this post was submitted on 24 Mar 2026
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[–] ranslite@pie.dasneuland.de 19 points 1 day ago (1 children)

Nicht nur Frauen, ich war mit Verdauungsbeschwerden bei meinem Hausarzt. Erst nach der dritten Nachfrage ob ich eine Krankmeldung möchte, was ich immer verneinte, hat er Untersuchungen angestellt. Siehe da, meine Bauchspeicheldrüse funktioniert nicht mehr richtig.

[–] affenlehrer@feddit.org 13 points 1 day ago (2 children)

Ich hab den Eindruck, dass die lieben Ärzte bei allem was nicht direkt sichtbar ist (Knochenbrüche, Wunden) und nicht mit standard Bluttests gefunden werden kann, auch ziemlich im Dunkeln tippen. Dann kommt's drauf an wie viel Zeit sie sich nehmen und wie viel Bock sie auf Nachforschen haben. Ansonsten wohl eher die Mentalität Patienten mit Medikamenten gegen die Symptome oder Krankschreibung wegschicken und wenn es was ernstes ist werden sie wohl wieder kommen oder nen Krankenwagen rufen.

Ist aber nur mein Eindruck, ich hab keine Ärzte im Bekanntenkreis.

[–] Sirence@feddit.org 5 points 1 day ago (2 children)

Bock auf Nachforschen ist meistens null, bei mir konnte ein Arzt meinen Magen nach 15min Ultraschall nicht finden und meinte dann, ja dann kann man wohl nix machen (hatte schlimme Magenschmerzen). Ja sorry aber ich bin mir ziemlich sicher dass der schon irgendwo sein müsste.

[–] affenlehrer@feddit.org 3 points 1 day ago (1 children)

"Aha, da haben wir ja das Problem. Sie haben keinen Magen!"

[–] Sirence@feddit.org 1 points 4 hours ago

Phantomschmerz

[–] Zacryon@feddit.org 3 points 1 day ago

Hahaha was? Ernsthaft? xD
Das hätte dem ja mal zu Denken geben können.

[–] luciferofastora@feddit.org 7 points 1 day ago (2 children)

Was ich second-hand über meinen Schwiegeronkel (Gastroenterologie) mitbekommen habe ist, dass Praxishaltungskosten gestiegen sind. Miete, Gehälter natürlich (wenn man qualifizierte Hilfe halten will muss man auch mit den Lebenshaltungskosten mitziehen), ich meine auch Versicherungen. Die Pauschalen vor allem von Krankenkassen haben da wohl nicht Schritt gehalten. Insbesondere Folgebehandlungen lohnen sich wohl nicht sonderlich.

Entsprechend hast du also insbesondere in unabhängigen Praxen Ärzte, denen selbst der Druck im Nacken sitzt, was die Behandlungsqualität nicht verbessert, und einen (teilweise unbewussten) Drang verursacht, Patienten möglichst schnell abzufertigen. Zeit nehmen geht irgendwann aus der eigenen Kasse.

Privatpatienten geht es da besser - selbst da ist das wohl manchmal nicht mehr so einfach, aber insgesamt aber doch deutlich lukrativer, weshalb selbst moralisch bodenständige Ärzte anfangen, Kassenpatienten abzulehnen: finanzielle Sicherheit ist halt schwer zu ersetzen, und gutes Gewissen zahlt die Miete des gewissenlosen Vermieters nicht.

 

So betrachtet ist das noch ein Symptom des Doppelschlags aus Miet-Abzocke und Ausschlachtung des öffentlichen Gesundheitswesens. Die werden genauso gnadenlos gefickt wie der Rest von uns. Und das Geficke geben sie weiter - was sollen sie auch sonst tun?

[–] Tartufo@lemmy.world 7 points 1 day ago (1 children)

Bzgl. Privatpatienten kann ich aus eigener Erfahrung (war selbst als Kind direkt betroffen und habe Fälle in meinem unmittelbaren Umfeld) berichten, dass da je nach Arzt gerne Behandlungen aufgeschwatzt werden, die vollkommen unnötig sind. Einfach weil die nicht viel Zeit kosten aber für diese Zeit gut Geld bringen. Auch die sind also definitiv nicht so super aufgestellt, wie man vielleicht meinen würde.

Fast so als wäre das System mit Privat und Gesetzlich so wie wir es kennen einfach nur von sich aus miserabel und (mind. teilweise) darauf ausgelegt, dass die Versicherten einfach nur aufeinander neidisch sind, damit man bloß nicht auf die richtigen Missstände schaut...

[–] luciferofastora@feddit.org 1 points 1 day ago (1 children)

Bzgl. Privatpatienten kann ich [...] berichten, dass da je nach Arzt gerne Behandlungen aufgeschwatzt werden, die vollkommen unnötig sind[, aber] gut Geld bringen.

Das meinte ich mit "ist nicht ganz so einfach". Da ist auch nicht immer klar, ob das jetzt aus finanziellem Druck heraus geschieht oder aus Eigennutz, was zwar unethisch, aber leider nicht komplett zu verdenken wäre – wenn alle rundum auf den eignen Vorteil raus sind, ist es irgendwann schwer, sich dieser Mentalität zu entziehen.

Fast so als wäre das System [...] (mind. teilweise) darauf ausgelegt, dass die Versicherten einfach nur aufeinander neidisch sind, damit man bloß nicht auf die richtigen Missstände schaut...

Stichwort Klassenkampf. Die meisten Ärzte gehören eben nicht zur Oberklasse, auch wenn sie manchmal so dargestellt werden. Klar, mein Onkel hat ein Haus, aber ein Haus allein macht noch nicht reich. Das geerbte Haus seiner Mutter musste er wohl (kurz nach Covid) zügig verkaufen, weil der Lockdown seiner Praxis und den Rücklagen keinen Gefallen getan hat.

[–] Tartufo@lemmy.world 1 points 1 day ago (1 children)

Das meinte ich mit "ist nicht ganz so einfach".

War als Ergänzung dazu aus eigener Erfahrung gedacht. Schadet nichts gewisse Dinge nochmal auf andere Art hervorzuheben.

[–] luciferofastora@feddit.org 2 points 23 hours ago

Absolut richtig. Danke fürs Ausführen, was bei mir nur ein Nebensatz war!

[–] affenlehrer@feddit.org 2 points 1 day ago

Danke, sehr interessant und traurig

[–] Zacryon@feddit.org 6 points 1 day ago

Oooh jaaa... Als meine Frau mit Krebs im Krankenhaus lag und eine Hochintensivchemo hinter sich hatte, lag sie mitunter wegen furchtbarer Bauchschmerzen an einem Morphium-Tropf, der eigentlich auch nur dann kurz geholfen hatte, wenn man ihr obendrein einen Bolus verpasste.

Die Ärzte nahmen das nicht ernst. Von der Oberärztin fielen Worte wie, sie solle mal ihren "Bauch motivieren". Zwar wurde wenigstens eine Magenspiegelung gemacht, aber da wurde nichts gefunden. Man schob es auf ihre Psyche und nahm sie nicht ernst.
Die Antwort kam dann von einem Vertretungsarzt, der den Wochenenddienst übernahm: "Natürlich haben Sie Bauchschmerzen. Sie haben ja aufgrund der Chemo auch gar keine Schleimhäute mehr. Das tut weh und dauert bis sich das regeneriert hat." Er sollte recht behalten.

War übrigens eine Uniklinik. :)

[–] jupyter_rain@discuss.tchncs.de 15 points 1 day ago (1 children)

Zitat meines Arztes nachdem ich eine Reihe von Beschwerden beschrieben haben: "Ok und was soll ich jetzt machen?"

Keine Ahnung Dude, aber beunruhigend, dass du mich das fragst.

[–] HerrVorragend@lemmy.world 8 points 1 day ago

"Haben Sie viel Stress?"

Wenn ich sowas lese, bin ich immer wieder froh, beim meinem Hausarzt bzw meiner Hausärztin so gut aufgehoben zu sein. Von meinem ersten Besuch dort wegen depressiven Symptom bis zu meinem ADHS-Verdacht und auch allen körperlichen Beschwerden dazwischen.