this post was submitted on 27 Jan 2026
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[–] DrunkenPirate@feddit.org 9 points 4 days ago (3 children)

Veränderungen in der Darmflora Der positive Effekt der Haferflocken-Diät zeigte sich auch an der Darmflora: „Die Zunahme der phenolischen Verbindungen im Blut nach der kurzzeitigen Hafer-Diät war mit einer Veränderung des Darm-Mikrobioms assoziiert“, berichten die Forschenden. In den Stuhlproben der Testpersonen nahm der Anteil von Bakterien aus der Gruppe der Erysipelotrichaceae nach der Haferkur deutlich zu.

Mir kam so der Gedanke, dass wir im Darm unseren eigenen kleinen Bauernhof betreiben. Mit ganz vielen Nutztieren namens Bakterien. Der eine züchtet diese, die andere jene. Mmm, scheint ein Duschgedanke entsteht im Gehirn. Mal abwarten was daraus wird…

[–] bjoern_tantau@swg-empire.de 2 points 3 days ago (1 children)

Das geht so weit, dass Kottransplantationen vorgenommen werden, um verschiedene Krankheiten zu behandeln. Ist ein noch recht junges Feld, aber das kann wohl ziemlich drastische Auswirkungen haben. Wird wohl vor allem eingesetzt wenn jemand so viele Antibiotika geschluckt hat, dass deren Darmflora fast komplett ausgestorben ist.

[–] DrunkenPirate@feddit.org 1 points 3 days ago (1 children)
[–] bjoern_tantau@swg-empire.de 0 points 3 days ago (1 children)

Hatte aber wohl auch bei manchen übergewichtigen Personen den Nebeneffekt, dass sie auf einmal problemlos abgenommen hatten. Hat aber auch bei anderen das Gegenteil bewirkt.

[–] DrunkenPirate@feddit.org 2 points 3 days ago

Cool: Ich bin schlank. D.h. ich kann mit (meiner) Scheisse Gold verdienen !?!?

Igittitgitigit

[–] Peter_Arbeitslos@feddit.org 1 points 3 days ago

Alles eine Frage der Perspektive. Die Bakterien würden wahrscheinlich sagen, dass sie eine Farm betreiben und wir das Feld sind.

Relevantes kurzgesagt-Video: https://www.youtube.com/watch?v=VzPD009qTN4

[–] jenesaisquoi@feddit.org 3 points 4 days ago* (last edited 4 days ago) (2 children)

Dem ist tatsächlich so.

Menschen, die sich jahrelang vorwiegend oder ausschließlich mit Müll aus der Kategorie McDonalds "ernähren", werden auch deshalb so fett, weil Teile der Darmbakterien aus extremem Mangel an für sie Nützlichem verhungern (u.a. Ballaststoffe) und deshalb nach Futter schreien. Das führt zu verstärktem Hungergefühl und entsprechend mehr Konsum von erwähntem Abfall.

Je besser man sich ernährt, desto glücklicher ist die Darmbevölkerung. Besser heisst hier vorwiegend abwechslungsreich Gemüse, Hülsenfrüchte, vollwertige Getreide, ergänzt mit Nüssen, Kernen, Früchten hochwertigem nativem Olivenöl und einer kleinen Menge Fisch. Milchprodukte und Fleisch können in einer kleinen Menge auch Teil davon sein, müssen aber nicht.

[–] DrunkenPirate@feddit.org 4 points 4 days ago

Mir kommt gerade das Bild von der kleinen Alienstadt im Spind bei Men in Black

[–] InabaResident@feddit.org 3 points 4 days ago (2 children)

Das führt zu verstärktem Hungergefühl und entsprechend mehr Konsum von erwähntem Abfall.

Hast du dafür Quellen? Natürlich ist gesunde Ernährung ein großer Faktor bei der Bildung einer für den menschlichen Körper gesunden Darmflora. Aber die Aussage, dass explizit das Hungern der Bakterien zu erhöhtem Appetit führt muss schon belegt werden.

Zumal mich die Formulierung "desto glücklicher ist die Darmbevölkerung" etwas stutzig macht. Bakterien haben keine Nervensysteme, die sind nicht glücklich oder unglücklich.

Trotzdem natürlich grundsätzlich richtig: Die Darmflora hat einen Einfluss auf Appetit. Ich wäre nur an einer Quelle für den genauen Zusammenhang interessiert.

[–] jenesaisquoi@feddit.org 7 points 4 days ago* (last edited 4 days ago) (1 children)
[–] InabaResident@feddit.org 4 points 4 days ago* (last edited 4 days ago)

Cool, danke für die Quellen! Ist ein spannendes Thema, und sehr relevant für mein Studienfach (Biochemie). Ich werde mich mal einlesen.

Und selbstverständlich sind Darmbakterien nicht buchstäblich glücklich, das ist im übertragenen Sinn zu verstehen, ich dachte das wäre offensichtlich

Im Nachhinein beim Nochmallesen ist es tatsächlich offensichtlich. Das ist glaube ich meine ganz persönliche Abneigung dagegen, Mikroorganismen und Viren menschliche Züge zuzuschreiben. Sorry dafür, es war nicht böse gemeint!

[–] gandalf_der_12te@feddit.org 1 points 4 days ago (1 children)

Bakterien haben keine Nervensysteme, die sind nicht glücklich oder unglücklich.

Bakterien haben natürlich keine Nervensysteme, aber ich denke schon dass sie trotzdem Gefühle haben und glücklich/gestresst sein können. Nämlich weil es ja Hormone gibt, d.h. Chemikalien die gewisse Signale transportieren und diese die Zelle in gewisse Moden versetzen kann - und "verhungernd" ist definitiv einer davon.

[–] InabaResident@feddit.org 2 points 3 days ago

Das sehe ich tatsächlich anders. Zwar können manche Bakterien meines Wissens nach die Hormonproduktion ihres Wirts manipulieren. Aber Hormone sind in erster Näherung ein exklusives Merkmal mehrzelligen Lebens. Bakterien haben natürlich trotzdem Signalmechanismen, z. B. "Quorum sensing", dass zur Zell-Zell-Kommunikation mit anderen Bakterien genutzt wird. (für Interessierte zum Quorum-Sensing: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5870893/)

Man muss dabei zwischen dem physiologischen Hungerzustand und dem damit assoziierten Gefühl, das wir wahrnehmen unterscheiden. Das menschliche Hungergefühl entsteht im Nervensystem. Die zugrundeliegenden Prozesse könnten theoretisch auch stattfinden, ohne dass du sie wahrnimmst. Hunger ist zwar hormongesteuert, aber diese Hormone wie z.B. Ghrelin aktivieren neben biochemischen Prozessen auch Neuronen, und durch diese entsteht das eigentliche Appetitgefühl.

Zu Ghrelin, dem wahrscheinlich wichtigsten Hungerhormon, gibt es einen ganz netten Übersichtsartikel von 2015: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2212877815000605?via=ihub

In anderen Worten: Ich glaube, Bakterien reagieren auf Nährstoffmangel mit physiologischen Veränderungen und Verhalten, aber sie fühlen keinen Hunger.