 2 Augen, die sind vorne im Kopf, man muss also den Kopf ständig drehen, um aus allen Fenstern und in alle Spiegel zu gucken. Das geht nur in schneller Folge hintereinander, aber nicht gleichzeitig. Je nachdem, wie übersichtlich die rückwärtige Straße ist, sieht man gerade Radfahrer, die schnell unterwegs sind, dann auch im Spiegel evtl. sehr spät kommen (z.B. in Kurven mit geparkten Fahrzeugen am Straßenrand, aber auch ungünstig platzierte Schilder können da die Sicht versperren) Gerade in den rechten Spiegel schaut man eigentlich beim Rechtsabbiegen viel, denn den braucht man, um zu kontrollieren, ob das Hinterrad auch da ist, wo man es haben will (LKW sind in der Regel zu lang, um dafür ein vernünftiges "Arschgefühl" zu entwickeln, wie das bei PKW noch geht)
Wenn beim Abbiegen jemand unter den LKW gerät und mitgezogen wird, kann es sein, dass man nach der eigentlichen Kollision im Spiegel davon gar nichts mehr sieht, wenn die Person unter den LKW mitgezogen wird. Denn gerade, um die Sicherheit von Zweiradfahrern zu erhöhen, sind moderne LKW mit einem seitlichen Unterfahrschutz ausgestattet, der allerdings auch die Sicht auf den Boden unter dem Fahrzeug größtenteils versperrt. Wenn man da erst mal drunter ist, sieht einem der Fahrer praktisch nicht mehr. Physisch merken wird man von einem Fahrrad oder einer Person, die ungesehen unter das Hinterrad gerät, nicht viel, da ist einfach zu viel Größen- und Gewichtsunterschied im Spiel, außerdem sind Kabine und Sitz zu gut gefedert (Sitze mit Druckluftfederung), das schluckt einiges an Unebenheiten. Die Radfahrerin hier hatte Glück, dass der Fahrer sie gehört hat, was auch nicht selbstverständlich ist, denn auch die Schallisolierung ist in LKW recht gut, immerhin unterliegen die allen möglichen Arbeitsschutzvorschriften, die auch Lärmschutz beinhalten.
Bei abbiegenden LKW schaue ich so lange in die Spiegel bis ich wirklich Blickkontakt mit dem Fahrer hatte. Und ich hebe auch gerne den Arm hoch, sodass er meine Hand in der Scheibe sieht sobald ich mich in den toten Winkel vor ihm begehe.
Ansonsten heißt es für Fahrradfahrer immer, fahrt so als wären alle anderen betrunken und dement. Also immer davon ausgehen nicht gesehen worden zu sein und LKW Fahrern gegenüber einfach auf die Vorfahrt verzichten.
Gute Strategie. Wenn Du den Fahrer im Spiegel sehen kannst, kann er Dich auch sehen.
Ist vielleicht auch mal ein guter Test für diejenigen die hier immer mal wieder gerne behaupten, tote Winkel gäbe es gar nicht. Überall, wo man den Fahrer nicht sehen kann, sieht der einen auch nicht.
Verstehe nicht, was für Hass und Sarkasmus hier gegenüber dem LKW-Fahrer geäußert wird, als wäre der illegales Rennen gefahren. Ohne dass die Schuld überhaupt geklärt ist.
Einen LKW zu lenken ist sicher keine leichte (und auch nicht unbedingt die schönste) Aufgabe im urbanen Raum und - so tragisch das auch ist - wird es sich vermutlich auch mit immer mehr Sicherheitssystemen nie ganz vermeiden lassen, dass Unfälle passieren. Und angesichts der Größe und des Gewichts so eines Fahrzeugs sind es eben leider im Fall der Fälle sehr schnell schwere Unfälle. Trotz dieser Gefahren erfüllen LKW aber eben die sehr wichtige Funktion, Waren im großen Stil von A nach B zu bringen.
Ja, vielleicht könnte man im Fernlastverkehr teilweise auch mehr Güterzügen statt LKW einsetzen, aber gerade im urbanen Raum, wo typischerweise auch Fußgänger und Radfahrer unterwegs sind, ist das doch eher unrealistisch. Und wenn wir den Supermarkt um die Ecke nur noch mit Kleintransportern statt LKW beliefern, haben wir dann viele kleine Fahrzeuge statt eines großen und damit auch nicht unbedingt weniger Unfallgefahr.
Zumindest für mich persönlich wären Einsatzfahrzeuge für Rettungskräfte, Busse (Transport Menschen) und LKW (Transport Waren) so ziemlich die letzten Fahrzeuge, die von den Straßen verschwinden sollten.
Einen LKW zu lenken ist sicher keine leichte (und auch nicht unbedingt die schönste) Aufgabe im urbanen Raum
Hab das ne Zeit lang gemacht und muss sagen, dass Deine Beschreibung durchaus zutrifft. Am Schlimmsten ist Lieferverkehr in Fußgängerzonen.
Und wenn wir den Supermarkt um die Ecke nur noch mit Kleintransportern statt LKW beliefern, haben wir dann viele kleine Fahrzeuge statt eines großen und damit auch nicht unbedingt weniger Unfallgefahr.
Dazu kommt noch, dass man Kleintransporter mit wesentlich weniger Ausbildung und ohne regelmäßige Kontrolle der Fahreignung fahren darf. (bis 3,5t reicht Klasse B, und, um die zu behalten, muss man nicht alle 5 Jahre zum Arzt, da kann man blind werden und behält trotzdem den Führerschein)
Dass Straßenverkehr halt gefährlich ist und immer so bleiben wird, muss man nicht so sehen.
Man könnte auch einen ganz anderen Straßenverkehr haben. Trennen, was sich nicht verträgt. Auch wir könnten uns - so wie die Niederländer - einen anderen Umgang damit erkämpfen.
Es ist auch nicht so, als sei das Problem nicht auf dem Schirm der Industrie und Politik. Der Einbau von Abbiegeassistenten wird in Deutschland gefördert und seit Juli 2024 ist die Ausstattung mit Abbiegeassistenzsystemen für neu zugelassene Fahrzeuge Pflicht.
Vermutlich war hier ein Fahrzeug ohne Assistent im Einsatz?

Ich wiederhole mich gerne: Mehr Utrecht wagen!
Wie sieht das in anderen Ländern mit Abbiegeassistenten aus? Es sind ja nicht nur in Deutschland zugelassene LKW in Deutschland unterwegs.
Das gilt in der gesamten EU!
Bundesamt für Logistik und Mobilität:
Grundlage für das Förderprogramm Abbiegeassistenzsysteme (AAS) ist die am 5.1.2020 in Kraft getretene EU-Verordnung Nr. 2019/2144 über die allgemeine Sicherheit und den Schutz der Fahrzeuginsassen und von ungeschützten Verkehrsteilnehmenden.
Diese EU-Verordnung schreibt verpflichtend vor, dass ab Juli 2022 neue Fahrzeugtypen und ab Juli 2024 neu zugelassene Fahrzeuge mit Abbiegeassistenzsystemen ausgestattet sein müssen. Ein wesentliches Ziel dieser Verordnung ist, die Anzahl der Getöteten und Verletzten durch die verpflichtende Einführung von Fahrzeugsicherheitssystemen weiter zu senken. Ein Abbiegeassistent unterstützt gezielt den Lkw-Fahrer beim Abbiegevorgang, wenn eine Rad fahrende Person übersehen werden könnte.
Die böse Frau hat sich bei dem unschuldigen Lkw-Fahrer eine Beförderungsleistung erschlichen. ~/s~
Stellt euch vor wie traumatisiert der arme LKW Fahrer jetzt ist, nachdem er mit dieser rücksichtslosen Fahrradraserin kollidiert ist.
Zumal er nichts tun konnte, der LKW hat sie einfach mitgeschleift!
Rechtsabbieger, warum überrascht mich das nicht...
LKW müssen innerorts mit Schrittgeschwindigkeit abbiegen. Der war doch mit Schrittgeschwindigkeit rechts abgebogen, oder? Die Polizei kontrolliert das doch regelmäßig, oder? Oder??
Wie schnell "Schrittgeschwindigkeit" ist, ist leider nicht klar festgesetzt... Gerichte akzeptieren bis zu 15km/h. Und am Ende, wenn Nicht-Autofahrer auf ihre Rechte bestehen wollen, sind die eh schuldig.
https://www.adac.de/verkehr/recht/verkehrsvorschriften-deutschland/schrittgeschwindigkeit/
Radfahrerin wollte an einer Kreuzung auf dem Radweg die Bundesstraße 15a überqueren. Der Lkw-Fahrer bog zur gleichen Zeit rechts ab
Extrem kompetente Beschreibung der Situation....
Wer kam von wo? Wer hatte Vorfahrt?
Wie konnte der LKW sie erwischen, wenn sie nur "wollte" (demnach nichts tat)?
Wie konnte der LKW sie erwischen, wenn sie nur “wollte” (demnach nichts tat)?
Sie war dabei, die Kreuzung zu überqueren, aber der LKW kam ihr dazwischen.
Ach so na dann
*Lkw-Fahrer schleift Frau und Fahrrad hundert Meter mit
