this post was submitted on 05 Feb 2026
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geteilt von: https://feddit.org/post/25379848

Ein krasser Einschnitt für die psychotherapeutische Versorgung, den der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen spontan, ohne große Medienaufmerksamkeit und auch schon im nächsten Monat mal eben durchdrücken will: Einfach die Honorare für Psychotherapeut:innen um 10% kürzen (statt sie inflationsbereinigt anzuheben).

Man muss wohl zu dem Schluss kommen, die GKV finden, wir hätten zu viele Psychotherapeut:innen. Oder dass die vorhandenen Praxen zu viele Kassenpatient:innen behandeln, und zu wenig private? Denn das wäre in der Realität natürlich die einzige Folge dieser Anpassung: Weniger Therapieplätze für die gesetzlichen Kassen, oder gleich weniger Absolvent:innen, die Lust haben, eine Praxis aufzumachen.

Jeder, der schonmal wochen- oder monatelang auf der Suche nach einem ambulanten Therapieplatz war, muss da eigentlich sauer werden.

Medial bis jetzt trotzdem eher ein Nischenthema:

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[–] teddypolice@feddit.org 7 points 1 week ago* (last edited 1 week ago) (1 children)

Jeder, der schonmal wochen- oder monatelang auf der Suche nach einem ambulanten Therapieplatz war, muss da eigentlich sauer werden.

Der Zustand hier bei mir in der Region ist mehr so "Monatelang darauf warten dass die Arztpraxen wieder Leute für die Warteliste annehmen".

Noch heißt es auch noch warten. Darauf dass man dann mehr warten darf.

[–] Obin@feddit.org 1 points 1 week ago* (last edited 1 week ago) (1 children)

Das nervige ist halt auch, dass man nicht einfach irgendwo anrufen kann und die sagen dann, "Ja, wir setzen sie auf die Warteliste, kann paar Monate dauern", sondern man darf wiederholt stundenlang rumtelefonieren um mal irgendwo nicht komplett abgewimmelt zu werden. Und psychisch Kranke sind ja vor allem für ihre Ausdauer und Durchhaltevermögen bekannt...

Mir wurde mal beim Stadtklinikum nach abtelefonieren der ganzen Abteilung irgendwann der Tipp gegeben ich soll um 8h der ersten Tages des Quartals anrufen, da nehmen sie wieder Leute auf die Liste. Aber hat bis 8:10 gedauert bis ich dann endlich ein Freizeichen hatte und bis 8:15, bis ich endlich jemandem am Hörer hatte, und dann waren schon alle Plätze wieder belegt.🤷

Und bei meinem Psychiater, den ich dann letztlich gefunden hatte (auf dem Land, 2h und zwei Umstiege mit den Öffis), nimmt mittlerweile niemand mehr auch nur den Hörer ab, weil es zu anstrengend ist die Leute abzuwimmeln. Es geht direkt in die 24/7 Bandansage, dass sie niemanden mehr aufnehmen. Wenn man Termine oder irgendwas will muss man direkt hin kommen. Ich bin fast froh, dass es für mich vor zwei Jahren nur komplett scheiße war, nicht das als was auch immer man den aktuellen Zustand bezeichnen kann. Als ich kürzlich (extra Urlaub genommen) hingefahren bin um ein Rezept zu holen und der Arzt KW3 noch im Urlaub war fragte ich die Arzthelferin "Evtl. kann ich ja jetzt mit dem Befund auch in Stadt X schneller einen Arzt finden, also nur für die Rezepte?", sie hat nur gelacht und meinte, "Haha! Wenn dort noch wer Patienten aufnimmt! 😆"

[–] teddypolice@feddit.org 2 points 1 week ago* (last edited 1 week ago) (1 children)

Mir wurde mal beim Stadtklinikum nach abtelefonieren der ganzen Abteilung nach der x-ten Weiterleitung irgendwann der Tipp gegeben ich soll um 8h des ersten Tages des neuen Quartals anrufen, da nehmen sie wieder Leute auf die Liste. Aber hat bis 8:10 gedauert bis ich dann endlich ein Freizeichen/Warteschleife hatte und bis 8:15, bis ich endlich jemandem am Hörer hatte, und dann waren schon alle Plätze wieder belegt.🤷

Das ist tatsächlich ein bisschen wie bei meinem Neurologen.

Ich habe ADHS und nehme Medikinet (Ritalin). Muss alle paar Monate zum Neurologen/Psychiater um einen Refill zu bekommen. Das geht nicht "einfach so" weil das Medikament unters BtMG fällt.

Leider hat die Arztpraxis auf Doctolib umgestellt und stellen entsprechend einmal im Quartal ihre Terminkapazitäten dort rein. Das Resultat ist dass man zu Quartalsbeginn zur richtigen Zeit im Web nachschauen muss um einen zu bekommen. Wenn man das nicht schafft (weil die wie in deinem Szenario innerhalb von Minuten alle vergeben sind) muss man eben morgens spontan um 07:00 bei denen aufschlagen um irgendwann im Lauf des Vormittags dranzukommen. Konkret kostet also der Arztbesuch seit neuestem einen halben Tag Urlaub, wenn man einen entsprechend faschomäßigen Arbeitgeber hat. Die Ärzte dort glauben das hat alles seine Richtigkeit hat und die Sprechstundenhilfen waren nicht davon zu überzeugen dass das nur User Error an meinem Ende ist.

Ich habe das Glück dass mein Boss nicht auf unsere Kernarbeitszeiten pocht, solange mein Stundenkonto ausgeglichen ist. Sonst müsste ich 2 Tage Urlaub im Jahr verblasen um die Medikamente zu bekommen die ich brauche um mir den Urlaub überhaupt erst zu verdienen. Mit einer "Krankheit" mit der man eine Größenordnung anfälliger für Burnout ist als dein Durchschnittsguy. Es wirkt wie ein Schildbürgerstreich.

[–] Obin@feddit.org 2 points 1 week ago

muss man eben morgens spontan um 07:00 bei denen aufschlagen um irgendwann im Lauf des Vormittags dranzukommen.

Das ist bei mir quasi der Normalfall, es sei denn ich mache direkt beim einen Termin den Termin fürs nächste mal. Eine Weile hatte ich halt immer spontan ein neues Rezept geholt wenn das Medikament (auch ADHS) bald zuende war, aber man hat mir jetzt nahegelegt ich soll einfach jedes Quartal kommen und immer gleich den Termin fest für das nächste Rezept machen. Ist vielleicht nicht schlecht wenn ich dann immer bisschen Vorrat habe.

Ich habe das Glück dass mein Boss nicht auf unsere Kernarbeitszeiten pocht, solange mein Stundenkonto ausgeglichen ist.

Ja, bei mir das Gleiche. Ein paar mal hab ich auch Urlaub genommen, ich fahr halt lieber außerhalb der Stoßzeiten, weil da die Verbindung besser ist. Aber mein Arbeitgeber erlaubt mir auch mich unter dem Tag (sagen wir 9 Uhr) abzumelden und dann z.B. 13h wieder zu kommen, solange ich es wieder rein arbeite, logischerweise. Als Softwareentwickler ist es nicht so wichtig ständig oder zu festen Zeiten abrufbar zu sein.