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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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[–] DdCno1@beehaw.org 1 points 2 days ago

Das haben wir der DDR-Führung zu verdanken, nicht dem, was nach der Wende passiert ist.

Es gab in dem "Arbeiter- und Bauernparadies" eine aktive Neonaziszene, komplett "home-grown", wie man heute sagen würde. Die Stasi vermutete anfangs, getreu der Staatsideologie und -propaganda, dass feindliche Agenten aus Westdeutschland dahinter stecken würden, aber als sich dann herausstellte, dass in einem sozialistischen Staat von ganz alleine Nazis entstehen konnten, wurde das Ganze vertuscht, trotz immer häufiger in Gewalt ausartender Fremdenfeindlichkeit ggü. z.B. Gastarbeitern aus sozialistischen "Bruderstaaten" wie Vietnam. Es konnte nicht sein, was nicht sein durfte.

Es gab also nie eine gesellschaftliche Debatte zu dem Thema vor dem Zusammenbruch der Diktatur. Eine effektive Bekämpfung dieser Nazi-Szene war ebenfalls nicht möglich, da es zu viel Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt hätte. Bestenfalls begrenzt wurde diese Szene. Nach der Wende, in dem frischen Stasi-freien Machtvakuum, konnte sie dann schnell aufblühen (westdeutsche Verfassungsschützer und Polizei wurden gänzlich überrumpelt, da sie nicht im Ansatz damit gerechnet hatten) und formte denn Nukleus dessen, aus dem sich heute die AfD speist.

Heute gibt es dort in Ostdeutschland den meisten Fremdenhass und die besten Wahlergebnisse für die AfD, wo die wenigsten Menschen mit Migrationshintergrund leben. Wirtschaftliche Faktoren sind gänzlich irrelevant. Diese Partei wird nicht aus Protest, sondern aus Überzeugung und Angst gewählt.