this post was submitted on 05 Sep 2025
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Deutschland

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[–] connaisseur@feddit.org 40 points 7 months ago* (last edited 7 months ago) (3 children)

Ende 2023 wurde das Angebot mit dem Ziel eingeführt, junge Erwachsene nach den Corona-Lockdowns zu animieren, ihre Zeit draußen in Kinos, bei Konzerten oder in Museen zu verbringen. Zweihundert Euro Guthaben gab es bei Projektstart für Jugendliche, die in dem Jahr achtzehn wurden. "Wir wollen den Weg in die Kultur öffnen", so die damalige Kulturstaatsministerin Roth. Und das auf Augenhöhe mit den Jugendlichen, durch Kulturangebote, die sie auch wahrnehmen wollen – wie Kinobesuche.

Kulturstaatsminister Weimer hat weitere Kritikpunkte: Jugendliche aus ländlichen Gebieten oder aus "sozial-vulnerablen Gruppen" seien nicht genügend angesprochen worden. Und: Viele der Jugendlichen gingen einfach nur ins Kino oder kauften sich Comics. "Das war nicht die Intention des KulturPasses", sagt Weimar.

Na also was denn jetzt?! Da will man Kinobesuche fördern, dann gehen die Angesprochenen ins Kino und es ist auch wieder nicht richtig.

[–] germanatlas@lemmy.blahaj.zone 23 points 7 months ago

Und dann haben diese Jungspunde auch noch die Nerven Comics zu kaufen! Wo kommen wir denn da hin, wenn von Geld für Kultur eine seit tausenden von Jahren existierende Form der Erzählung und Literatur gekauft wird?

[–] MaggiWuerze@feddit.org 20 points 7 months ago

Viele der Jugendlichen gingen einfach nur ins Kino oder kauften sich Comics

Na, die sollen halt KULTUR genießen, nich so was komisches. Klassische Musik, Kunstgalerien, Biergärten... Deutsche Kultur halt. Wo kommen wir denn da hin, wenn sich Jugendliche Dinge ansehen auf die sie selbst Lust haben?

[–] kossa@feddit.org 6 points 7 months ago

Kulturstaatsministerin Roth ungleich Kulturstaatsminister Weimer. Das ist halt ein politischer Posten und wir haben seitdem eine neue Regierung. Die findet das doof.

[–] Teppichbrand@feddit.org 11 points 7 months ago (1 children)

Kino!? Die sollten zur Bundeswehr! >!/s!<

[–] zaphod@sopuli.xyz 3 points 7 months ago

Filmabend in der Kaserne ist auch viel besser als Kino.

[–] golli@sopuli.xyz 6 points 6 months ago* (last edited 6 months ago)

750.000 Jugendliche waren laut Statistischem Bundesamt beim Start des Projekts berechtigt, sich ihr KulturPass-Guthaben abzuholen. Allerdings meldete sich davon nur rund ein Drittel an, da vielen die Registrierung zu kompliziert war

Wir reden hier also von ca. 50mio €/Jahr, angenommen die, die sich angemeldet hatten, haben tatsächlich das volle Budget von 200€ ausgeschöpft? Selbst wenn es alle voll nutzen würden (was nie passieren wird) sprechen wir von 150mio. Das sind doch im Verhältnis extrem geringe Beträge. Vor allem nachdem es eine konsumgebundene Subvention ist, wodurch ein Teil direkt wieder an den Staat zurückgeht und es vermutlich noch zusätzlichen Konsum anregt (im Kino wird noch eine Tüte Popcorn und ne Cola gekauft, beim Konzert ein Bier etc).

Um es mal ins Verhältnis zu setzen laut diesem Spiegel Artikel wird jeder Opernbesuch mit can 210€ subventioniert (also mehr als einem gesammten Kulturpass) und der Staat gibt rund 10mrd€ jährlich an Subvetionen für Theather und Oper aus. Und die Sanierung der Suttgarter Oper könnte 1,5-2mrd € kosten. Da sind wir kostenmäßig in ganz andern Liegen.

Ich will damit garnicht sagen, dass die Förderung von Theater und Oper nicht wichtig ist. Die haben auf jedenfall kulturellen Wert, auch über ihre Grenzen hinaus, und würden ohne Subventionen wahrscheinlich nicht tragfähig sein. Aber ein gewissen Grad an Verhältnismäßigkeit muss man halt schon einhalten. Vor allem wenn man bedenkt wer diese Angebote denn vor allem nutzt (Theater und Oper vermutlich eher reiche/ältere).

Klar der Kinobesuch um den x-ten Marvel Film in einer großen Kinokette anzuschauen müsste jetzt nicht unbedingt gefördert werden. Aber vielleicht schaut man ihn auch in einem kleineren Kino oder als Gruppe mit anderen. Und selbst wenn hätte das ganze ja auch ein limit mehr als 2-3 solcher Filme wird man sich wohl nicht innerhalb eines Jahres anschauen wollen. Das wäre nur ein Bruchteil des Budgets.

Bücher sind soweit ich weiß ja auch förderfähig, glaube dafür hat ein Verwandter ein großteil seines Kulturpassbudgets ausgegeben. Unsere dänischen Nachbarn wollen grade die Mehrwertsteuer auf Bücher abschaffen um leute zum kaufen zu motivieren. Da scheint mir so ein Kulturpass fast sogar noch eine bessere Option. Der ein oder andere wird vielleicht dazu verwenden und durch genau soetwas eine Leidenschaft zum Lesen entwickeln.

[–] cows_are_underrated@feddit.org 5 points 7 months ago (1 children)

Ich selber habe den zwar nicht ein mal genutzt, was aber ausschließlich daran lag, dass ich mir halt seltenst Dinge leiste die davon abgedeckt worden wären, aber finde es trotzdem schade. Die Idee war cool.

[–] golli@sopuli.xyz 2 points 6 months ago (1 children)

was aber ausschließlich daran lag, dass ich mir halt seltenst Dinge leiste die davon abgedeckt worden wären

Wäre nicht genau das ein Grund gewesen den Pass zu nutzen? Oder meinst du damit, dass du an den abgedeckten Leistungen einfach kein Interesse hattest?

Nachdem soweit ich weiß auch Bücher eine Option waren sollte es eigentlich finde ich für die meisten einen sinnvollen Verwendungszweck geben, selbst wenn man keine Lust auf Kino oder ähnliches hat. Irgendein Buch kann man doch eigentlich immer für Ausbildung/Studium oder so gebrauchen, selbst wenn man kein großer Leser ist.

[–] cows_are_underrated@feddit.org 3 points 6 months ago (1 children)

Bücher kaufe ich mir eher selten (meine Zeiten wo ich enorm viel gelesen habe sind vorbei) und deswegen habe ich das halt nie genutzt. Es gab mal tatsächlich genau eine Sache die ich mir zulegen wollte die davon eventuell hätte abgedeckt werden können (ein Zubehör Teil für meine Trompete) und genau das konnte ich dann nicht darüber abrechnen, weshalb ich es gelassen habe.

[–] trollercoaster@sh.itjust.works 2 points 6 months ago

Du sollst "Kultur" ja auch gefälligst konsumieren und nicht mit Deiner Trompete selbst herstellen.