this post was submitted on 24 Nov 2025
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founded 1 year ago
MODERATORS
 

Immer mehr Wege werden zu Fuß zurückgelegt, Autos stehen immer häufiger ungenutzt herum - das sind zwei wichtige Erkenntnisse der neuen Mobilitätsstudie der Bundesregierung.

Das Auto bleibt zwar das wichtigste Verkehrsmittel in Deutschland. Es steht aber immer häufiger ungenutzt herum. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie "Mobilität in Deutschland", die vom Infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums erstellt wurde. Demnach wird fast die Hälfte der Autos an einem durchschnittlichen Tag nicht bewegt. Im Jahr 2008 sei nur ein Drittel der Autos am Tag nicht genutzt worden.

[...]

Die Jahresfahrleistung von E-Autos betrage im Schnitt 14.600 Kilometer, während es bei allen Wagen 13.700 seien, bei neueren Verbrennern ab dem Zulassungsjahr 2020 aber durchschnittlich 16.800 Kilometer.

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[–] DrunkenPirate@feddit.org 0 points 5 days ago (1 children)

Die deutliche Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland lebt in Städten und Verdichtungsräumen. Die wirklich abgelegen wohnende Landbevölkerung ist real eine kleine Minderheit.

Das ist eine Mähr, die sich im städtisch-akademischen Milieu unterhinterfragt hält. Es stimmt einfach nicht.

Maximal um die 30-40% leben in großen Ballungsgebieten mit entsprechend gutem ÖPNV. Das ist nicht die Mehrheit.

Ca. 30-40% leben in Kleinstädten, die eben keinen nennenswerten ÖPNV haben.

Und natürlich gibt’s noch die Leute auf dem platten Land, die bei den Kühen und so.

Ich hatte mir in einem anderen Thread mal die Mühe gemacht, dass anhand von statistischen Daten auszurechnen, finde den Thread aber nicht mehr. Meine Zeitleiste in der App ist begrenzt. Falls du magst schau mal bei meinen Kommentaren - es war auch irgendwas mit Rad-Mobilität.

[–] HaraldvonBlauzahn@feddit.org 2 points 5 days ago (1 children)

Ca. 30-40% leben in Kleinstädten, die eben keinen nennenswerten ÖPNV haben.

Kleinstädte mit z.B. 10000 Einwohnern liegen in Deutschland, auch wo sie verwaltungsmäßig getrennt sind, sehr oft im Umkreis von Großstädten, und haben da auch ÖPNV. Wobei die Strukturen in Ostdeutschland etwas anders sind - das ist tendenziell ländlicher.

[–] DrunkenPirate@feddit.org 1 points 5 days ago* (last edited 5 days ago) (1 children)

Ja, das Thema „was gehört zum Ballungsraum und was nicht“ hatten wir dort auch erörtert. Es gibt bei Statista eine gute Definition dazu mit Pendlerverkehr etc. Spoiler: Es ist weniger Pendlerverkehr als du denkst. D.h. ein Großteil der Mobilität passiert innerhalb der Kleinstädte, die keinen guten ÖPNV in ihrem Kreis haben. Denn ein S-Bahnschluss zur Großstadt interessiert die 75% Nicht-Pendler eben genau Null.

Edit: Beitrag gefunden https://feddit.org/post/20701161 und weisst du was noch? Die Diskussion war mit dir. Unverbesserlich trotz Faktenlage an falschen Thesen hängend.

In Großstädten leben also „nur“ 28,4% der Bevölkerung.

Dein Kaufing fällt sicherlich unter das weitere Pendlerverflechtungsbereich. D.h. 25-50% der Erwerbstätigen pendeln nach München oder Augsburg. Viele, aber nicht die Mehrheit der Leute. Der Lebensmittelpunkt spielt in dieser Stadt ab. Das ist kein Schlafstadt nur weil viele pendeln

Um es abzuschließen: Öffis und Rad sind super Verkehrsmittel in dicht bebauten Regionen. Das trifft auf 48,9% der deutschen Bevölkerung zu (Zentrum und Ergänzungs­gebiet zum Zentrum)

[–] HaraldvonBlauzahn@feddit.org 2 points 5 days ago* (last edited 5 days ago)

Hier gibt es ein bisschen Statistik dazu, die auch den ländlichen Raum einbezieht:

https://www.demografie-portal.de/DE/Fakten/erreichbarkeit-zentrale-orte.html

Verglichen mit anderen europäischen Ländern ist Deutschland wenig zentralisiert und verfügt über ein breites Netz an Zentren. Rund 97 Prozent der Bevölkerung erreichen das nächste Mittel- oder Oberzentrum innerhalb von 20 Minuten Fahrzeit mit dem Pkw.

Mit einem gut ausgebauten ÖPNV wäre das gar kein Problem. Und dass der entfernt von den Ballungsgebieten nicht gut genug ist, ist gar keine Frage.

Aber, andererseits, 20 Minuten Fahrtzeit mit dem PKW sind bei einer mittleren Reisegeschwindigkeit von 60 km/h auch nicht mehr als ca. 20 Kilometer. Das kann man mit einem Ebike unter umständen noch schaffen, in ca. einer Stunde. Aber ein minimales Nahverkehrsnetz muss da schon irgendwie her. Mit einem etwas dichteren Busnetz sollte das zu schaffen sein. Wenn Länder in Mittel- und Südamerika das können, warum sollte Deutschland - eines der reichsten Industrieländer der Welt, wirtschaftlich stärkstes Land der EU, einem Staatenbund von Industriestaaten, und das am dichtesten besiedelte Land Europas - das nicht können?

Und zurück zur Statistik: Laut der Karte unter dem Link ist die Fahrzeit zum nächsten Mittel- oder Oberzentrum in ca. der Hälfte der Orte in Süd- und Westdeutschland mit dem Auto unter 10 Minuten. Bei realistischen 60 km/h Reisegeschwindigkeit sind das gerade mal 10 Kilometer, also maximal eine halbe Stunde mit dem eBike. Warum sollte das für diese Orte nicht zu machen sein??