this post was submitted on 18 May 2026
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Natürlich gibt es dafür keine Evidenz, denn die durchschnittliche Praxis hier hat einfach gar kein Controlling in die Richtung, wie gut oder schlecht die durch sie bereitgestellte Versorgung ist oder wie schnell oder langsam ihre Prozesse funktionieren. So wie die meisten Praxen organisiert sind, kann das eigentlich nur eine Verbesserung werden. Da erlebe ich bei jeder zweiten völliges Chaos, zettelwirtschaft, schlecht angebundene digitale Rezepte, etc.
Wenn der Arzt sich hier auf das Arzt sein konzentrieren kann und nicht ad hoc irgendwelche Prozesse des Vorzimmers bekritteln muss, ist allen geholfen.
Wenn Geldverdienen in Aussicht ist, geht es immer noch schlechter.
Das ist eine interessante Einstellung zum Geld. Das scheint bei dir viele negative Emotionen zu wecken.
Wenn wir davon ausgehen, dass die Kosten um Leistung X zu erbringen in etwa gleich bleiben (größerer Verband kann Laborleistung ggf. etwas billiger einkaufen, seis drum) sorgt eine Steugerung der Renditeerwartung von 10 - 15 % dafür, dass die Kosten insgesamt (hier die GKV Beiträge) steigen oder an anderer Stelle eingespart wird. Deswegen ist es eine schlechte Idee gesellschaftliche Daseinsvorsorge (Infrastruktur, Gesundheit, Sicherheit etc.) gewinnorientiert zu betreiben. Der Grund warum das staatlicher Aufgaben sind ist ja eben das sie von der regulären Wirtschaft nicht gewinnbringend zur Zufriendenheit der Gesellschaft erbracht werden können.
Davon gehe ich nicht aus. In allen Praxen hier hängt beispielsweise permanent mindestens eine Person am Telefon, die für Terminabsprache und "Rezept XY ist nicht auf meiner Karte" heillos überqualifiziert ist. Das in irgendeine Webseite auslagern und den Rest ins Callcenter, zack hast ne Menge gespart.
Das ist ja heute schon keine öffentliche Aufgabe, schließlich ist die Arztpraxis keine städtische Einrichtung, sondern in privater Hand. Genau das selbe war die zahllosen Krankenhäusern. Und dass das Gesundheitswesen hier aktuell zur allseitige Zufriedenheit funktioniert, wage ich stark zu bezweifeln.
In unserer Gegend hier seit mind. 2 Jahren schon zu 90% abgeschafft (durch digitale Kunden-Gängelungs-Maschinen ersetzt).
Sicherlich richtig, Um das Problem zu lösen braucht es aber nicht zwangsweise rediteorientierte prive-equity-Investitionen.
Die GKVs mit denen das System finanziert wird sind explizit nicht gewinnorientiert. Und das durch die ,,private Hand" in Verbindung mit Schweigepflicht und nicht-Einsicht des Patienten in die abgerechneten Leistungen schon genug Abrechnungsbetrug aufgrund von privatem Gewinnstreben passiert ist relativ wahrscheinlich (bzw. lässt sich manchmla auch belegen https://www.pwc.de/de/consulting/forensic-services/pwc-studie-2021-abrechnungsbetrug-bleibt-haufig-unentdeckt.pdf ). Höhere Gewinnerwartungen durch fachfremde Investoren machen das sicherlich nicht besser.
Die werden schon seit einger Zeit von Privatinvestoren übernommen worden. Folgerichtig geht es jetzt mit den Arztpraxen weiter. (Quellen: https://www.businessinsider.de/wirtschaft/diesen-investoren-gehoeren-die-krankenhaeuser-wirklich/ , https://publicgovernance.de/media/PG_Winter_2010_Fokus_Privatisierungen_im_Krankenhausmarkt.pdf, https://www.finanzwende-recherche.de/wp-content/uploads/Profite-vor-Patientenwohl_Private-Equity-Beteiligungen-an-Arztpraxen-in-Deutschland.pdf) Das es in den Krankenhäusern nicht rund läuft ist also eher ein Beleg dafür das die Übernahmen durch Privatkapital sich negativ auf die Versorgung und Arbeitsbedingungend der Belegschaft auswirken.
Wir jammern hier auf einem sehr hohen Niveau. Das es bei weitem nicht perfekt läuft, beudeutet nicht, dass es nicht deutlich schlimmer sein könnte. Prominentes Beispiel wären hier die USA mit ihrem deutlich stärker gewinnorientierten Gesundheitswesen. Es ist teurer und liefert schlechtere Ergebnisse.
Mir fällt kein Beispiel ein in dem ein private-equity Investitionen die Kosten der Gesundheitsversorgung für die breite Mehrheit gesenkt oder die Leistungsfähigkeit des Systems insgesamt verbessert hätte. Allgemeine Wohlfahrt und Gewinnmaximierung schließen sich meiner Meinung nach aus.
für sowas braucht es Leute, die in digitalen Transformationsprozesse kompetent sind und auch Arbeitsprozesse regelmäßig evaluieren, sich auch Zeit dafür nehmen. Das findest du in Kleinstpraxen nicht wo sich alles der Chef, also der Arzt, ad hoc auf dem Flur ausdenkt. Und was möchtest du mir mit den 75 Seiten Studie beweisen? Das ist Abrechnungsbetrug gibt? Richtig. Bei heute schon existierenden Praxen und nicht etwa vermehrt nach der Übernahme durch private Equity. Wir haben viele andere Branche mit Schweigepflicht privatisiert und finanzialisiert, beispielsweise Banken. heute gibt es günstige Bankdienstleistung als noch in den 90ern.
Das ist bei den Krankenhäusern nicht rund lief war ja überhaupt erst der Grund für die Priorisierungswelle.
Mit solchen Totschlagargumenten kannste versuchen, dich gegen jede Änderung im Gesundheitswesen zu sträuben.
Dass du Gewinn grundsätzlich als anrüchig empfindest, hatten wir ja schon festgestellt. Die Leute, die mich mit Autos, Häusern, Lebensmitteln, Kleidung, Smartphones, Transportdienstleistungen und Unterhaltung versorgen, machen auch alle Gewinn. Die anderen verschwinden. Das klappt auch alles wunderbar, schwarze Schafe sortieren Markt, Gewerbeaufsicht oder Staatsanwaltschaft aus. Wird hier nicht anders sein, hast ja sogar noch die hoch heilige Ärztekammer.
Nichts anderes habe ich behauptet. Ein Beleg dafür das ,,private Hand" und Gesundheitsversorgung schlecht zusammen passen.
Vor allem die ostdeutschen Unternehmen durch die Treuhand, ja. Zudem Dinge wie die DB bei der es seit den 90ern ja auch richtig rund läuft (/s).
Mit den privaisierten Banken sind wir ja auch nur 2008 auf die Schnauze gefolgen weil so erfolgreich privat gemanaget wurde, dass hinter wieder der Staat als Absicherung herhalten durfte. Von ,,verschwiegenen" Dingen wie Cum-Ex ganz zu schweigen.
Aus meiner Sicht zeigt das eher wie schlecht privatisierung mit Geheimhaltung funktioniert (zudem gibt es mti der BaFin eine deutlich effektivere Kontrolle des ganzen Sektors im Vergleich zum Gesundheitswesen).
Seitdem ist genau was besser/günstiger geworden? Also abgesehen von der Rendite der privaten Kapitalgeber....
Ist kein Totschlagargument sondern der Verweis auf ein real exisiterendes System mit deutlich höherem Privatisierungsgrad in einer ähnlich wohlhabenden Gesellschaft.
Haben wir nicht, ist Polemik deinerseits.
Aber um dir den Gefallen zu tun: Gewinn an sich ist nicht anrüchig, jeder soll Geld verdienen wie er will und meinetwegen auch unverschämt reich dabei werden. ABER reich werden auf Kosten Menschen die keine Wahl haben und/oder reich werden indem man die Gemeischaft schädigt empfinde ich als moralsich verwerflich, je nach Mindest kann man das natürlich anders empfinden.
Siehe mein Verweis auf die fehlende Kontrollinstanz oben.
Ich mach dir einen Vorschlag: Privatisiert den Bums doch, aber führt dafür eine effektive Marktüberwachung ein.
Das Problem ist, dass sich das in diesem Sektor eben mit dem Datenschutz der Patientendaten beißt, genau da liegt der Hund begraben.
Die Ärtzekammer funktioniert gut solange der ,,Markt" stark zersplittert ist. Wenn 20 % der Mitglieder beim selben Investor arbeiten würde ich auf die Kontrollfunktion des Germiums nicht mehr allzu viel geben.
/edit: Bzw. 60 % der Mitglieder im gleichen Oligopol aus drei Anbietern mit ähnlichen Makrtinteressen.