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Eine Studie schlägt die Ausweitung von Teil- auf Vollzeitstellen im öffentlichen Dienst als Lösung für Personalmangel vor. Besonders an Schulen sei das Potenzial hoch.

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[–] muelltonne@feddit.org 1 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (1 children)

Junge Lehrerinnen (bzw. Paare mit Kinderwunsch allgemein) machen halt das, was das System ihnen ermöglicht. Das ist auch in Ordnung so. Da kann man keine individuellen Vorwürfe draus machen. Aber es ist natürlich vollkommen logisch, dass es irgendwie auch Kollegen ankäst, wenn die entsprechende Planstelle dann von einer neuen Kollegin besetzt ist und die wirklich nach Fahrplan kurz nach der Verbeamtung schwanger wird. Das haben in meinem Umfeld wirklich alle gemacht, die Lehramt studiert haben.

Ich bin nicht im Schuldienst unterwegs, aber du merkst es halt auch bei mir in der Firma. Wenn junge Frauen in einem bestimmten Alter eingestellt werden und die einen festen Partner haben, dann kannst du wirklich fest davon ausgehen, dass sie relativ knapp nach Entfristung schwanger werden und in zwei Jahre Elternzeit verschwinden. Das dürfen sie und das ist auch gesellschaftlich so vorgesehen.

Es ist aber natürlich richtig kacke für alle Kollegen. Dann gab es erstmal eine entsprechende Vakanz, die von dem bestehenden Team mit viel Arbeit aufgefangen werden musste. Die haben dann ja so viel hingeklotzt, um eine Vollzeitstelle irgendwie abzufedern. Und kaum ist dann die neue Kraft halbwegs eingearbeitet, ist sie schon wieder weg und kommt dann irgendwann Jahre später in Teilzeit zurück. In der Zwischenzeit wird dann die Stelle meistens auch nicht nachbesetzt und wenn, dann auch wieder mit Monaten Verzögerung.

Und ja, natürlich, in einer perfekten Welt gäbe es dann direkt eine Elternzeitvertretung für die Stelle. Oder Schulen würden Springer bereitstellen, die sofort allen Unterrichtsausfall auffangen, auch für kranke Kollegen. Das passiert aber nicht. Ist halt eine doofe Situation, aber man sollte es halt auch verstehen, wenn die Leute, welche dann die Arbeit machen müssen, wenig begeistert reagieren.

[–] smokeysnilas@feddit.org 1 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (1 children)

von dem bestehenden Team mit viel Arbeit aufgefangen

Dann hat das Management die Personalplanung verkackt. Was hier passiert ist ist, dass das Management das unternehmerische Risiko komplett auf die einzelnen MA abgewälzt hat, da ist dann einfach der Manager derjenige der sich mies und unkollegial verhalten hat. Man braucht immer einen gewissen Prozentsatz Überhang. Wenn das nicht Normalzustand ist auch schon lange bevor jemand schwanger wird dann ist das ein deutliches Zeichen die Firma zu wechseln. Wer das nicht erkennt und entsprechend handelt und dann später schlechte Laune bekommt darf sich das mindestens zum Teil halt auch einfach selbst ankreiden.

Und dass das im öffentlichen Dienst allgemein nicht klappt ist kein Geheimnis oder irgendwie eine neue Erkenntnis. Ich würde sagen das gehört dann mindestens kurzfristig halt dazu und dafür wird man ja auch vergleichsweise gut bezahlt und bekommt die Pension, die PKV und die Jobsicherheit, auch als Mann. Wie immer im Job muss man dann eben die Cost-Benefit Analyse machen und sich entweder für oder gegen das Lehramt entscheiden.

[–] muelltonne@feddit.org 0 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (1 children)

Ja, theoretisch schon. Praktisch ist das dann schon schwierig. Ich kann dir einfach mal einen konkreten Fall aus meiner Arbeit in der Privatwirtschaft nennen: Kleines Team aus drei Leuten steht, läuft, funktioniert. Dann kündigt eine Kollegin. Stelle wird neu ausgeschrieben. Es dauert dann eine Weile bis die Nachfolgerin da ist - lässt sich halt nicht verhindern mit Ausschreibezeit, Bewerbungsgesprächen und Kündigungsfrist der Neuen. In der Zwischenzeit ist aber das bestehende Team bereits eine ganze Weile mit nur zwei Leuten gelaufen und z.T. auch urlaubsbedingt nur mit einer Person.

Und dann kam die neue Kollegin, ist ganz ok gestartet, wurde eingearbeitet und konnte auch so nach 1-2 Monaten dann wirklich mithelfen bei den Aufgaben. Und kurz nach Ende der Probezeit kam dann die Info zur Schwangerschaft. Dass das jetzt keine Begeisterungsstürme auslöst, ist klar.

Und zu dem:

Dann hat das Management die Personalplanung verkackt. Man braucht immer einen gewissen Prozentsatz Überhang

Da hast du grundsätzlich Recht, aber gerade in kleinen, stark spezialisierten Teams oder in kleinen Firmen mit wenig Personal kriegst du das nicht hin. Natürlich sollte ein ganzer Schuldistrikt irgendwie etwas Puffer haben, um im Notfall mal einen Biolehrer zu ersetzen. In einem kleinen Betrieb gibt es dann halt häufig nur eine Backoffice-Kraft. Da kannst du nicht immer Überhang in Reserve haben. Bzw. der Überhang im oben genannten Fall war ja, dass es 3 Kräfte gab, die dann halt auch 3x6 = 18 Wochen im Jahr irgendwie immer in Urlaubsvertretung waren plus Krankheitszeiten. Wenn du aus so kleinen Teams eine Vollzeitkraft rausnimmst, dann geht das meistens für 2 Wochen Urlaub, aber wenn du das länger machst, zerschleißt das.

[–] smokeysnilas@feddit.org 1 points 1 day ago

Sorry, dann ist das Team zu klein. Und "das Unternehmen ist klein" ist keine Ausrede, denn man muss ja auch nicht immer Personen 100% zuordnen sondern könnte das Team auch durch ne halbe Person ergänzen die dann nicht komplett für andere Arbeiten geblockt ist aber soweit im Thema dass sie notfalls falls jemand ausfällt eben einspringen kann. So kann man auch Überhang hinbekommen. Und wenn die Kohle dafür absolut nicht reicht dann muss man eben einsehen dass das Geschäft nicht trägt. Nichts rechtfertigt es aber diese Probleme auf die MA abzuwälzen oder irgendwie schlechte Stimmung zu machen weil jemand EZ nimmt.