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Gewalt lässt sich nicht mit dem Kauf von ein paar Kameras beheben, meint Soziologe Dirk Baier
(www.deutschlandfunkkultur.de)
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Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. Wir sind uns eigentlich großteils einig. Mein ursprüngliches Argument war, dass Überwachung zwar nichts bringt, aber wir den verheißenen Effekt anders erzielen müssen um ihr den Vorwand zu nehmen damit wir sie loswerden.
Unsere Differenz ist die Frage, ob es denn schon sicher sei. Der Grund warum ich das "imaginär" ausklammer, ist die gelebte Erfahrung, dass es eben nicht komplett sicher ist. Das Gefühl ist nicht eingeredet. Mich hat mal einer unvermittelt bedroht, und ich bin ein Mann und hab da sonst weniger mit zu kämpfen. Meine Frau hatte schon das Vergnügen, dass sich einer in den Sitzvierer dazusetzt und dann seinen Lümmel rausholt, und ein andermal hat sich einer am Bahnsteig vor das Fenster gestellt und blank gezogen. Übliche Belästigungen sind zahlreich genug, dass sie nicht erwähnenswert sind, aber sie fährt echt ungern Bahn, vor allem alleine.
Versuch ihr ruhig zu erzählen, dass ihr jemand den Schwanz eingeredet hat, oder dass sie sich davon nicht bedroht fühlen soll.
Da hilft keine Überwachung, so wie Strafverfolgung nach der Tat auch die Tat nicht ungeschehen machen kann. Da bräuchte es eine Lösung von Zivilcourage und Gesellschaftshaltung. Darin sind wir uns einig.