this post was submitted on 16 Aug 2026
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz
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Wir als Kunden müssen wieder anfangen, uns das hinter die Ohren zu schreiben!
...nicht nur das. Wir entscheiden beides mit unserem Geldbeutel (bzw. unserem Apple Pay)
Letzten Endes klappt aber auch nur, wenn der Verbraucher die Wahl hat. Im Raum Frankfurt mag das durch Konkurrenz noch gegeben sein, aber den Luxus hat nicht jede kleine Ortschaft.
Systemische Probleme sind nicht mit individuellen Lösungen aus der Welt zu schaffen.
Alles, was unser Leben in der Gesellschaft besser gemacht hat, ist kollektive Leistung.
Sozialstaat, Krankenversicherung, Gewerkschaften oder Kampf gegen saurer Regen, FCKW usw. usf. sind alle nicht durch den Appell an das Individuum entstanden oder gelöst worden.
Was also tun, wenn das Kapital uns alles zerstört? Verantwortungsvoll konsumieren und die 1,30 gezielt beim richtigen Bäcker ausgeben 😅. Ja, ist klar.
dazu kommt, dass man ja oft einfach nicht weiß, wem jetzt x bäckerei gehört. also kann man nicht mal dort einkaufen wo man damit die lokale wirtschaft unterstützt, weil man nicht sieht wo das der fall ist.
Das muss man sich allerdings auch leisten können. Nicht jeder kann ständig massig Geld für ein Körner-Brötchen ausgeben. Dinge sind einfach so teuer geworden, dass es für viele schwierig ist nicht auf die Industrieware von Aldi auszuweichen. Abgesehen davon haben viele Bäckereichen auch keine Ehre mehr im Leib und verkaufen selbst Scheiße.
Falsch. Genau das ist nämlich die ultrakurzdenkende, falsche Einstellung, die solche Probleme verursacht und eine (vorher vielleicht noch gesunde) Wirtschaft dem dummen Kapital in den Rachen wirft 🙁
Du selber hast die Entscheidung, wo du deine 1,30 hinträgst. Du entscheidest tatsächlich. Du entscheidest auch, ob du dich von anderen manipulieren lässt, bei deiner eigenen Entscheidung, wo du deine 1,30 hinträgst. Und du hast die Auswirkung deiner Entscheidung zu verantworten.
Du selbst hast Null freie Entscheidung wenn das Geld vorne und hinten nicht reicht. Du sprichst da aus einer privilegierten Perspektive.
Das mag durchaus sein. Ich bin tatsächlich in der Lage, nicht nur über 1,30 sondern auch über 130 Euro frei entscheiden zu dürfen. Trotzdem würde ich mich davon nicht "reich" nennen (falls du das jetzt denkst). Ich bin aber auch fest überzeugt, dass jede 1,30 ihre Wirkung haben, und zwar immer, d.h. jedesmal, wenn sie ausgegeben werden.
Aber was ist mit dir? Bist du wirklich nicht über 1,30 frei, zu entscheiden?
Ich behaupte, es gibt nur wenige Menschen in unserem Land, die wirklich nicht über 1,30 frei verfügen können. Aber ich fürchte, es gibt viele, die nicht glauben, solche Freiheit zu haben.
Das kannst Du ja mal Menschen wie denen hier erklären:
Armut in Deutschland "Die Leute strampeln ohne Ende"
Wir reden von Millionen für die 1,30 für ein Brötchen Luxus ist denn vor der ökologisch wertvollen Backware kommt erst einmal die neue Waschmaschine, weil die alte seit Monaten kaputt ist und für die neue fehlt das Geld.
Ich lebe selber auf Grundsicherung bei Erwerbsminderung die halt dasselbe Regelsatz wie die "neue Grundsicherung/Hartz IV 2.0" hat, mit leicht kulantere Anrechnungsregeln. Wenn ich so Minijob in soziale Arbeit nicht hätte, würde es vorne und hinten nicht langen. Ich lebte zwei Jahre lang auf Hartz 4 und du hast da nicht genug Geld um gesund zu essen. Da kostete ein Kopf Eisbergsalat soviel wie eine Packung Toast. Ich musste teils mit Reis oder Nudeln auskommen, weil Geld für anderes war nicht da.
Wenn es hart auf hart kommt, hat man nichtmal 1,30€ pro Tag für Frühstück.
Falsch. Wenn ich nur 1,30€ für das ganze Frühstück habe, kann ich sie nicht für ein einzelnes Körnerbrötchen ausgeben.
Na, dann tu's auch nicht. Klarer Fall.
Aber ist das wirklich der Fall?
Guck mal in die Regelsatzberechnungen für Grudsicherung, du widerlicher Snob.
Wir sollten die Schuld an einem systematischen Versagen nicht bei Individuen suchen, sondern im System. Warum ließ sich die Bäckerei Kette überhaupt kaufen? Weil die Inhaber wirtschaftlichen Zwängen unterliegen. Warum eine das Private Equity Scheiß die überhaupt kaufen? Weil die da Gewinnpotential sahen und dieses ausschöpfen müssen, weil sie wirtschaftlichen Zwängen unterliegen. Warum kann sich jetzt nicht jeder immer leisten, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen? Wirst'e nicht glauben. Vielleicht zwingt uns ein profitorientiertes Wirtschaftssystem in genau die Verscheißerung (Enshittification), die wir so hassen. Über die einzelnen handelnden Personen zu meckern verkennt den Wald vor lauter Bäumen.
Als nächstes sprechen wir wieder darüber, wie Otto Normalverbraucher mit seinem CO2-Fußabdruck am Klimawandel Schuld ist.
Und wie änderst du "ein System"? Indem du an eine Klowand schreibst, was irgendwelchen unbekannten gefälligst nicht machen sollten?
Du hast keine anderen, die du verändern kannst. Du kannst nur bei dir selbst anfangen.
Am Ende ist es im Endeffekt auch egal, ob du deine 1,30€ zu Bäcker 1, der Teiglinge aus der Großbäckerei aufbackt oder zu Bäcker 2, der die gleichen oder leicht andere Teiglinge aufbackt, trägst.
Das ist doch genau das was die Großkapitalisten einem seit Jahren einreden, während auf der Seite der Industrie nichts getan wird um eine bessere Welt zu ermöglichen.
Wenn das Geld vom Job nicht reicht muss man eben abwägen ob man für einmal Brötchen vom Bäcker die Brötchen von drei bis vier weiteren Tagen aufgeben möchte.