this post was submitted on 23 Feb 2026
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tja

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Was willst du machen. 🤷🏼‍♀️🤷🏾‍♂️🤷🏽

Da machste nichts…

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[–] nuscheltier@feddit.org 4 points 3 days ago (1 children)

Wie können Mindestlöhne die Löhne senken, wenn es Mindestlöhne sind? Also wenn sie Minimum so hoch sein müssen?
Ich verstehe, dass jemand, der 10 oder 20 Stunden die Woche arbeitet nicht genug Geld verdienen muss, um damit über die Runden zu kommen. Aber 40h, 5 Tagewoche? Ja.

[–] plyth@feddit.org 0 points 3 days ago (2 children)

Es gibt dann Arbeitsplätze, die sich nicht mehr für die Unternehmen lohnen. Diese fallen weg und die Arbeiter suchen dann Arbeit, und sind bereit, Jobs für Mindestlohn zu machen, wo andere vorher mehr fordern konnten.

[–] starchylemming@lemmy.world 2 points 3 days ago (1 children)

dann basiert das Geschäftsmodell auf Ausbeutung

weg, wohin? wenn sie ins Ausland gehen, muss eben ein zoll dazu der den ausländischen arbeitslohn fiktiv auf mindestlohn hebt

[–] plyth@feddit.org -3 points 3 days ago* (last edited 3 days ago) (1 children)

Ausbeutung ist, wenn der Unternehmer Mindestlohn zahlt, aber beim Kunden das zehnfache abrechnet.

(Unter der Annahme, dass es genügend Arbeitsplätze gibt.)

Wenn jemand unter Mindestlohn arbeitet, dann ist das seine Entscheidung. Wenn er nicht zu einem besser bezahlten Job wechselt dann sind die Umstände für ihn passend. Dann sollte man den Arbeitsplatz nicht gefährden, indem man den Mindestlohn anhebt.

Wenn man ihm helfen will dann sollte man neue Arbeitsplätze mit höherem Lohn schaffen, so dass er bessere Chancen hat, den Arbeitsplatz zu wechseln.

weg, wohin? ... muss eben ein zoll dazu

Globalisierung heisst bis jetzt, dass wir vieles zu Hungerlöhnen herstellen. Ein Umdenken, und damit Zölle auf alles, wird nicht stattfinden.

Ein höheres Angebot an Arbeitsplätzen ist, was lokal hilft.

Global sollten wir nicht Zölle nutzen, sondern allen helfen, unser Lohnniveau zu erreichen.

[–] starchylemming@lemmy.world 3 points 3 days ago (1 children)

lol Umstände für ihn passend

alles klar

[–] plyth@feddit.org -1 points 3 days ago

Warum sonst?

Natürlich ist Mindestlohn im direkten Vergleich besser als Sub-Mindestlohn. Aber wenn es genügend Mindestlohnjobs gibt und jemand trotzdem einen Sub-Mindestlohn Job macht, kann man dann nicht annehmen, dass er persönliche Gründe dafür hat und es für ihn die bessere Wahl ist?

[–] nuscheltier@feddit.org 2 points 3 days ago* (last edited 3 days ago) (1 children)

Und der Mindestlohn gibt einem die Möglichkeit, über die Runden zu kommen für 40h die Woche Arbeit.
Wenn es Deutsche nicht machen, machen es Ausländer, die dann von der Hand in den Mund leben, in Verhältnissen, die unter aller Sau sind, mit Essen, das mit Plastikfraß noch freundlich beschrieben ist, um dann das, was sie übrig behalten, nach Hause zu schicken. Warum sonst sind solche unbeliebten Jobs wie bei Tönnies am Fließband zu stehen oder als Pflegekraft zu arbeiten eher mit Ausländern besetzt, die aus Niedringlohnländern stammen, als mit Deutschen?
Ich verstehe, worauf Du hinaus willst: Wenn der Mindestlohn wegfällt und die AG nicht mehr Leute für 7,50€ oder 5€ pro Stunde finden, wird der Lohn steigen. Doch auch nur bis dorthin, wo sie genug Leute finden. Wenn ich mir die Leute anschaue, wäre das weit unter dem Mindestlohnniveau. (Oben beschrieben warum.) Soll heißen: Wenn der Mindestlohn wegfällt, wird das Lohnniveau sinken, weil mehr AN aus dem Ausland kommen oder deutsche AN (das klingt jetzt polemisch) sich zu fein sind, jeden Job anzunehmen.
Wo wir gerade bei "zu fein" sind: Selbst gut ausgebildete Akademiker frisch von der Uni finden immer weniger Arbeitsplätze.
Ich würde mir da gerne einen eher starken Staat wünschen, der nicht dem Kapitalismus zuspielt und aus einer Wirtschaftsform auch eine Gesellschaftsform macht. Das wird auf Dauer nicht gut gehen, denn die unsichtbare Hand des Markts hat bisher nie wirklich greifen können, weil die Kapitalisten immer wieder durch Regierungen begünstigt und gerettet wurden, denn es hätte den kompletten Markt zerlegt (siehe Bankenkrise). Ergo: In meinen Augen funktioniert es so nicht, der Staat muss eingreifen, damit die Gesellschaft lebensfähig bleibt.

Edit: Was mir gerade auffällt: Das Lohndumping wird sich auch schon durch die angekündigte Arbeitsmarktreform fortsetzen. Dass man jetzt jeden Job annehmen muss, weil einem sofort Leistungen gestrichen werden, ist halt auch am Ziel vorbei. "Oh, sie sind Akademiker, ja, aber wir haben gerade keine Jobs für ihren Bereich als Mechatroniker. Aber wir haben hier noch eine 20h die Woche Putzkolonne, die könnten sie doch machen."

[–] plyth@feddit.org -1 points 3 days ago (1 children)

Und der Mindestlohn gibt einem die Möglichkeit, über die Runden zu kommen für 40h die Woche Arbeit.

Wenn es eine Nachfrage nach Arbeitern gibt, würde es ein bisschen mehr sein, was nach der Woche übrig bleibt.

Wenn es Deutsche nicht machen, machen es Ausländer

Woran der Deutsche selber Schuld ist. Sozial wäre gewesen, weltweit die wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen. Wir haben es vorgezogen, von neokolonialen Beziehungen zu profitieren.

Doch auch nur bis dorthin, wo sie genug Leute finden.

Genau

wäre das weit unter dem Mindestlohnniveau. Oben beschrieben warum.

Siehe China, wieviele Arbeiter gebraucht werden. Wir könnten beliebig Arbeitskräfte aufnehmen. Solange die Arbeitsplätze da sind, stimmt auch der Lohn.

Wo wir gerade bei “zu fein” sind: Selbst gut ausgebildete Akademiker frisch von der Uni finden immer weniger Arbeitsplätze.

Angebot und Nachfrage. Bei Akademikern hält sich mein Mitleid in Grenzen, wenn sie nach einem Studium unsere Gesellschaft nicht verstehen und nicht ihre eigenen Arbeitsplätze schaffen.

denn die unsichtbare Hand des Markts hat bisher nie wirklich greifen können, weil die Kapitalisten immer wieder durch Regierungen begünstigt und gerettet wurden

kurz vorher:

Ich würde mir da gerne einen eher starken Staat wünschen,

Der Staat wird von den genannten Kapitalisten kontrolliert. Diesem Staat die Lohngerechtigkeit zu überlassen ist fahrlässig.

Was mir gerade auffällt: Das Lohndumping wird sich auch schon durch die angekündigte Arbeitsmarktreform fortsetzen.

Klar. Wäre kein Problem, wenn wir die Energie in die Schaffung von Arbeitsplätzen gesteckt hätten.

ist halt auch am Ziel vorbei

Oder erreicht es. Ist halt die Frage, was gewollt ist. Diese Abhängigkeit kann nur durch eine hohe Nachfrage nach Arbeitern durchbrochen werden.

[–] nuscheltier@feddit.org 4 points 3 days ago (1 children)

Ich gehe mit deiner These "Abschaffen des Mindestlohns erzeugt Arbeitsplätze" nicht konform. Ich würde dich gerne bitten, dass einmal genau zu erklären wie das vonstatten gehen soll.

[–] plyth@feddit.org 1 points 3 days ago

Ich gehe mit deiner These “Abschaffen des Mindestlohns erzeugt Arbeitsplätze” nicht konform.

Ich auch nicht, weil das nicht meine These ist.

Meine These ist, dass Lohngerechtigkeit nicht durch Mindestlohn sondern durch Wettbewerb um Arbeitskräfte erreicht wird.

Es muss etwas gemacht werden. Statt aber Energie in den Mindestlohn zu stecken ist es viel sinnvoller, dafür zu sorgen, dass es so viele Arbeitsplätze gibt, dass sich jeder einen Job zu guten Konditionen aussuchen kann.

Der Vorteil ist, dass dies auch dem einfachen Arbeiter zu einem würdevollen Stand in der Gesellschaft verhilft. Statt ständig dafür demonstrieren und betteln zu müssen, dass neoliberale Parteien den Mindestlohn anpassen erhält jeder einen Lohn gemäß seiner Wertschöpfung.