"Wenn man jedem eine Stimme und Menschen Macht gibt, wird das System meist zu einem wirklich guten Ort." Als Facebook-Chef Mark Zuckerberg das 2010 in einem Interview mit dem US-Sender ABC sagte, war die Plattform noch relativ jung. Soziale Netzwerke sollten Menschen verbinden, Austausch ermöglichen, neue Freundschaften entstehen lassen – das war zumindest der erklärte Anspruch. Facebook verstand sich, so Zuckerberg, als Plattform, deren "Rolle es ist, den Menschen diese Kraft zu geben".
Wenn man so zurückblickt auf die erste Zeit von StudiVZ, Facebook & Co, dann was das wirklich cool. Man hat dann alte Schulfreunde wiedergefunden und sich mit denen ausgetauscht. Hat plötzlich mehr von entfernten Verwandten mitbekommen und hatte dann auf Familienfeiern plötzlich Gesprächsthemen ("Ich hab gesehen, du machst jetzt xyz") und die Mitmenschen sind irgendwie ... komplexer geworden. Dann war es eben nicht nur der Typ aus deiner Vorlesung, sondern man hat über seine Posts mehr von ihm erfahren.
Dass Facebook diese menschlichen Verbindungen so gnadenlos eingestampft hat und durch eine Influencer-Firmen-KI-Slop-Welt ersetzt hat, ist wohl einer der größten Verrate der Menschheitsgeschichte.