this post was submitted on 24 Nov 2025
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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founded 1 year ago
MODERATORS
 

Immer mehr Wege werden zu Fuß zurückgelegt, Autos stehen immer häufiger ungenutzt herum - das sind zwei wichtige Erkenntnisse der neuen Mobilitätsstudie der Bundesregierung.

Das Auto bleibt zwar das wichtigste Verkehrsmittel in Deutschland. Es steht aber immer häufiger ungenutzt herum. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie "Mobilität in Deutschland", die vom Infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums erstellt wurde. Demnach wird fast die Hälfte der Autos an einem durchschnittlichen Tag nicht bewegt. Im Jahr 2008 sei nur ein Drittel der Autos am Tag nicht genutzt worden.

[...]

Die Jahresfahrleistung von E-Autos betrage im Schnitt 14.600 Kilometer, während es bei allen Wagen 13.700 seien, bei neueren Verbrennern ab dem Zulassungsjahr 2020 aber durchschnittlich 16.800 Kilometer.

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[–] HaraldvonBlauzahn@feddit.org 3 points 6 days ago (4 children)

Aber die Lebensrealität vieler Menschen ist eben eine andere

Die deutliche Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland lebt in Städten und Verdichtungsräumen. Die wirklich abgelegen wohnende Landbevölkerung ist real eine kleine Minderheit.

[...] und das kann man auch nicht einfach von heute auf morgen umstellen.

Das verlangt ja auch keiner, dass die Leute die noch keinen akzeptablen ÖPNV haben, sich umstellen sollen.

Nur: Warum passiert da nichts? Warum wird da nichts gemacht, um die Anbindung weiter draußen zu verbessern?

Wir haben eine alternde Gesellschaft. Ein wachsender Teil unserer Senioren können und dürfen nicht mehr Auto fahren. Was passiert mit denen?

[–] LH0ezVT@sh.itjust.works 3 points 6 days ago

Das gerade ist ja auch ein Riesenproblem!

Gerade auf dem Land leben viele Ältere, während viele Jüngere wegziehen (ich zum Beispiel).

Das mit dem ÖPNV ist ein Henne-Ei-Problem: wenn er gut ist, wird er benutzt, wenn er benutzt wird, wird investiert, und andersrum.

Wenn ich also bei mir in der Heimat leere Busse sehe, dann wundert mich nicht, dass die Stadt die Buslinien nicht ausbaut.

[–] trollercoaster@sh.itjust.works 1 points 6 days ago (1 children)

Ein wachsender Teil unserer Senioren können und dürfen nicht mehr Auto fahren

Das mit dem Dürfen ist leider so eine Sache, die tatsächlich anders läuft. Für Führerscheine der Klasse B gibt es keinen Kontrollmechanismus, der sicherstellt, dass die Leute, die den haben, auch noch fahrtüchtig sind.

[–] HaraldvonBlauzahn@feddit.org 1 points 6 days ago* (last edited 6 days ago) (1 children)

Das Problem ist halt, dass sie nicht dürfen, weil sie nicht mehr können, mit den entsprechenden bösen Resultaten. Ich kenne jemand in der Verwandtschaft, der unter solchen Umständen den Führerschein abgeben und auch umziehen musste, und für den es eine echte Entlastung ist, nun in einem Ort mit gutem ÖPNV zu leben wo es ohne Auto gut geht.

Das mit dem Umziehen kann man auch nur machen, wenn man nicht auf sein unmittelbares soziales Umfeld angewiesen ist. (Oder wenn das benötigte soziale Umfeld mobil genug ist und genug Zeit hat, um einem dann hinterherzufahren) Denn das soziale Umfeld verliert man dadurch.

[–] DrunkenPirate@feddit.org 0 points 6 days ago (1 children)

Die deutliche Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland lebt in Städten und Verdichtungsräumen. Die wirklich abgelegen wohnende Landbevölkerung ist real eine kleine Minderheit.

Das ist eine Mähr, die sich im städtisch-akademischen Milieu unterhinterfragt hält. Es stimmt einfach nicht.

Maximal um die 30-40% leben in großen Ballungsgebieten mit entsprechend gutem ÖPNV. Das ist nicht die Mehrheit.

Ca. 30-40% leben in Kleinstädten, die eben keinen nennenswerten ÖPNV haben.

Und natürlich gibt’s noch die Leute auf dem platten Land, die bei den Kühen und so.

Ich hatte mir in einem anderen Thread mal die Mühe gemacht, dass anhand von statistischen Daten auszurechnen, finde den Thread aber nicht mehr. Meine Zeitleiste in der App ist begrenzt. Falls du magst schau mal bei meinen Kommentaren - es war auch irgendwas mit Rad-Mobilität.

[–] HaraldvonBlauzahn@feddit.org 2 points 6 days ago (1 children)

Ca. 30-40% leben in Kleinstädten, die eben keinen nennenswerten ÖPNV haben.

Kleinstädte mit z.B. 10000 Einwohnern liegen in Deutschland, auch wo sie verwaltungsmäßig getrennt sind, sehr oft im Umkreis von Großstädten, und haben da auch ÖPNV. Wobei die Strukturen in Ostdeutschland etwas anders sind - das ist tendenziell ländlicher.

[–] DrunkenPirate@feddit.org 1 points 6 days ago* (last edited 6 days ago) (1 children)

Ja, das Thema „was gehört zum Ballungsraum und was nicht“ hatten wir dort auch erörtert. Es gibt bei Statista eine gute Definition dazu mit Pendlerverkehr etc. Spoiler: Es ist weniger Pendlerverkehr als du denkst. D.h. ein Großteil der Mobilität passiert innerhalb der Kleinstädte, die keinen guten ÖPNV in ihrem Kreis haben. Denn ein S-Bahnschluss zur Großstadt interessiert die 75% Nicht-Pendler eben genau Null.

Edit: Beitrag gefunden https://feddit.org/post/20701161 und weisst du was noch? Die Diskussion war mit dir. Unverbesserlich trotz Faktenlage an falschen Thesen hängend.

In Großstädten leben also „nur“ 28,4% der Bevölkerung.

Dein Kaufing fällt sicherlich unter das weitere Pendlerverflechtungsbereich. D.h. 25-50% der Erwerbstätigen pendeln nach München oder Augsburg. Viele, aber nicht die Mehrheit der Leute. Der Lebensmittelpunkt spielt in dieser Stadt ab. Das ist kein Schlafstadt nur weil viele pendeln

Um es abzuschließen: Öffis und Rad sind super Verkehrsmittel in dicht bebauten Regionen. Das trifft auf 48,9% der deutschen Bevölkerung zu (Zentrum und Ergänzungs­gebiet zum Zentrum)

[–] HaraldvonBlauzahn@feddit.org 2 points 6 days ago* (last edited 6 days ago)

Hier gibt es ein bisschen Statistik dazu, die auch den ländlichen Raum einbezieht:

https://www.demografie-portal.de/DE/Fakten/erreichbarkeit-zentrale-orte.html

Verglichen mit anderen europäischen Ländern ist Deutschland wenig zentralisiert und verfügt über ein breites Netz an Zentren. Rund 97 Prozent der Bevölkerung erreichen das nächste Mittel- oder Oberzentrum innerhalb von 20 Minuten Fahrzeit mit dem Pkw.

Mit einem gut ausgebauten ÖPNV wäre das gar kein Problem. Und dass der entfernt von den Ballungsgebieten nicht gut genug ist, ist gar keine Frage.

Aber, andererseits, 20 Minuten Fahrtzeit mit dem PKW sind bei einer mittleren Reisegeschwindigkeit von 60 km/h auch nicht mehr als ca. 20 Kilometer. Das kann man mit einem Ebike unter umständen noch schaffen, in ca. einer Stunde. Aber ein minimales Nahverkehrsnetz muss da schon irgendwie her. Mit einem etwas dichteren Busnetz sollte das zu schaffen sein. Wenn Länder in Mittel- und Südamerika das können, warum sollte Deutschland - eines der reichsten Industrieländer der Welt, wirtschaftlich stärkstes Land der EU, einem Staatenbund von Industriestaaten, und das am dichtesten besiedelte Land Europas - das nicht können?

Und zurück zur Statistik: Laut der Karte unter dem Link ist die Fahrzeit zum nächsten Mittel- oder Oberzentrum in ca. der Hälfte der Orte in Süd- und Westdeutschland mit dem Auto unter 10 Minuten. Bei realistischen 60 km/h Reisegeschwindigkeit sind das gerade mal 10 Kilometer, also maximal eine halbe Stunde mit dem eBike. Warum sollte das für diese Orte nicht zu machen sein??

[–] rbn@sopuli.xyz 0 points 6 days ago (1 children)

Ich widerspreche lediglich deiner Aussage "ich fahre problemlos 13.000 km pro Jahr mit ÖPNV, also kann jeder, der 13.000 km pro Jahr E-Auto fährt, auf ÖPNV umsteigen". Das ist zumindest, wie ich deinen Beitrag oben interpretiert habe.

Freue mich, wenn mehr Leute ihre Fahrzeuge abschaffen und ÖPNV+ Fahrrad ausgebaut wird.

[–] HaraldvonBlauzahn@feddit.org 2 points 6 days ago* (last edited 6 days ago) (1 children)

Ich widerspreche lediglich deiner Aussage "ich fahre problemlos 13.000 km pro Jahr mit ÖPNV, also kann jeder, der 13.000 km pro Jahr E-Auto fährt, auf ÖPNV umsteigen".

Nun, dass das jeder kann, habe ich nicht geschrieben, und auch nicht gemeint. Was ich sagen will sind im Wesentlichen zwei Dinge:

  1. Die beeindruckend klingenden 14000 Kilometer pro Jahr relativieren sich sehr schnell, wenn man schaut was für Entfernungen man unter halbwegs günstigen Voraussetzungen (ich meine, München ist jetzt auch nicht gerade die Welthauptstsdt des Fahrrads) mit Fahrrad, ÖPNV und Fernzug jährlich zurück legen kann.
  2. Wenn das Durchschnittsauto jährlich 14000 Kilometer fährt, dann fährt mindestens die Hälfte aller Autos weniger. Und zwar, weil die entsprechenden statistischen Verteilungen fast immer einige wenige hohe Zahlen (Vielfahrer), und viele niedrige Fälle (die rund 50% der Autos die täglich rum stehen) enthalten, fahren wahrscheinlich viele noch deutlich weniger.

Woraus sich dann einmal mehr die Frage stellt, ob wirklich überhaupt so viele Autos benötigt werden.

[–] rbn@sopuli.xyz 2 points 6 days ago

Ich denke, die Frage, ob so viele Autos benötigt werden kann man ziemlich klar mit Nein beantworten. Die meiste Zeit stehen die Dinger nur dumm rum und nehmen Platz weg. Sharing-Konzepte gibt es leider noch fast gar nicht bzw. wenn dann hauptsächlich dort, wo auch der ÖPNV funktioniert. Ob das von einer signifikanten Masse angenommen werden würde, kann ich nicht einschätzen. Denke aber politisch sind "weniger Autos" auch einfach nicht gewollt, leider.