this post was submitted on 15 May 2026
13 points (100.0% liked)

Deutschland

2565 readers
46 users here now

About Sammelbecken für deutsche Kartoffeln und ihre Nachrichten, Geschichten, Diskussionen über Deutschland.

Nicht zu verwechseln mit !dach@feddit.org , das für gesamten Europäischen deutschsprachigen Raum zuständig ist.
___
Einsteigertipps für Neue gibt es hier.
___
Schreibt hier Beiträge, die ganz Deutschland betreffen, nicht nur einen kleinen Teil. Wir haben andere Communities für Bundesländer und Lokalnachrichten:

Städte / Landkreise
-!augsburg
-!bochum
-!bonn
-!braunschweig
-!Buxtehude
-!chemnitz
-!cologne
-!magdeburg
-!dresden
-!duisburg
-!heidelberg
-!stuttgart
-!wuppertal
-!ostwestfalen-Lippe
-!karlsruhe
-!rostock
-!dortmund


Bundesländer:
-!bremen
-!niedersachsen
-!nrw
-!sachsen
-!bayern
-!hamburg
-!berlin
-!badenwuerttemberg
-!schleswig_holstein
-!rlp (Rheinland-Pfalz)

___

Regeln
Seid nett zueinander. Sinnlose Provokationen ohne Inhalt werden gelöscht und User gebannt
Vom Posten von aktuellen Wahlumfragen bitten wir zurzeit Abstand zu nehmen. Begründung
___

Zusätzliche Regeln aus „Lessons learned":

founded 2 years ago
MODERATORS
 

Einige meiner Gedanken über Verteidigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Schreibt mir gerne, was ihr davon haltet. Lieber Gruß!

top 12 comments
sorted by: hot top controversial new old
[–] baleanar@discuss.tchncs.de 4 points 2 hours ago

Du spricht mir aus dem Hirn: Deutschland ist für junge Menschen nicht verteidigungswert. Das wollen die alten Knacker einfach nicht anerkennen.

Die besten Soldaten und Arbeiter sind die die motiviert, gut ausgebildet, und ausgerüstet sind.

  • Motivation kann man durch Zwang nicht erreichen, mit Propaganda vielleicht, da haperts jedoch bei den Altparteien. Das ist die Generation die kaum Medienkompetenz hat und jüngere Menschen allesamt als faul bezeichnet.
  • Eine gute Ausbildung ist in Deutschland laut Pisa Studien weiterhin am verschwinden und zunehmend für die höheren Rängen der Gesellschaft reserviert. Das ist auch im Wahlverhalten zu sehen. Wissen ist nicht gleich Verstehen.
  • Deutschland rüstet ihre Arbeiter und Verteidigung auch schon Jahrzehnte lang schlecht aus weil es zu teuer ist. Für Arbeiter ist der Lohn kaum genug, der Wohnungsmarkt ist schlecht, Wissenschaftler müssen in maroden Gebäuden mit alter Technik kämpfen, Schulen fallen auseinander, es ist überall Sanierungsbedarf, Dienstauto oder ÖV-Ticket vom Arbeitgeber kannste vergessen, usw.

Wer ein Haus hat wird sein Land verteidigen.

Diese Faustregel haben die alten Furze entweder nie gehört oder komplett ignoriert. Wir jungen Menschen haben immer weniger zu verlieren und deshalb immer weniger zu verteidigen.

Ich habe Deutschland schon lange verlassen. Der Familie die zurückgeblieben ist habe ich schon gesagt: sollte der Krieg in Deutschland ankommen, kann ich euch da rausholen. Kämpfen werde ich nie für eine Gesellschaft die mich als "Kanacke" nicht will.

[–] dubbel@discuss.tchncs.de 4 points 8 hours ago (1 children)

Ein lesenswerter Artikel, danke.

Was mir oft, auch bei den Kommentaren hier, fehlt, ist die konkrete Situation und die Unterscheidung von Wehrpflicht (zur Abschreckung) und Wehrpflicht im Kriegsfall.

Ich habe damals verweigern wollen, weil ich in der Situation (Bundeswehr als Einsatzarmee die rund um den Globus versucht Terrorismus zu bekämpfen) nicht von ihren Aufgaben überzeugt war bzw. den Zivildienst als sinnvoller empfand. Bei mir wurde dann zwischen Musterung und schreiben des Briefes die Wehrpflicht ausgesetzt, also hatte sich die Frage für mich erstmal erledigt.

Seitdem hat sich die Situation und der Hauptzweck der Bundeswehr natürlich verändert, wieder hin zur Abschreckung bzw. Landes- und Bündnisverteidugung. Hier kann ich den Sinn einer Wehrpflicht zur Abschreckung des russischen Regimes durchaus nachvollziehen. Für mich macht es darüberhinaus auch keinen Unterschied, ob Putin jetzt die Letten oder die Sachsen unterjochen will, solange die Letten und Sachsen dagegen sind.

Ich bin voll dabei die derzeitige deutsche Regierung zu kritisieren, kann den Unmut der Jugend speziell nach der Pandemie und mit Hinblick auf die Klimakrise absolut nachvollziehen. Aber ich sehe unser demokratisches system trotzdem als schützenswert an, gerade wenn die alternative ein imperialistischer Nationalismus ist.

Angesehen davon sollte man auch nicht so tun, als sei diese Generation die allererste, die Wehrdienst leisten müsste. Das haben Generationen vorher auch machen müssen (und für wichtige Rechte wie zB einfachere Verweigerung gekämpft), sie wurde nur für etwa 15 Jahre ausgesetzt. Gerade wenn wir in Zukunft auf eine Auswahlwehrpflicht zusteuern, in der, verglichen zu der ursprünglichen Wehrpflicht, sehr viel weniger und auch eher die motivierten/fähigen Männer gezogen werden, ist die tatsächlich eine Verbesserung gegenüber der alten Wehrpflicht.

[–] baleanar@discuss.tchncs.de 2 points 2 hours ago

Egal wozu der Wehrdienst oder die Verteidigung ist, es muss etwas geben dass menschen verteidigen wollen. Freunde, Familie, Nachbarn, Lebensstil, Besitz. Freunde (echte, gute Freunde) haben Menschen immer weniger, Nachbarn kennen die meisten nicht, Besitz ist meistens mobil (Immobilien besitzen immer weniger weniger junge Menschen), und Lebensstil... naja, TikTok, Alk und Fast Fashion kannst du überall finden. Wobei, ein wachsender Teil der Gesellschaft wünscht sich ein Welt ohne so viel Digitalherrschaft und Trends.

Die Gesellschaft wurde auch immer individualistischer erzogen damit sie sie einfacher zu kontrollieren ist. Wer nur an sich denkt wird nur zu seinen Gunsten wählen und handeln. Die Rückwirkung ist natürlich dass man weniger dazu bereit ist sich für andere einzusetzen.

Die reichen Neoliberalen und Konservativen haben, wie immer, nur ans Geld gedacht und nicht an die Folgen ihres eingreifen gedacht. Jetzt müssen sie darum kämpfen (natürlich nicht wortwörtlich, das würden die nie tun) andere zu überzeugen ihr System zu verteidigen.

[–] Drazakil@discuss.tchncs.de 10 points 16 hours ago

Das sind genau die Punkte, weswegen ich gegen die Wehrpflicht bin. Ich als Jahrgang 88 werde eher nicht mehr gezogen, Verweigerer und Arthrose in beiden Knie, jedoch ist mein Sohn bald im wehrfähigm Alter. Seit Jahren sehe ich kaum noch Engagement der Regierungen etwas Gutes für die jüngeren Leute zu tun, warum also dann für das System kämpfen, töten oder gar sterben?

Nein, ich lasse mein Kind nicht für ein paar Milliardäre oder "Obere-Mittelschicht-Politiker" in den Tod gehen.

[–] gandalf_der_12te@feddit.org -2 points 16 hours ago (3 children)

insgesamt ein guter artikel.

mich beschäftigt die frage auch schon länger. ich bin davon überzeugt, dass wenn es einen neuen krieg gibt, dann ca. 90% der jungen menschen nicht hingehen würden. und das sage ich nicht nur im sinne von "ich will mich nicht als kanonenfutter anbieten", sondern eben wie du auch sagst stark in hinblick auf die frage "sehe ich mich als teil dieser gesellschaft? akzeptiert mich diese gesellschaft?"

ich denke, dass gerade in den letzten jahren extrem viele junge männer "desillusioniert" mit der gesellschaft geworden sind. gefühlt wird man überall nur beschimpft und beleidigt, man sei ein potentieller vergewaltiger und sowieso hoch gefährlich und wahrscheinlich sollte man dich am besten gleich wegsperren. zumindest wird es auf social media so vermittelt. und da soll man jetzt für diese gesellschaft kämpfen und potentiell sterben, obwohl man so behandelt wird? ne, ich glaube eher nicht.

aber das ist nur ein punkt. ich würde nebenbei auch sagen dass kriege im allgemeinen nicht gewonnen, nur verloren werden können. die frage ist nur eben wieviel man verliert. wie bei einem erdbeben. "you can win a war no more than you can win an earthquake". dazu kommt noch dass die geopolitische stabilität heutzutage sehr stark von den gedanken abhängt, d.h. ideologie weltweit usw. es gibt so organisationen wie die weltbank die sich auch eben darüber gedanken machen, wie andere länder auf ihren ökonomischen gewinn kommen könnten ohne kriege. die sache ist kompliziert, ich kürze hier ab und mache schluss. ;-)

[–] Latschenkiefer@feddit.org 7 points 16 hours ago

gefühlt wird man überall nur beschimpft und beleidigt, man sei ein potentieller vergewaltiger und sowieso hoch gefährlich und wahrscheinlich sollte man dich am besten gleich wegsperren.

Glaube nicht, dass das eine weit verbreitete Meinung ist, zumindest nicht wenn du auf die Straße gehst und mit den Leuten redest. Ich als Mann sehe eher, wie typische frauenfeindliche Ideen immer noch bei der älteren Generation tief verankert sind und Gen Alpha sitzt in ihren Kinderzimmern und hämmert sich die Wangenknochrn ohn, weil ihnen das ein Incel auf Tiktok vorgemacht hat.

[–] Obin@feddit.org 5 points 15 hours ago (2 children)

Ich sehe mich als Teil der Gesellschaft, aber die Gesellschaft ist einfach unendlich kaputt. Kämpfen und sterben in einem Krieg bedeutet heute die, die den Krieg angezettelt haben (auf beiden Seiten) noch reicher zu machen als sie es eh schon sind und noch in ihrer Macht zu festigen. Und das wird dann ganz sicher nicht Frieden, sondern noch mehr Kriege zur Folge haben, wie könnte es das nicht.

Wir müssten diesen Kreislauf durchbrechen und wenigstens einen ersten Schritt zu einer gerechteren Gesellschaft machen, bevor ich das auch nur erwäge diesen Staat mit meinem Leben zu verteidigen. Ansonsten sterbe ich dann lieber zuhause dabei individuell meine Mitmenschen zu verteidigen als im Militär irgendwo im Ausland bei der Verteidigung der Rheinmetall Aktienkurse.

[–] Edelscheiss@lemmy.world 4 points 3 hours ago* (last edited 2 hours ago) (1 children)

Als Wehrpflichtiger kannst Du nicht gegen Deinen Willen im Auslandseinsatz verwendet werden.

Welche beiden Seiten haben denn den Krieg angezettelt? Da bin ich neugierig. Ich gehe davon aus das die eine Seite aus Deiner Sicht Putin ist (hoffentlich). Die andere Seite wäre dann was? Die Waffenindustrie? Wie soll die den bitte den Krieg angezettelt haben? Die Bw wurde seit den 90ern tot gespart. Jetzt bedient die Waffenindustrie den Bedarf der schon die ganzen Jahrzehnte bestand weil plötzlich der Krieg eine 20 stündige Autofahrt von Deutschland entfernt statt findet. Das da viel Geld im Spiel ist steht ausser Frage.

Ich frage mich nur immer bei diesen radikal alles ablehnenden und scheisse findenden Statements was denn Dein Lösungsvorschlag wäre.

[–] baleanar@discuss.tchncs.de 2 points 1 hour ago

Als Wehrpflichtiger kannst Du nicht gegen Deinen Willen im Auslandseinsatz verwendet werden.

Versprechen werden immer gebrochen. Veränderungen ist konstant. Wenn Trump uns das noch noch beigebracht hat, ist uns nicht zu helfen.

[–] RalfWausE_der_zwote@feddit.org 2 points 14 hours ago

Ansonsten sterbe ich dann lieber zuhause dabei individuell meine Mitmenschen zu verteidigen als im Militär irgendwo im Ausland

Im Kriegsfall, insbesondere wenn es nicht so gut läuft, sind Staaten in der Regel gerne bereit solche Wünsche zu erfüllen

[–] KatherinaReichelt@feddit.org 2 points 15 hours ago (1 children)

dann ca. 90% der jungen menschen nicht hingehen würden

Das sagt sich so einfach. Aber natürlich haben Staaten schon seit Jahrhunderten und Jahrtausenden vielfältige Mechanismen entwickelt, um Leute doch zum Militär zu kriegen. Keiner hat Bock sich von gegnerischen Rittern auf Schlachtrössern zertrampeln zu lassen, kaum einer hatte im Ersten Weltkrieg Lust auf Schützengräben oder Bock auf Ostfront im Zweiten oder ist begeistert nach Vietnam gegangen. Im Endeffekt ist es kack egal, ob du da hin willst oder nicht, wenn du im Kriegsfall einberufen wirst, kommst du dort nicht so schnell raus. Du siehst es ja zum Beispiel aktuell in der Ukraine oder auch in Russland. Auch wir haben die Feldjäger von der Bundeswehr, die dich suchen, wenn du dich drückst. Die wissen dann, wo du arbeitest, wer deine Familie ist und im Zweifelsfall haben sie auch deine Handydaten etc.

Im Kern bleibt dir dann nur noch die Flucht ins Ausland. Dort will dich aber meistens keiner. Bei der jüngsten Gesetzesänderung hier in Deutschland kam ja auch dann schon heraus, dass längere Aufenthalte im Ausland für Männer auch jetzt schon genehmigungspflichtig sind. Im Kriegsfall gibt es dann Ausreisesperren und so weiter und so fort. Auch als männlicher Ukrainer kannst du nicht einfach so ausreisen, genauso wie als wehrpflichtiger Russe.

Kommst du irgendwann nach dem Krieg wieder zurück, hast du dann direkt schicke Verfahren am Hals. In Deutschland drohen dir in dem Fall 5 Jahre Knast.