this post was submitted on 16 Mar 2026
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Frag Feddit
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"Im Alter wird man automatisch konservativer".
Wird oft wie ein absolutes Naturgesetz dargestellt und erzeugt bei mir auch immer so ein Gefühl von "wenn du erstmal soviel Lebenserfahrung wie ich angehäuft hast, würdest du auch CDU wählen, Jungchen".
Bin mir aber bewusst, dass es in einem anderen Kontext durchaus Sinn ergeben kann. Aber dafür ist meine Abneigung gegenüber einer gewissen politischen Partei zu groß.
Ich glaube, dass das große Problem hier schlicht und einfach ist, dass der Begriff konservativ von politisch ganz merkwürdigen Leuten gekapert wurde, die alles sind, aber eben nicht konservativ. Es ist sicherlich so, dass man ruhiger wird, zufriedener, anders, wenn man irgendwann fest im Leben und im Job steht, die Schule hinter sich hat, vielleicht verheiratet ist oder gar Kinder hat. Dann geht es einem doch durchaus stärker darum, bestimmte Dinge, die man hat, zu bewahren, statt wie in jungen Jahren Dinge einfach nur verändern oder gar zerstören zu wollen. Das ist aber genau eben nicht das, was eine Partei wie zum Beispiel die CDU macht und zum Beispiel auch ein Trump ist definitiv nicht konservativ, sondern in dem Sinne disruptiv, revolutionär, wie auch immer man es nennen will. Von daher redet man da fleißig aneinander vorbei, weil die Begriffe falsch benutzt werden.
Ich denke das kommt aus den USA, wo ihr "Konservativ" im Kontext europäischer Verhältnisse als "rechtsradikale rassistische Extremisten und Neonazis" übersetzt werden muss. Wie unterschiedlich die politische Landschaft ist, und wie die Begriffe buchstäblich andere Bedeutungen haben (vgl. "liberal") ist vielen nicht bewusst.
Jup, das denke ich auch.
Konservativ kann ja auch sein, dass man z.B. lieber gerne weiter Faxgeräte benutzen möchte, weil man eben darauf gelernt hat, ohne gleich einen politischen Bezug aufzumachen.
Aber wenn ich blutjunge Leute diesen Satz wiederholen höre, muss ich irgendwie mit dem Kopf schütteln, weil ich einen CDU-Marketing-Stunt vermute.
Da bevorzuge ich die klarere Formulierung der goldenen Zitronen:
Junge, wer mit 20 kein Anarchist gewesen ist, aus dem wird nie ein guter Demokrat.
Jokes on you, ich bin mit dem Alter erst Anarchist geworden :3
Ich kannte bisher nur die von Konservativen gemochte Version: Wer mit 20 nicht links ist hat kein Herz, wer mit 50 nicht konservativ hat keinen Verstand.
Anarchisten sind nichts als Sozialisten die denken Kommunismus sei Stalinismus
Das passt, denn Kommunisten denken dass Anarchisten Faschisten sind.
Echt? Das habe ich noch nie gehört
Anarchokapitalisten dürften selbsterklärend sein.
Ich weiss leider nicht mehr, warum zumindest von einigen Kommunisten allgemein Anarchisten als Werkzeug der Kapitalisten gesehen werden. Dass Kommunisten und Anarchisten nur bis zur Revolution Freunde sein können hat ja schon das Känguru erklärt.
Achso, verstehe. Ich habe die Anarchokapitalisten nicht als Anarchisten gesehen (genauso wie Stalin kein Kommunist ist). Die sind tatsächlich, wie Stalin, Faschisten.