Ich setze mich auch für eine drastische Kürzung des Lateinunterrichts an den Gymnasien ein. Maximal 2 Jahre, beginnend in der 11. Schulstufe. Wen das wirklich interessiert kann es ja in einem freiwilligen Zusatzkurs machen. Gibt keinen Grund, damit die Allgemeinheit zu belasten.
Ich denke mal, dass Latein immer noch unterrichtet wird, liegt hauptsächlich an einer sentimentalen Geschichtsauffassung als "Europa der Ort, der durch das römische Reich groß geworden ist", d.h. man verbindet die lateinische Sprache mit den Errungenschaften Roms. Allerdings ist das so, wie wenn man die verschwitzte Kleidung, die man getragen hat, als man zum ersten mal einen Marathon gelaufen ist, jahrelang behält und sie von nun an als glücksbringenden Talisman verwendet. Das hat keinen realen Nutzen, es ist reiner placebo-Effekt.
Ich möchte auch noch klarstellen, dass ich denke, dass die lateinische Sprache eine tolle Sache ist und wahrscheinlich weltbewegende Verbesserungen hervorgebracht hat, einschließlich eines einfachen, aus wenigen Lauten bestehenden Alphabets, das durch wenige Schriftzeichen geschrieben wird (im Gegensatz zum chinesischen z.B.). Das gab's zwar vorher auch schon, z.B. griechisch, aber Latein hat dieses Konzept europaweit etabliert (die germanen hatten kaum/wenig Schrift). Das heißt aber nicht, dass ich mich damit herumschlagen muss, was der Akkusativ von "conundrum" ist.