Einerseits: Gut und richtig, dass das ZDF das öffentlichkeitswirksam korrigiert.
Andererseits: Was ist da hinter den Kulissen redaktionell schiefgelaufen, dass ein Beitrag nicht nur einen einzelnen solchen Fehler enthält (soll nicht, aber kann mal passieren), sondern gleich zwei solche Bretter?
Solche Patzer öffnen die Flanke für all die rechten Hetzer, die aus ganz eigennützigen Motiven heraus gegen echte Journalismus agitieren und das genüsslich als Beweisstück ausschlachten werden: "Seht ihr? Die Mainstream-Medien lügen euch an, um bewusst eine politische Agenda zu bedienen." (Dass sie und ihre "alternativen Medien" selbst mit exakt diesen Methoden arbeiten - Zitieren ohne Kontext, KI-Fakes, fabrizieren von Geschichten, wenn sie nur ins Weltbild der Zielgruppe passen - das lassen sie dabei geflissentlich aus.)
Aber auch der Normalbürger, der echte journalistische Arbeit noch nicht abgeschrieben hat, muss sich angesichts dieses Vorfalls die Frage stellen: Wenn der Redaktion im Schnitt schon das Sora-Wasserzeichen nicht auffällt - was passiert dann erst mit KI-Fakes, die nicht so eindeutig markiert sind?
Ich habe daher meine Zweifel, ob diese lauwarme Richtigstellung ausreichend ist, um den Schaden zu reparieren und die dahinter lauernden Probleme zu beheben. Wir bewegen uns leider in ein Zeitalter hinein, in dem nicht nur die statischen, sondern auch die audiovisuellen Bewegtbilder lügen können. Dafür muss man den Journalismus wetterfester machen, als er das - Stand jetzt - offenbar ist.