this post was submitted on 14 Apr 2026
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[–] HaiZhung@feddit.org 26 points 2 weeks ago (3 children)

Unpopular take:

Die gesetzliche KK in Deutschland funktionieren genau so wie sie sollen, und sind quasi ein Paradebeispiel für guten Kapitalismus.

Die Leistungen der KK sind alle reglementiert, Ma kriegt bei jeder quasi das gleiche (plus minus ein paar bonusprogramme); die KK können aber untereinander konkurrieren indem sie effizienter werden. Wenn eine KK nur 80% der Mitarbeiter von einer anderen braucht, weil sie zb ein besseres IT System hat, dann ist sie halt billiger.

Der Kunde kann die günstigste wählen und hat quasi keine Nachteile.

Leute meinen oft, wenn wir KK zusammenlegen, werden die billiger, aber das is Quatsch. Wer in nem Großkonzern gearbeitet hat, weiß, dass dort alles unglaublich bürokratisch und unflexibel ist; und mit weniger Konkurrenz gibt’s auch keinen Grund mehr sich zu verbessern. Und wenn’s am Ende nur noch riesige KK gibt, haben die quasi Monopolstellung (too big to fail) und können dann der Politik noch härter die Preise diktieren.

Also: falsche Baustelle, lieber die privaten abschaffen, das macht 1000x mehr Sinn.

[–] yetAnotherUser@discuss.tchncs.de 6 points 2 weeks ago (2 children)

Gegenargument:

10 Krankenkassen sind genug um einen Wettbewerb aufrecht zu erhalten. Von den bisherigen 93 haben ja bereits jetzt manche mehrere Millionen, andere weit weniger als 100,000 Mitglieder.

Das ist halt einfach nur ineffizient. Wie soll denn bspw. die BKK Groz-Beckert mit ihren 7.128 Versicherten eine Konkurrenz für die AOKs darstellen? Und das ist halt nicht mal die kleinste.

Allgemein würde ich zunächst alle geschlossenen BKKs abschaffen. Die sind halt einfach keine Konkurrenz für die Massen und gibts trotzdem noch zu hauf.

[–] mavu@discuss.tchncs.de 5 points 2 weeks ago (1 children)

Alles am thema vorbei: Eine staatliche Krankenkasse für alle. keine ausnahmen, Private krankenversicherung nur zusätzlich.

Eine stelle verhandelt medikamenten preise mit den herstellern, und wenn die nicht mitspielen, zieht man eine Generika Produktion dafür hoch.

Kosten fürs gesundheitssystem halbiert.

[–] toe@feddit.org 2 points 2 weeks ago (1 children)

Ich sehe auch eine Bürgerversicherung als den richtigen Weg.

Verstehe dennoch nicht weshalb wir nicht selbst mitwirken. Jeder gesetzlich Versichterte kann seine Krankenkasse sehr einfach wechseln. Trotzdem machen es nur ca. 5% (Quelle: t-online). Mit mehr Bewegung der Mitglieder zwischen den Kassen, würde sich auch die Anzahl der Kassen reduzieren. Es wird nicht nur eine übrig bleiben. Dennoch wäre es ein Schritt in die richtige Richtung.

Wir sollten auch die Mittel nutzen, die uns zur Verfügung stehen und nicht nur von anderen erwarten es für uns zu bestimmen.

Für alle, die es interessiert: Wechsel zwischen Krankenkassen

[–] kossa@feddit.org 1 points 2 weeks ago* (last edited 2 weeks ago) (1 children)

Aber für deinen brillanten Plan musst du schon auch vorgeben zu welcher Krankenkasse wir alle wechseln. Sonst wechselt jeder einmal und wir haben genauso viele KK wie vorher.

Plus zu einer Bürgerversicherung fehlt noch das Eindampfen der Privatversicherungen zu reinen Zusatzversicherungen.

[–] toe@feddit.org 1 points 2 weeks ago

Meine Annahme ist, das wir meist zu preisgünstigsten mit dem für einem selbst am sinvollen erscheindenden Zusatzangebot wechseln.

Was zu Folge hat, dass die Kasse mit den wenigeren Versicherten auch weniger Beiträge hat sich der finanzielle Spielraum dieser Kasse veringert. Diese wird entweder effizienter, streicht das Angebot von wenig oder zuviel gefragten Zusatzleistungen oder erhöht die Zusatzbeiträge. Eine Insolvenz wäre ebenfalls möglich und beim Ziel einer Reduzierung der GKV-Anzahl auch gewünscht. Der Kreislauf beginnt von neuem. Die Errichtung neuer gesetzlicher Krankenkasse ist bereits über das SGB eingeschränkt. Was die Abwanderung der Gesunden in eine Eigenschaft dafür gegründete Krankenkasse vermeidet.

Wieso muss eine Person die Kasse bestimmen, die nicht aufgelöst wird? Nach welchen Kriterien soll dieser eine Kasse auswählen und die Mitarbeiter der anderen vor die Türe setzen? Soll die gesetzl. Kasse überleben, zu dessen Vorstand unser Gesundheitsminister oder ein anderer Ministeriumsmitarbeiter am Besten vernetzt ist?

Ich finde es besser, wenn die Versicherten die Auswahl zum größten Teil selbst umsetzen bzw. erzwingen. Ja, diese Tätigkeit ist Arbeit. Wenn wir unser Leben möglichst selbstbestimmt gestalten möchten gehören solche Tätigkeiten jedoch auch dazu. Was das Erlebnis und Risiko gegebenenfalls mal auf das falsche Pferd gesetzt zu haben ebenfalls beinhaltet.

Falls der Staat ein Eingreifen seinerseits für erforderlich hält, ist mehr zu erwarten, als nur einen direkten Eingriff in den Markt und Monopolbildung beeinflusst durch Lobbyismus und Neziehungsnetzwerke. Es sind Systemänderungen. Z.B Umwandlung der Beihilfestelle zur Bürgerversicherung und Reduktion der privaten, als auch bestehenden gesetzlichen Krankenkassen zu Zusatzversicherungen. Aber das hast du auch bereits selbst geschrieben.

Wir brauchen keine Politiker die darüber jammern, dass es zu langsam geht. Entweder es besteht Handlungsbedarf einzugreifen oder nicht. In der Zwischenzeit sind wir jedoch selbst gefragt, im Rahmen unserer Möglichkeiten, zu handeln anstatt ebenfalls nur zu jammern. Viele gesetzlichen Kassen haben erst kürzlich ihre Zusatzbeiträge angehoben und auch ihre Zusatzleistungen angepasst. Jetzt sind die Versicherten am Zug zu reagieren.

[–] marius@feddit.org 1 points 2 weeks ago

Gegengegenargument: Wenn weniger Krankenkassen effizienter wäre, dann würden die doch alle miteinander fusionieren oder aufkaufen

[–] geissi@feddit.org 3 points 2 weeks ago* (last edited 2 weeks ago) (1 children)

~~Das Problem ist afaik, dass die Kosten der KK stark von ihrer Kundenstruktur abhängen.
Die können sie nur minimal beeinflussen.~~ Die AOKs haben viele alte und tendenziell ärmere und kränkere Kunden, das können sie mit einem effizienteren IT System auch nicht groß ausgleichen.

Edit: Das wird wohl durch den Risikostrukturausgleich zwischen den Kassen größtenteils ausgeglichen

[–] AlmightyDoorman@kbin.earth 0 points 2 weeks ago (1 children)

Krankenkassen kriegen aber auch einen Ausgleichs abhängig davon wie sehr ihr Patient am "normalpatient" abweicht um sowas zu kompensieren.

[–] geissi@feddit.org 1 points 2 weeks ago (1 children)

Und das gleicht die Kosten vollständig aus?

[–] AlmightyDoorman@kbin.earth 1 points 2 weeks ago (1 children)

Na das beantwortet dir die Krankenkasse sicher anders als jeder Politiker. Aber zumindest fordert ja derzeit Niemand einen besseren Ausgleich in der Richtung und wenn das wirklich ein starkes Problem wäre würde da AOK doch jeden Tag was sagen.

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ unter Gesundheitsfond wird das angeschnitten

[–] geissi@feddit.org 1 points 2 weeks ago

Hm, so ganz unumstritten scheint der Risikostrukturausgleich wohl nicht zu sein.
https://www.aok.de/pp/gg/update/rsa-gutachten-manipulationsbremse/

Aber meine ursprüngliche Aussage muss ich wohl revidieren.

[–] kohlenstoff@feddit.org 2 points 2 weeks ago

Leute meinen oft, wenn wir KK zusammenlegen, werden die billiger, aber das is Quatsch. Wer in nem Großkonzern gearbeitet hat, weiß, dass dort alles unglaublich bürokratisch und unflexibel ist; und mit weniger Konkurrenz gibt’s auch keinen Grund mehr sich zu verbessern.

Es ist ein leidiges Argument, dass man die Bürokratiefalle bei der Organisation von vielen Menschen elegant durch kleinere Organisationen + Wettbewerb umgehen könnte. Die Bürokratie findet in dem Fall eben an anderer Stelle statt, zum Beispiel in der Regulierung und Kontrolle von Krankenkassen durch staatliche Institutionen.

Eine KK muss kein Unternehmen sein (und sollte es in meinen Augen auch nicht) und dementsprechend nicht so operieren, geschweige denn so strukturiert sein (Thema Verbesserungen aus einer Institution heraus). Wenn man die Unternehmenslogik allerdings umgekehrt als notwendig voraussetzt, landet man immer wieder bei dem Trugschluss betriebswirtschaftlicher Logiken für staatliche Daseinsfürsorge, deren Unzulänglichkeit für derlei Anwendungsfälle in den letzten Jahrzehnten gut unter Beweis gestellt wurde.

[–] SrMono@feddit.org 12 points 2 weeks ago (1 children)

Es ist schräg…

Seit Beginn dieser Regierung ist dies der erste Vorschlag der CDU, bei dem ich denke „haben die sich vielleicht beraten lassen?“

[–] Ooops@feddit.org 15 points 2 weeks ago

Klar. Sie haben sich von den 10 Kassen, die üblich bleiben, in Form von Geld und zukünftigen Stellenangeboten "beraten" lassen.

[–] thoralf@discuss.familie-will.at 11 points 2 weeks ago* (last edited 2 weeks ago) (1 children)

Null. Die richtige Zahl wäre null.

Wettbewerb bei Krankenkassen - so ein Quatsch!

Weg mit den Krankenkassen und der gesamten Versicherung und stattdessen ein rein steuerfinanziertes System! Damit würden wir auch den Krampf mit den privaten Krankenversicherten abräumen. Die können sich gern zusätzlich absichern - aber damit nicht mehr aus der Solidargemeinschaft freikaufen.

[–] Don_alForno@feddit.org 2 points 2 weeks ago (1 children)

Ein steuerfinanziertes System würde dann nur leider weit überwiegend von den Einkommensbeziehern und Konsumenten getragen (Lohn- und Mehrwertsteuer sind die größten Blöcke beim Steueraufkommen), anders als jetzt wo es wenigstens 50:50 zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern verteilt ist.

[–] Ramenator@lemmy.world 3 points 2 weeks ago (1 children)

Naja, das aktuelle System wird bei den Arbeitgebern auch eher als Teil deines Gehalts verbucht, den du gar nicht erst bekommst.
Aber ja, es bräuchte eigentlich eine Steuerreform welche die Bestverdiener auch wirklich wieder zur Kasse bringt, anstatt Deutschland weiter eine Steueroase für diese sein zu lassen

[–] Don_alForno@feddit.org 1 points 2 weeks ago (1 children)

Naja, das aktuelle System wird bei den Arbeitgebern auch eher als Teil deines Gehalts verbucht, den du gar nicht erst bekommst.

Sicher. Aber wenn das System geändert würde, würdest du ihn noch immer nicht bekommen.

[–] kossa@feddit.org 1 points 2 weeks ago

Schön, dass es mal jemand ausspricht. Finde ich immer so gut, wenn eine Senkung der Abgaben irgendwo gefordert wird. Sicher, Diggi, und du meinst das bekommst du? 😅

Massive Überschätzung der eigenen Fähigkeiten. Aber gut, das hat ja auch schon zum Sterben der Gewerkschaften geführt. "Ich kann für mich besser verhandeln als die Gewerkschaft". Sicher, Diggi. Deswegen haben wir jetzt alle so geil hohe Löhne.

[–] kohlenstoff@feddit.org 8 points 2 weeks ago (2 children)

Warum nicht auf eine reduzieren?

[–] trollercoaster@sh.itjust.works 13 points 2 weeks ago* (last edited 2 weeks ago)

Die 10, die übrig bleiben, haben an die CDU "gespendet" oder haben einen Politiker im Aufsichtsrat.

[–] mustbe3to20signs@feddit.org 6 points 2 weeks ago* (last edited 2 weeks ago) (1 children)

Der vorgeschobene Grund: Wahlfreiheit

Der echte Grund: die neoliberale "Logik" des Konkurrenz macht Sachen billiger

[–] Obin@feddit.org 7 points 2 weeks ago

Und wie üblich für Neoliberalismus, komplett an den empirischen Daten vorbei. Die Realität zeigt je privater ein Gesundheitssystem, desto teurer für die gleiche Leistung. Würden wir nach Effizienz gehen, müssten wir das gesamte System bis ins letzte verstaatlichen. Das wissen die eigentlich auch.

Der wahre Grund ist wohl doch eher bei der "Wahlfreiheit", nämlich dass die privaten Versicherungen nicht so auffallen wenn sie nur eine weitere Alternative zwischen den gesetzlichen Kassen sind. Gäbe es nur eine staatliche Versicherung und Privatversicherungen würde eher die Frage aufkommen, warum wir dulden, dass man sich mittels Privatversicherungen komplett asozial aus der Solidargemeinschaft herausnimmt.

[–] MaggiWuerze@feddit.org 7 points 2 weeks ago (3 children)

Ich versuche seit ich das gelesen habe rauszufinden wie uns das schaden soll

[–] Zoneflasher@feddit.org 4 points 2 weeks ago (2 children)

Der Vorschlag an sich muss keine direkte negative Auswirkung haben. Wenn er mit in die angesprochene Reform kommt und alles zu einem Maßnahmenpaket zusammengefasst wird, läuft es darauf hinaus, dass Merz' Vorschläge wie Leistungskürzungen als weniger diskutierter Unterpunkt auf der Liste der Änderungen landen und potenziell positive Vorschläge hervorgehoben werden. Oder er könnte benutzt werden um andere Parteien zu überzeugen für die Reform zu stimmen

[–] ranslite@pie.dasneuland.de 2 points 2 weeks ago

Wenn Ärzte kurzer treten sollen, werden die weniger Kassen- und mehr Privatpatienten aufnehmen, sprich man wird länger auf einen Arzttermin warten dürfen oder gar keinen bekommen.

[–] Obin@feddit.org 2 points 2 weeks ago* (last edited 2 weeks ago)

Klingt realistisch. Außerdem kann man dann sagen "wir haben doch X reformiert", ohne was reformiert zu haben und kann dann wieder ein paar Jahre bei der Stagnation und dem langsamen Verfall zusehen.

[–] Weingeist@feddit.org 3 points 2 weeks ago (1 children)

Oligopole sind die kleinen Brüder des Monopols.

Es gibt formell noch Wettbewerb, aber tatsächlich stecken alle ihre Marktanteile ab und machen es sich bequem.

Das ist wie Tütensuppe von Maggi oder von Knorr. In Wahrheit ist alles Nestlé.

[–] punkhazard@feddit.org 3 points 2 weeks ago

Nutzt du Nestlé als Platzhalter für alle seelenlosen Megakonzerne? Wenn ja, dann passts, anderenfalls gehört Knorr zu Unilever und nicht zu Nestlé. Macht das Bild aber nicht schlechter, weil das direkt dein Oligopolargument unterstreicht. Ist eben beides Dreck.

[–] ComfortableRaspberry@feddit.org 2 points 2 weeks ago

Linnemann und Merz entscheiden persönlich welche Klassen bleiben.

[–] ybaumy@feddit.org 0 points 2 weeks ago

Wie viele Arbeitnehmerinnen waeren da von einer Entlassung betroffen?