this post was submitted on 15 Nov 2025
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Ich habe das gepostet, weil in einem anderem Faden die Meinung kommentiert wurde, dass eine Mehrheit Klimaschutz nicht unterstützt. Im Licht dieser Untersuchungen ist das nicht wahr.
Übrigens ist das gar nichts Neues, dass Menschen zu kollektiven Veränderungen bereit sind, die allen nützen, auch wenn diese Zeit, Geld, und Mühe kosten. Ein Beispiel aus der Geschichte: Im 19. Jahrhundert kam es in Europa etliche Male zu verheerenden Cholera-Pandemien, die wie z.B. in Hamburg 1892 zu Hunderten von Toten führten und das öffentliche Leben und wirtschaftliche Aktivitäten zum Erliegen brachten.
1851 wurde erkannt, dass ein Bakterium der Auslöser war. Damit wurde auch klar, dass einerseits Impfungen helfen, andererseits aber vor allem bessere Trinkwasserhygiene und Abwasserentsorgung und -Reinigung. Bis dahin haben die Leute nämlich den Inhalt ihres Nachttopfs einfach aus dem Fenster auf die Strasse gekippt. (Prost!)
Als Gegenargumente gegen diese Trinkwasserhygiene kann man alles anführen, was heute gegen die Maßnahmen zum Klimaschutz immer wieder gesagt wird: Es ist kostet Geld, es macht Umständen, man muss bequeme Gewohnheiten verändern, es erfordert insbesondere teure bauliche Maßnahmen, und es nützt dem Einzelnen erst mal nichts.
Zum Glück für uns haben die Menschen sich damals kollektiv-intelligent verhalten und alle haben kollektiv dazu beigetragen, dass sich die Situation verbessert. Dies wurde auch durch Verordnungen und Sanktionen erreicht, aber vor allem durch Apelle an die Vernunft - natürlich besonders an die Vernunft derjenigen, die Entscheidungsmacht hatten.
Genau so etwas brauchen wir heute auch.
Und warum muss man überhaupt die Vorstellung, dass Menschen zu kollektivem vernünftigen Handeln, auch unter individuellen Opfern, nicht fähig sind, überhaupt richtig stellen? Im Grunde ist das Ideologie. In Wirklichkeit handeln Menschen ständig kollektiv. Wenn man mal das Verhalten bei einer Fußballweltmeisterschaft oder nach Katastrophen wie im Ahrtal betrachtet, haben Menschen sogar oft ein sehr großes Bedüfnis, sich kollektiv zu verhalten, und auch etwas positives beizutragen. Nicht nur appellieren ja gerade die rechten Ideologen und Nationalisten immer an Kollektive, auch die heutigen größeren Unternehmen oder Institutionen wie z.B. ein Krankenhaus sind hochgradig koordinierte und kollektive Organisation erfordernde Gebilde.
Eigentlich haben (viele) dieses "kollektiv-intelligente" Verhalten auch schon während ihrer Lebzeiten erfolgreich erlebt:
Es hat sich ja niemand aus individueller Verantwortung heraus ein Auto mit G-Kat gekauft, oder einen FCKW freien Kühlschrank. Da wurde einfach gesagt "Wer keinen G-Kat hat, darf bald nicht mehr fahren, Kühlschränke mit FCKW sind verboten, die Industrie muss Rauchgas entschwefeln und ihre Abwässer klären! Kost' Geld? Hier die kleinste Violine der Welt für die arme Industrie 😢".
Ich raff' nicht, wieso das kollektive Gedächtnis das irgendwie so krass verdrängt hat. Die Umweltkatastrophen der Vergangenheit wurden wegreguliert, das muss mit der Klimakrise halt auch passieren ¯\_(ツ)_/¯
Mein Erklärungsversuch ist, dass wir real in einem System leben, das formell eine Demokratie ist, aber so stark von Propaganda der fossilen Industrie, Desinfornation, und auch Korruption in der Politik bestimmt wird, dass Entdcheidungen krass gegen unsere kollektiven Interessen zustande kommen.
Ein Bereich, wo das übrigens ganz ähnlich war, war das Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen und Gaststätten.