this post was submitted on 22 Aug 2026
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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[–] Isa@feddit.org 1 points 2 hours ago* (last edited 2 hours ago)

Eine Frage und ein Feedback, auch wenn ich nicht weiß ob die Autor:innen hier überhaupt mitlesen:

  1. Kritisieren muss ich den gekünstelten Dialog mit ausgeschriebenen Lachern und dem Hin und Her der beiden Gesprächsteilnehmer:innen im Text. So sehr mich der Inhalt interessierte, so schwer fiel es mir mich durch den Text zu kämpfen (und nein, diesmal nicht etwa einer geringen Lesekompetenz wegen). Ich bin keine 12 mehr und mag auch nicht mehr so angesprochen werden, als wäre ich das noch. — Aber nochmals: das richtet sich nur gegen die Form, nicht den Inhalt!

  2. Frage …

Aber der gestiegene Anteil an Kindern mit Migrationsgeschichte erklärt nur zu einem kleinen Teil, dass mehr Kinder nicht so gut lesen können. Denn der Leistungsrückgang betrifft Kinder von Eltern aus fast allen Berufsgruppen, nicht nur aus bildungsfernen Familien.

Wie definieren die Autor:innen Bildungsferne, wenn nicht als [auch] nicht mehr gut lesen zu können? Wurde hier migrantisch mit bildungsfern synonym gesetzt? Das müsste so nicht stimmen/passen, meiner Meinung (jaja, "Meinung", schon klar) nach. Wäre es nicht korrekter formuliert, das die Zahl an bildungsfernen Familien durch alle Berufsgruppen hindurch angestiegen, also das Bildungsniveau allüberall gesunken ist? 🤔

[–] lokalhorst@feddit.org 13 points 11 hours ago* (last edited 10 hours ago) (4 children)

Ich habe als Kind und Jugendlicher viele Romane gelesen, aber irgendwann im Studium hat das aufgehört. Wenn jemand gefragt hat, ob ich lese, have ich immer gesagt "Ja na klar, ich liebe lesen. Eigentlich würde ich gerne mehr lesen". Ich musste mir nämlich eingestehen, dass es mit der Zeit immer weniger geworden ist. Ich war glücklich wenn ich ein Buch im Jahr geschafft habe und es nicht nach der Hälfte liegen gelassen habe.

Bis letztes Jahr. Dann habe ich Bookwyrm entdeckt, eine Fedi-Plattform für soziales Lesen. Eigentlich kann man dort nur seine Bücher mit dem Barcode "einchecken" und posten wenn man durch ist. Meine Freundin hat sichs auch installiert und auf bookwyrm haben wir uns beide eine Challenge gesetzt: 12 Bücher im Jahr 2026. Ich bin Stand jetzt bei 9/12 Büchern, sie bei 10/12. Wir machen einen kleinen Wettbewerb daraus, natürlich nur zum Spaß.

Ich habe endlich wieder Spaß am Lesen! Ich lese mehrheitlich politische und historische Sachbücher, ab und zu ist aber auch mal ein Roman dabei. Das wichtigste für mich ist, ich habe meinen eigenen Lesestil gefunden und der beinhaltet 2 Aspekte:

  • Bücher die mir nicht gefallen, werden nicht weitergelesen. Das kann ich sogar auf Bookwyrm als Status angeben. Das war für mich früher ein rotes Tuch, aber man, es ist so demotivierend ein schlechtes Buch zu lesen!
  • Ich lese mehrere Bücher gleichzeitig. Dafür muss man der Typ sein, und das geht mit Sachbüchern einfacher. Aber manchmal fühle ich mich eben nach dem einen, manchmal nach dem Anderen!
[–] Majoran@feddit.org 7 points 9 hours ago* (last edited 9 hours ago)

12 Bücher ist glaube ich auch eine ganz gute Nummer. Ich bin auch stark der Meinung, dass man zuviel lesen kann, sobald man dann gar nicht mehr richtig aufnimmt, sondern nur noch irgendeine Quota erfüllen will. Ich halte mich eher für einen langsamen Leser und im Philosophiestudium haben wir in manchen Seminaren einen 50-Seiten-Text über das ganze Semester gelesen, um wirklich auf alle Feinheiten zu achten. Ich kannte andere Studenten, die quasi damit angegeben haben, 60 Bücher in einem Semester gelesen zu haben. Wenn man sie dann nach dem Inhalt gefragt hat, kam kaum mehr raus als der Einleitungssatz bei Wikipedia.

Ich empfehle auch, bei der täglichen Internetleserei mal an diesen Unterschied zu denken. Gerade bei so Reddit-esque Frontpages, wo man den ganzen Tag durch Artikel scrollen kann, liest man eigentlich gar nichts. Reflektiert lieber achtsam, welche Themen euch wirklich interessieren und dann liest dazu 1-2 Artikel am Tag genau. Euer Gehirn und eure Bildung werden euch danken.

[–] ValiantDust@feddit.org 2 points 9 hours ago

In deinem ersten Abschnitt erkenne ich mich so arg wieder. Irgendwann waren es hauptsächlich Hörbücher, weil man die halt nebenher hören kann. Finde selten mal ein Buch, dass ich wirklich bis zum Ende durchlese.

Manchmal frage ich mich, ob meine Aufmerksamkeitsspanne nicht mehr reicht. Aber wenn ich dann wirklich mal "so ein" Buch finde, dann kann ich immer noch die Nacht durchlesen.

Irgendwie finde ich einfach nicht mein Genre. Das meiste an "Erwachsenenliteratur" packt mich nicht genug um es auch nach ein paar Tagen Pause wieder in die Hand zu nehmen. Sachbücher sind noch schlimmer. Früher hab ich viel Fantasy gelesen, aber irgendwie reizt mich da auch nie was beim Stöbern. YA Bücher sind mir mittlerweile zu... YA. Vielleicht sind das alles Ausreden.

Ich werd mir Bookwyrm mal anschauen. In letzter Zeit fühlt sich Onlinecontent halt vermehrt nach leerem KI-Müll an. Ich hätte eigentlich gerne wieder Lesen als Hobby.

[–] horsesaysweird@feddit.org 1 points 10 hours ago (1 children)

Freut mich, dass Du wieder Spaß am lesen hast. Aber ich versteh nicht so ganz, was sich geändert hat. Ist es einfach nur die Gamification? Du liest, um das Spiel zu gewinnen, und dass Du dabei was lernst ist ein willkommener Nebeneffekt?

Weil Du historische Sachbücher erwähnst: Ich kann Stille Jahre in Gertlauken von Marianne Peyinghaus empfehlen. Eine junge Lehrerin wird 1941 von Köln in die tiefste Pampa nach Ostpreußen versetzt und muß da den Mangel verwalten und am Ende fliehen. Es passiert eigentlich kaum etwas, aber es ist schön geschrieben und ich fand es unglaublich interessant, ein bißchen in den Kopf und den harten Alltag von einem jungen, unpolitischen Menschen aus dieser Zeit reinzugucken.

[–] lokalhorst@feddit.org 2 points 10 hours ago* (last edited 10 hours ago) (1 children)

Ja, es ist die Gamification, die mich dazu gebracht hat, eine alte Gewohnheit wieder aufzunehmen. Aber spätestens seit dem 2. Buch habe ich einfach wieder Spaß am Lesen. Deshalb ist das Spiel relativ schnell zum Nebenschauplatz geworden.

Danke für den Tip. Ich lese sowas wie Die Welt in Unordnung von Herfried Münkler, Triggerpunkte von Steffen Mau oder How Democracies Die von Steven Levitsky. Zwischendurch Romane, häufig aber mir wissenschaftlichem Bezug - Bin ein große Fan von Irvyn Yalom. Der Fremde von Albert Camus habe ich letztens gelesen, hat mir sehr gefallen!

[–] zaphod@sopuli.xyz 1 points 10 hours ago

Da du Camus erwähnst, wenn du die Pandemie nochmal durcherleben willst kannst du Die Pest lesen, Name sagt glaube ich alles.

[–] Kai@feddit.org 1 points 11 hours ago

Danke für den Tipp :-)

[–] bennees@feddit.org 3 points 10 hours ago

Ich denke es ist eine Zeitfrage. Ich kenne viele Leute die sind der Meinung das sie ja gar keine Bücher oder längere Texte mehr lesen könnten. Schuld gibt man da z.B. Social Media, weil ja alles short-form-content ist. Ich glaube das ist dann eher eine Gewohnheit und man verlernt nicht Bücher zu lesen. Man hat halt oft einfach keine Zeit sich mal auf ein Buch oder einen langen Text einzulassen, weil man gedanklich schon drei Tätigkeiten weiter ist. Im Urlaub klappt das dagegen dann bei so ziemlich allen Leuten dagegen sehr gut. Ich habe die letzten Tage eine Sommergrippe gehabt und hatte deswegen auch Zeit und wenig Druck. Da hat mann dann auch 2 normal lange Bücher durch gedübelt.

Bei Kindern ist das ganz oft einfach fehlender Zugang zu Literatur und der Druck den die Eltern haben. Mir wurde als Kind noch vorgelesen. Mein Vater hat im Schichtdienst gearbeitet und konnte das zeitlich schlecht und war auch nicht der Typ. Meine Mutter konnte es sich dagegen erlauben nicht zu arbeiten bis ich in der 4. Klasse war. Erst dann ist sie wieder arbeiten gegangen. Das können sich viele Familien finanziell einfach nicht mehr leisten.

Im Elternhaus wird also selbst oft nicht mehr gelesen/vorgelesen.

Dazu haben Kinder auch ziemlich wenig Zeit und oft einen sehr langen Tag. Ich hatte in der Grundschule von 8:10 - 13:20 Schule und danach war Ende Gelände. Ich hatte auch das Privileg inb 15-20 Minuten nach Hause laufen zu können in der Grundschule. Dann hab es um 14:00 Uhr Essen und dann habe ich Hausaufgaben gemacht. Danach war der Tag halt "frei".

Inzwischen gehen viele Kinder in den OGS, weil die Eltern müssen ja beide in Vollzeit arbeiten. Je nachdem ob dann Geld in der Familie vorhanden ist, stehen dann auch noch Sportvereine usw. an. Kinder haben inzwischen oft einen "Arbeitstag" von 10 Stunden.

Kinder haben immer weniger Zeit um zu lesen

Dazu ist auch der Zugang zu Literatur nicht mehr so einfach wie früher. Früher gab es quasi in jedem Stadtteil eine Stadtteilbibliothek. Die waren oft auf Kinder ausgerichtet und Kinder hatten hier mehr oder weniger einen kostenlosen und einfachen Zugang zu Literatur. Das ist inzwischen die Seltenheit geworden. Bücher sind jetzt auch nicht billiger geworden, aber viele Leute haben schlichtweg weniger Geld. Da fallen Bücher dann oft schlichtweg weg, weil man es sich kaum leisten kann.

Es fehlt günstiger/kostenloser Zugang zu Literatur.

Das ist alles nix neues und das sind Entwicklungen die es seit mehreren Generation gibt. Das wird dann zum Teil natürlich auch progressiv schlechter. Wenn deine Eltern selber schon nicht gut lesen können, dann wird das bei den eigenen Kindern oft auch erstmal nicht besser.