this post was submitted on 28 May 2026
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz
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Ich gebe dir Recht mit deinem Beitrag, aber möchte ergänzen, dass auch durchaus erfahrene Alpinistinnen und Alpinisten öfter mit leichten Schuhen (typischerweise Trail Runner oder Zustiegsschuhe) statt Bergstiefeln unterwegs sind. Ich würde mich selbst eher als Anfänger bezeichnen, aber habe auch schon einige Mehrtagestouren mit Trail Runnern gemacht. Wenn die Fußmuskulator gut trainiert ist, funktioniert das durchaus gut. Selbst mit Barfußschuhen sind manche Leute jahrelang unterwegs ohne irgendwelche Probleme oder Zwischenfälle.
Aus meiner (bescheidenen) Erfahrung ist das größte Risiko Zeitstress. Es ist Gewitter gemeldet, aber für den Abend schon eine nicht stornierbare Hütte gebucht. Man ist eigentlich erschöpft, aber muss am Montag wieder arbeiten. Ein Gruppenmitglied hat sich verletzt, es wird bald dunkel und keiner hat ne Lampe.
Man sollte immer so planen, dass man die Tour wirklich entspannt schafft und dann im Zweifel lieber früher fertig sein als Hektik aufkommen zu lassen. Für mich hat das unter anderem dazu geführt, dass ich nur noch mit Zeltausrüstung wandern gehe, um unabhängig von der Infrastruktur zu sein. Meiner Freundin oder mir geht es nicht gut? Dann sind die nächsten 2 Quadratmeter freie Wiese eben unser Schlafplatz und es geht entspannt am nächsten Tag weiter.
Aus der Unfallforschung und von den Bergrettungsorganisationen wird eher ein anderer Faktor als Zeitstress, der aber eng damit zusammen hängt, benannt: "Getthereitis" - analog zur Luftfahrt, die dieses Problem ja sehr gut kennt. Der Drang "zum Ziel zu kommen". Und dabei die Möglichkeit zum Abbruch übersieht oder viel zu spät in Erwägung zieht. Das kann aufgrund von Zeitstress entstehen,aber nicht nur. Denn auch ohne den ist es ein massives Problem. Viele Personen die Hilfe am Berg benötigten hatten objektiv keinen und geben auch nicht an dieses subjektiv verspührt zu haben. Aber trotzdem sind sie nicht auf die Idee gekommen abzubrechen als es noch möglich war. Wobei es bei dieser Gruppe keine so eindeutigen Ursachen zu geben scheint. Von "unbewusster Leistungsdruck durch Social Media" bis hin zu "Fehlern in der Sicherheitskultur" sind die Erklärungsmodelle vielfältig.
Am Ende ist es so oder so tragisch.
Da kann ich mitgehen. Ist ein etwas anderer Begriff, würde ich im Kern aber als ähnliches Phänomen sehen. :)