this post was submitted on 26 Sep 2026
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz
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Ich bin Anfang bis Mitte der 90er in einem extrem kleinen Dorf in Brandenburg aufgewachsen - und ich war dort das einzige Kind. Meine Mum konnte aufgrund ihres starken Asthmas nicht mehr arbeiten und da der nächste Kindergarten sehr weit weg war (es fuhr nichtmal ein Bus in dieses Kackdorf) hat sie eine Sondererlaubnis bekommen, mich zu Hause großzuziehen.
Ich habe also basically bis zur Einschulung kaum andere Kinder gesehen. Das hat Vor- und Nachteile. Mein Gehirn ist so verdrahtet, dass man mich wohl monatelang in einer Forschungsstation in der Antarktis aussetzen könnte und ich hätte kaum Probleme damit. Ich kenne die Ruhe und Einsamkeit und schätze sie auch. Ich kann mich auch über Tage und Wochen hinweg auf eine Sache konzentrieren und dadurch neues Wissen in meinem Kopf prügeln, das macht mir sogar Spaß - und ich denke, die Beschäftigung mit sich selbst ist etwas, was viele Menschen nicht hinbekommen und dann zur Dauerbeschallung mit Tiktok und Co. greifen.
Allerdings habe ich in den ersten Jahren meiner Schullaufbahn auch sehr starke Probleme damit gehabt, mit anderen Menschen umzugehen und mich ihnen anzuvertrauen - einfach weil ich es nie gelernt habe. Es gab immer mal wieder Situationen in denen ich mich antisozial verhalten habe und daraus resultierend unzählige Elterngespräche.
Ich würde dennoch sagen, dass ich eine sehr gute Kindheit hatte. Bis zu meinen Zwanzigern habe ich meine Eltern verflucht, weil ich so heftige Probleme hatte, in der Gesellschaft mit anderen Menschen klarzukommen, aber das habe ich überwunden und jetzt schätze ich all die Vorteile die aus so einer Art "Eremiten-Laufbahn" entstanden sind.
Ich sehe das genau wie muelltonne, die Kindheit ist vorbei und man ist nunmal in den Umständen aufgewachsen, in denen man aufgewachsen ist. Daran konnte man damals wie heute nichts drehen. Ich bin ehrlich glücklich, dass ich nicht in so einer zerrütteten Familie aufgewachsen sind wie manche meiner Freunde, wo es teilweise extrem starke Regeln gab (z.B. "keine privaten Fernsehsender" oder "kein Internet") oder die Eltern ständig im Streit lagen.
Ich hab als Kind die Ruhe auf dem Land genossen, doch nach der Schulzeit wollte ich mehr, mir hat irgendwie was gefehlt. Heute wohne ich genau im Zentrum von Rostock und diese Stadt hat irgendwie genau die richtige Größe um nicht zu sehr zu nerven. :) Zurück auf's Dorf möchte ich nicht mehr, da würde mir doch einiges an Komfort fehlen.