cyberblob

joined 1 week ago
[–] cyberblob@discuss.tchncs.de 1 points 3 days ago* (last edited 3 days ago) (6 children)

Hey, danke für deine Antwort. Ich habe weiter unten gerade nochmal länger geantwortet, auch mit entsprechenden Referenzen zu empirischen Daten. Vielleicht hilft das zum Verständnis meiner Position. Ich bin offen gegenüber Gegenargumenten. Lass uns also über die Daten reden, was meinst du?

Im Übrigen darfst du von einer generellen Mündigkeit meinerseits ausgehen. Ich bin also nicht per se Opfer der öffentlichen Meinung. Beeinflusst (wie jeder) natürlich aber schon.

Kannst du mir eventuell noch mitteilen was du als verschrobene Argumente empfindest? Dann könnte ich darauf besser antworten.

[–] cyberblob@discuss.tchncs.de -4 points 3 days ago (9 children)

Hey, danke, dass du dir Zeit für eine ausführliche Antwort genommen hast.

Vielleicht war mein Post zu hastig abgesetzt. Ich stimme dir zu. Es macht wenig Sinn Touristen mit hier sesshaften Menschen mit einer anderen Nationalität zu vermischen. Genau aber das ist mein Argument, bzw. hier hatte ich versucht, die meiner Ansicht nach fehlerhafte Logik des Artikels zu kritisieren.

Denn der Vergleich in dem verlinkten Artikel hinkt diesbezüglich: Deutsche stellen die größte Gruppe an den Touristen in Österreich (Link). Entsprechend ist es logisch und wahrscheinlich, dass unter den straffälligen Deutschen viele Touristen sind.

Die straffälligsten Ausländer in Deutschland stammen, wie oben geschrieben, aus Syrien, Afghanistan, Rumänien und der Türkei (Link). Diese Länder tauchen aber in der Top Ten mit den meisten Touristen die nach Deutschland kommen gar nicht auf (Link).

Daraus können wir schonmal mit hoher Wahrscheinlichkeit schlussfolgern: Wir reden hier nicht über Touristen! Im Post des Volksverpetzers wird aber genau das suggeriert:

Nein, weil ganz offensichtlich Deutsche, die nicht in Österreich leben, einfach über die Grenze tuckern können und dort Straftaten verüben können! Dafür können aber die in Österreich lebenden Deutschen nichts.

Dann sagst du:

Und dann kommt noch dazu, dass die polizeiliche Verfolgung bei Ausländern deutlich, deutlich anders ist als bei Deutschen.

Ganz ehrlich, hast du dazu empirische Daten? Das würde mich interessieren. Natürlich kenne ich die Debatten, außer viel Empörung ist mir aber noch nicht viel Belastbares über den Weg gelaufen. Lasse mich da gerne belehren. Das Racial Profiling der Polizei basiert ja schlussendlich auf den Kriminalitätsstatistiken. Wenn wir das in einer Henne-Ei-Problematik betrachten, war dann natürlich zuerst die Kriminalitätsstatistik da und nicht das Racial Profiling. Ergo waren die Ausländer zuerst kriminell und dann wurden sie öfter kontrolliert.

Außer wir nehmen an, dass die Polizei grundsätzlich rassistisch ist. Wenn du dazu Daten hast, lass uns gerne darüber sprechen. Wir sollten es nur nicht als gefühlte Wahrheit in den Raum stellen, wenn es sich nicht belegen lässt.

Du schreibst des Weiteren:

Das gilt in gewissem Maße auch bei Straftaten, die die inländische Bevöllkerung nicht begehen kann wie z.B. eine Visumsüberschreitung oder eine illegale Einreise. [...]

Dies lässt sich ja relativ einfach aus den Statistiken herausfiltern, die Polizei tut dies auch. Nennt sich dann "Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße".

Hier habe ich mir mal exemplarisch die gesamtdeutsche Kriminalstatistik der Bundesinnenministerkonferenz von 2023 ageschaut: Link. Dort finden wir unter Punkt 7.2 eben jene Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße:

Bei Erwachsenen ab 21 Jahren sind dort in absoluten Zahlen straffällig gewesen:

  • 1018403 Deutsche
  • 570856 Nicht-Deutsche

Bei einem Ausländeranteil von 15,2% in 2023, müssten die 1,018 Mio. Deutsche entsprechend 84,8% der Kriminalfälle ausmachen. Legt man dies zu Grunde, dürften statistisch proportional aber nur 182544 Nicht-Deutsche straffällig werden. Die Quote gemessen an der Gesamtbevölkerung ist in dieser Alterskohorte also mehr als doppelt so hoch. Wenn man dies z.B. für Kinder (0-14 Jahren) betrachtet ergibt sich ein ähnlich hoher Wert.

Damit wäre aus meiner Sicht auch folgendes Argument (in spezieller Betrachtung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen) entkräfitgt:

Kriminalität ist häufig alters- [...]gebunden. Jugendliche sind z.B. häufiger kriminell als der 80jährige Opas

Bleibt die Milieufrage. Schwierig zu disktuieren, weil es imho die Daten dzau schlichtweg nicht gibt. Da finde ich deine Argumentation aber eher plausibel. Möglich, dass Deutsche genauso kriminell wären wie manch ausgewiesene Bevölkerungsgruppe, wenn sie einen ähnlichen kulturellen und/oder sozio-ökonomischen Background hätten.

Dann stellt sich mir aber die Frage, warum wir das als Argument nehmen sollte, um diese, in diesem Moment kriminellen Bevölkerungsgruppen hier zu akzeptieren?

Anders ausgedrückt: Natürlich könnte man, wenn man diese Daten hätte, sagen, entsprechenden Gruppen sind nicht krimineller als Deutsche. Das ist dann aber kein Argument, genau diese Kriminellen mit Samthandschuhen anzufassen und zu sagen, wir hätten kein Problem.

Wenn z.B. junge Männer ein Problem sind, ist es dann sinnvoll den Anteil junger Männer an der Gesamtbevölkerung zu erhöhen? Mit Menschen die nichtmal unsere Werte teilen? Ich finde das schwierig. Das ist imho auch kein Naziargument.

Wenn sich jemand entschließt hierher zu kommen ist das schön, aber ich glaube an eine liberale Gesellschaft, dies setzt ein liberales Menschenbild voraus; Das widerum bedeutet, ich möchte zu einem großen Teil davon ausgehen, dass Mensche nicht reine Gefangene ihrer Umstände sind. Ich kann also eine doppelt so hohe Kriminalitätsrate unter Nicht-Deutschen nicht einfach mit einer Milieuargumentation weg-entschuldigen.

Ich hoffe, die Erklärungen gehen etwas tiefer. Ich würde mich über eine Antwort freuen.

[–] cyberblob@discuss.tchncs.de 3 points 4 days ago

Es hat aber was mit Freiheit zutun. Da ist nichts mit Pseudo. Geh mal nach Russland und kritisiere die Regierung. Mal schauen wie es dir dann ergeht.

[–] cyberblob@discuss.tchncs.de 6 points 4 days ago (1 children)

Die Grünen tragen in dieser Debatte imho selten etwas Realitätsnahes und Pragmatisches bei. Dieser Vorschlag hingegen klingt erstmal durchweg positiv und ich würde ihn unterstützen.

[–] cyberblob@discuss.tchncs.de 10 points 1 week ago (1 children)

Its sad. But there are maybe alternatives on the rise. Qwant and Ecosia are working on a completely Independent search Index. Lets hope for the best.

[–] cyberblob@discuss.tchncs.de 3 points 1 week ago

As ususal, many things that people say when it comes to distros are somewhat anecdotal. I am no different here and I would love to back up my claim with some empirical data. But I am left with simply having a good impressions of forum discussions and from discussions at conferences (that I watched on video).

You are actually asking interesting questions about openSUSE, imho good questions to ask about any distro. Fortunately, in case of openSUSE it seems to me that there are answers available.

For me its clear, that SUSE is very involved behind the scenes, simply because a lot of employees also work on openSUSE. But that is not a bad thing (#Ubuntu # Canonical).

But in general, have a look here: https://en.opensuse.org/openSUSE:Board

It says e.g.

The board should provide guidance and support existing governance structures, but shouldn't direct or control development, since community mechanisms exist to accomplish the goals of the project

and

The board members are elected by the community and the chair person is appointed by SUSE.

Hence, I have the feeling they are being fairly open about the involvement of SUSE and their structure in general. Also they claim to have community mechanisms to guide development. I can not judge on those, as it would require some more digging, but I would assume they are intact and functioning as openSUSE is progressing in its development.

Hope this helps you.

[–] cyberblob@discuss.tchncs.de 3 points 1 week ago

Thanks for your reply! Afaik Canonical still is located in the UK, but that said, UK is still somewhat different for data privacy in comparison to mainland EU; But again its mostly the feeling of diverting to something different, due to several reasons. They are being open about telemetry and I still think Ubuntu is a great distro. So lets say I just think openSUSE is even better ;)

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