this post was submitted on 18 Oct 2025
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[–] phneutral@feddit.org 5 points 5 months ago (2 children)

Da widerspreche ich gerne: Menschen sind nicht asozial. Das vorhandene System ist es! Der Homo Ökonomicus und die Tragedy of the Commons sind genauso neoliberale Erfindungen wie der Trickle Down Effekt.

[–] Asinus@feddit.org 4 points 5 months ago (2 children)

Ich finde so sehr sollte man das nicht vereinfachen. Vielleicht sind Menschen nicht asozial, neigen aber zu massiver Doppelmoral.

Übertrieben gesagt: "Alle" wollen Tierwohl, dennoch wird zu jeder Mahlzeit Fleisch aus Massentierhaltung gegessen. "Alle" wollen saubere Luft, trotzdem wird für die 50 Meter zum Bäcker das Auto genommen. Usw.
Die Leute sind zu den kleinsten Schritten zu bequem.

Natürlich sind die großen Firmen und die dazugehörigen politischen Parteien daran interessiert den Status Quo zu erhalten und betreiben entsprechend Propaganda. Aber gesteuert wird das doch letztlich durch die Konsumenten und Wähler. MMn ist da jeder Einzelne in der Verantwortung. Und weil das allen Fronten scheitert, kann ich durchaus verstehen, wenn man die Menscheit als asozial sieht.

[–] phneutral@feddit.org 3 points 5 months ago

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir kollektiv unterschätzen wie sehr wir kollektiv funktionieren. In einem System, dass jedem die größtmögliche Freiheit mit größtmöglichem Individualismus vor allem durch Egoismus verkauft ist das aber auch kein Wunder.

Genau darum geht es mir: ja, Menschen sind asozial, weil sie seit Jahrzehnten so erzogen wurden. Weil es ihnen bis in die höchsten Ämter so vorgelebt wird und zu Erfolg führt.

Wir müssen uns zusammentun, solidarisieren und lernen, dass andere Verhalten auch zu Erfolg führen können.

[–] Sas@beehaw.org 1 points 5 months ago

Das würde ich nicht so unterschreiben: es gibt immer mehr veganes Angebot in jedem Laden, Fleischkonsum ist rückläufig und die Lobby hat genug Angst um so sinnlose Sachen wie Verbot von Benennung als Wurst durch zu drücken. Mehr und mehr Leute fahren Fahrrad in Städten. Soziale Evolution ist langsam aber sie passiert.

[–] aaaaaaaaargh@feddit.org 1 points 5 months ago (1 children)

Moment, die Tragedy of the Commons ist definitiv keine neoliberale Erfindung, die Theorie gibt es schon seit Mitte des 19. Jahrhundert und damit viel früher als den Neoliberalismus selbst. Die Neoliberalen nutzen das Konzept und begründen damit manchmal ihre Ideen, aber man kann das auch genauso gut umdrehen und Neoliberalismus damit kritisieren.

[–] phneutral@feddit.org 1 points 5 months ago (1 children)

Hast Du recht. Ist unglücklich und verkürzt formuliert. Es ging mir eher darum, dass die von Neoliberalen oft angeführte Tragedy of the Commons inzwischen an vielen Stellen besser eingeordnet wurde — am Prominentesten wahrscheinlich von Elinor Ostrom.

[–] aaaaaaaaargh@feddit.org 1 points 5 months ago

Ja, sicher ist sie das, aber es ist auch dann wichtig zu erwähnen, dass Ostrom eben nicht nur rein neoliberale Auslegungen der Idee widerlegt hat, sondern auch rein kommunistische/sozialistische Auslegungen. Im Grunde hat sie festgestellt, dass die Tragedy of Commons kein Naturgesetz darstellt, sondern auf den verfügbaren Institutionen der ausführenden Gesellschaft beruht.