this post was submitted on 18 Jan 2026
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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Es war irgendwann in der Zeit als die Corona-Zeit zwar noch nicht vorbei war, aber die größten Verwüstungen vorerst etwas gelindert waren. Als die ersten Leute geimpft waren, als die Ausgangssperren nicht mehr waren und es auch nicht mehr Winter war. Da erzählten dann die ersten Freunde, dass es ihnen in dieser Zeit gar überhaupt nicht so gut gegangen ist. Man hörte von den ersten Bekannten, die in Therapie oder einer Klinik gegangen sind und hat es von anderen mitbekommen, dass die es auch hart nötig gehabt hätten. Aber erstmal haben die Leute geschwiegen und es in sich rein gefressen.

Und jetzt? Jetzt habe ich das Gefühl, dass in diesem aktuellen Wahnsinn gerade die psychischen Verwüstungen auch anfangen. Ich hab es bei ein, zwei Freunden bemerkt, die nicht drüber sprechen, aber wenn man sie kennt, merkt man, dass sie gerade mächtig knabbern. Das die Sicherheit komplett zerfetzt wurde, ganze Weltbilder ins Wanken geraten, die Unsicherheit Ängste macht.

Also: Wie geht ihr mit der ganzen Geschichte rund um Krieg, Trump, Wirtschaftskrise, Grönlandgier, Techimperialismus und Faschismus um? Wie geht es euch?

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[–] nysqin@feddit.org 11 points 1 week ago* (last edited 1 week ago) (1 children)

Ich übe mich in Resilienz, in lächelndem Gleichmut und Achtsamkeit. Es ist mir nicht egal, was passiert, aber ich muss genau hinsehen, was mich erreicht und was ich selbst bewirken kann. Die Unzufriedenheit über Dinge, die ich nicht ändern kann, schadet mir.

Inspiriert vom Gedicht "there's laundry to do and a genocide to stop": Ich werde nicht die großen Probleme unserer Zeit lösen (können), sofern ich nicht mein Leben vollständig umwerfe - und das wird nicht ohne dramatische Einflüsse passieren.

Ich muss also lernen, dass ich mache was ich kann, und dass dennoch Dinge nicht in meiner Macht liegen.

Daher meditiere ich, übe mich im Freuen an meinen Hobbies und meiner Familie, engagiere mich in einer gemeinnützigen Organisation, lege öfter mal das Handy ganz weit weg und hole mir mein "Erspartes" von den grauen Herren zurück, indem ich mich ab und zu mal von der Langeweile einnehmen und die Dinge ihre Zeit dauern lasse.

Ich glaube: Ich versuche, in dem bisschen Zeit, die mir bleibt, für "meine Menschen" und mich selbst der beste Mensch zu sein, anstatt der für andere am wenigsten belastende Mensch. Die Welt wird nicht besser davon, dass ich nervös und wütend und zynisch bin - aber meine Welt wird es, wenn ich meinen Weg in Ruhe gehe.

Das schaffe ich zwar nicht oft, aber es wird.

Schritt, Atemzug, Besenstrich.

[–] aaaaaaaaargh@feddit.org 4 points 1 week ago (1 children)

Hauptsächlich kämpfe ich damit, dass diese es gibt kein morgen Stimmung mir auch aus dem Umfeld entgegenschlägt. Ich selbst mach gerade ein bisschen die Augen zu, ist zwar naiv, aber mir ist das alles einen Ticken zu wahnsinnig.

[–] nysqin@feddit.org 1 points 1 week ago

Ich finde das nicht naiv, sondern konsequent, weil man sich ja schützen will. Ich vermeide auch zurzeit Nachrichten und verschiedene Communities, weil ich sonst selber diese Stimmung entwickle und ausstrahle.

Ich glaube manchmal, dass wir mit all dem drohenden Unheil übersehen, dass nicht alles davon, nicht alles gleich heftig und nicht alles zur gleichen Zeit passieren wird.

Und nur, weil ich meine Plattitüden so mag: Natürlich gibt es ein Morgen. Und dann noch eins. Und noch eins. Und wie heute auch werden wir im Morgen aufwachen und das Heute leben, das uns unser Gestern beschert hat.