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Haben die echt alle nur noch Lack gesoffen? Einem anderen Bundesland drohen, weil man ein Wahlergebnis nicht mag?

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[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 11 points 8 hours ago* (last edited 8 hours ago) (1 children)

Der Linken-Bundestagsabgeordnete aus Neukölln, Ferat Koçak, steht unter Druck, weil er freundschaftliche Chatnachrichten mit einem Sohn einer dem Clan-Milieu zugeordneten Großfamilie austauschte.

Hach ja, Deutschlands Lieblings-Alltagsrassismus. Der Sohn wurde in die Familie geboren, also muss er auch kriminell und Terrorist sein, geht ja nicht anders.
Ich mein, der Begriff der Clankriminalität ist in der Forschung stark umstritten, aber leider haben wir gerade kein eleganteres Werkzeug zur Pauschalisierung und Vorverurteilung.

(Disclaimer: ich beziehe mich hierbei ausschließlich auf die Formulierung im Artikel. Ich weiß nicht, ob der besagte Sohn tatsächlich kriminell ist oder nicht, aber das steht auch nicht im Text. So wie es dort steht, ist es schlicht ein Pauschalurteil.)

[–] jaschop@awful.systems 6 points 7 hours ago (1 children)

Ich weiß nicht was der betroffene Remmo beruflich macht, aber sich in die DMs von einem MdB zu schleimen der das Konzept Clan-kriminalität kritisiert und dann damit auf Insta anzugeben, wär schon so ein Arschlochmove den ich vom Mitglied eines kriminellen Clans erwarten würde.

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 2 points 5 hours ago* (last edited 4 hours ago)

Wie gesagt, ich gehe nur von dem aus, was im Artikel steht. Und da steht nicht, was die beiden Menschen besprochen haben.

Dass das Konzept Clankriminalität aus wissenschaftlicher Perspektive viel zu unscharf ist und missbraucht wird. "Clankriminalität" heißt im Endeffekt nämlich einfach nur, dass alle Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, die von einer bestimmten Bevölkerungsgruppe begangen werden, aufgrund von Verwandschsftsverhältnissen zusammengefasst werden. Ob das ein 13-Jähriger ist, der als Mutprobe im Supermarkt Kaugummi klaut, dessen Tante, die zu schnell fährt, deren entfernter Cousin 3. Grades, der tatsächlich in organisierte Kriminalität verstrickt ist, oder die gerade erst in Deutschland (aber in einem ganz anderen Bundesland) angekommene Schwester des Vaters einer Halbschwester, die mangels Arbeitserlaubnis schwarz ein paar Euro verdient hat.
Vom Zoll kontrolliert wurde letztere übrigens nur aufgrund des Nachnamens, die anderen erwähnten Familienmitglieder kennt sie in Wirklichkeit gar nicht.
Das ist Clankriminalität in Deutschland. Mit tatsächlichen kriminalistischen Arbeitsweisen und Erkenntnissen hat das nichts zu tun. Deswegen ist diese Bezeichnung und der Ermittlungsansatz so problematisch, so kritisch zu hinterfragen und wird tatsächlich auch von Teilen der Polizei (z.B. PolizeiGrün) abgelehnt.

Nachtrag: Ich finde deine Ausdrucksweise in diesem Kommentar kritisch. Wenn du keine Beweise dafür hast, dass diese spezielle Person kriminell ist und tatsächlich auf eine Art und Weise, die an Organisierte Kriminalität erinnert, in diese sogenannten Clanstrukturen eingebunden ist (also annähernd mafiöse Verhältnisse), ist nämlich genau dein Verhalten das Resultat, das den Begriff der Clankriminalität so problematisch macht.