Deutschland
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Ich glaube, ich verstehe was du sagen möchtest. Leben retten sollte politischen Überzeugungen übergeordnet sein?
Ja, kann man so sehen. Ich könnte dir gerade nicht sagen, ob ich lieber sterbe, als ein Organ von einem schlechten Menschen, der schlechtes getan hat, anzunehmen. Ich glaube ich ziehe die Grenze nicht beim afd-Wähler der sich von der Politik nicht vertreten fühlt. Höckes Pankreas? Schwierig.
Mein Post war aber anders herum. Möchte ich, dass etwas so Persönliches wie meine Organe einem Menschen zugute kommen, welcher der Gesellschaft oder der Welt schadet? Oder lasse ich sie lieber verbrennen oder füttere die Würmer damit? Wie geht es mir damit? Wie geht es meiner Familie damit? In einer schwarz-weißen Welt sollte es keine Rolle spielen. Man rettet einfach.
Die schwarzweiße Welt ist eher die, wo Leute kategorisch von einer medizinischen Versorgung ausgeschlossen werden. Eine komplizierte Welt darf sich so etwas wie eine ethische Baseline erlauben, wonach wir auch denen in Not helfen, die wir als Feinde sehen.
Das Thema Organspende scheint nicht so unkompliziert zu sein, dass man es undiskutiert voraussetzen könnte. Wie sonst kommt es, dass es, soweit ich weiß, nirgendwo eine Regelung zur verpflichtenden Organspende gibt? Opt out ja. In Deutschland gibt der gesellschaftliche Konsens nur ein opt-in her. Zahlreiche Gründe sprechen für oder gegen Organspende - ohne Wertung. Baseline? Nein.
Es ist für mich etwas anderes, ob ich jemanden aus einer lebensbedrohlichen Notlage helfe indem ich erste Hilfe leiste oder ob ich ihm eine Lunge spende. Das sind zwei Entscheidungen mit ganz unterschiedlicher Tragweite.
Die Baseline ist in spezifisch in Bezug auf Organ- und Blutspende, dass nur die biologische Kompatibilität und der Consent des Spenders und Empfängers gilt und niemand Extrawürste verlangen kann. Generell in Bezug auf Medizin gilt ähnliches, nur dass für die meisten Behandlungen nichts von einem Dritten benötigt wird.