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Seit wann ist der Kampf um Gleichberechtigung nicht links?
Kognitive Dissonanz bei dieser Zeit Autorin 🤦
Klar, nur gute Erfahrungen gemacht mit "kraftvoll einfordern" ...Kinderspiel /s
Was Anne Rabe bei diesem Artikel vergisst: Feminismus ist kein Geschlechterkampf und die Zustimmung dazu verläuft nicht an Geschlechtergrenzen.
- 47% der CxU-Wähler sind Frauen
- 43% der AfD-Wähler sind Frauen
- 45% der SPD-Wähler sind Männer
- 46% der Grüne-Wähler sind Männer
- 38% der Linke-Wähler sind Männer
Also ja, es wählen durchaus mehr Frauen Parteien, die für den Feminismus sind als Männer, und durchaus mehr Männer wählen antifeministische Parteien.
Aber der Geschlechterunterschied ist da gar nicht so groß.
Ähnlich sieht es aus wenn man Befragungen zu feministischen Themen anschaut (z.B. https://yougov.de/politics/articles/48884-jede-zweite-frau-findet-dass-frauen-in-deutschland-aufgrund-ihres-geschlechts-diskriminiert-werden, https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/sozialbericht-2024/553398/einstellungen-zu-geschlechterrollen/). Da gibt es schon Geschlechterunterschiede, aber die sind nicht sehr groß.
Anders gesagt: Der Unterschied der politischen Positionen innerhalb eines Geschlechts ist signifikant größer als der Unterschied zwischen dem Durchschnitten beider Geschlechter.
Das als Geschlechterkampf hinzustellen verkennt die Realität und tut der Sache einen Bärendienst.
Fakt ist: täten Frauen nicht antifeministische Parteien wählen wären die rechten Parteien Randerscheinungen und täten Männer nicht feministische Parteien wählen, dann würde es ähnlich mit linken Parteien ausschauen.
Feminismus, so wie jeder große gesellschaftliche Wandel, benötigt die Unterstützung von allen die mit machen. Die Sklaverei wurde nicht abgeschafft, weil die Sklaven allein es wollten. Genauso wird das Patriachat nicht dadurch beseitigt, dass knapp die Hälfte der Frauen für feministische Parteien stimmen.
Verschwierigend kommt hinzu, dass Frauen mit einem bestimmten Lebensmodell tatsächlich auch vom Patriachat profitieren und das nicht aufgeben wollen. Die unheilige Allianz zwischen Wirtschaft und Feminismus hat auch nicht geholfen. Dumme Metriken wie die Gender Wage Gap haben dazu geführt, dass nicht die Gehälter von Frauen erhöht, sondern die von Männern verringert wurden, und man so jetzt als Familie 80h Erwerbstätigkeit braucht statt 40h. Schlecht gemachter Feminismus kann Frauen also durchaus auch schaden.
Der Feminismus ist nötig und wichtig, allerdings ist es wichtig Mitstreiter aller Geschlechter ins Boot zu holen und sich dann auf Maßnahmen zu konzentrieren, die tatsächlich helfen und nicht auf tolle PR-Maßnahmen und dämliche KPIs.