this post was submitted on 17 Aug 2026
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DIE LINKE

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Hallo liebes Fediverse.

Ich bin ein junger Mann der sich zunehmend politisiert und starke Sympathie zur Partei DIE LINKE hat. Wenn da nicht ein bestimmtes Thema wäre, dann wäre ich schon vor Monaten Partei Mitglied geworden, habe auch schon zwei Parteispenden gemacht, weil mir soziale und solidarische Politik wichtig ist.

Doch beim Thema Ukraine kann ich mich immernoch nicht mit der Position der Linken, die Waffenlieferungen an die Ukraine leider komplett ablehnt, anfreunden. Ich weiß, dass dir Linke viele sinnvolle Maßnabmen fordert um die russische Agression zu stoppen, wie zum Beispiel die Enteignung von Oligarchen und die konsequente Durchsetzung von Sanktionen, aber am Ende ist dort nun Mal Krieg.

Krieg ist schrecklich, sollte es auf keinen Fall geben, aber es gibt ihn doch nunmal. Die ukrainische Bevölkerung und Armee wird seit Jahren täglich angegriffen, und selbst Kriegsverbrechen der russischen Seite sind alltäglich. Sicher haben auch die Ukrainer nicht in allen Aspekten ein reines Hemd, aber dennoch finde ich, dass dieses freie Land unbedingt alle Hilfe bekommen soll, die es benötigt.

Jeder Schuss Monition, jeder abgewehrte Angriff, ja leider sogar jeder getötete russische Soldat bedeuten im Zweifel, dass die Sicherheit und Freiheit der ukrainischen Bevölkerung gewährt wird.

Dieser Krieg muss so schnell wie möglich gestoppt werden, aber ich bin nicht der Meinung, dass das passieren kann, indem man auf Verhandlungen oder sonstige friedliche Mittel setzt. Wenn Putin wollte, könnte dieser Krieg sofort beendet sein, die Ukraine ist ja jederzeit bereit für einen Waffenstillstand. Und Putin interessiert nur seine Macht.

Wieso dann ist DIE LINKE, eine Partei die ansonsten wie keine andere für Solidarität und Antifaschismus steht, gegen die Lieferung von Waffen an die Ukraine?

Ich habe natürlich schon vom Pazifismus gelesen, finde aber dass das in diesem Konflikt wirklich weltfremd ist.

Ich würde mich über eine Diskussion freuen. Ich bin trotz diesem Punkt am überlegen Parteimitglied zu werden und würde mich deshalb auch allgemein für den Diskurs über dieses Thema in der Partei interessieren.

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[–] fuenfling@feddit.org 1 points 4 hours ago* (last edited 4 hours ago)

Falls Du mal was anderes als das übliche zu dem Thema lesen willst: https://www.nachdenkseiten.de/?gastautor=nel-bonilla

Oder diesen Artikel: Treiben westliche Siegesillusionen die Ukraine in einen Zusammenbruch? - nachdenkseiten

Viele kritische Akademiker und Analysten findest du bei Neutrality Studies, allerdings auf Englisch.

[–] flops@feddit.org 10 points 2 days ago (5 children)

Sehe es sehr ähnlich wie du. Bin aber, da ich bei fast allen anderen Themen die Linken-Position sehr gut finde, seit Jahren Mitglied und versuche eben die Positionen zu beeinflussen, die ich nicht so gut finde. Am Ende gibt es eben keine Partei die mir (oder dir) zu 100% passt. Aber grade in der Linken gibts einen regen Diskurs zu vielen Themen und die Chance, die inhaltliche Ausrichtung mitzubestimmen.

[–] Senseless@feddit.org 7 points 2 days ago

Sehe ich ähnlich. Bin auch seit einigen Monaten Mitglied und der hier angesprochene Punkt ist das was mir absolut gar nicht gefällt. Aber ich bin auch der Ansicht, dass es keine Partei gibt, die zu 100% zu einem passt. Man kann durch seine Mitgliedschaft und indem man sich einbringt aber, so meine Hoffnung, ein wenig beeinflussen wie sich positioniert wird und vielleicht mal einen "Schubs" in die entsprechende Richtung geben.

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[–] dwt@feddit.org 13 points 2 days ago* (last edited 2 days ago) (1 children)

Geht mir sehr ähnlich. Nach meinem Verständnis teilen viele der neu beigetretenen diese Position. Trotzdem hat sich in der Partei bisher noch relativ wenig sichtbares getan.

[–] RoflmasterBigPimp@feddit.org 8 points 2 days ago (2 children)

Ist mir auch aufgefallen!

"Wir" (also Linken-Parteimitgliedern die Waffenlieferungen an die Ukraine sofort umsetzen wollen) müssten uns mal organisieren.

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[–] SkibidiSigmaRizzler@feddit.org 8 points 2 days ago* (last edited 2 days ago) (2 children)

Wäre das nicht gerade ein Grund in die Partei einzutreten und zu versuchen so diese Einstellung der Linken zu verändern?

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[–] saimen@feddit.org 3 points 2 days ago

Ich würde mal argumentieren, wenn man sich stark mit einer Partei identifiziert und nur ein konkreter Standpunkt einem missfällt, spricht das sogar eher noch mehr dafür der Partei beizutreten um aktiv diesen einen Punkt zu beeinflussen anstatt die Partei nur passiv zu wählen.

[–] smokeysnilas@feddit.org 2 points 2 days ago

Das Erbe der SED Altkader und Tankies ist wohl leider immernoch nicht überwunden. Wenn halt wirklich irgendwo mal ein existentieller antifaschistischer Kampf geführt wird kann man sich nicht einfach wegducken. Jedenfalls nicht wenn man sich die Linke nennt.

[–] kossa@feddit.org 1 points 1 day ago (1 children)

Es gibt ja den wissenschaftlichen Zweig der Friedens- und Konfliktforschung.

Wenn irgendein Heiopei um die Ecke kommt und irgendwas von "Es gibt gar keinen Klimawandel" faselt, bekommt man in unserer progressiven Bubble hier zu recht immer die Ohren lang gezogen. Weil die wissenschaftlichen Beweise erdrückend sind.

In der Friedens- und Konfliktforschung ist der Konsens bzgl. Waffen und Militarisierung auch erdrückend gegen Waffen und Militarisierung. Das eskaliert Konflikte nur, schafft mehr Leid etc. pp.

Aber da ist dann Wissenschaftsleugnung irgendwie immer cool, und man wird verunglimpft, wenn man mal auf die wissenschaftliche Datenlage verweist.

[–] smokeysnilas@feddit.org 1 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (12 children)

Klimaforschung ist eine exakte Naturwissenschaft. Friedensforschung ist halt keine exakte Wissenschaft. Siehe hierzu auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Exakte_Wissenschaft

Mit dem selben Argument lehnt die Linke übrigens die "wissenschaftlichen Beweise" zum Neoliberalismus in der Wirtschaftswissenschaft ab.

[–] kohlenstoff@feddit.org -3 points 1 day ago (1 children)

Mutig, Klimawissenschaft als exakte Wissenschaft zu bezeichnen. Als Beispiel: Natürlich sind die zugrundeliegenden Phänomene von Klimamodellen physikalisch herleitbar, das macht aber ein globales System trotz der Erklärbarkeit seiner Einzelphänomene nur sehr eingeschränkt exakt vorhersehbar, weil die Interaktion dieser Einzelphänomene nahezu beliebig sein kann (Butterfly-Effekt). Damit lassen sich natürlich trotzdem gröbere Tendenzen in den meisten Fällen antizipieren, aber das ist weit weg von "exakt".

[–] smokeysnilas@feddit.org 1 points 1 day ago

Ich glaube das ist ein Missverständnis. Exakte Wissenschaft heißt nicht perfekt im Sinne von alles ist abschließend erforscht und verstanden. Und auch nicht das es frei von Zufall ist.

sehr eingeschränkt exakt vorhersehbar

Die Newton Mechanik ist nicht exakt für Elementarteilchen und auch nicht für kosmische Objekte. In der Quantenmechanik gibt es zufällige Effekte. Solange man die Modelle erweitern kann oder statistische Gesetzmäßigkeiten finden kann ist es trotzdem eine exakte Wissenschaft. Das trifft absolut auch auf die Klimaforschung zu und auf die Friedensforschung eben nicht.

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[–] MissyBee@lemmy.blahaj.zone 1 points 2 days ago (1 children)

Stehe links der PdL und kann dir das kleine Büchlein "innere Zeitenwende" von Ingar Solty empfehlen. Ist erschreckend traurig. Der Krieg gegen die Ukraine wird instrumentalisiert. Habe seitdem Büchlein meine Meinung auch geändert.

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